Thema: Culpa

  1. #1
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    Culpa

    ---

    Wie kommt es,
    dass der eine Teil der Welt
    Handys um 300 € besitzt,
    während der andere
    hungert oder
    im Minenfeld verblutet.

    Ich fragte Wirtschaftsexperten
    - die waren sehr freundlich -
    und hielten mir Vorträge,
    stundenlang.
    Aber ich verstand es nicht.

    Ich sehe nur
    tiefschwarze, offene Augen
    und denke mir,
    es ist furchtbar,
    wenn keiner hilft
    und ich bin auch dabei.

    ---
    EvaAdams

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  2. #2
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    Hallo Eva,

    ein wahrer Gedanke, den du hier aussprichst. Wenn man sich die gesamtwirtschaftliche und politische Entwicklung der letzten Jahrzehnte anschaut, dann kann es einem schon die Nackenhaare aufstellen. Auf der anderen Seite ist es sicherlich schwierig, hier als Einzelner sinnvoll etwas zu bewegen, auch wenn das nicht von der Schuld befreit. Ich finde es immer noch am besten, wenn jeder Mensch darauf schaut, mit sich selbst im Reinen zu sein und in dem kleinen Rahmen, in dem er eingreifen kann - nämlich bei sich und seinem eigenen Umfeld - anständig und verantwortungsbewusst handelt. Wenn jeder so denken würde, dann wäre die Welt ein gerechterer Ort. Mehr kann man als Einzelner aber eben kaum tun. Man kann nur vor der eigenen Türe kehren und hoffen, dass das auch andere tun.

    Viele Grüße

    Thomas
    "Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben fähig ist."
    Jorge Luis Borges


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  3. #3
    Schorsch Guest
    Lieber Roderich,
    genau deshalb, weil Familienenclans wie die Bushs die Welt beherrschen, die alle erstmal nur an ihre Verwandten und Bekannnten denken, sieht es so traurig aus mit der sozialen Gerechtigkeit. Die Bushs stehen für ein Prinzip: Die Geldgesellschaft. Und genau diese ist historisch betrachtet fast schon überholt. Stell Dir einmal theoretisch vor wir würden ohne Banken und Versicherungen und Staatsbürokratie leben, wir hätten über Nacht 80 Prozent weniger sinnlose Aussagen, von den blindwütigen Kriegen, die nur Zerstörung bringen ganz abgesehen. Privatkapitalismus ist asozial, kannn nur auf dem Rücken von Armut existieren.
    Der Definition von Eva Adams folge ich nicht. Wir sind nicht schuldig, schuldig ist die Geldgesellschaft, von der wir alle indirekt unseren Vorteil haben, Preise von Obst und Kaffee usw. aber die Schuld tragen die Profiteure, die Konzernbossse, die Reichen in der Welt. Je reicher einer ist, umso ärmer muss ein anderer sein. Jedes teure Bild hat hunderte, ja tausende Arme zur Folge.Lohnabhängige sind nicht schuldig, dass Afrikaner hungern, aber Konzerne, die z.B. von der Arbeit (auch Kinderarbeit) in Afrika profitieren. Überhaupt, Vorsicht mit dem Begriff Schuld, der ist eigentlich ein juristischer Begrifff. Ich würde lieber sagen, wir sind alle mitverantwortlich, dass die Welt so ist, wie sie ist, indem wir die Ausbeutung anderer zulassen und uns aus dem Streite in der Welt oft heraushalten.
    Geändert von Schorsch (23.05.2006 um 11:52 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Roderich!

    Ich kann mich deiner Meinung anschließen und weiß auch, dass der einzelne nur wenig tun kann. Aber manchmal fühlt man sich beim Anblick hungernder Menschen sehr hilflos. Man weiß, dass man eigentlich nichts dafür kann, aber trotzdem geht es mir bei diesem Thema oft sehr schlecht.

    Danke für deine Zeilen!

    Hallo Schorsch!

    Der Definition von Eva Adams folge ich nicht. Wir sind nicht schuldig, schuldig ist die Geldgesellschaft, von der wir alle indirekt unseren Vorteil haben, Preise von Obst und Kaffee usw. aber die Schuld tragen die Profiteure, die Konzernbossse,

    Ich glaube auch nicht, dass der einzelne schuldig ist, dass hab ich auch so nicht geschrieben. Ich stellte das Wort Schuld als stumme Frage in den Raum.
    Ich teile deine Ansicht über die Geldgesellschaft.

