Pete war eigentlich immer ein fröhlicher Junge, hatte viel Spass am Leben und viele Freunde. Doch plötzlich wurde er anders, seine Freunde mochten ihn nicht mehr, er redete über Sachen die sie nicht interessierten. Von nun an war Pete immer einsam, fühlte sich allein und lebte nur noch in den Tag hinein. Die Glotze wurde sein bester Freund. Jeden Tag schaute er fern - er kannte so langsam das Fernsehprogramm auswendig - und zapte alle Kanäle durch. Plötzlich fand er einen Kanal, da passierte so vieles was ihm gefiel, das er nicht mehr umschalten konnte. Als er so auf den Bildschirm schaute, erkannte er plötzlich sich selber auf dem Bild. Plötzlich war er in einer ganz anderen Welt. Alles sah so wunderschön aus, alle Leute waren so nett zu ihm...

...er wollte nicht mehr raus aus dieser Welt...

In dieser Welt lernte er eine bestimmte Person kennen, sie hiess Markus. Markus und er wurden die besten Freunde, unzertrennlich waren sie. Pete fühlte aber mehr als Freundschaft und eines Tages erzählte er das Markus. Markus fühlte auch mehr für ihn als Freundschaft. Es war Liebe!!! Sie umarmten und küssten sich, es war so ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Doch das Gefühl dauerte nicht lange, andere sahen dabei zu. Markus schämte sich vor den anderen dafür und liess sich von ihnen fertigmachen. Auch Pete wurde fertiggemacht, doch er hielt durch weil er Markus so sehr liebte.

Doch Markus verzweifelte immer mehr an den gemeinen Sachen, die ihm die anderen antaten. Eines Tages hörte Pete nichts mehr von ihm, sie hatten aber doch jeden Tag wenigstens einmal miteinander telefoniert. Pete machte sich Sorgen, Sorgen dass Markus nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte, weil er zu sehr Angst vor den anderen hatte. Auch am nächsten Tag meldete sich Markus nicht mehr.

Am Mittag des nächsten Tages ging Pete runter zum Briefkasten, um die Post zu holen. Als er die Briefe durchschaute begann er plötzlich zu lächeln, denn er erkannte auf einem der Umschläge die Handschrift von Markus. Pete war glücklich etwas zu hören von ihm, er ging sofort auf sein Zimmer, öffnete den Brief und begann sofort zu lesen. Sein Lächeln endete sofort, als er die ersten Zeilen gelesen hatte, der Brief war kein normaler Brief, es war ein Abschiedsbrief gewesen...

Pete brach weinend zusammen, er wollte niemanden mehr sehen, für einen Augenblick sah er im Fernseher seine Mutter sitzen, wie sie ihn tröstend im Arm hielt, aber sie wusste gar nicht wieso das es ihm so schlecht ging. Sie konnte ja nichts ahnen, wo ihr Sohn war, wenn er in seinem Zimmer war, oder gerade ein bisschen in den Tag hinein träumte.

Pete ging es auf jeden Fall sehr schlecht, er hatte den einzigen Sinn seines Lebens verloren, im Traum war er soweit dass er sich umbringen wollte, in Wirklichkeit begann der langsame Mord an seiner Seele. Im Traum erschien ihm sein Bruder, er rettete ihm das Leben, er hielt ihn von dem träumerischen Sprung ab, der seine Seele zerstört hätte, so würde sie nur langsam sterben. Er begann eine sehr starke Bruderliebe zu empfinden für ihn. Er liebte ihn über alles, er bezeichnete ihn als "Engel".

Nun begann Pete sich selbst zu lieben, durch den Traum den er Bruder nannte, er umarmte sich selbst, wenn er traurig war, sprach zu sich selber tröstende Worte, wenn er Trost brauchte.

Weitere Scheinfiguren traten in sein Leben. Auch Personen die real waren aber er nahm sie wahr als seien sie die Träume und nicht die anderen. Er lebte einfach zu sehr in Träumen, als das die Träume falsch sein könnten, die Realität musste falsch sein. Schliesslich hatte er sich ja seine "echten" Freunde erschaffen.

