Thema: Engel

  1. #1
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    Engel

    Denk ich an die Zeit,
    ruft mein Herz nach Dir,
    früher ertrug ich Liebesleid,
    dann kamst Du zu mir.

    Augen wie von Gott gemacht,
    blicken zeitlos schön mich an,
    der Mund darunter fröhlich lacht,
    alles voller Zauberbann.

    Dein Haar, wie Seide in der Hand,
    duftet nach Jasmin,
    Haut wie ein samtenes Band,
    wärmt wie Feuer im Kamin.

    Deine Bewegung ist wie Fantasie,
    berauschend und auch Elfengleich,
    Bleibe bei mir, gehe nie,
    einzig Deine Liebe macht mich reich.

    Deine Züge hat das Glück,
    es berauscht mich Tag für Tag,
    niemals mehr will ich zurück,
    was immer auch noch kommen mag.

    Mit Dir ist selbst der Winter warm,
    der Frühling schmeckt wie Du,
    der Sommer voller Liebesscharm,
    der Herbst deckt mich mit Küssen zu.

    Jede Stunde ohne Dich,
    ich kannt es selber kaum,
    ist einsam und auch fürchterlich,
    denn Du nur bist mein Traum.



    Für Kamila
    Geändert von Horus2003 (18.10.2006 um 21:20 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Horus,
    ich habe Dein Gedicht gern gelesen. Dein Engel hat Dich ja gleich mit beflügelt. Deshalb will ich ganz zart kritisieren, eigentlich nur anmerken: Wenn Du in der ersten Strophe (3. Vers) statt "ertrug" nur "trug" setzt, tuts dem Sinn keinen Abbruch, aber Du bliebest beim trochäischen Versfuß. In der zweiten Strophe wechselst Du - und ich ehe keine inhaltliche Notwendigkeit - vom regelmäßigen Trochäus in einen jambischen Vers. Es ginge rein formal mit "froh der Mund darunter lacht", denk mal drüber nach. In der dritten Strophe geht es querfeldein: Einem vierfüßigen Jambus folgt ein dreifüßiger Trochäus, das Komma und die berechtigte kleine Pause rechne ich als Senkung (wie im vierten Vers); der dritte Vers macht mir die meisten Kopfzerbrechen. Da er aber eine schöne Regelmäßigkeit aufweist "Haut wie ein samtenes Band" ist schlicht und schön und lässt den Samt in der Mitte wichtig erscheinen, wird er nicht kritisiert. In der 4. Strophe gibt es am Anfang eine kleine Unregelmäßigkeit, der zweite Vers ist ein vierhebiger Jambus wie der erste, dann wechsest Du in einen vierhebigen Trochäus im dritten Vers, um im vierten mit einem Fünfheber zu schließen. Ähnliches gilt für die Folgestrophen. Zu den verwendeten Bildern nur eine Anmerkung: "Haut wie ein samtenes Band, wärmt wie Feuer im Kamin" - das kommt mir ein bisschen verquer vor. Haut kann natürlich sein wie ein samtenes Band, Haut kann auch wie ein Feuer im Kamin wärmen. Aber die Gleichzeitigkeit dieser wunderbaren Hauteigenschaften scheint mir nicht so recht stimmig zu sein. Ich hoffe, meine Anmerkungen klingen nicht zu schulmeisterlich; soviel Mühe mache ich mir nur mit Werken, bei denen es sich lohnt.
    Geändert von Festival (22.10.2006 um 14:05 Uhr)

  3. #3
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    29
    hallo horus,
    also ganz grossen respekt vor deinem werk.
    sehr schön zu lesen, und man kann sich mit hinein versetzen!
    sehr schön, weiter so

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