Thema: Kekse

  1. #1
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    Kekse

    Tja, dieses Gedicht gefällt mir persönlich sehr gut, weil ich dabei eine Kurzgeschichte umgeschrieben habe. Deshalb hakts auch hier und da mit der Metrik und die Reimform wechselt. Ich hab aber versucht, so etwas wie zwei Strophen draus zu machen, um die herum sich kleine Refrainartige Versstücke befinden. Wirkt trotzdem sehr ungeplant und die Sprache recht kindlich, zumal es das eine oder andere Wort gar nicht gibt (Ja, es heißt gehauen! xD Ich weiß).
    Aber immerhin hab ich es geschafft, zu reimen und trotzdem den Sinn und die Pointe der Geschichte aufrecht zu erhalten. Daher mag ich es so.


    Ich war am Bahnhof, im April,
    In Cambridge, wie's der Zufall will,
    Braucht ich die Bahn,
    Die noch nicht kam,
    Weil ichs mit Pünktlichkeit genauer nahm.

    Statt lang zu weilen, kauft ich drum:
    Kaffee, Kekse und ne Zeitung.
    Und setzte mich an einen Tisch -
    Ganz rücksichtsvoll und vorsichtig.
    Denn dort saß schon ein fremder Herr,
    Wie ich trank nen Kaffee auch er.

    Stellen Sie sichs bitte vor:
    Der Mann, die Kekse und Kaffee,
    Und eine Zeitung auch davor,
    Und mich, als Briten ohne Tee.

    Ich las die Zeitung, schrieb hinein,
    Was im Kreuzworträtsel fehlte
    Als sich der Mann herüber beugt,
    Sich nicht einmal vorstellte,
    Und stattdessen greift er kess
    Nach meiner Packung, die da liegt
    Und reißt sie auf, geradezu,
    Dass hier und dort ein Krümel fliegt,
    Und nimmt sich einfach einen Keks
    Ganz unverfrorn und ohne Reu!
    Ich denke "Was machst du denn da?
    Wart, wenn ich dir Maniern einbleu!"

    Und so tat ich, britisch schlechthin,
    Worin ich wohl am besten bin:
    Ich sagte nichts, griff selber zu
    Und aß nen Keks - so, nun war Ruh!

    Doch weit gefehlt! Er war so dreist
    Und nahm noch einen aus der Leist'
    Und steckte sich ihn in den Mund
    Na da ging's in mir aber rund!
    Was tut man, wenn wer Kekse klaut?
    Ach hätt ich ihn doch gleich gehaut!

    Wir sahn uns an, der Blick eiskalt,
    Der Krieg war prompt erklärt.
    Ich dachte "Na mal sehn wie lang
    Dein Mut heute noch währt!"
    Sagen konnte ich nichts mehr,
    Die Chance war schon vertan.
    Drum griff ich hin und sah dabei
    Den Mann verwegen an.
    So aßen wir, verbissen still,
    Währ'nd wir die Packung leerten.
    Vielleicht acht Kekse oder zehn,
    Die wir im Kampf verzehrten.

    Dann ging er, kein Keks war mehr da.
    Doch ich war Sieger, das war klar!
    Und so folgt' ich dem Ruf der Bahn,
    Indem ich meine Zeitung nahm.
    Und was erblickt' ich jetze?
    Meine Packung Kekse!

  2. #2
    Jona ist offline skurrile Multiplerose
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    Nein! So was geiles.
    Sorry, muss grad so unqualifiziert daherquatschen, weil ich ziemlich begeistert bin von dieser Geschichte.
    Das amüsanteste, was mir hier bis jetzt begegnet ist (bin allerdings noch nicht so lang hier).
    Allein die Zeile "Was tut man, wenn wer Kekse klaut?" ist einfach göttlich.
    Und die Strophe:
    "So aßen wir, verbissen still,
    Währ'nd wir die Packung leerten.
    Vielleicht acht Kekse oder zehn,
    Die wir im Kampf verzehrten."
    ebenfalls.

