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  1. #1
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    An dem Lindenbaum

    An dem Lindenbaum

    An dem Lindenbaum, in dessen Schatten ich die Glieder dehn,
    will ich ausgestreckt dem Klang der Brise lauschen.
    “Klack-klack” machen Äste und die Blätter rauschen.


    “Klack-klack” machen Schuhe junger Mädchen, die vorüber gehn,
    an dem Lindenbaum, in dessen Schatten ich die Glieder dehn.

    Wie die Sommerlüfte unter ihre kurzen Röcke wehn,
    frech und frei die leichten Seidenstoffe bauschen,
    dass am Rande Träumer heimlich Blicke tauschen,

    an dem Lindenbaum, in dessen Schatten ich die Glieder dehn,
    wo wir ausgestreckt dem Klang der Brise lauschen.
    “Klack-klack” machen Äste und die Blätter rauschen.



    © LeVampyre | XXV, Jun. 2005

    Dieser Text kann als mp3 auf meiner Homepage angehört werden.
    Bitte beachtet auch die besonderen Lizenzbestimmungen an meinen kreativen Werken!
    Eine Liste meiner bei Gedichte.com veröffentlichten Texte gibt es u.a. in meinem Sammelfaden.
    Geändert von levampyre (15.05.2006 um 13:10 Uhr)
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  2. #2
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    Gut, wieder etwas Neues von dir zu sehen, auch wenn du es schon vor einiger Zeit geschrieben. Es ist für mich eine Tonkomposition und ich werde mir bald deine Lesung anhören, möchte aber noch zuwarten, um den Rhythmus und Klang allein durchzukosten.

    Der Übergang vom ich zum wir kommt so natürlich, dass er, der ja erwartet wird, wenn er sich ereignet, widerstandslos aufgenommen wird. Hingegen stört mich die Idee einer Linde, die neben einem Asphaltweg zum geselligen Spiel einlädt, da doch Mädchenschuhe auf Wiesen kaum klack-klacken sollten.

    Du solltest die Briese korrigieren.
    ...und das Fleisch ist Wort geworden

    Wenn der rauchende Strahlpilz
    zerfrisst das geschmolzene Fleisch
    bleibt von Knochen nur Staub. (aus Zahmer Schlächter)

  3. #3
    königindernacht Guest
    Ich grüße dich zum Wochenende und freue mich über deinen heiteren Text.

    Ich teile im Wesentlichen die Meinung von Primel.

    An dem Lindenbaum- hier passt besser: unterm
    will ich ausgestreckt dem Klang der Brise lauschen. - Ich weiß nicht, ob man bei einem ganz leichten Wind sagen sollte: dessen Klang, m.E. klingt sie nicht

    Dann gehen auf einmal Mädchen auf Asphalt da vorüber, wo du liegst. Das ist schon ungewöhnlich- aber vielleicht ist es ja auch ein Stadtpark,(der Mauerpark) in dem die Leute spazieren gehen und die Träumer schauen auf die Wege.

    Wie gesagt: ein heiterer Text, der auch unter "Fröhliches" stehen könnte, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Herzlichst, Kö

    Lichtfarben
    Geändert von königindernacht (13.05.2006 um 09:03 Uhr)

  4. #4
    Taurus ist offline L' Héautontimorouménos
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    Hallo LeV

    Ich finde deinen Text unglaublich schön geschrieben.

    Was mich am Anfang faszieniert hat, war wie dus geschafft hast, in 11 Zeilen, 4 zu wiederholen, aber das so, dass man nicht das Gefühl hat es steht zu viel oder zu wenig da.

    Dann find ich es äußerst spannend, dass Z. 4, 6, 7 und 8 nicht kursiv geschrieben sind.
    Aber warum leuchtet mir nicht ein.
    Wolltest du die Wolllüstigen Gednken herrausheben, oder hat das einen tieferen Sinn der mir entgeht?

    Hmmm...
    eigentlich finde ich den Text gar nicht so heiter wie k.d.n.

