1. #1
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    Wenn es schön ist, ist es schlimm, denn man
    muss vorsichtig sein, denn alles ist
    Porzellan.

    Wenn es vorbei ist, schön zu sein,
    ist es o.k., dass es schlimm ist, und nichts
    mehr ist schön, weil es o.k. ist, und das ist
    egal.

    Egal ist aber alles auf Anfang, und wenn
    schon, dann weht dich, warum nicht, was
    an, und du ahnst schon: es wird wieder schön
    werden, und es klopft und du machst das Herz
    auf, wir kaufen nichts: Und die Angst kommt
    rein und sagt:*geschenkt.




    PS: Sie.


    Das Lächeln auf ihrem Gesicht hatte sich verteidigt,
    und es war sofort wieder vollständig, als sie die Augen öffnete.
    „Hallo du“, sagte sie, und nach einer Weile:
    „Aber steh´ doch nicht extra auf“ – und: „Danke schön“,
    und sie drehte sich zur Wand.
    Zwei Minuten später lag sie wieder auf dem Rücken.
    So blieb sie längere Zeit völlig ruhig, still atmend.
    Dann atmete sie für zwanzig Sekunden nicht mehr.
    Dann plötzlich streckte sie ihr linkes Bein senkrecht nach oben.
    Eine Minute blieb sie so.
    Dann preßte sie eine kurze, leise Melodie hervor.
    Sie zog ihr rechtes Bein nach hinten;
    das war vom bis jetzt lautesten Geräusch begleitet.
    Ein Fahren und Ziehen über das Bettlaken,
    hier hat sie einige kühle Wellen gespürt.
    Jetzt drehte sie sich irgendwie im Ganzen und scheinbar auf
    Eis. Das Bettlaken wurde rechts unten aus dem Rahmen gezogen,
    eine erste wirkliche Unordentlichkeit. Sie hielt jedenfalls inne.
    Der rechte Fuß klopfte dreimal mit der Oberseite auf die Matraze,
    wie einem guten Freund zum Trost oder zur Bestätigung.
    Sie gähnte leise. „Ich bin ja sehr gut im Bett, eigentlich“, sagte sie.

    [Geändert durch ray am 09-05-2001 um 20:11]

  2. #2
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    sehr schön ray

    gut geschrieben wie immer
    thema hervorragen ungenau genau
    und zum ende hin, da fängts erst
    richtig an.

    du bist schon sehr gut im schreiben,
    eigentlich. eigentlich hätt ich gern
    den rest der geschichte noch dazu.

    gruß etc.

    e.

  3. #3
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    Hi ray, hi e.

    Ich finde, das endet schon ganz schlüss(l)ich. Ich meine – was könnte in einem Bett denn sonst noch spannenderes passieren?
    Ach jetzt fällt´s mir gerade ein. ja richtig. lesen latürnich.

    Ein Querverweis an lassie: faire gehandelt auch, Deine Kunst. Es ist schön, zwischen so vielen verwundeten auch eine verwandte Seele zu finden. Verkaufe Sie nicht!

    Yours two-ly,

    alan s.

  4. #4
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    HA lassie, LLO alan.

    Danke, dass Ihr von euerm Augenlicht etwas habt fallen lassen auf die Texte.

    Wie es weiter geht? Ich bin immer schon froh wenn ich weiß, wie etwas los geht. Bin halt ein Anfänger, immer und immer wieder. Auch ´ne Passion.

    Guter Gruß und hey

    sagt ray.



  5. #5
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    hi ray,
    dein Gedicht ist wirklich schön, aber direkt diskutieren kann man darüber nicht, oder?
    Ich will aber trotzdem einmal meine Eindrücke schildern: für mich besteht, zumindest der erste Teil bis zum PS, aus einer Art Gedankenbrei (entschuldige bitte den Ausdruck). Es ist nicht logisch, aber es ist auch nicht rein emotional, vielleicht liegt da ein Unterschied zu dem, was man üblicherweise mit "Gedicht" meint. Es ist ein Grundgefühl, in Worte und Ideen gegossen, ein gewisses Gefühl der Entrücktheit - und des Verstehens. Das ganze hat einen Rhythmus aus dem Ganzen heraus, aber die Verse erscheinen mir fast willkürlich. Ich würde sogar behaupten, man könnte die Verse auflösen und das ganze hintereinander schreiben ohne die Wirkung zu beeinträchtigen.
    Der zweite Teil hat für mich mit dem ersten aber eigentlich nichts direkt zu tun. Vielleicht ist das gewollt oder mir ist der Zusammenhang entgangen aber jedenfalls finde ich, du könntest den zweiten Teil verselbständigen, wert ist er es auf jeden Fall.
    Ok, soweit meine Gedanken. Ich hoffe, ich lese noch eine Menge schöner Gedichte von Dir.
    Ciao
    tschilp

  6. #6
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    Hallo ray,

    ich beziehe mich jetzt nur auf den ersten teil. inzwischen habe ich mehrere deiner gedichte hier im netz gelesen und mir gefiel sofort dein aus dem rahmen fallender schreibstil. das klingt anders als die üblichen reime.
    mir fehlt jedoch etwas koordination. selbst wenn du mit dem ende der geschichte anfängst, sollten doch diese in sich schlüssig sein. zu besseren verständnis des lesers.

    z.b. in strophe zwei, warum schreibst du da nicht:
    "...dass es schlimm ist
    nichts mehr ist schön, weil es nicht okay ist
    und das ist nicht egal"

    das ist logisch. dann ist eine aussage in deinem gedicht erkennbar.

    also, nichts für ungut.
    ich mag deine wortverkleidungen, aber noch schöner wäre es, zu erkennen, was du mit deinen worten verkleidest.

    grüsse,
    Die Wölfin

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