1. #1
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    Der Makel der Rose

    Du ragst in deiner makellosen Würde
    Aus einem Ozean von blassen Blüten
    Und trägst mit eitlem Stolz die süße Bürde,
    Die frische Schönheit jungen Seins zu hüten.

    Das Liebliche weckt Triebe der Begierde,
    Die Sammler greifen grob nach deinem Stiel.
    Die Dornen trägst du nicht allein zur Zierde,
    Auf Liebe wartend duldest du das Spiel.

    Die zarten Hände unterdessen wählen
    Die hübschen Blumen, die sich bei dir schämen.
    Sie sehen deine Stacheln Sammler quälen
    Und ihren Mut, nach dir zu Streben, lähmen.

    Die Dornen sind schon stumpf vom rohen Zupfen,
    Erloschen ihre widerspenst'ge Glut.
    Du gibst dich hin, ein letztes rohes Rupfen;
    Er pflückt dich und empfängt dein Blut.
    Geändert von konn0r (26.09.2006 um 21:19 Uhr)
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    Der Makel der Rose

  2. #2
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    obwohl es nicht flüssig zulesen ist,
    gefällt mir deine Wortwahl sehr gut.
    Solch methaphorische Vielseitigkeit
    und dies zum Ausdruck zubringen, erfordert
    viel Sprachgewandheit.

    Es gefällt mir auch wenn es nicht ganz flüssig von der hand geht!

  3. #3
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    Hallo konnOr,

    die kleinen Holperer (es kommt auch darauf an, WIE man es betont, gelle )
    stören mich überhaupt nicht.

    Ja, ein wenig mehr Bescheidenheit würde der Welt guttun.
    Und manchmal muß man aufgeben - weil die Kraft zu Ende geht......

    Ich habe dein Werk mit wachsender Begeisterung gelesen, danke.

    Mit Gruß,
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

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  4. #4
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    Du ragst in deiner makellosen Würde
    Aus einem Ozean von blassen Blüten
    Und trägst mit eitlem Stolz die süße Bürde,
    Die frische Schönheit jungen Seins zu hüten.

    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXx

    Das Liebliche weckt Triebe der Begierde,
    Die Sammler greifen grob nach deinem Stiel.
    Die Dornen trägst du nicht allein zur Zierde,
    Auf Liebe wartend duldest du das Spiel.

    xXxXxXxXxXx (hm, hier ist das ganze ein wenig schwammig und aufgezwungen)
    xXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX

    Die zarten Hände unterdessen wählen
    Die hübschen Blumen, die sich bei dir schämen.
    Sie sehen deine Stacheln Sammler quälen
    Und ihren Mut nach dir zu Streben lähmen.

    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXx

    Die Dornen sind schon stumpf vom rohen Zupfen,
    Erloschen ihre widerspenst'ge Glut.
    Du gibst dich hin, ein letztes rohes Rupfen;
    Er pflückt dich und empfängt dein Blut.

    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxX

    Hm, bis auf die erste Zeile des zweiten Verses lässt es sich sehr flüssig lesen, und selbst die ist mit etwas gutem Willen okay. sauberer wäre beispielsweise "gar lieblich weckst du Triebe der Begierde". ansonstengefällt mir dein Gedicht sehr gut. näheres vielleicht später, wenn ich wach bin.
    demon_wolf: "Venya, wenn du ein Schiff wärest, wärst du die Titanic."

    Klick mich!

  5. #5
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    es ist flüssig.
    und es gefällt mir sehr gut.
    nur mit der letzte zeile weiss ich nicht so ganz was anzufangen. also inhaltlich schon, aber das mit dem blut? du könntest de armen pflanze zuliebe den spiess doch noch umdrehen, trotz mattigkeit und stumfen dornen:

    Er pflückt dich; du empfängt sein Blut.

    ein gelungenes stückchen stimmung!
    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  6. #6
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    Hallo
    Zuerst einmal möchte ich allen für ihre Kritik danken und mich für das ausgelutschte Bild der Rose entschuldigen . Die Hinweise auf einen ruckelnden Lesefluss habe ich zur Kenntnis genommen und mir das Werk nochmal durchgelesen. Ich denke, man kommt schon flüssig durch, wenn man nicht allzu streng liest .

    @lepi
    Die letzte Zeile macht vielleicht ihren Sinn, wenn man sich das Bild der "gepflückten Blüte" nochmal durch den Kopf gehen lässt.