Er erzählte diesen "unwirklichen" Personen, diesen Personen die er für Träume hielt, viel über sich, viel was er meinte durchlebt zu haben: Er erzählte auch dass sein Bruder sich in ihn verliebt hatte, er auch in ihn. Doch das durfte doch nicht sein, denn bisher hatte er jede Person die er zu sehr liebte verloren, warum wusste er auch nicht.
Nun er erzählte auch wie Pascal in sein "Leben" trat, er ihn lieben lernte. Auch wie er Pascal zu sehr lieben lernte und sich von ihm betrügen liess. So verschwan auch er wieder aus der Welt der Träume.

Diese Traumwelt war für ihn einfach die Realität und er lebte sich immer tiefer in sie hinein. Er wollte gar nicht mehr daraus raus. Doch tief in ihm drin, blieb immer ein Teil von dem fröhlichem Jungen erhalten, der er einst gewesen war. Dieser fröhliche Junge konnte nicht viel tun, er wollte ausbrechen, doch wie? Er war nur ein kleiner Teil und wurde von dem träumenden Teil von Pete immer verdrängt. Er versuchte die Träume in Vergessenheit zu bringen. Sie sterben zu lassen, damit Pete endlich kapierte, dass er in die reale Welt zurückmusste.

Eines Tages schaffte es dieser kleine Junge in ihm auch:
Pete's Bruder Alex starb bei einem Autounfall. Ihm ging es danach ziemlich schlecht und er erzählte es wieder diesen Personen, die er seiner Phantasie entsprungen glaubte, sie trauerten mit ihm.

Pete ging schlafen, da sah der kleine Junge die Chance gekommen, denn schlafend und trauernd wie pete war, würde er sich nicht zu Wehr setzen. Der kleine Junge kroch aus dem Herz hinauf in das Hirn und hinterlegte dort eine Blüte der Wahrheit. Am nächsten Tag war diese Blüte immer noch da, Pete merkte nun was los war. Er schaltete erstmal den Fernseher ab. Danach kam was kommen musste: Pete wurde fast wahnsinnig.

Nicht, weil er nun wusste das sein Leben bis jetzt nicht mehr als ein Traum gewesen war, sondern weil er sich schrecklich fühlte: Wieviele Menschen hatte er durch diese Welt verletzt? Was hat er seinen Eltern angetan, wenn es ihm immer grundlos schlecht ging? Was hat er diesen eben nicht unwirklichen Personen angetan? Er fühlte sich elend, auch wenn es einige gab denen die Lügen egal waren, ihm selber war es nicht egal.

Es ging eine lange Zeit dahin in der er immer weinte und Hass in ihm wuchs, Hass auf sich selber. Hass der ihn fast zerstörte, doch langsam ebte der Hass ab.

Langsam vergab er sich selber, weil ihm auch diese Personen vergeben hatten, doch langsam verblühte auch die Blüte der Wahrheit und der Fernseher schaltete sich von selbst wieder ein, Pete hatte keine Kraft ihn abzuschalten, er sah sich nun nicht mehr auf der Mattscheibe, sah jedoch all die Menschen die er einst geliebt hatte, auf dem Bildschirm. Er vermisste sie, er vermisste sie so schrecklich, dass er ganz unglücklich wurde.

Mit letzter Kraft zog er den Stecker raus, endlich vergass er die Traumwelt. Er war nun zum ersten Mal in seinem Leben "wirklich" glücklich.

Doch nach drei Tagen schaltete der Fernseher sich wieder ein, ohne das der Stecker angeschlossen war, Pete verzweifelte bei dem was er sah, alle Menschen waren tot, er empfand tiefe Gefühle für diese Menschen, doch er wusste gleichzeitig dass es sie nicht gab.

Er weiss nun nichts mehr und dennoch weiss er eines ganz genau: "Es gab sie nicht!"


Diese Geschichte habe ich niedergeschrieben, weil ich mir klarer über meine Gefühle werden wollte und... sie hat nichts gebracht, aber es war erleichternd sie zu schreiben.
Ein bisschen beim Vergessen der Traumwelt in der ich gelebt habe wird mir die Geschichte sicher helfen, aber mehr kann sie nicht.


[Geändert durch Lumino am 30-05-2001 um 06:57]