    Was meine eigentliche Option war, siehe Antwort Roderich.

    Liebe Grüße
    Eva
    EvaAdams

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  5. #5
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    Hallo noch einmal,

    @ Schorsch: Ich glaube, du hast mich da ein wenig missverstanden. Ich schreibe nämlich mit keinem Wort über Familienclans oder Freunderlwirtschaft, sondern dass man in seinem Umfeld, das man beeinflussen kann, verantwortungsbewusst handelt. Wahrscheinlich hast du das Wort Umfeld in den falschen Hals bekommen. Ich meine damit jenen Bereich, in dem wir aktiv Einfluss üben können - den tagtäglichen Umgang mit unseren Mitmenschen. Und verantwortungsbewusstes Handeln heißt auch nicht, dass man einem Familienangehörigen auf dubiose Art und Weise ein paar Wahlstimmen zuschanzt, sodass dieser die Wahl gewinnt.

    @ Eva: Schön, dass du das auch so siehst wie ich. Wie gesagt, wenn jeder bei sich selbst anfängt, ist schon viel getan.

    Viele Grüße

    Thomas
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  6. #6
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    997
    Liebe Eva,

    in freier Form und ohne Reimschema hast du auf eine ansprechende Art und Weise ein großes Problem angesprochen, die Ungerechtigkeit in der Welt. Während die Einen nicht wissen, was sie als nächste Mahlzeit haben werden,
    leben andere in Überfluß. Man möchte helfen, ist aber machtlos. Oft kann man nur auf kleiner Ebene am Ort helfen. Spenden sind oft nur ein Tropfen auf dem heißem Stein und man weiss nie, ob sie ankommen. Sehr gern gelesen.

    Liebe Grüße
    Speedie
    [FONT="Arial Narrow"]Fantasien sind für manche Menschen unvorstellbar. (Gabriel Laub)

  7. #7
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    Hallo Evalein,

    ich kann mich da Speedie und Roderich nur anschließen und
    ihre Worte befürworten. Das weißt du! Was ich dir aber noch sagen möchte,
    ich finde es toll dass du scheinbar neue Themengebiete anstrebst. Hagens Braut und jetzt das. Dafür will ich dir mein Lob aussprechen. Du bietest viele Facetten, dasa freut mich ungemein.

    Sei lieb gegrüßt,
    der Lukas
    WIEDER DA:

    http://www.gedichte.com/showthread.php?t=148330

    SO LANGE HER, HABE VERGESSEN WIE MAN DIE SIGNATUR MIT EINEM LINK BESTÜCKT DER AUCH EINEN TITEL TRÄGT

  8. #8
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    Culpa

    Liebe "neue" Eva,
    Luko hat recht, Deine Themenwahl hast Du erweitert und ein ewig trauriges Problem angesprochen. Roderich hat es gut zusammengefasst, im eigenen Umfeld helfend einzugreifen ist ein guter Ansatz.
    Mit der Armut ist es nie anders gewesen, heute bekommen wir nur mehr zu sehen, was aber weniger darüber aussagt, ob es denn früher besser gewesen ist. Einmal waren es Könige und Fürsten, die geknechtet haben, heute sind es Konzerne - aber immer war es die Gier nach Mehr und möglichst ins eigene Körbchen.
    Dein Gedicht zum Nachdenken darüber und vielleicht doch Ideen zur kleinen Hilfe zu bekommen, finde ich sehr gut.
    Lieben Gruß,
    Dana
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  9. #9
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    Hi meine liebe speedie-freundin!

    Ich danke dir und freu mich sehr, dass du mich verstehst.

    Hi Luko!

    Vielen Dank für dein Lob, das freut mich ehrlich. Eigentlich hab ich schon immer auch andere Themengebiete aufgegriffen, nur stehen die Werke nicht im Forum. Ich hab´s mal mit diesem hier probiert, obwohl es schon älter ist. Ich freu mich sehr, dass du auch an meinen anderen "Facetten" Gefallen findest.

    Hallo Dana!

    "Neue Eva" - oh, je ... .

    Vielen Dank für deine Zeilen. Schwestern sind sich wieder einmal einig, oder?

    Euch allen liebe Grüße
    Eva
    EvaAdams

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