    Also ich stell mir persönlich den Ort des geschehens, wie einen Stadtpark vor. Ich glaube anders gehts ja kaum.
    Das lyr. Ich will sich dort niederlassen um sich zu entspannen und schaut dabei Mädchen zu, wie sie vorrübergehen.
    Was er sich dabei träumt, kann ich mir denken.
    Der Witz an der Geschichte ist, dass er nicht der einzige ist, der in den Stadtpark kommt um den bauschenden Röcken nachzusehen, sondern einer von vielen ist.

    Hab ichs ungefähr begriffen? xD
    Ich hab das Gefühl mir ist was entgangen...

    Ich finde den Title "an dem Lindenbaum" ein wenig verwirrend am Anfang.
    Ich hab erst die assosation gehabt vom "Hängen".
    Aber insgesammt gefällt mir das besser als "unterm".

    Also mir gefällt dein Gedicht sehr gut.


    lg
    taurus
    ..........(___)...............................Im Moment ist mir aber diese Masse von Dichtern zuwider,
    ...........|Oo|...............................die weder Innovatives noch Attraktives produziert
    .... /```` OO)...Tauri are fine!........und wo sich hinter jedem Satz ein
    .../ |____-- ................................"Was mach ich hier eigentlich?" versteckt.
    .*...L....L....................................-AiAiAwa-

  5. #5
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    Ich konnte schon lange nicht mehr ein Gedicht so viel mal hintereinenader mit Genuss lesen. Leider kann ich nicht mehr viel sagen, da alles schon gesagt wurde.
    Danke.
    Neu:

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  6. #6
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    Hallo lev,

    wirklich schönes Gedicht, das zum mehrfachen Nachlesen und -sinnen einlädt. Besonders geschickt und elegant ist der Umgang mit den Wiederholungen. Taurus hat bereits erwähnt, dass jene trotz ihrer Häufigkeit nicht stören, im Gegenteil die Stimmung noch verstärken und sanft "auffüllen".
    Die Form ist auch sonst sehr gelungen. Auch hier sollte man die "Sparsamkeit" hervorheben: Eigentlich verwendest du nur zwei Reimendungen ("-ehn", "-auschen"), trotzdem spürt man keine Überstrapazierung der Worte. Du setzt hier einen gekonnten Minimalismus an den Tag, der aufgrund der passenden Verwendung der Wiederholungen und der ebenso gelungenen, feinen Wortwahl und evtl. auch aufgrund der Zeilenlänge eine herrliche Wirkung entfalten kann.
    Zum Inhalt: Hier würde ich dir keine "besondere" Botschaft im Sinne einer schwer zu durchschauenden Allegorie attestieren. (Warum auch ? Schließlich ist diese Kategorie "Natur und Jahreszeiten".) In meinen Augen zeichnest du hier nicht mehr und nicht weniger als das Bild in einem Stadtpark, bzw. einige Momente bei einer entsprechenden Anlage in einer Stadt, einem Dorf o.Ä. Und dieses Bild ist dir wirklich gut gelungen, wie ich meine. Der Eindruck des Entspannens, des gemütlichen Beobachtens und Genießens seitens des lyrischen Sprechers wird durch luftig-leichte Formulierungen gestützt (s. "in dessen Schatten ich die Glieder dehn,/ will ich ausgestreckt dem Klang der Brise lauschen"). Einzig der "Klang" und das "Klack-Klack" stören mich etwas, kö und Primel hatten es bereits gesagt. Das "Klack-Klack" würde ich hier unter Umständen noch eher auf das Knacken der Glieder beim Strecken beziehen. Dennoch: Jener Einschub bringt bei deinem Werk die akustische Ebene ins Spiel und erweitert es dahingehend gut, auch wenn es etwas verwirrend erscheint.
    Weitere Auffälligkeiten sind die kursiven Abschnitte. Diese zeigen meiner Meinung nach den Unterschied zwischen dem reinen Bezug des lyrischen Ichs auf das kleine Fleckchen Natur um sich und- auf der anderen Seite- die Menschen und den Gedanken an andere Dinge (andere Dinge, die Frühling und Sommer mit sich bringen--> Kleidiung; möglicherweise sexuelles Motiv ?). Interessant ist hier auch das "wir" am Schluss. Es wirkt natürlich und nicht unangenehm überraschend. Unklar ist nur, ob mit "wir" ein möglicher Partner oder einfach andere Menschen, Freunde, Genossen, Sommerschwärmer gemeint sind. Die Sache mit dem Partner (Freundin) wäre bzgl. des sexuellen Motivs noch eine reizvolle Interpretation. Als Variation und interessanter Abschluss ist es jedenfalls gelungen.