    Es gibt übrigens eine sehr schöne Buchstelle aus einem Buch von Michel Houellebecq (Elementarteilchen), die mich (neben einem schönen Mädchen) zu diesem Gedicht inspiriert hat (Scheiße, klingt das hochtrabend ). Wer interesse daran hat, möge sich per PN bei mir melden oder ich poste sie direkt hier rein, habe sie nämlich extra abgeschrieben.
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  7. #7
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    Danke für die Kritik, ich kann deinen Standpunkt nachvollziehen, auch wenn ich ihn nicht teile. Dafür, dass ich die oft benutzte Blumenanalogie aufgreife, habe ich mich hier im Faden sogar schon entschuldigt und habe selber lange überlegt, ob ich darauf wirklich zurückgreifen soll. Da sie mir aber als geeignet erschien habe ich sie verwendet und in einen neuen Zusammenhang gesetzt. Dass du mir fehlendes Kunstverständnis vorwirfst, sieht dir ähnlich, immerhin gehst du mit keinem Wort auf die sich entwickelnde Phonetik ein und scheinst einen breiten Wortschatz als unzeitgemäß anzusehen. Um dazu wieder eine der dir so verhassten Metaphern aufzugreifen: Ich singe lieber über 5 Oktaven statt über 1, wie du das wohl lieber tust. Ob das nun zeitgemäß ist oder nicht, ist mir eigentlich ziemlich wurscht, ich ziehe mich auch unmodisch an und höre unmodische Musik, weil ich auf Trends scheiße.
    Ich danke dir trotzdem für deine Kritik, auch wenn du dich hauptsächlich darauf beschränkt hast, Verse in Caps-Lock zu wiederholen und mit 3-4 Ausrufezeichen zu versehen. Aber offensichtlich ist dein Verständnis einer Stilkritik auch zu modern für mich
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  8. #8
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    Hallo konnOr!

    Dein Werk hier ist sehr gelungen und hat mir ausgezeichnet gefallen!

    Meine Interpretation...die Rose stellt ein unberuehrtes Maedchen dar, welches
    stolz ist auf ihre Jungfrauelichkeit und auf die grosse Liebe warten will, um sie zu verschenken.

    Der 'Ozean aus blassen Blueten' stellt die Vielzahl junger Maedchen dar, die ihre Unschuld eher locker, spielerisch und ganz bewusst vergeben, da es ja schon seit langer Zeit unmodern ist, diese fuer die 'grosse Liebe' zu bewahren.

    Dass die 'Sammler', die Bewunderer oder Verehrer, dann den leichteren Weg gehen und sich anderen 'huebschen Blumen' zuwenden, loest eine Sinneswandlung aus.
    Die Jungfrau gibt sich hin...es ist nicht zu erkennen, ob es nun die wahre Liebe ist, die Illusion derer, oder aber Resignation...

    Der letzte Satz: 'er pflueckt dich und empfaengt dein Blut' ist mM nach der wichtigste Hinweis auf die Idee, die hinter Deinem Werk steckt.

    Dass das Gedicht mit starken Metaphern reich bestueckt ist, finde ich auesserst angebracht, da es ja schliesslich um etwas Einmaliges im Leben einer Frau geht.

    Nochmals, ein grosses Lob fuer dieses starke Werk!

    Kleine Kritik....S3Z4...'Und ihren Mut, nach dir zu streben, laehmen'...
    Da gehoeren mM die zwei Kommas rein und das Wort 'streben' kleingeschrieben.

    Gern gelesen und kommentiert!

    Mfg
    Lailany
    Geändert von Lailany (26.09.2006 um 16:34 Uhr)

  9. #9
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    @Lailany. Danke für deine Kritik. Mit deinem Hinweis auf die Interpunktion hast du natürlich recht, ich werde das umgehend ändern.

    @Lord. Dann haben wir wohl den wesentlichen Unterschied zwischen uns herausgestellt. Offensichtlich bist du einfach nicht musikalisch
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    Der Makel der Rose

  10. #10
    IngoRaup ist offline und immer schön in Bewegung bleiben >>>
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    Feines Gedicht. Künstlerisch gut verarbeitet!

    Ein wenig SM steckt aber doch drin.

    Dann mal Grüße nach München und ich hab' bei Deinem Gedicht nicht viel auszusetzen. Also: "tvelw Points go to Bayern"


    Liebe Grüße von Ingo
    Geändert von IngoRaup (16.05.2011 um 14:10 Uhr)
    Mein Buch: "Anna & Teresa und die Augen der Katze"
    ist bei Amazon erschienen.

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