1. #1
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    Lightbulb versmaß bei Mörike?

    Hallo an alle.
    Könnte mir vielleicht jemand sagen in welchem versmaß das Mörikes "Verborgenheit" geschrieben wurde?
    ich muss bis Dienstag eine Interpretation abgeben und das ist eine Punkt, an dem ich mir noch nicht so sicher bin.
    hier ist das Gedicht:

    Eduard Mörike
    Verborgenheit

    Laß, o Welt, o laß mich sein!
    Locket nicht mit Liebesgaben,
    Laßt dies Herz alleine haben
    Seine Wonne, seine Pein!

    Was ich traure weiß ich nicht,
    Es ist ein unbekanntes Wehe;
    Immerdar durch Tränen sehe
    Ich der Sonne liebes Licht.

    Oft bin ich mir kaum bewusst,
    Und die helle Freude zücket
    Durch die Schwere, so mich drücket
    Wonniglich in meiner Brust.

    Laß, o Welt, o laß mich sein!
    Locket nicht mit Liebesgaben,
    Laßt dies Herz alleine haben
    Seine Wonne, seine Pein!

    Das eäre super lieb, danke schon im vorraus

  2. #2
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    Hallo,

    Alles vierhebige Trochäen, wobei jeweils V1undV4 harte und V2 und V3 weiche Kadenzen aufweisen.

    Aus dem Rahmen fällt einzig Strophe 2 Vers 2, da er auftaktig beginnt (meinetwegen Jambus, wenn du willst).

    Das wäre ne Schnittstelle, um bei einer Interpretation/Analyse einzusteigen - man könnte sich fragen, ob der formale Bruch intendiert war, oder ob Mörike einfach die schwebende Betonung am Versanfang locker in Kauf nahm.

  3. #3
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    Hallöchen allerseits,
    nun muss ich etwas über dieses gedicht machen bis morgen und hoffe, ihr helft mir.
    Um deiner Aufforderung nachzukommen, ferdi, hier meine eigenen Ideen:
    S1: Das LI fordert die Welt auf, es in Ruhe zu lassen, keine weiteren Liebesangebote aufkommen zu lassen, hm das Herz soll aleine Wonne bzw. Pein haben, vllt. soll das Herz nicht verführt werden, sondern selbst entscheiden? Komisch finde ich, dass zuerst eine Einzelperson angesprochen wird, dann aber mehrere.
    S2: Das LI ist sich nicht sicher, woher seine Traurigkeit kommt, selbst die Sonne wird durch einen Tränenschleier gesehen, d.h. selbst etwas Helles/Reines wird hm undeutlich, vllt Hoffnungslosigkeit?
    S3: Hier bin ich verwirrt. Es könnte sein, dass das LI zwar Freude verspürt, diese aber aufgrund seiner Probleme nicht wahrnimmt ODER es nimmt die Freude erstaunlicherweise trotzdem wahr...
    S4: =S1: Wdh. als hm Bekräftigung, Fazit. Könnte es sein, dass das LI trotz starken Nachdenkens soweit ist wie am Anfang oder wäre das überinterpretiert?

    Hoffentlich könnt ihr mir helfen oder, sollten meine Gedanken nicht so abwegig sein, mir noch weitere Denkanstöße liefern. Danke im Voraus!
    lg Lini
    Schnee glitzert nur, wenn man langsam genug geht...

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