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  1. #16
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    Sorry, ich schon wieder, das mag bestimmt ätzend sein *beschämt grins*
    aber ich habe schon wieder fragen.

    1.Was sind denn jetzt wieder schwere und leichte Reime?
    2.Wie bringt man denn das Metrum in Einklang mit dem Inhalt?

    Gruß Orpheus

  2. #17
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    Na dann versuch ich mal dir da weiterzuhelfen.

    1. leichte Reime sind Reime bei denen sich nur ein, zwei Buchstaben ändern, z.b. Triebe-Liebe. Ein leichter Reim sollte möglichst ein starkes Gerüst um sich herum haben. Sprich die restliche Strophe sollte wirklich gut sein, perfekte Metrik, ein stimmungsvolles und neues Bild beim Leser hervorrufen. Dann kann auch gerne ein leichter Reim verwendet werden.
    Ein schwerer Reim wäre zum Beispiel: Klarinetten-Hügelketten, hier hast du zum einen einen langen gleichklang bei beiden Reimen: etten, zum anderen änderst du viel bei den Worten.

    2. Das kann man pauschal eher schwer sagen. Ich versuchs mal trotzdem. Der Inhalt fließt ruhig, soll Harmonie ausstrahlen. Nun, dann wäre ein Trochäus oder Jambus nicht verkehrt, der durchgehalten wird. Der wechselt schön betonte und unbetonte Silben ab, klingt gleichmäßig.
    Aber auch traurige, fließende Gedichte können dieses Metrum verwenden. Wenn du aber einen Inhalt hast der bricht, sprich von Fröhlich in Traurig, dann kannst du zum Beispiel erst einen Jambus verwenden und danach einen Daktylus, der Sprachfluß ändert sich, die Metrik unterstütz somit den inhaltlichen Bruch.
    Aber so ganz pauschal kann man das leider nicht sagen, nur soviel: Hast du ein festes Metrum, so ist dieses eigentlich nie verkehrt, wenn du es durchhälst. Mit der Zeit merkst du dann selber, ob es angebracht ist irgendwann das Metrum zu wechseln. Oder ob es schlauer ist mit einer Betonung den Vers beenden zu lassen oder nicht.
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

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  3. #18
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    Vielen Dank Ensimismado Es ist mir jetzt schon mal um einige Ecken klarer (Dank deiner Umfangreichen Antwort).
    Könntest du mir zum Vergleichen noch ein paar Gedichte empfehlen wo das Metrum recht gut gelungen ist? Dann hätte ich gleich was zum Üben und weiter lernen.

    freundlichen gruß Orpheus

  4. #19
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    Alle von mir. Nein eher nicht... Könnte dir zum einen eigentlich so gut wie jedes Gedicht von crux empfehlen, der hält glaub ich sogar beim normalen Antworten das Metrum. Sonst sind die Empfehlungen, welche oben im Wohnzimmer angepinnt sind sicherlich ideal um sich durch gute Werke zu arbeiten. Gibt da zwar auch gedichte die sehr gut sind und kein Metrum haben, aber das merkt man wohl. Wenn nicht, schreib mir ne PN, dann helf ich gerne weiter.

    Gruß,
    Flo
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  5. #20
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    Nur mal interessehalber ne Umfrage:

    in wie weit lasst ihr den Inhalt zurück stecken um das metrum zu verbessern.
    oder lasst ihr eher das Metrum zurückstecken?

  6. #21
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    zunächst erst mal vielen dank für eure Mühe

    Nur noch mal so ne kleine Umfrage:

    1. Würdet ihr eher den Inhalt kürzer kommen lassen oder das Metrum?
    2. Wie geht ihr mit dem Metrum um? Wie bringt ihr es in den Text?
    3. Wie lange braucht ihr denn so für eure Gedichte mit gutem Metrum?

    gruß Orpheus

    sorry dass das jetzt zwei mal drin steht. Aber mein PC hatte gerade nen Problem gemeldet ghabt und da war das eine als gelöscht angezeigt.
    Geändert von Orpheus06 (24.08.2006 um 15:54 Uhr)

  7. #22
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    Zu 1. und 2. hat ferdi eigentlich alles gesagt, zum 3. Tja, das kann Tage und Wochen dauern, kann aber auch mal ganz schnell gehen, kommt drauf an ob ich grad nen genialen Gedanken habe und ich den auch leicht umsetzen kann, oder ob es nicht auf Anhieb so passt wie ich will, dann kanns sehr lange dauern. Aber Geduld zahlt sich aus.
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  8. #23
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    Hallo,

    Zitat:
    Gedichte ohne feste Metrik sind verdammt schwer gut zu schreiben.

