I. Der Zeiger

Du läufst die längste Strecke der Welt,
Kommst nie an - findest kein Ende;
Kein Ziel, das dich just davon abhält
Umzukehren - das spricht wohl Bände

Bände ließt man auch in eine Richtung nur,
Denn rückwärts ergibt sich nie ein Sinn;
Und es gäbe weder Wald, noch gäb' es Flur,
Deshalb kennst du nur den einen Ring.

Es ist der Ring, den du I bis XII ziehst,
Wenn du dabei in die richtige Richtung tickst,
und man dann die richtigen Zahlen liest,
Weshalb du uns somit pünktlich zum Treffpunkt schickst.


II. Die Zeit

Viele sagen, dass du überall gleich schnell bist,
aber die Masse ist dein Gaspedal,
Uns Menschen spielt sie eine momentane List
und übt dazu Gefühle optional

Wir Menschen aber nutzen deine Eigenschaft,
um uns im Sport gegenseitig zu Vergleichen
schaffen wir Rekorde durch die geballte Kraft;
Durch Termine wird sie uns bald nicht mehr reichen

Wir Menschen haben sie ganz genau geteilt:
Sehr kurze bis ewig lange Abschnitte.
Unvorstellbar von der gleichen ereilt
erleben wir davon gar nur die Mitte.

Sei ein Abschnitt akut gedehnt oder gestaucht,
Erfassen kann ihn nur die neueste Technologie
Und Vorstellungskraft, die man für so etwas braucht,
Denn dann versteht man wohl die Urknalltheorie ...

... Nochmal: endloslange Strecke, vorwärts,
Niemals rückwärts und niemals stehen bleiben.
Das sagt das Gesetz, ist wahr und kein Scherz.
So sollte die Zeit Schwarze Löcher meiden


III. Die Vergangenheit

Konfrontiert werden wir stets mit ihr,
Obwohl sie nicht real ist, sondern reel.
Bedenkt, Schuld d'ran tragen alle wir!
Waren wir gutmütig, so vergeht sie schnell.

Es ist der Lauf der Zeit, der mit sich bringt,
Was die Gegenwart Wohl oder Übel ausmacht,
Es ist nicht, was man heutzutage singt,
Denn all das, was jetzt ist, ist doch schon längst vollbracht.

"Was geschehen ist, ist geschehen und vorbei."
Ist zwar physikalisch vollkommen richtig,
Doch kommt das menschliche Gedächtnis noch herbei,
So wird dieser Spruch viel zu schnell doch nichtig.

Somit ist man schnell erleuchtet zu sagen:
"Die Vergangenheit holt mich wohl doch noch ein,
Denn deren Konsequenzen muss ich tragen."
Schleicht sich da vielleicht nicht doch ein Fehler rein?

"Wer einmal lügt, den glaubt man nicht",
Ist wohl jedem bekannt. Doch was, wenn dieser jemand
Fortan nur noch die Wahrheit spricht,
Weil er nun Vernunft besitzt? Sein Leben ist verbannt.

Grobe Fehler macht' ich noch gestern,
Ich will euch zeigen, dass man daraus lernen kann,
Euch will ich's zeigen, euch hab ich gern!
Die Zeit scheint reif zu sein, zwar jetzt noch nicht, doch wann?


IV. Die Gegenwart

Hier handelt es sich um die Realität,
Nicht das, was war, sondern das, was daraus geworden ist,
Ist das, was in diesem Moment rasch vergeht.
Man schmeckt auch nur da, was man gerade isst.

"Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen"
Heißt nichts anderes als: "Jeder ist seines Glückes eig'ner Schmied",
Wer faul, unmündig ist, vertreibt auf keinen Fall seine Sorgen,
So hört nur zu: "Nicht der gemütlichste Weg führt zum Glückeslied!"

Wer das kennt, der steckt tief in der Gegenwart,
Wer sich daran hält, der lebt für die Zukunft,
So zu leben ist nicht einfach, sondern hart,
Aber man erfährt sein Leben durch Vernunft.

Ist das erkannt, so hat man die Realität erfasst
Und sollte dies auch nutzen, denn es bildet die künftige Form,
Die sonst noch durch die Unmündigkeit dickköpfig erblasst
Und man verkennt dann noch obendrein jegliche wesentliche Norm


V. Die Zukunft

Das was noch nicht ist, ist unbekannt
Wird wohl niemad richtig kennen
Das was kommt ist ja so allerhand
und kann gar nicht alles nennen

Was vergangen ist, wird mir etwas nützen,
Um Jetziges zu gebrauchen,
Werd ich mein Leben damit fortan schützen,
Um niemals doch abzutauchen ...