Thema: Endlich

  1. #1
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    Apr 2001
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    105
    Leben,
    endlich Leben.
    Stimmen, haben's mir gegeben.
    Sie liessen Liebe und Hoffnung in mir keimen.
    Durch sie muss ich mich nicht mehr in den Schlafe weinen.

    Endlich leben,
    werd's nie aufgeben.
    werde suchen,
    suchen nach meinem Garten Eden.

    Ich ihn etwa heut schon fand?
    Ich denke es könnt gut sein.
    Gibts ein unsichtbares Band,
    durch das wir unsere Seelen teiln?

    Egal ob ja, ob nein.
    Möchte gern mal bei dir sein.
    Möcht dich lernen richtig kennen.
    Möcht schauen ob du es bist...
    ...nachdem sich meine Gefühle sehnen."
    "Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume!"

  2. #2
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    4
    Leben,
    endlich Leben.
    Diese Wiederholung verstärkt m.E. nichts und wirkt eher einfallslos.

    Stimmen, haben's mir gegeben.
    Zumindest für mich seltsam, daß an dieser Stelle Stimmen dem LI leben spenden konnten.

    Sie liessen Liebe und Hoffnung in mir keimen.
    Stimmen als Symbol für Erziehung, Kultur?

    Durch sie muss ich mich nicht mehr in den Schlafe weinen.
    Miese Syntax. Da Du sonst mit Zeilenumbrüchen nicht gespart hat, hier hätte auch noch einer reingepasst.

    [QUOTE] Endlich leben,[/QUOTE}

    Wiederholung.


    werd's nie aufgeben.
    Warum auch? Welch Gedanke nach all dem Jubel?

    werde suchen,
    suchen nach meinem Garten Eden.
    Erst will das LI das Leben nicht aufgeben und dann sucht es schon nach dem Garten Eden, welcher doch ein stark jenseitigen Bezug hat? Warum auch suchen? Es scheint so glücklich dieses LI.

    Ich ihn etwa heut schon fand?
    Na siehste.

    Ich denke es könnt gut sein.
    Das denke ich noch nicht. Merke aber auf. Das erst so sichere LI gerät ins Stocken.


    Gibts ein unsichtbares Band,
    durch das wir unsere Seelen teiln?
    Für mich ein thematischer Sprung. Wer ist wir? Wir alle? Was ist das für ein Band? Aber wieder diese deutlich hervortretende Verunsicherung.

    Egal ob ja, ob nein.
    Egal ob ja, egal ob nein? Ist jetzt alles wurscht? Oder ist es das Pfeifen im dunklen Wald (des Lebens)? Ein : komm jetzt, egal wie?

    Möchte gern mal bei dir sein.
    Das ist dem LI nicht egal. Aber wer ist dieses Du? Sind LI und LD das genannte Wir? Oder ist es eine seltsam intime Zwiesprache zwischen dem Leser und dem Gedicht? Denn durch Stimmen, durch vortragen wird ein Gedicht lebendig. So stünde das so unsinnig wirkende : Ja, nein, gleichwie in neuem Kontext.

    Ob der Leser Ja oder Nein zum LI sagt ist egal, er liest und bringt es somit (sie Z1) zum Leben. Schön ist hier, dass der Stolz des gelesen werden ersteinmal alles andere beiseite wischt.

    Möcht dich lernen richtig kennen.
    Das ist furchtbar geschrieben aber nun gut. Das LI, das Gedicht möchte zu seinem Leser durchdringen. Es erklären sich die seltsamen konjunktivischen Verrenkungen, bei denen ich dem LI stets zurufen wollte: Mach doch, schau doch hin, frag doch nicht soviel. Aber wie soll ein Gedicht solches tun? Es gleicht hier einem Autisten.

    [QUOTE] Möcht schauen ob du es bist...[QUOTE]

    Das ist eine interessante Stelle, wo ich zwar wieder, wie eben angemerkt, rufen möchte: Augen auf, alter Freund aber eingedenk des eingeschlagenen Interpretatorischen Zugangs zu diesem Werk, bricht hier nun das tatsächlich verkapselte, eingeschlossene Wesen eines Gedichts, des LIs, unmittelbar durch. Es möchte, es kann nicht und es weiß drum. Es lebt nur durch unsere Stimme. Hier bricht die vorher fast inbrünstige Lebenslust, das Verlangen nach Nähe in sich zusammen durch die Unmöglichkeit des Wunsches selbst. Die letzte Zeile überhöht diesen Wunsch in schlichter Farbe zum klassisch romantischen unerreichbaren Sehnsuchtsziel und verharrt konsequent in der dem LI einzig möglichen Innenwelt.

    nachdem sich meine Gefühle sehnen
    Der Dualismus zwischen Leser und Werk, zwischen äußerer und innerer Welt hätte in den vorherigen Strophen besser ausgearbeitet werden müssen. Der zugrunde liegende – ja autistische Kern – des LI hätte stärker betont werden müssen, dann wäre auch der Lebenswunsch, die Feier desselbigen ein besserer Kontrast. Erwarten würde man eher Selbstmitleid und greinen.

    Alles in allem nicht gerade gern gelesen, wegen des mangelhaften Ausdrucks und der fehlenden sprachlichen Präzision als auch unüberhörbaren Rumplern. Das les ich mir weder laut noch leise schön. Aber zum Ende gewinnt es eine für dieses Board überdurchschnittliche Tiefe.

    Danke.

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