1. #1
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    Aus der Hoamat, ausm Sinn (Mundart)

    Voterland, „ Pfiat Gott“, sog mer,
    Dass man in de Landln kimmt
    von de koa oanzigs Gschichtl stimmt.

    Drieber übern Brennerpass,
    An di Welschen goa vorbei,
    Hei, des weat a Hatscherei.

    Dohin, wo de Viecher sein,
    De i kenn von Hellabrunn,
    Unter da zach hoaßen Sunn.

    Hopps es epper Angscht vorm Weiten?
    Na, do kannt ma ewig streiten,
    Sobold es nacher barschtig seits!
    Geändert von mood.on.paper (24.10.2006 um 23:40 Uhr)
    Der Boden unter meinen Füßen bewegt sich wie Treibsand;
    Aus keiner Ecke leuchtet mir mehr ein Licht.
    Ich muss den Sand der Zeit aus meinen Augen reiben.
    von Dornenrose in "Schwarzes Licht"

  2. #2
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    Griasch di, mood.on.paper,

    ich nehme mal an, dass ich die Ehre mit einem Tiroler/einer Tirolerin habe. Sehr sympathisch, habe ich doch selbst in Innschbruckch studiert.

    Zu deinem Gedicht: Astrein ist es nicht, wenngleich ich mit dem Dialekt meine Freude hatte. Aber formal sind dir doch einige Schnitzer unterlaufen - kemmen/kennen ist bestenfalls ein sehr unreiner Reim, in der vierten Strophe brichst du überhaupt mit dem Reimschema und metrisch schaut es mich auch nicht ganz sauber an. Vor allem fällt auf, dass in Strophe 2, Zeile 3 ein "a" vor der Hatscherei fehlt.

    Witzig zu lesen war es aber - wenn du das formal auch noch ein wenig straffen könntest (auch, wenn ich weiß, wie schwer das im Dialekt ist), dann gibt es von mir die Daumen nach oben.

    Viele Grüße

    Thomas
    "Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben fähig ist."
    Jorge Luis Borges


    Mein Wiedereinstiegsgedicht nach all der Zeit: So ist mein Herz ein dunkler Teich

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  3. #3
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    Ja da könntest du recht haben, mit dem was du über die formalen dinge gesagt hast! Ich habe es am anfang total unterschätzt, wie schwer es ist, in der mundart ein gedicht zu verfassen!
    Der letzte teil fällt bewusst aus der reihe, er soll so etwas wie die kernaussage darstellen!
    Ich werde das ganze noch einmal überarbeiten, aber nicht mehr heute, dazu habe ich zu starke kopfschmerzen...die früchte eines flüssigen abends ; )

    ich bin doch positiv überrascht, dass da gedicht überhaupt jemand verstanden hat, schließlich handelt es sich hierbei um härtesten Dialekt aus einem seitental in der nähe von innsbruck ^^

    lg
    C'K
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    von Dornenrose in "Schwarzes Licht"

  4. #4
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    Servus,

    wie schon gesagt: Ich habe in Innsbruck studiert, fast fünf Jahre lang. Insofern kann mich dialektmäßig da kaum was erschüttern, so lange wir uns auf der richtigen Seite des Brenners befinden.

    Aus welchem Tal kommst du denn? So spontan würde ich fast aufs Zillertal tippen, dort geht es, was den Dialekt betrifft, ja wirklich ab!

    Viele Grüße

    Thomas
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  5. #5
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    Na dann ists ja recht ^^!
    Ich komme aus dem Stubaital wir haben einen beinharten, bäumeausreißenden zutiefst männlichen Dialekt

    C;k
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    von Dornenrose in "Schwarzes Licht"

  6. #6
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    Servus,

    ja, im Stubaital war ich natürlich auch schon und mit dem Dialekt hast du Recht.

    So, jetzt aber off-topic Ende, bevor man uns hier noch eins überzieht. War mir jedenfalls eine Freude, dein Gedicht zu lesen, wenngleich meine formale Kritik nach wie vor steht. Aber vielleicht gelingt dir da ja noch eine Verbesserung bei Zeiten.

    Viele Grüße

    Thomas
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  7. #7
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    Hi Mood...

