Thema: Schmerz

  1. #1
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    Schmerz

    Schmerz
    ****************************

    Es war schon wieder da,
    Der stumpfe Schmerz, ganz tief,
    Da, wo sich mein Herz befindet.

    Es kam so plötzlich, unerwartet...
    Der Stich, wie eine scharfe Klinge
    Ging mir durchs Herz und hat ein Stück von ihm
    Mit einem groben Schnitt getrennt.

    Die Wunde blutet, es tut so weh,
    Aber ich muss den Schmerz ertragen.
    Mir ist so kalt, ich friere fast,
    Obwohl die Sonne scheint...

    Gefühle sind verstummt, ich spüre nichts,
    Der Atem geht mir aus.
    Ich habe keine Kräfte mehr,
    Meine Welt geht runter!
    Geändert von Svetlana_25 (18.10.2006 um 22:03 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Svetlana,
    in Deinem Profil verbietest Du, dass jemand deine Gedichte kopiert. Nachdem ich "Schmerz" gelesen habe, habe ich die Gefährdungsstufe für unberechtigtes Kopieren herunter gefahren. Fangen wir mal an mit der Kritik: In der "stumpfe" Schmerz wird ja, wie in Strophe 2 beschrieben, von einer scharfen Klinge verursacht. Da weder Dich noch mich schonmal jemand ins Herz gestochen hat, ist es schwierig zu sagen, ob es ein stumpfer oder andersgearteter (z.B: stechender) Schmerz wäre. Ich denke, "schneidender" Schmerz läge näher. "ganz tief, da, wo sich mein Herz befindet". Das Herz befindet sich "tief"? Sicher bei Leuten, denen es in die sprichwörtliche Hose gerutscht ist. Sonst sitzt es eher ziemlich hoch und ziemlich nah unter den Rippen. In Strophe 3 tut `s weh, Du musst Schmerz ertragen, dir ist kalt (was soll das "ich friere fast" - klar friert man, wenn es "so kalt" ist) und, o Wunder, in Strophe 4 spürst du nichts. Nach einem Stich ins Herz, der - wie geht das eigentlich "ein Stück von ihm mit einem groben Schnitt getrennt" (hat), da geht einem nicht der Atem aus, da verblutet man. Es ist übrigens schier unmöglich, jemanden ins Herz zu stechen (mit einer scharfen Klinge) und dabei ein Stück vom Herzen runter zu säbeln. Was ich damit sagen will: Bei aller Fantasie müssen die Bilder stimmen. Aber egal ob erstickt oder verblutet "Mein` Welt geht runter" - in den Keller?
    Geändert von Festival (21.10.2006 um 00:49 Uhr)

  3. #3
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    hallo kulturh.,
    ich denke deine kritik ist wirklich zum lachen,
    also wie du versucht den verfasser lächerlich darzustellen.
    Es sind Bilder bzw. Metaphern in denen gesprochen wird.
    Du sagst selber,dass wir nicht wissen wir der Schmerz am Herzen wahrgenommen wird, und dann sagst du dass es besser wäre ,ihn als ,,schneidend,, zu beschreiben!also deine aussagen sind paradox und alles andere als konstruktiv.

  4. #4
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    Hallo, sweetplayboy,
    nichts liegt mir ferner, als einen Verfasser/eine Verfasserin lächerlich zu machen. Schön, dass Du Dich ins Zeug schmeißt und glaubst mich belehren zu müssen, dass da "Bilder" und "Metaphern" sind. Wo ist da eine Metapher? Und meine Kritik -vielleicht ein bisschen ironisch- bezieht sich ja eben auf die falschen Bilder. Was liegt näher (ohne den Schmerz zu kennen), als bei einer scharfen Klinge an einen schneidenden oder auch stechenden Schmerz zu denken. Und wenn ein Bild wie "scharfe Klinge - Stich ins Herz - ein Stück abgeschnitten" einfach nicht stimmig ist, dann hilft auch keine Ausrede wie Metapher. Ich denke übrigens, dass Svetlana sich sicher zu wehren weiß (und vielleicht die eine oder andere kleine Änderung vornimmt).
    Dennoch: Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit.
    heinzi
    Geändert von Festival (16.10.2006 um 14:39 Uhr)

