Thema: Soldatenbraut

  1. #1
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    Soldatenbraut

    Du kennst den Weg des Kriegers:
    erklingt des Herolds Horn,
    steh ich an deiner Seite.
    So geh ich nicht verlor'n.

    Du decktest mir den Rücken,
    wie immer ich auch focht.
    Du bist mein Waffenbruder
    und meiner Kerze Docht.

    Ich bin kein guter Sieger -
    ein Denkmal steht allein -
    denn nur in deinem Schatten,
    will ich noch Krieger sein.

    Ich will die Klinge spüren,
    und deines Rückens Schweiss
    Mich wagen und dich schützen,
    ist alles, was ich weiss...

    So wird das Schicksal letztlich
    mich doch nicht hintergeh'n:
    Ich werde strauchelnd fallen
    - doch kämpfend aufersteh'n.
    Geändert von yarasa (04.11.2006 um 21:52 Uhr)
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

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    yarasas Fingerübungen

    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  2. #2
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    Hallo!
    Super, dein Werk!
    Die bilder sind sehr schön, besonders das vom kerzendocht!
    weiter so..jetzt fällt mir wirklich nichts mehr ein, das ich kritisieren könnte

    Grüße
    C~K
    Der Boden unter meinen Füßen bewegt sich wie Treibsand;
    Aus keiner Ecke leuchtet mir mehr ein Licht.
    Ich muss den Sand der Zeit aus meinen Augen reiben.
    von Dornenrose in "Schwarzes Licht"

  3. #3
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    Liebe yarasa,

    irgendwie habe ich so viele Gedanken zu diesem gedicht und ich weiss einfach nicht wie ich sie aufschreiben soll.
    Es drückt für mich auf eine Art Entschlossenheit und doch Unsicherheit aus.
    Das schon erwähnte Bild mit dem Docht gefällt mir auch besonders.
    Der Schluss ist für mich auch sehr gelungen er hat einen starken ausdruck,
    er zwingt einem fast dazu eine Zeit lang einfach nur dazu sitzen und auf dein Gedicht zu starren. (so ging es mir aufjedenfall).

    sehr gerne gelesen.

    Liebe grüsse,
    beissi
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  4. #4
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    Liebe yarasa

    ich mag mich mal am ixen versuchen, ich hoffe, du verzeihst mir, wenn ich daneben liege..denn auch das will gelernt sein.

    Du kennst den Weg des Kriegers:
    denn bläst des Herolds Horn,
    steh ich an deiner Seite.
    So geh ich nicht verlor'n.


    XxxXxXx
    XxxXxX
    XxxXxXx
    xXxXxX

    Du decktest mir den Rücken,
    wie immer ich auch focht.
    Du bist mein Waffenbruder
    und meiner Kerze Docht.


    xXxXxXx
    xXxXxX
    xXxXxXx
    xXxXxX

    Ich bin kein guter Sieger -
    ein Denkmal steht allein -
    denn nur in deinem Schatten,
    will ich noch Krieger sein.


    xXxXxXx
    xXxXxX
    xXxXxXx
    xXxXxX

    Ich will die Klinge spüren,
    und deines Rückens Schweiss
    Mich wagen und dich schützen,
    ist alles, was ich weiss...


    xXxXxXx
    xXxXxX
    xXxXxXx
    xXxXxX

    So wird das Schicksal letztlich
    mich doch nicht hintergeh'n:
    Ich werde strauchelnd fallen
    - doch kämpfend aufersteh'n


    xXxXxXx
    xXxXxX
    xXxXxXx
    xXxXxX

    Möglicherweise betone ich inS1 Z4 falsch, da liegt meines Erachtens nach der einzige Fehler
    der aber nicht ins Gewicht fällt.

    Zum Inhalt:
    Scheinbar wird hier ein Kriegerschicksal beschrieben, einer, der nicht kämpfen will, aber muss.
    Aber ich denke, es steckt viel mehr dahinter:
    Ein Mensch, von Schicksalsschlägen gepeinigt und aufgerieben, will einfach nur Ruhe finden und sich anlehnen können.