    Also find ich total gut gelungen dein Gedicht...
    Freu mich auf ein Landsleute gestoßen zu sein, auch wenn ich aus der ganz
    anderen Ecke (aus NÖ) komm. In der Mundart zu dichten, vor allem in dieser, stell ich mir
    wirklich schwer vor. Verstehen, ja tu ichs, da ich mal zwei Monate in Innsbruck
    Dienst geschoben hab (danach hat mich meine eigene Familie zu Hause nicht mehr
    verstanden... grins... ) Gefällt mir sehr gut und freu mich wieder was von dir
    zu lesen

    lg... Shadow...
    neu: Düsteres Tal
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    ( Der kleine Prinz, Saint Exupéry )


  8. #8
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    Hi,

    ja, ich verstehe es auch, obwohl ich aus dem Osten komme

    Schön, mal was richtig österreichisches zu lesen. Die Frage der Munarten ist also geklärt, ich möchte nicht mit dem der Tiroler konkurieren.

    Oft ist es doch so, dass es viele aus der Heimat zieht, die aber dann in späten Jahren wieder zurückkehren. Ich vertrete ja die Ansicht, dass man einige Zeit seine Heimat verlassen sollte, ich denke, es bringt einen weiter.

    Dein Gedicht hab ich sehr gern gelesen, mood.on.paper.

    Griaß di
    Eva
    EvaAdams

    (c) Mein Werkverzeichnis: Unterm Feigenbaum = überholungsbedürftig, aktuelles bitte unter Profil nachsehen


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  9. #9
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    Ja seawas, grias enk^^
    So, mich wundert dass ich hier soviel positieves über das gedicht höre, wenn ich daran denke, dass ich es beinahe nich veröffentlicht hätte..vermutlich aus einer leichten scham oder so etwas..aber dann dacht ich mir:" Verdammt noch mal, ich muss doch aufgrund eines so schönen dialektes, den ich nun einmal besitze, mich nicht beschämt fühlen, oder? Schließlich kann ich ja auch genausogut/-schlecht hochdeutsche gedichte verfassen.

    Danke für die kritiken, als gegenleistung habe ich noch einmal so richtig in das ding reingepfuscht..dafür musste aber der dialekt etwas leiden..
    Es ist nicht übertrieben, ich glaube ich so angestrengt um worte zu finden hab ich mich noch nie *gg*..naja trotz alledem hab ich auch oft ziemlich lachen müssen.

    In der ersten strophe ist mir im letzten vers wirklich nichts, aber auch gar nichts eingefallen was ins versmaß gepasst hätte von der silbenzahl her..hilfe nehme ich hierbei dankend an!

    Noch mal vielen lieben dank
    habidiehre,

    CVK
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  10. #10
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    Hi mood,

    schön geworden. Ich denke, deine Mühe hat sich gelohnt und würde es so lassen.

    Liebe Grüße
    Eva
    EvaAdams

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  11. #11
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    Hi Mood...

    Find Eva hat recht ... würd da auch nix mehr rumpfuschen dran..
    Außerdem ... wir sind doch bei experimenteller Lyrik oder ?? ... grins..

    Na, ist gut geworden so...

    lieben Gruß

    Shadow...
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  12. #12
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    Hallo mood,

    auch von mir noch eine schnelle Rückmeldung: Die Verbesserungen sind dir gut gelungen und ich würde jetzt auch nicht mehr allzu viel herumpfuschen. Zwar ist die Metrik immer noch nicht ganz einwandfrei, aber man kommt ganz gut durch.

    Der Form halber noch schnell die Ixerei:

    Voterland, „ Pfiat Gott“, sog mer,
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    von de koa oanzigs Gschichtl stimmt.


    XxXxXxX
    XxXxXxX
    xXxXxXxX

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    XxXxXxX
    XxXxXxX
    XxXxXxX - perfekt!

    Dohin, wo de Viecher sein,
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    XxXxXxX
    XxXxXxX
    XxxXxxX (oder: XxxXXxX) - hier ruckelt's jedenfalls ein wenig

    Hopps es epper angscht vorm Weiten? (Angscht groß)
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    XxXxXxXx
    XxXxXxXx
    xXxXxXxX

    Viele Grüße

    Thomas
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  13. #13
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    Vielen lieben dank, das ist so nett von dir! Auf ein wiederschreiben ^^
    gruß
    c~k
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  14. #14
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    Hallo mood.on.paper,

    Bischt a Tiroler bischt a Mensch,
    Bischt ka Tirol bisch oasch.

    Vom an Menschen an den andern, und die baggafahrer und die schilehrer lass i ietz a mal weg.
    Hat ma guat gfallen, was auf staubaitalerisch zlesen.

    katze griaßt aus innschbruckkkk des stubaital
    "Denn bald erwachen die Gedanken
    und der Tag bricht an"


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