1. #1
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    aus: "Griechenland"

    Das ganze Gedicht "Griechenland" ist so lang, dass ich es demnächst Stück für Stück einstellen werde. Da ich selber zuweilen hart kritisiere, freue ich mich auf Kritiken über die Einzelbeiträge; größer wäre die Freude über das komplette "Griechenland".

    Blätter wispern,
    leise, leise
    weht der sanfte Abendwind;
    bringt der Blumen Düfte hin zum Meere.
    Sterne flimmern,
    melodischen Klanges kündigt die Nachtigall
    die rechte Stunde
    verliebten Geflüsters und raschelnder Seide.
    Majestätisch betritt der Nächte Silberkönig
    seine Bahn.
    Feuchte Küsse schenkt er Blumen,
    deren Blüten halbgeschlossen, liebestrunken
    sie erwidern.
    Voller Träume und Gedanken,
    Liebesseufzer,
    Leid und Weh,
    Hoffnung auf den nächsten Tag
    ist das Zauberreich der Elfen.
    Gnome, Riesen
    herrschen nun bis morgen früh.
    Schlafe, schlafe ...
    leise,
    leise wispern Blätter.
    Geändert von Festival (16.10.2006 um 14:15 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Kulturheinzi,

    Zunächst dachte ich an eine Urlaubsimpression. Dann wurde es mythologisch. Eigentlich hätte ich Silberkönige und Elfen ja im keltischen Sektor vermutet, aber Shakespeares Sommerbnachtstraum spielt schließlich auch bei Athen.
    Meer und Nachtigall kann ich nicht recht verbinden, vor allem weil die Bewegung zum Meer ging. Hier fehlt mir die Kongruenz.
    Sonst ist es niedlich, teilweise aber auch extrem kitschig. Gerade das Bild mit der Blume. Es ist allerdings auch gut erzählt nur eben aber auch ein sehr verbrauchtes Bild.
    Achso, Meer ist ein weibliches Symbol, weshalb dem Bild "der Blumen Düfte zum Meer bringen" etwas lesbisches anhaftet. Insel Lesbos?
    Die Umarmung von Anfang und Ende wirkt eigentlich ganz gut.
    Achso, Grammatik: Müsste es nicht "feuchten Küssen" heissen. Ausserdem dürfte hinter "Riesen" kein Komma kommen - ist aber auch eine Stilfrage.

    Wie gesagt, mir ist es zu kitschig. Auch verbinde ich mit dem antiken Griechenland etwas Archaisches, was natürlich aber auch mit Vorsicht zu genießen ist?

    Es grüßt

    Kajn
    wer deutsche versbrecher findet, darf sie behalten
    oder: warum mein rechtschreibprogramm dem genitiv sein toast iszt...

    "Ein Lyriker, der glaubt, unabhängige Kunst zu schaffen, ist ein Narr, aber ein Mensch, der nicht fähig ist, seine Erfahrungen auf ein anderes Niveau zu abstrahieren, ist kein Künstler."

  3. #3
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    Lieber Kajn,
    erst einmal schönen Dank dafür, dass Du mein Werklein überhaupt gelesen hast.
    "Feuchte Küsse schenkt er Blumen..." finde ich schon korrekt. Dass es Dir zu kitschig ist, na gut, das ist Geschmacksache. Interpretieren werde ich eigene Sachen nicht, aber vielleicht liest Du das zugegebenermaßen romantische Einsprengsel im Geamtgedicht "Griechenland" und sagst mir dann noch einmal Deine Meinung. Vor der Fertigstellung hatte ich einen anderen Titel, aber der hätte zu sehr auf den Entstehungsort hingewiesen. Nur so viel: Es entstand in einer für mich sehr dunklen, fast hoffnungslosen Zeit und vielleicht sagen die Verse in der dritten Strophe "Waagrechte Äste ... und senkrecht ragende Stämme ..." etwas über mein seinerzeitiges "Zuhause" aus.

  4. #4
    Falderwald Guest
    Hallo Kulturheinzi,

    zuerst möchte ich dir einmal sagen, daß es für mich immer sehr schwer ist, ungereimte Gedichte zu lesen, ich bin eigentlich kein Fan von ihnen.
    Aber, und da muß und will ich wohl langsam umdenken, ich finde so Stück für Stück Geschmack daran, vor allen Dingen, wenn es ein solches Werk, wie dieses zu begutachten gibt.

    Ich kann mich Kajns Aussagen nicht anschließen, ich finde es überhaupt nicht kitschig, ganz im Gegenteil.
    Die Wortwahl ist klassisch und die Bilder sind gut zu erkennen.

    An eine inhaltliche Interpretation wage ich mich noch nicht heran, ich will erst die anderen Teile lesen.
    Du gibst ja schon einen Hinweis auf die dritte Strophe.

    Ich bin ja mal gespannt.

    Bis hierhin hat es mir gut gefallen.

    Liebe Grüße

    Bis bald

    Falderwald

  5. #5
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    Vielen Dank, lieber Falderwald!
    Es handelt sich allerdings nicht um zwei oder drei Strophen, sondern um ein Gedicht, dass ich in neun Teilen einstellen werde. Den ersten Teil habe ich heute eingestellt. Und keine Bange, öfter reimt es sich auch. Allerdings gibt es auch noch ein paar anders geartete Experimente. Ich bin auf Deine Kritik sehr gespannt.
    Geändert von Festival (12.10.2006 um 16:44 Uhr)

  6. #6
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    Hallo, noch einmal Kajn,
    da ist mir doch einer Deiner Kritikpunkte aus den Augen geraten. Es ist ja nicht meine Aufgabe, eigene Werke zu interpretieren, aber an einem kleinen Vers will ich meine Intention mal verdeutlichen. Ruhige, sanfte Stimmung zu vermitteln, darum ging es mir zuallererst. Und an einem lauschigen Abend am Mittelmeer kann es einem schon ganz schön kitschig werden. Wenn dann der Abendwind die Blumendüfte hin zum Meer bringt/weht, dann ging es mir um das stimmige Bild der abendlichen Luftbewegung (und tatsächlich wird man zu bestimmter Stunde am Abend von einem Duftbukett überwältigt, weil das Meer sich langsamer abkühlt als das Land und so diese Luftbewegung verursacht). Nichts gegen oder für Lesben, aber damit hat dieser Vers nix zu tun. Hast mich aber auf eine Idee gebracht. Liebe Grüße! heinzi

  7. #7
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    Ach, jetzt habe ich Schnellmerker die Sache mit den "feuchten Küssen" verstanden. Von mir gemeint ist, dass der Mond den Blumen feuchte Küsse gibt.
    Nicht die Küsse bekommen die Blumen (wäre ein verschrobenes Bild). Also bleibt es bei dem Vers "Feuchte Küsse schenkt er (der Silberkönig) (den) Blumen". Ferdi: Klar habe ich tief in die romantisierende Mottenkiste gegriffen. Und das mit Absicht. Es sollte schon wie das kitschige Abendständchen in die laue Sommernacht klingen.

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