  5. #5
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    ja,
    du scheinst ja schön formulieren zu können,
    aber denoch denke ich dass dir das gedichte lesen/schreiben schwer fällt...
    Ein gedicht ist etwas rein subjektives, und ebenso die meinung die man sich zu diesem macht---> interpretationsfreiheit.
    deswegen, lass ich dich jetzt auch in ruhe, da du dir deine meinung machst,
    aber was sind denn bitte falsche bilder? oder richtige?
    ich verteidige nicht svetlana, sonder das werk, welches du meiner meinung nach, zu unrecht in den fehler-keller stellst.
    aber jedem das seine... jut heinzi, viel spass noch

  6. #6
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    Lieber sweetplayboy,
    Du hast Recht. Sowohl das Lesen, noch viel mehr das Schreiben fällt mir sehr schwer. Oder anders ausgedrückt: Ich mache es mir nicht leicht. Belassen wir es dabei.
    Gruß! heinzi
    Geändert von Festival (19.10.2006 um 11:21 Uhr)

  7. #7
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    ah heinzi,
    hoffe du nimmst das nicht persönlich,
    es kam vllt so rüber...
    deine kritik ist deine, meine ist meine...(obwohl man meines, nicht als kriktik bezeichnen kann)

    sorry für die arroganz, welche ich ausdrückte...

  8. #8
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    So ... nun da ihr offensichtlich fertig seid ...

    Hi Svetlana

    Mit dem *stumpfen* Schmerz gehe ich mit Heinzi konform, wenn dann würde mir *dumpf*
    mehr zusagen...

    Zu deinen letzten beiden Zeilen...
    Gefühle sind verstummt, ich spüre nichts,
    Der Atem geht mir aus.
    Ich habe kein' Kräfte mehr,
    Mein' Welt geht runter!
    Ich habe keine Kräfte mehr
    und meine Welt geht unter.


    würde sich meiner Meinung nach flüssiger lesen lassen und du hast das lästige ' weg ...
    Ansonsten finde ich es nicht so schlecht... auch wenn so manche Bilder nicht stimmen mögen...


    lg... Shadow...
    neu: Düsteres Tal
    Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt den Augen verborgen.
    ( Der kleine Prinz, Saint Exupéry )


  9. #9
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    Hallo, Kulturheinzi!

    Danke dir für die Kritik meines Gedichtes und für deine Bemerkungen. Jede Kritik höre ich gern an, da die Meinung anderer Menschen mir wichtig ist!!!
    Als ich deine kritischen Hinweise gelesen habe, habe ich mein Gedicht ganz anders wahrgenommen, nämlich mit deinen Augen! Du kommst zur Sache wie ein Analytiker, der versucht der Seeelenzustand der Wirklichkeit anzupassen. Du nimmst alles wörtlich und findest, dass meine Strophen nicht übereinstimmen. Kann sein, dass du Recht hast, aber in meiner Verteidigung würde ich das folgende sagen:
    Ich habe versucht stufenweise den Zustand vom Schmerz zu beschreiben. Der „stumpfe Schmerz“ am Anfang, weil er wie ein Echo von früherem Schmerz herausgerufen war, deswegen „es war schon wieder da…“.
    Dieser Schmerz war nicht von einer scharfen Klinge verursacht! Die habe ich zum Vergleich genommen, um zu beschreiben, wie man sich fühlt, wenn jemand in der alte Wunde herumbohrt, deswegen „die Wunde blutet…“.
    „Ganz tief, da wo sich mein Herz befindet“ – ja, natürlich, laut Anatomie, es ist hoch und nah unter den Rippen, wie du auch sagst, aber in diesem Fall ist das Herz gleich die Seele!
    „ Ich spüre nichts…“ bedeutet, dass man solchen Zustand hat, bei dem alles schon gleichgültig ist!
    Und „Meine Welt geht runter“ bedeutet nichts anderes, als man verliert den Boden unter den Füßen und den Wunsch zu leben!!!

