1. #1
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    Die Zeit des Lammes ist vorbei
    nun bin ich Löwin –bin ich Tier.
    Ich zerre dich zum Opferstein
    und binde Fuß und Hände dir.

    Ich bin die Hohepriesterin,
    bin fürchterlich –vergiss Sanftmut.
    Wenn ich dir Wunden lecken will,
    so reiß' ich sie und trinke Blut.

    Nimm meine Wut,
    spür die Wildheit.
    Den Nackenbiss,
    statt Zärtlichkeit.

    Der Liebesgöttin Weihetrunk
    soll nicht mehr meine Seele sein.
    Der Schweiß und Tränen deiner Lust
    sind heute Nacht der Messe Wein.

    [Geändert durch Dete am 23-09-2002 um 18:03]
    Cavete-Late-Night-Lesen, die Lesebühne in Marburg an der Lahn, immer am ersten Mitwoch des Monats.
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  2. #2
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    Ja, das geht mir ähnlich.
    Besonders die Bilder der letzten Strophe finde ich brilliant.

  3. #3
    Niquita Guest

    Starker Anfang, aber...

    Liebe Sarah,

    mit der ersten Strophe hast du mich begeistert. So klar und flüssig zu lesen. Machte richtig Lust auf mehr. Leider ist dieses Bild - zumindest bei mir - gleich in der zweiten Strophe auseinandergefallen. Es holpert kräftig, ich bekomme keinerlei Rhythmus rein und "Blut trinken"? Nun ja... Dritte Strophe okay. Bei der vierten Strophe stolper ich dann wieder, dieses Mal zunächstmal inhaltlich.

    Der Liebesgöttin Weihetrunk
    soll nicht mehr meine Seele sein.

    Sorry, versteh ich nicht. Erst recht nicht verstehe ich die Vermischung christlicher Symbole mit heidnischen, die im gesamten Gedicht vorliegt. Im letzten Vers fehlt eine Silbe, die mich dann leider nochmals stolpern läßt und das finde ich ausgesprochen schade. Du hast mich mit deinen Gedichten schon mehr überzeugen können.

    Liebe Grüsse
    Nicole

  4. #4
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    Vielen Dank für euer Lob Winfried und Christian. Wie immer ist es wundervoll zu lesen, dass es euch gefällt. Ich hatte geahnt das du es mögen würdest Winfried.

    Dir Nicole natürlich ebensoviel Dank. Deine Kritik ist umfangreich und überzeugend. In der zweiten Strophe hast du mit dem Rythmus völlig Recht. Es fehlt ein Wort und ich werde diesen Tippfehler sofort beheben, danke. Das Blut trinken...nun ja, ich weiß, dass das kein sehr beliebtes Bild ist. Nur ist es in diesem Fall für mich unbedingt notwendig, da es eine Anspielung auf ein Gedicht von Kurushio ist.
    Die dritte Strophe gefällt mir selbst sprachlich nicht sonderlich gut. Ich fand sie jedoch insofern würdig stehenzubleiben, da sie das Versmaß unterbricht und somit für etwas Bewegung sorgt.
    Deine Kritik der Vermischung heidnischer und christlicher Symbole finde ich durchaus angebracht. Ich hätte gern davon abgesehen, jedoch (ich gestehe) gingen mir die Worte aus. Im Original hatte ich Opferwein und Somatrunk stehen, doch ich mochte die gehäufte Nutzung des Wortes "Opfer" nicht und habe daher den Messewein gewählt (nachdem ich alle Synonym-Wörterbücher dieser Bibliothek durchwühlt hatte). Über andere, passendere Vorschläge ich würde ich mich freuen. Eine Seele kann ich mir auf jeden Fall trinkbar vorstellen und das empfinde ich auch als einen interessanteren Ansatz als soetwas wie : "soll nicht mehr nur mein Herzblut sein" oder ähnlicher Kitsch. Warum keine Seele trinken? Und welche Silbe fehlt?
    Also noch mal danke für deine Kritik und ich hoffe du ließt dennoch weiterhin meine Gedichte. Vieleicht gefällt dir das nächste ja wieder besser.

    viele liebe Grüße, Sarah
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  5. #5
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    Jetzt habe ich auch in der 4ten Strophe noch was geändert
    So besser?
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  6. #6
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    Schon klar, Hon, jetzt sind meine Gedichte an der Qualität Deiner Schuld...

    Mir gefällt es, aber ich bin heute morgen auch einige Male über den Rhythmus gestolpert, vor allem in der letzten Zeile... Wie wäre es mit "der Messe Wein"?

    Ist es eigentlich "Die Hohepriesterin", Hohes Arkanum II? Wenn ich mich recht erinnere, hatte die einen Bezug zu Dir... Ich wühle mal meine alten Legungen durch.

    Alles Liebe,
    kurushio
    You know, wars aren’t kids - where you don’t have to pay attention to the youngest one because the older two will take care of it.
    - Jon Stewart

    Schwarze Gezeiten: heichaojing
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    (work in progress)

  7. #7
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    Der Liebesgöttin Weihetrunk
    soll nicht mehr meine Seele sein.
    Der Schweiß und Tränen deiner Lust
    sind heute Nacht der Messe Wein.


    streiche 'Der' aus der 3. Zeile, so liest es sich viel flüssiger ... sehr anregendes Gedicht.

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