    Insgesamt ein sehr lesenswertes, feines Werk. Wirklich klasse. Demnächst werde ich noch einmal hier vorbeischauen.

    Gruß
    Philipp

    P.S.: Wie Primel bereits erwähnte: "Briese" in Z.10--> "Brise"

  7. #7
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    Ich finde es sehr schön, dass Primel in ihrem/seinem Kommentar auf den melodischen Aspekt des Gedichtes eingegangen ist. Die Musik ist dieser Liedform so inne, dass sich für dieses faszinierende Gefäß in meinen Augen kein passenderer Inhalt finden ließ, als ein Frühlingsblumenstrauß. Jedwede philosophische Tiefgründigkeit oder "besondere Botschaft", wie es AiAiAwa nennt, wäre unnötiger Ballast gewesen, wo die Sinnlichkeit der Impression im Vordergrund steht.

    Tatsächlich entstand das Gedicht größtenteils in einem Berliner Stadtpark und mein Eindruck der Natur ist darob der einer von Stadt umgebenen Insel, dem nichs Verwerfliches, nichts Unschönes anhaftet. Das "klack-klack" schlägt hier die Brücke: Präsens der Natur einerseits, Präsens der Stadt andererseits.

    Dann find ich es äußerst spannend, dass Z. 4, 6, 7 und 8 nicht kursiv geschrieben sind. Aber warum leuchtet mir nicht ein.
    Das hat ganz unromantische Gründe. Bei mir ist das Layout eines Textes nicht Träger von Inhalten, sondern vornehmlich ein seine Form Abbildendes, zumindest im Web.

    Leider kann ich nicht mehr viel sagen, da alles schon gesagt wurde.
    Ich fasse das durchaus als Kritik auf. Ein Text muß wenig komprimiert und wenig poetisch sein, wenn nach vier Leserkommentaren bereits alles über ihn gesagt wurde.
    Geändert von levampyre (15.05.2006 um 15:19 Uhr)
    --LeV

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  8. #8
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    Zitat Zitat von levampyre
    Ich fasse das durchaus als Kritik auf. Ein Text muß wenig komprimiert und wenig poetisch sein, wenn nach vier Leserkommentaren bereits alles über ihn gesagt wurde.
    Liebe levampyre, mit alles meinte ich nicht : alles was es über den Text zu sagen gibt. Sondern, alles was ich dazu sagen wollte/würde. Es sollte wirklich keine Kritik sein.

    In diesem Sinne,
    Neu:

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  9. #9
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    Hallo LeV,

    dein Gedicht gefällt mir sehr gut. Und ich wundere mich, dass du es erst jetzt
    hier hineingestellt hast. Ich habe ja schon der vertonten Version lauschen dürfen und war begeistert, es war so melodisch leicht. Ich dachte das liegt einzig an deiner Lesekunst/Vorführkunst, jedoch sind es auch die wirklich nicht überbelasteten Wiederholungen, die dem ganzen Text einen zarten melodischen Hauch verleihen (Bin Musikleihe). Besonders das "Klick-Klack" tut dieser Stimmung gut und bestärkt sie meiner Auffasung nach. Ich weiß nicht, ob ich auf Grund der vertonten Version beeinflusst bin und das ganze so melodisch zu lesen versuche wie du, oder ob ich es nicht auch ohne die Vertonung getan hätte. Mein Verdacht ist eher der zweiteres.