    Also, die Geschichte gibt so viel her, dass man das Gedicht an einigen Stellen unbedingt verbessern sollte, damit es mehr wirkt.
    Es schreit geradezu nach Heinz-Erhardt-Paarreim-Stil, das war schon gut.
    Mehr saubere Reime und eine einheitliche Strophengliederung muss hier unbedingt sein!
    Ich würde fast die Bastelecke vorschlagen, um diesen Rohdiamant (oh, große Worte, aber mangels Alternativen nicht anders auszudrücken) zu schleifen.

    Es ist unglaublich kurzweilig, das zu lesen. Kann aber noch hübscher werden, wenn du deine Umsetzung rein formal verfeinerst. Und hübsch sollte es werden, denn das Thema verlangt es geradezu!

    Begeistert,
    Jona
    Morgenspaziergang von Falcon
    Septemberabend von ferdi
    Haikus are easy
    But sometimes they don´t make sense.
    Refrigerator.

    ~neues Gedicht~: Vergebung
    ~neue Kurzgeschichte~: Maximum Size Golden Universe

  3. #3
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    Hallo Jona!
    Dankeschön für das positive Feedback! Du motivierst mich ja richtig dazu - ich glaub ich setz mich die nächste Zeit noch ein paar Mal dran und versuche mich daran, dass Gedicht zu verbessern. Allerdings werd ich das auf mich allein gestellt versuchen... mehr oder weniger. Vielleicht noch mit Hilfe aus diesem Thread hier?
    Denn ich bin so ein typischer Darauf-will-ich-stolz-sein-Mensch XD Aber vielen Dank für dein Comment, Jona, denn ohne das wär ich bestimmt nicht auf den Gedanken gekommen, nochmal dran zu feilen.
    Mit Süßen Grüßen
    Möhrchen

  4. #4
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    Hallo Möhrchen,
    kennst du "Spaghetti für zwei", von Federica de Cesco?
    das ist haargenau das gleiche in grün......... oh, ich mussste lächeln, als ich den anfang las und schon wusste was unten raus kommt.
    Da geht es um einen jungen, der in der cafeteria essen geht, seine suppe auf einen platz stellt, nur nochmal kurz Besteck oder so holen geht, dann kommt er wieder und da sitzt doch tatsächlich jemand und isst seine suppe (denkt er) und dann passiert es auch, dass sie zusammen essen und na ja, das ende dürfte dann wohl bekannt sein. Und das ist dem jungen nat. sehr peinlich und dann lädt er den mann auf eine portion spaghetti ein, die sie auch zusammen essen.

    Ja, ich würde die reime wirklich nochmal überarbeiten, ansonsten wirkt es nat. super, wenn man nich schon bescheid weiß.
    Wenn du die idee sozusagen nicht gklaut hast, sondern selbst drauf gekommen bist, nicht schlecht.

    lg
    pale
    "Denn ich bin ein Mensch gewesen, und das heißt: ein Kämpfer sein."
    -Johann Wolfgang von Goethe-


    Neues von meiner Wenigkeit:


    ~Unberührt~

  5. #5
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    Wow, ich musste total loslachen...

    Die geschichte ist klasse und verlangt gerade danach verbessert zu werden *g*
    Leider fällt mir momentan keine Verbesserungsvorschläge ein...aber naja, du schaffst das schon +g*

    biba Belica

  6. #6
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    Hallo ihr zwei. ^^
    Nein, die Geschichte ist leider nicht von mir, allerdings wirklich passiert. Es hat mich einfach zu sehr in den Fingern gejuckt, als dass ich sie nicht hätte umschreiben können.
    Bin auch schon ganz eifrig dabei, die Verse zu verbessern und vor allem mehr System reinzubringen, also die Versform anzugleichen.

  7. #7
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    Hihi.. nein wie toll... iCH FINDS KLASSE:::
    großes lob, von mir
    Ich sehe ein Mädchen.
    Sie ist blass und hat das Funkeln aus ihren Augen verloren.
    Auf einmal läuft ihr eine Träne über die Wange.
    Ich will sie trösten und streckte meine Hand nach ihr aus.
    Doch das Einzige was ich berühre,
    Ist der eiskalte Spiegel...

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