1. #1
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    Ist Sterben eine Sünde?

    Ist Sterben eine Sünde,
    wenn dein Geist verzehrt sich so sehr danach?

    Wenn das Leben eine einsige Qual,
    der Tod der letzte Ausweg scheint,
    man des Nachtes nur noch weint,
    und am Tage vollkommen ohne Sinn,
    nur noch vegetiert so vor sich hin?

    Wenn man mehr Tod als Lebendig ist,
    und selbst du mir längst verloren bist,
    hab ich dann nicht das Recht zu sterben?

    Meine Seele selbst ist längst schon tot,
    und nur mein Körper ist noch da,
    ich springe,
    die Freiheit ist so wunderbar!
    Geändert von KleinesMädchen (14.10.2006 um 20:51 Uhr)

  2. #2
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    HI

    Vom Sprachlichen her, finde ich es zwar nicht besonders gelungen (keine feste Reimform...). Ebenso solltest du dich für eine feste Strophenform entscheiden.
    Aber die letzte Zeile finde ich wunderbar gelungen und super zum Gedicht passend... Auch, weil es nach allen Fragen ein eindeutiger Ausruf ist....

    LG
    ashok
    "Angesichts der Macht der lebendigen Natur überkommt den Menschen ein Gefühl von Furcht.
    Um nicht wieder in tierhaftes Benehmen zurückzufallen, ist er dazu gezwungen, sich zu zivilisieren.
    So macht er sich ein ganz eigenes Bild von den Tieren, und über die Rollen, die er ihnen in diesem Spiel zuweist,
    versichert er sich seiner eigenen Situation."

    aus: Tiere und Menschen - Die Geschichte einer besonderen Beziehung

  3. #3
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    Danke für deine kritik, zu den strophenformen möcht ich nur eines sagen, ich habe nur etwas herumprobiert um das Gedicht etwas aufzulockern.
    Mit freundlichen Grüßen KleinesMädchen

  4. #4
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    Hallo kleines Mädchen,
    ich bin zwar erst gewaschen und vollkommen neu hier, aber ich wage es mal trotzdem Dir was zu schreiben. Denn wegen Deines Textes habe ich mich registriert. Ich kenne mich nicht mit Metrik aus, daher unterlasse ich es Dir Tips diesbezüglich zu geben.

    Deinen anderen Text mit dem zerstochenen Herzen habe ich auch gerade gelesen.

    Es scheint dem lyrischen Ich sehr schlecht zu gehen und es möchte Selbstmord begehen. Das ist in vielen Kulturen unter anderem eine schwere Sünde. Besser wäre daher die Frage, warum Selbstmord, oder Freitod eine Sünde ist?

    wenn dein Geist verzehrt sich so sehr danach?
    Warum diese holprige Umstellung?
    Wenn sich dein Geist so sehr dannach verzehrt
    Klingt meines Erachtens besser.

    Und: Warum sprichst Du hier ein lyrisches Du an?
    Stellst sich das lyrische Ich eine rhetorische Frage? An dieser Stelle dachte ich zunächst, das lyrische Ich sei Krankenschwester und möchte einem Patienten na sagen wir mal : den letzten Gang erleichtern.

    Der Fortgang Deiner verzweifelten Verse bestätigten aber, daß es das lyrische Ich sein muß, was hier leidet und sich schizophrener Weise selber Fragen stellt. Will es sich deswegen umbringen?

    Das allgemein gehaltene man finde ich auch sehr ungelenk. Sag ich, sag Du, versuche präziser, schärfer zu sein.

    Noch einnmal komplett die erste Strophe:

    Wenn das Leben eine einstge Qual,
    der Tod der letzte Ausweg scheint,
    man des Nachtes nur noch weint,
    und am Tage vollkommen ohne Sinn,
    nur noch vegetiert so vor sich hin?


    Geht gar nicht. Ha, könntest Du jetzt sagen und mir vorhalten die Verse seien so schlecht, um den Zustand des Vegetierens zu verdeutlichen. Geht aber nicht, weil das lyrische Ich mich überzeugen will, daß es springen darf und muß. Und das tut es nur wenn es sich etwas mehr Mühe geben würde.

    Der Reihe nach:
    Es muß heißen: Wenn das Leben eine einzige(!) Qual ist. Wäre es eine einstge Qual, dann wäre ja die Quälerei vorbei und alles wieder schön. Wenn das nur ein Tippfehler ist, dann sollte den das lyrische Ich oder die Autorin noch vor dem Sprung in die Freiheit verbessern.

    nur noch vegetiert so vor sich hin ist furchtbar. Dann lieber auf den Endreim verzichten. Du gehst ja auch ansonsten frei mit der Form um. Warum nicht hier?
    Nachtes, warum so geschwollen? Nachts heult es sich doch bessser, oder?