    Besonders gelungen finde ich, wie du schon selber sagtest, die Brücke zwischen Park(Natur) und Stadt, die das "Klick-Klack" schlägt. Es erscheint so stimmig.
    Ich habe mir schon vorher ein lyr.Ich vorgestellt, dass sich unter einem Baum in einem Stadtpark ausruht und obwohl der Stadt so nah, doch an einem völlig anderem Ort ist. Ich mochte diese Bild und bin froh es scheinbar richtig gedeutet zu haben.

    Mehr will ich gar nicht sagen LeV, ich hoffe mal mein Kommentar hat nicht gestört (weil fast alles wiederholt),

    es grüßt,
    die Lok
    Geändert von LuKomotive (16.05.2006 um 13:12 Uhr)
    WIEDER DA:

    http://www.gedichte.com/showthread.php?t=148330

    SO LANGE HER, HABE VERGESSEN WIE MAN DIE SIGNATUR MIT EINEM LINK BESTÜCKT DER AUCH EINEN TITEL TRÄGT

  10. #10
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    @Beiss Mich:
    Ich weiß doch, wie du es meintest. Ich wollte nur utzen, weil mir ein "alles, was ich sagen wollte, wurde schon gesagt, deshalb sag ich jetzt nichts mehr" nur wenig konstruktiv war. Aber sei's drum.

    @LuKomotive:
    Es freut mich sehr, dass sich unter den Kommentatoren mit dir nun doch noch ein Sympathisant des "klack-klack" findet. In einer ersten Fassung des Textes hatte ich erst die Blätter des durch den Wind bewegten Baumes klackern lassen, doch die Onomatopoeia traf das intendierte Geräusch aneinanderschlagender Blätter nicht. Da ich aber die anaphorische Verbindung zu den Schuhen im Geräusch brauchte, ließ ich später die Äste klackern. Mir persönlich gereichte das so zur Überzeugung, aber deine Vorredner hatten mich doch leicht verunsichert.
    --LeV

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  11. #11
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    Hallo levampyre,

    Mir gefällt:

    in dessen Schatten ich die Glieder dehn
    überhaupt nicht, zumal es sinnlich unkorrekt ist. Ein Lindenbaum wirft nur einen Schatten und nicht "dessen".

    Insgesamt gefällt mir das Gedicht von seiner Wirkung, tatsächlich besonders der anaphorische Strophenübergang, durch den der Lindenbaum als Symbol der Liebe mit den Mädchen in Symbiose (sehr erotisch) klack-klackt.
    Und doch werde ich jetzt meckern: Gerade gestern kletterte ich in einem Lindenbaum herum und suchte meinem kryptozoologischen Naturell nach vergebens nach Kobolden, die die Rinde von den Ästen klaubten, damit letztere tatsächlich ein solches Onomatopoetikon erzeugen konnten, egal wie stark der Wind ist (es war gestern stürmisch und es rauschte im Geäst). Zunächst gelungene Wirkung hin oder her, macht der Exzess solcher Überlegungen das Gedicht auf Dauer kaputt. Und ich gehe Mal davon aus, dass Du willst, dass man sich näher mit deinen Zeilen beschäftigt.

    Es grüßt

    Kajn
    wer deutsche versbrecher findet, darf sie behalten
    oder: warum mein rechtschreibprogramm dem genitiv sein toast iszt...

    "Ein Lyriker, der glaubt, unabhängige Kunst zu schaffen, ist ein Narr, aber ein Mensch, der nicht fähig ist, seine Erfahrungen auf ein anderes Niveau zu abstrahieren, ist kein Künstler."

  12. #12
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    Hallo Kajn,

    also zunächst einmal zum Schatten. Das ist ein vollkommen korrekter Genitiv Singular: In wessen Schatten dehn ich die Glieder? In des Lindenbaums Schatten, dessen Schatten. Es ist ein interessantes Phänomen der Sprache, dass die Einzahl von Schatten nunmal genauso klingt, wie die Mehrzahl. Aber ich gehe davon aus, dass jeder meienr Leser so schlau ist, wie du, und feststellt, dass es unlogisch wäre, wenn ein Baum mehrere Schatten wirft.