    1.Könnt ihr mir sagen wie man Gedichte ohne Metrum schreiben sollte?
    2.worauf muss man denn da wieder achten?
    3.Was gibt es neben Trochäus, Anapäst, Jambus und Daktylus denn noch für Metrikarten?

    lg Orpheus
    Geändert von Orpheus06 (26.08.2006 um 08:53 Uhr)

  9. #24
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    Hallo ihr alle

    Ich misch mich doch noch einmal ein, vor allem, weil Orpheus so gierig nachfragt.
    Als erstes etwas an ferdi: Trochäus und Jambus betonst du als Wort zwar so wie du es auf der seite 1 vorgeschlagen hast, als Versfuss aber gerade umgekehrt: xX ist Jambus, Xx ist Trochäus.
    Spielt aber keine sooo grosse Rolle.
    Vielleicht noch, wie ich zu meinem Metrum finde: Meist habe ich eine Schlüsselzeile, einen Anfangssatz (ob er dann oben im Gedicht steht, ist nicht so wichtig), der mir dann das Metrum vorgibt. Ich überlege also fast nie: Jetzt schreibe ich ein Gedicht im Daktylus. Das empfinde ich als etwas 'gemurkst'.

    Zum freien Vers.
    Was ihn so schwierig macht, ist, dass man dabei Gefahr läuft, die Lyrizität zu verlieren. Du schreibst dann einfach 'prosa mit Zeilenumbrüchen'. Damit ein Vers libre gelingt, ist es wichtig, mit anderen sprachlichen Mitteln zu arbeiten, zum Beispiel mit Alliterationen (gleiche Buchstaben an den Wortanfängen), mit Wortwiederholungen, leichten Variationen, gleichbleibenden Satzstrukturen (Lies dazu vielleicht folgende threads: http://www.gedichte.com/showthread.php?t=56907, http://www.gedichte.com/showthread.php?t=59429)
    Daher sind die Anforderungen höher, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint...

    LG
    yarasa
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

    Eine Art Grundsatzpapier zu meinen Kritiken
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    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  10. #25
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    @Yarasa: Vielen Dank dass du dich doch noch ,,eingemischt'' hast und für deine Erklärung .

    @ferdi: Ja hast recht ich meinte andere Metrumarten. Da sieht man mal wies einer Laie geht.


    Nur wie betont man jetzt diese Worte wie Jonikus Bracheus Choriamb und Spondeus?

    fg Orpheus

  11. #26
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    Vergiss diese Verfüsse - das Griechisch ist ganz anders aufgebaut, die abfolge der 'Betonungen' richtet sich nach der längen der Silben, und nicht nach der Hebung und Senkung der Stimmführung.
    Es ist im deutschen nicht möglich, zwei aufeinanderfolgende Silben ohne Zäsur zu betonen - Spondeus ist somit hinfällig.
    Schon der Anapäst ist fast nicht mehr zu bewältigen: Hier ein wenig eigenwerbung *grins* Zodiak V (Leo) . Der steht als reiner Anapäst und wirkt ziemlich künstlich...

    LG
    yarasa
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    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

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  12. #27
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    Danke...aber..... einmal bitte noch

    Einmal aber möchte ich doch noch fragen:

    Ich habe nämlich ein Gedicht geschrieben, welches ein eigenwilliges Metrum in der letzten Strophe auf zu weißen hat.
    Oder kann man dieses Metrum einfach so lassen?

    ...
    und sich noch eigenwilliger schwingen
    ...

    xxXXxxxxXx

    Ist das so richtig analysiert von der Metrik her?
    wie könnte man den text denn noch flüssiger machen?

  13. #28
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    Hi Ferdi,

    das Gedicht war (und ist es jetzt auch) noch nicht fertig.
    Das ist alles von dem ,,Gedicht'':

    Beginnt das Metrum auch noch unruhiger zu klingen
    und sich noch eigenwilliger zu schwingen
    .......

    Das war eigentlich nur so nen Versuch mal das Metrum anzuwenden aber der ist wohl misslungen.
    Aber Dank eurer Hilfe kann ich ja nun den Kampf gegen das Metrum neu aufnehmen

    lg Orpheus

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