Thema: stillstand

  1. #1
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    monoton ratternd folgt
    der alte schienenstrang
    den geiserhaften schattenbildern
    die von der tunnelwand
    durch das licht des abteils geworfen
    an den schlafenden haften bleiben

    langsam stellt sich das
    altvertraute gefühl des überflusses
    zu der schwermut des herzens
    um in der durchfluteten stille der nacht
    meine schlaflosigkeit zu dehnen
    bis morgenrot mein gesicht streichelt

    schwer nur bremst das urlaubshoch
    mit dem geruch des meeres
    den tiefgang meiner gedanken
    die durch die aprupte bremsung
    gefangen durch die endstation
    mit mir auf den bahnsteig purzeln

    den vorsatz beschwörend,
    nie wieder mit
    dem nachtzug zu reisen

    (sternentraum, 08.2002)
    Stir of time, the sequence
    returning upon itself, branching a new way. To suffer pain, hope.
    The attention
    lives in it as a poem lives or a song
    going under the skin of memory.

    "Heavy" by Denise Levertov

  2. #2
    Niquita Guest
    Züge sind doch immer wieder eine unendliche Quelle von Inspiration!
    Jedoch kann ich den Titel nicht nachvollziehen. Mir drängt sich hier stattdessen "Nacht-Zug" auf.

    Liebe Grüsse
    Nicole

  3. #3
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    hallo ihr zwei!
    schlaf hab ich nachgeholt, ja....war auch bitter nötig *g*...

    mit der inspirationsquelle hast du recht, nicole....was den titel angeht...ich hatte einfach dass gefühl, daß nichts weiter geht...der zug nicht von der stelle kommt...daher auch der titel "stillstand"...aber "nacht-zug" ist auch nicht schlecht....mal überlegen, vielleicht ändere ich ihn noch um...

    lg sternentraum
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    "Heavy" by Denise Levertov

  4. #4
    Niquita Guest
    Auch auf die Gefahr, dass es jetzt nicht so ganz hier hingehört. Es gibt einen alten Song von Reinhard Mey (den ich eigentlich überhaupt nicht abkann), in dem er die Geschichte der Eisenbahn erzählt. Hintergrund ist hier auch eine nächtliche Zugfahrt. Vielleicht kennt es ja der eine oder andere.

    Liebe Grüsse
    Nicole

  5. #5
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    Hi Sternentraum und alle anderen!
    Da hast du echt mal wieder ein wahres Kleinod geschaffen. Bin schon etwas neidisch drauf *hüstel, denn ich hab vor kurzem mal ein Gedicht angefangen, dass ähnlich anfängt und inhaltlich sich nicht weit unterscheidet. Halt nur angefangen. War auf einer seeehhhhr laaaanngen Zugfahrt und wollte halt was machen. Aber so zwanghaft hab ich's nicht hinbekommen.
    -> Neidisch bitte nicht zu ernst nehmen!
    Ich bin aber fasziniert von deiner Schreibweise die hier wirklich perfekt zum Inhalt passt.
    Ähm, ... zum Titel: Ich finde den "Stillstand" besser, denn das passt besser zu den Gedanken (altvertraut, Schwermut) und der Szenerie der Nachtfahrt. Man sieht draußen nicht viel, spürt kaum Bewegungen. Passt auch zum monotonen rattern!
    f&f
    "Wie hass ich dagegen alle die Barbaren, die sich einbilden, sie seien weise, weil sie kein Herz mehr haben, alle die rohen Unholde, die tausendfältig die jugendliche Schönheit töten und zerstören, mit ihrer kleinen unvernünftigen Mannszucht!"

    Hölderlin - Hyperion an Bellarmin

  6. #6
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    Hallo Niquita
    an den Song von Reinhard Mey musste ich beim lesen auch immer denken. Ich bin vier Jahre lang jeden Sonntagabend ins Internat gefahren und nebenbei hatte ich auch ab an und an die Kasette von Mey drin. Diese Stimmung hatte ich beim lesen des Gedichts. Viel Zeit zum nachdenken, Gedanken ordnen, lesen, schlafen die unrast verfluchen, träumen, ... und Inspiration.

    und nebenbei: die Ballade vom Zug finde ich toll

  7. #7
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    hm...also, den song von reinhard may kenne ich nicht....werde ihn mir aber zu gemüte führen. mein lieblingslied von ihm ist "meine jacke"....

    danke, face&feelings,...freut mich, daß dir mein werk gefällt, dann hatte diese unendlich lange fahrt wenigstens etwas gutes
    neidisch würde ich nie im leben falsch auffassen.....ich habs a) nicht ganz so ernst genommen, b) eher als kompliment gesehen und c) könnte ich das auch zu deinen gedichten sagen, da ich deine werke auch gerne lese...

    sandkorn, ich weiß was du meinst...ich bin auch 5 jahre lang gependelt mit dem zug....ich mochte es mit dem walkman zu sitzen und zu träumen...damals hab ich allerdings noch keine gedichte geschrieben....jetzt kann manchmal sogar schon eine relativ kurze fahrt mit der bim inspirierend sein *g*

    lg sternentraum
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