    Der zweite Punkt ist in der Tat ein Kritikpunkt. Ich habe mich mit dem Onomatopoeium schwer getan. Wie gesagt, Blätter klackern nciht wirklich, aber Äste klackern schon oder zumindest befinden sie sich durchaus im Geräuschumfang, der mit dem Wort "Klackern" beschrieben werden kann. Pochen oder Klopfen wären ebenso möglich, passen dann aber wiederum nciht mehr zu den Schuhen der Mädchen. Was würdest du vorschlagen, welches Geräusch Lindenbaumäste machen, wenn sie, durch den Wind bewegt, aufeinander schlagen?

    Erfreulich: Dein Hinweis auf den klassischen Liebesort, den locus amoenus, den die Linde darstellt. Maledicantur thylia iuxta viam posita.
    --LeV

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  13. #13
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    Hallo levampyre,

    Herrje, da macht mir mein Sprachgefühl gerade einen ziemlichen Strich durch die Rechnung. Ich hätte schwören können, dass es dessem heißen muss, gibt es aber nicht und gehört bei der nächsten Rechtschreibreform eingeführt, um solche Uneindeutigkeiten künftig zu vermeiden . Aber man lernt ja nie aus.
    Die Sache ändert jedoch auch nichts daran, dass ich die Formulierung nicht mag.

    Bei meiner gestrigen Exkursion in den Lindenbaum nahm ich wie gesagt ein Rauschen wahr, und ein Schleifen, dass sowohl von Ästen, Blättern und Zweigen kam. Allerdings fällt auch mir im Moment kein Klangwort ein, das ebenso melodisch klingt und zum Schuhwerk passt wie deins.

    Ein Klackern von Ästen lässt jedenfalls, wenn überhaupt, auf schwer erkrankte Linden schliessen (siehe Kobolde), Stöcker machen aus einem bestimmten Grund gern eine Art Klack. Allerdings kollidiert das Klack-Klack in diesem Fall durch seine positive Wirkung konotativ sowohl mit den rauschenden Blättern, als auch mit dem sonstigen Inhalt, um hier barockes memento mori zu erspüren. Zumal die Wiederholung des Geräuchs wie ein künstlich erzeugtes Geräuch anmutet, d.h. nicht die Äste machen das Geräuch (Vielleicht wäre eine Anpassung an einen Vogel oder eien Verehrer sinnig).

    Es grüßt

    Kajn
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  14. #14
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    Die Sache ändert jedoch auch nichts daran, dass ich die Formulierung nicht mag.
    Hm, aha, na ja, da kann man wohl nichts machen. Ich finde den Genitiv in Zugehörigkeit anzeigenden Fällen immer noch passender als den Dativ. Wie klingt denn auch "im Schatten von dem Baum"!? *urgsmurgs

    Das Klackern von dem Baum war zumindest eine Geräuschkulisse, die ich im Park, als ich hierzu inspiriert wurde, wahrnahm. Das waren nicht die Blätter oder die Vögel, die da schlugen, sondern die Äste. Aber nun weiß ich, der ich mit Herz und Seele Stadtmensch bin, ja auch Linden nicht von Buchen oder Pappeln zu trennen. Dennoch erscheint mir der Gedanke, dass Berliner Linden inzwischen so am Arsch sind, dass sie anfangen zu knirschen, knacken und klackern, auch nicht sonderlich abwegig.
    --LeV

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  15. #15
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    Mir ist so spontan ''schlirck schlarck'' eingefallen aus dem klack und dem schleifen.. *lächel* Irgendwie klingt es ungewohnt.-komisch.
    Mich persönlich hat das ''klack-klack'' überhaupt nicht gestört.
    Geändert von Beiss Mich (23.05.2006 um 21:09 Uhr)
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