    Gruß Svetlana

  10. #10
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    Hallo, Shadowlady!

    Danke dir für deinen Vorschlag!!! Würde auf ihn eingehen, es klingt viel besser und wie du sagst, flüssiger!!! Danke!!!

    Gruß Svetlana

  11. #11
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    Hallo, sweetplayboy!

    Danke dir auch für deine Aufmerksamkeit zu meinem Gedicht und für deine Meinung! Jeder Mensch hat seine eigene Meinung und betrachtet die Bilder nach seinem Winkel, deswegen stimmen die Interpretationen des Menschen nicht immer. Aber deine Diskussion mit Kulturheinzi fand ich sehr interessant!!!

    Gruß Svetlana
    _________________________

    "Das Bild ist die Mutter des Wortes" (Hugo Ball)

  12. #12
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    Liebe Svetlana,
    Deine Reaktion ist goldrichtig! Lass Dir nicht einfach was vor die Birne knallen, sondern wehr Dich. So weit, so gut. Ich - ein Analytiker? Na ja, wenn Du es nicht negativ meinst, ist das o.k. Analysieren wir nicht immer, wenn wir interpretieren, kritisieren? Der zweite Vorwurf hat mein kleines goldenes Herz tief getroffen: Ich versuche, Seelenzustände der Wirklichkeit anzupassen? Nee, da hast Du mich falsch verstanden. Lies doch bitte mal die ersten Verse des Goethegedichts "Prometheus" und dann sage ich Dir, was mir unter anderem daran auffällt. "Bedecke deinen Himmel/Zeus/mit Wolkendunst/und übe/dem Knaben gleich/der Disteln köpft/an Eichen dich/und Bergeshöhn/musst mir meine Erde doch lassen stehn/und meine Hütte/die du nicht gebaut/und meinen Herd/um dessen Glut/du mich beneidest -genug-
    Der Seelenzustand des angeketteten Prometheus, dem tagsüber ein Adler die Leber zerhackt, weil er (Prometheus) gegen den Willen der Götter den Menschen das Feuer gegeben hat, ist unerreicht gut geschrieben. Dieser "Selbstvollender" Prometheus sagt an der Stelle des Goldenen Schnittes "hast du nicht alles selbst vollendet/heilig glühend Herz usw.
    So - was ist mir daran aufgefallen? Beachte mal die Reihenfolge der Wörter:
    HIMMEL (ganz oben) ZEUS (auch in dieser Gegend) WOLKENDUNST (bisschen tiefer als Himmel) dem KNABEN gleich (da springt er vom erhabenen Zeus ganz runter, und da steht ein Knabe, der DISTELN köpft (und die Disteln sind kleiner als der Knabe) an EICHEN (da gehts wieder rauf) und BERGESHÖHN (noch weiter rauf) meine ERDE (da ist er wieder auf Grund und Boden) HÜTTE (steht auf der Erde) HERD (steht in der Hütte) GLUT (die ist im Herd). Und das kannst Du auch in anderen sehr guten Gedichten verfolgen. Da ist nix Gezwungenes, die Seelenzustände werden nicht direkt geschildert (das wäre auch zu platt), an keiner Stelle sagt Prometheus "ich habe Schmerzen", aber man weiß, dass er unendliche Schmerzen hat. Wenn Du noch ein zweites glänzendes Beispiel lesen willst, dann lad Dir mal aus dem Internet (es sei denn, Du hast ein paar Goethegedichte zur Hand) "Mahomets Gesang" runter. Weißt Du, nach der Lektüre ging bei mir ein ganzer Kronleuchter auf. Dass ich gegen solche Dichter ein jämmerlicher Stümper bin, weiß ich nur zu gut. Aber Mühe darf man sich geben. So, meine lange Antwort soll Dir gezeigt haben, dass ich nicht um des Kritisierens Willen mal den Finger in die Wunde lege und - dass ich Deine Bemühungen sehe und anerkenne.
    Liebe Grüße!
    heinzi
    Geändert von Festival (22.10.2006 um 00:52 Uhr)

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