1. #1
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    Amelie und Nemilia

    Krank lag sie in ihrem Bett. Das Fieber war die letzten Tage immer stärker geworden, obwohl der Arzt gemeint hatte, es werde sinken.

    Sehr viel konnte die kleine Amelie nicht machen. Ihre Eltern waren sehr arm und so konnten sie sich nicht einmal einen Fernseher leisten. Etwas zu lesen strengte sie schon nach kurzer Zeit sehr an. Außerdem hatte sie es sowieso erst vor kurzem Lesen gelernt. Ein kleines Radio stand in ihrem Zimmer, aber auch das war nicht sehr oft an, denn sie konnte es einfach nicht ertragen, nicht zu ihren Lieblingsliedern tanzen zu können.

    Meistens schaute sie aus dem Fenster in den Himmel. Aus den Wölkchen entstanden in ihrem Kopf immer die schönsten Phantasiewesen. Wenn es regnete, dachte sie sich immer, dass die Tropfen, die gegen ihr Fenster schlugen, liebe Grüße von ihren Freunden waren, die Amelie nicht besuchen kommen durften. Und in der Nacht, wenn Tausende von Sternen am Firmament aufleuchteten, wünschte sie sich nichts sehnlicher, als auf einen von ihnen Platz zu nehmen und hinunter zu blicken um die Lichter der Welt zu sehen.
    Gleichzeitig dachte sie sich, dass es doch möglich wäre, dass die vielen Sterne da oben eigentlich auch Lichter einer ganz anderen Welt sind. Jeder einzelne Stern ein Licht aus einem Häuschen. Und das es doch sein könnte, dass die Bewohner dieser Welt dachten, dass unsere Lichter Sterne sind. Irgendwann, so war sie sich sicher, würde sie es herausfinden.

    Die Zeit verging und um Amelie stand es nicht gut. Jeden Tag aufs Neue träumte sie sich weg, weit weg und erlebte dort die schönsten Abendteuer. Einmal, da saß sie auf einem wunderschönem, großen Drachen, der aus vielen Wölkchen zusammengesetzt war, und flog mit ihm durch die Luft, über die Dächer dre Stadt. Er hatte kein Feuer gespuckt, sondern es waren dann Sonnenstrahlen, die durch sein Wolkenmaul durchdrangen.

    Eines Tages sprach der Arzt mit den Eltern und musste ihnen berichten, dass Amelie wohl sehr bald sterben würde. Er hätte schon alles mögliche versucht, aber für die weiteren Mittel fehlte nun mal das Geld. Es bliebe ihnen überlassen, ob sie es der Tochter mitteilen wollten, aber egal, was sie auch unternehmen sollten, Amelie sollte in ihrem letzten Lebensabschnitt nicht viel von der Trauer der Eltern, sondern nur noch die Liebe von ihnen mitkriegen.

    Nachts darauf, als Amelie mal wieder nicht schlafen konnte und in den Himmel blickte, sah sie etwas funkeln. Zuerst dachte sie natürlich an einen Stern, aber nach und nach wurde dieses Funkeln immer größer und es schien, als ob es auch immer näher kam. Und ja, tatsächlich: es war eine kleine Fee, deren Flügel bei jedem Schlag Feenstaub verstreute und der dann so schön glitzerte.
    Sie betrat Amelies Zimmer und setzte sich zu ihr ans Bett. Wenn sie ein Mensch gewesen wäre, hätte sie wohl das gleiche Alter wie Amelie gehabt. Das kleine Mädchen im Bett traute ihren Augen nicht und sie wagte es auch nicht, irgendetwas zu sagen.

    „Hallo Amelie, ich bin Nemilia.“ sagte die Fee plötzlich.
    „Woher kennst du denn meinen Namen?“ flüsterte Amelie ganz leise, um ihre Eltern nicht zu wecken.
    „Ich habe dich von oben beobachtet, Amelie. Und ich habe immer deinen Geschichten zugehört, die du dir ausgedacht hast. Die fand ich immer wunderschön und deswegen bin ich jetzt hier runtergeflogen, um dich zu fragen, ob du meine Freundin werden willst?“
    Amelie nickte. Befreundet mit einer Fee? Das war ein wundervoller Gedanke.
    „Komm, dann fliegen wir jetzt gemeinsam rauf zu den Sternen und dort werden wir zusammen mit den anderen tanzen und bei Regen werden wir uns in einen Tropfen setzen und eine lustige Rutschfahrt nach unten machen und dann machen wir es uns auf einer schönen Wattewolke gemütlich und da kannst du mir deine Geschichten erzählen!“
    Nemilia griff nach der Hand von Amelie und das kleine Mädchen konnte es gar nicht glauben, als sie plötzlich auch so schöne Flügel auf dem Rücken hatte wie ihre Freundin.
    Und Beide lachten sie und flogen um die Wette zu den Sternen.
    Und wirklich: da oben hatten sie ihre ganz eigene Welt. Alle liefen lachend umher, tanzten und hatten Spaß. Amelie wurde freudig begrüßt und wurde auch gleich gebeten, eine von ihren Geschichten zu erzählen. Nemilia hatte ihnen schon erzählt, welch große Phantasien in Amelies Kopf herumschwirrten. Und das kleine Mädchen tat ihnen gerne diesen Gefallen.
    Einer von den Sternen war so besgeistert von der Geschichte gewesen, dass er gleich riesengroße Luftsprünge machte und dabei herrlichen Glitzerstaub versprühte. Auf der Erde sah das sicher wie eine Sternschnuppe aus, dachte sich Amelie.
    Und sie erinnerte sich daran, dass sie noch etwas herausfinden wollte. Die blickte zu Erde und sah, dass die Lichter tatsächlich wie Sterne aussahen. Es stimmte also doch.

    Als die Eltern am nächsten Morgen ihre verstorbene Tochter im Bett vorfanden waren sie sehr traurig, aber sicher, dass sie glücklich war, wo auch immer sie jetzt war. Ein Lächeln ruhte auf ihrem Gesicht und wenn man genau hinsah konnte man auch noch Feenstaub entdecken.


    Hm, am Sonntag war mir ziemlich langweilig gewesen und dann ist die so entstanden. Ich will sie noch verändern, aber grad bin ich ein wenig faul *g*.

    Liebe Grüße und schönen Tag noch!
    violett


    [Geändert durch violett am 02-08-2002 um 14:28]

  2. #2
    Niquita Guest
    Liebe Marina,

    an einem Tag, an dem ich ziemlich schlechte Laune habe (Montag eben...) zaubert mir diese Geschichte ein Lächeln ins Gesicht. War da die Fee im Spiel?

    Ich würde die Geschichte vielleicht noch etwas ausführlicher erzählen. Ich denke, da steckt noch ein bisschen was drin.

    Liebe Grüsse
    Nicole

  3. #3
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    Dankeschön für deinen Kommentar! Freut mich, dass dich die Geschichte zum Lächeln gebracht hat
    Ja, ich will die Geschichte selbst noch ein bißchen erweitern, aber grade fehlen mir eben noch die Ideen. Tja, vielleicht kommt's ja noch

    Liebe Grüße, Marina


  4. #4
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    okay, jetzt hab ich noch was dazugeschrieben. Außerdem noch paar Absätze rein.

    liebe Grüße, Marina
    Alles geht den Bach runter.
    Aber immerhin das läuft ziemlich gut!

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