    Wenn man mehr Tod als Lebendig ist,
    und selbst du mir längst verloren bist,
    hab ich dann nicht das Recht zu sterben?
    Der Todmuß tot sein. Kleinigkeit. OK. Dann horche ich auf, denn endlich, endlich, rückst Du mit der Sprache heraus warum Dein lyrisches Ich so kaputt ist: Weil da ein Du ist bzw. war. Jetzt denke ich als Dein Leser, nun kommt Butter aufs Brot, nu geit los. Aber? Es passiert nix. Das Du ist verloren. Ja, gut. Aber durch was oder durch wen denn? Den Krebs, die Zigaretten, das Auto, das um die Ecke bog? Oder, weil es mit einem oder einer anderen durchgebrannt ist? Endlich will ich was erfahren, kriege aber nichts mehr.

    Jetzt die letzte Strophe. Erfahre ich jetzt wenigstens warum Selbstmord keine Sünde ist, denn ich erwähnte es noch nicht explizit, bislang, endeten alle Deine Strophen mit dem hier: ? Und nicht mit .
    Deine letzte Strophe endet mit einem ! Aber da ist dein lyrisches Ich schon über Bord und läßt den Leser ratlos zurück. Keine Atempause. Das geht so schnell, da kann ich ja gar nicht aus meinem Sessel hochschnellen und rufen : Tue es nicht! Und eigentlich will ich auch gar nicht, denn außer, daß es da irgendjemandem sauschlecht geht, weiß ich nichts.

    Bitte wundere Dich also nicht wenn ich schließe und sage: Spring und nimm Deine Verse mit ins Grab.

    @ashok
    Schlimmer als das Gedicht vom kleinenMädchen finde ich Deinen Kommentar. Die Letzte Zeile findest Du wunderbar? Maestro bitte nocheinmal:

    die Freiheit ist so wunderbar!

    Na super. Wenn es ironisch gemeint sein sollte, ist es schlecht gemacht und abgeschmackt, weil so ein kleinesMädchen soetwas wohl nicht versteht. Wenn aber die ... die Du so gerne benutzt, mir ein Hinweis sein soll, daß es die ... von der gleichnamigen berühmten Bande sind, dann nehme ich alles zurück ashok und wünsche Dir noch viel Spaß bei wunderbaren letzten Zeilen. :P
    Geändert von Plumperquatsch (14.10.2006 um 19:34 Uhr)

  5. #5
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    Wau, also dafür dass das deine erste Kritik in diesen Forum war,
    war das schon ganz schön deftig. Um mal alles zu erklären, vor kurzer Zeit ist eine Freundin von mir gestorben und ja vieleicht bin ich auch etwas schezophrän.
    Umbringen werde ich mich natürlich nicht, ich habe ihr ja versprochen das ich glücklich werde, aber vorstellen das ich tot bin kann ich mir ja wohl? Und nein mit dieser Antwort will ich kein Mitleid erzwingen sondern nur meine Gedanken rechtfertigen. Ich bin wirklich froh das sich mal jemand zu einer richtigen Kritik aufdarappelt hat, danke. Ich hoffe du hast mal Zeit meine anderen Gedichte zu lesen und zu kritisieren, mit freundlichen grüßen KleinesMädchen.

  6. #6
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    Ich hoffe du hast mal Zeit meine anderen Gedichte zu lesen und zu kritisieren, mit freundlichen grüßen KleinesMädchen.
    Danke, daß Du mit meiner Kritik umgehen konntest. Aber Deine anderen Gedichte schaue ich mir erst an, wenn Du Deiner Freundin gerecht wirst und das Gedicht hier verbessert. Es sollte Ihr ja gewidmet sein, oder?

  7. #7
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    ich finde es schade dass du aufgefordert wirst dein gedicht zu verbessern da ich der meinung bin,dass ein gedicht nicht perfekt sein muss es soll gefühle wieder spiegeln und sobalt man diese verbessert sind sie nicht mehr echt.

  8. #8
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    Zitat Zitat von ich halt
    ich finde es schade dass du aufgefordert wirst dein gedicht zu verbessern da ich der meinung bin,dass ein gedicht nicht perfekt sein muss es soll gefühle wieder spiegeln und sobalt man diese verbessert sind sie nicht mehr echt.
    Bitte lern vorher, was ein Gedicht ist, danach kannste gerne wieder antworten. Ein Gedicht lebt nicht primär von den präsentierten Gefühlen, sondern die Form und die Gedichtsspezifischen Feinheiten sind elementar dafür, dass der emotionale Teil gut präsentiert werden kann. Also muss erstmal z.b. die Syntax und die assoziative Wirkung verwendeter Begriffe/Metaphern klar werden um gut zu schreiben. Dies fehlt mir hier doch teils sehr stark. Von daher, ich kann die Kritik gut nachvollziehen.
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  9. #9
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    ok ich lerne

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