    Ein nachdenklich machendes, sich fein und flüssig lesendes Werk aus deiner Feder.

    Gern gelesen und kommentiert.

    Salü,
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

    ©
    auf alle meine Texte!

  5. #5
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    Hallo ihr,
    lieben Dank für die Kommentare

    @Beiss Mich
    Es gibt auch für mich solche Gedichte, die mich berühren, irgendwie - und oft hab ich dann auch keine Lust, sie zu sezieren, weil dadurch wohl etwas verloren gehen würde. Schön aber, dass es eine Art Nachhall in dir erzeugt.

    @Katzi
    Die x sind nicht ganz astrein - denn die Strophen sind durchgängige Jamben.
    Das ist oft etwas schwierig, gerade, wenn wie in der ersten Strophe viele einsilbigen Wörter auftauchen, da wird das Betonungsschema zu einer Art vabanque-Spiel.
    Allerdings ist hier der Anfang auch sinngemäss jambisch betont - das Augenmerk liegt inhaltlich auf kennst, wer ihn kennt ist eher nebensächlich. Die zweite Zeile hab ich abgeändert, und bei erklingen ist die Betonung dann wieder klar.

    Inhaltlich ist es ein sehr privates Bild, das sich schwer in Worte fassen lässt, ohne zu viel preiszugeben. Es geht aber, so viel kann ich sagen, um Seelenverwandschaft und um die Frage, ob Seelen immer mit dem gleichen Geschlecht wiedergeboren werden...

    LG
    yarasa
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  6. #6
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    Liebe yarasa,

    habe deine interessante Andeutung hinsichtlich "Seelenverwandtschaften" gelesen und muss als bekennender Reinkarnationsfreak sagen, dass mir deine "Soldatenbraut" in diesem Kontext schon stark anspricht, zumal man mir erst neulich mitteilte, dass ich selber eine "Kriegerseele" sei, *zwinker* womit allerdings seit der Franz. Revolution, in der mich die Jakobiner wohl mit Hilfe der Erfindung des Monsieurs Guillo etwas verkürzten, Schluss ist...

    Nachdem du so lieb warst, mir das Wesen der korrekten Betonungsfindung etwas näher zu bringen, habe ich die Jamben mal gemäß deinen Empfehlungen abgeklopft, und siehe, es klappte bestens. Vielleicht werde ich ja noch auf meine alten Tage ein Metrikerkennungsgenie...

    Dein LI scheint demnach auch so etwas wie eine Kämpfernatur zu sein, eher gewesen zu sein, denn sie will ja nur noch im Schatten des LD weiterhin ein Krieger sein, womit du einen Wandel im Wesen des LI andeutest. Dagegen spräche allerdings der Wortlaut der letzten beiden Verse:

    Ich werde strauchelnd fallen
    - doch kämpfend aufersteh'n
    da hier die Rede von "auferstehen" und nicht von "aufstehen" ist, hm, ein Widerspruch oder gewollt?

    Liebe Grüße
    crux

  7. #7
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    Hallo crux

    auch dir danke für die Rückmeldung.

    Es ist schwierig mit diesem Text, da er sehr aus der Stimmung und aus dem 'Bauch' heraus entstanden ist, fällt es mir schwer, die einzelnen Teile genau auseinander zu klamüsern.
    Allerdings geht es schon um's 'auferstehen' - denn Kämpfen und kriegen ist nicht ganz das Gleiche, wie du sehr wohl weisst...

    Man kann ja mit 1000 Waffen kämpfen, nicht nur mit dem Schwert.

    LG
    yarasa
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  8. #8
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    Obwohl doch vom kriegen und kämpfen die rede ist, ist es doch liebevoll beschrieben!
    Seite an Seite, echt schön gemacht..
    gruss wunnie
    ___Nicht am Rand-nein-Mittendurch___

  9. #9
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    Hallo Wunnie

    auch dir danke ich zum Kommentar 'liebevoll'; er trifft den Nagel doch ziemlich auf den Kopf.
    lächel

    LG
    yarasa
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