Thema: Helle Wand

  1. #1
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    Post Helle Wand

    Schatten verdunkeln die Sonne und
    dumpfe Musik von schweren Schritten,
    von weitem fühlt man die Einigkeit,
    Hass und Wut schmeckt bitter.

    Weiße Schnürsenkel und blitzende
    Glatzen bilden das einzige Licht.
    Eine Einstellung, wie eine Wand vor mir.
    Ausländer raus. Nur Deutsche sind erwünscht.
    Geändert von mean marmalade (01.10.2006 um 20:39 Uhr)

  2. #2
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    Tal der flüsternden Winde ;)
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    Gefällt mir überhaupt nicht, wie kann man nur alle Ausländer so verurteilen?!

    Sry, ashok
    "Angesichts der Macht der lebendigen Natur überkommt den Menschen ein Gefühl von Furcht.
    Um nicht wieder in tierhaftes Benehmen zurückzufallen, ist er dazu gezwungen, sich zu zivilisieren.
    So macht er sich ein ganz eigenes Bild von den Tieren, und über die Rollen, die er ihnen in diesem Spiel zuweist,
    versichert er sich seiner eigenen Situation."

    aus: Tiere und Menschen - Die Geschichte einer besonderen Beziehung

  3. #3
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    Hallo Mean Marmelade.
    Mir gefällt es vom Inhaltlichen doch gut. Denn ich verstehe es ganz anders als Ashok.
    Was du verurteilst ist der Rechtsextremismus und das ganze Nazipack(wehe das nimmt mir jetz einer krumm!) und nicht die Ausländer.

    Leider hab ich grad wenig Zeit um noch näher darauf einzugehen. werde mich aber spätestens morgen zurückmelden.
    bis dahin
    LG Leif
    Gedankenperlentauchen - seit kurz oder länger bei lulu.com zu haben

  4. #4
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    liebe/r mean marmalade,

    ich teile meine meinung mit leif85,

    da gedicht ist gegen die rechtsextremen und nicht gegen die ausländer.
    das kann man leicht erkennen z.b. an ...wie eine Wand vor mir.... das lyr. ich ist nicht ener der rechten, sondern einer der ausländer, gegen den dieser wohl unaufhaltsame marsch ist (so kommt es mit zumindest vor)

    ich stell mir das bild in etwas so vor:

    Schatten verdunkeln die Sonne und (schön verdeutlicht durch eine hyperbel. erinnert irgendwie an eine heuschreckenplage, die die sonne verdunkelt)
    dumpfe Musik von schweren Schritten, (lässt das ganze mächtig und unaufhaltsam wirken, wie ein trupp soldaten begleitet von marschmusik)
    von weitem fühlt man die Einigkeit, (sie sind zwar noch weit weg, aber man fühlt sie schon ganz nah. durch ihre einigkeit wirken sie unaufhaltsam)
    Hass und Wut schmeckt bitter. (sie handeln nur aus hass und wut, welcher tief in ihnen sitzt und der grund ihres handelns ist. wie immer geht es ihnen nur darum etwas gegen die anderen oder vielleicht minderheiten zu tun)

    Gelbe Schnürsenkel und blitzende (gelb? klär mich auf, ich denke schwarz oder weiß sei üblich?)
    Glatzen bilden das einzige Licht. (klingt sehr dramatisch, dieses drohende böse licht(welches normaler weiße der positive kontrast zum dunklen ist)
    Eine Einstellung, wie eine Wand vor mir. (ihre einstellung - eine wand, vielleicht auch ein wall, den sie um sich bauen um ihre verletzlichkeit zu verstecken. das typische schlägertypenbild: nach außen wirken sie unantastbar und unaufhaltsam, aber würde man ihnen diese unantastbarkeit nehmen wären sie verletztlich wie ein neugeborenes kind, was aber in diesem fall nicht so einfach ist, sonst würde es dieses problem nicht geben)
    Ausländer raus. Nur Deutsche sind erwünscht. (der letzte vers ist meiner meinung nach nicht so ausdrucksstark, halt die üblichen parolen der rechten_ ausländer raus, wobei man sagen muss, dass von der gegenseite auf den demos auch nicht sehr viel mehr kommt als scheiß nazis, nazis raus usw. im grunde sind die einen nicht besser als die anderen und es geht ihnen in erster linie darum etwas gegen die gegenseite zu tun wobei sie nicht merken, dass sie selbst genau so werden wie sie, halt bloß stadt rechts links und anders rum.)

    so genug geschwafelt. was ich eigentlich sagen wollte ist, dass mir dein gedicht sehr gut gefällt, da es sehr ausdrucksstark ist. auch der titel gefällt mir sehr gut, da ich normalerweise hell mit etwas positivem verbinde, was hier nicht der fall ist. man merkt dass du dir sehr viel mühe gegeben hast und ich rate an dieser stelle ashok das nächste mal das gedicht genau durchzulesen, bevor er es bewertet.

    gern gelesen

    viele liebe grüße, dajaga

    entschuldigt bitte rechtschreibfehler, ich hatte es eilig.

  5. #5
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    Hi mean marmalade,
    (schwieriger Name wenn man schnell schreiben will)
    ich finde grundsätzlich erst mal alles gut was gegen rechts ist,davon abgesehen das dein Gedicht auch noch gut umgesetzt ist. Hier schließe ich mich im Kommentar meinen beiden Vorschreibern an.Dabei denke ich noch nicht mal das das LI als Ausländer fungiert,sondern es reflektiert wohl den Widerwillen eines jeden denkenden Menschen gegen die braunen Parolen die nur aus hohlen Phrasen bestehen die von dummen Menschen nachgeschrien werden.Wenn man sieht wie sich in vielen ( hauptsächlich ostdeutschen) Bundesländern wieder der Kopf dieser Schlange hebt kann man dur zitieren:
    "Denk ich an Deutschland in der Nacht bin ich um den Schlaf gebracht"
    Wobei ich gestehen muß das ich noch nicht einmal weiß wer es gesagt hat (schäm)

    Alles in Allem: Hut ab vor dem Mut so etwas zur Sprache zu bringen, weil schon wieder viel zu viel Akzeptanz für dieses Pack herrscht.
    Grimmige Grüße
    badico

  6. #6
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    die ansicht über das lyrische ich von badico klingt auch sehr logisch.
    @ badico: hast du deinen beitrag mochmal geändert oder hab ich halluzinationen?

  7. #7
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    Hallo dajaga,
    nee,hab ich nicht,ist noch genauso wie ich es eben reingesetzt habe
    Wieso?

    Liebe Grüße
    badico



    PS. Habe rausgefunden von wem das Zitat ist,ist von Heine
    Geändert von badico (19.09.2006 um 20:37 Uhr) Grund: Nachtrag

  8. #8
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    oh entschuldigung, ich hab des mit dem von leif85 verwechselt.

    aber trotzdem was zu dir:
    ich finde grundsätzlich erst mal alles gut was gegen rechts ist
    ist das nicht genau das: dass die einen in 1. linie vor allem was gegen die gegenseite unternehmen wollen (egal ob rechts oder links). ich finde diese einstellung genau so schlecht. außerdem muss ich sagen, dass ich rechts genau so wenig schlimm finde wie links, was das problem ist ist der rechtsRADIKALISMUS/EXTREMISMUS, denn dagegen sollte man etwas unternehmen, aber im grunde ist auch linksRADIKALISMUS/EXTREMISMUS auch nicht sehr viel besser, aber da hat jeder eine andere meinung und ich will euch meine auch nicht aufbinden, sonderen nur erleutern.

    viele liebe grüße,

    dajaga

  9. #9
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    vielen Dank für die vielen Antworten und ich bin begeistert, dass ihr mein Gedicht so gut verstanden habt. Beim Schreiben wusste ich nie, wie ich meine Gefühle und Ansichten gegenüber Rechstextremen in Worte fassen soll, aber wie ich sehe ist es ganz gut geglückt. Und es ist eindeutig kein Gedicht gegen Ausländer..im Gegenteil! Und soweit ich informiert bin gilt weiß und gelb für Rechstextreme....
    mean marmalade

  10. #10
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    Weiß = Nazi
    Schwarz = Unpolitisch
    Gelb/Rot = Links.

    Soweit ich weis. Bin mir aber recht sicher, auch wenn Farben nie ein objektives Erkennungsmittel für Denkweisen sein können
    ..No stillness out here - a dream
    Here where the moon rules - a dream..


  11. #11
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    ich befürchte, dass du recht hast. Hab mich grad mal schlau gemacht und weiß steht wirklich für Nazi...werd es sofort ändern

  12. #12
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    Wobei bei den Schnürsenkeln die Grenzen auch immer mehr verwischen...gibt auch genug Oi-Skins, die weiße tragen...inzwischen sogar Nazis mit roten (hab ich auf nem Bild von einer "freien Kameradschaft" in Ostdeutschland gesehen)...und ich wurde auch schon öfter als "Scheiß-Nazi" angepöbelt, obwohl ich schwarze Schnürsenkel in meinen Stiefeln hab...

    Meistens liegt man zwar bei deiner Etikettierung richtig, aber verlassen darf man sich halt nicht drauf...

    Till
    "Here was a generation...grown up to find all gods dead, all wars fought, all faith in man shaken."
    (F. Scott Fitzgerald)


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