1. #1
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    Kein schoener Land

    Freunde, Brueder, Lasst uns feiern!
    Heut ensteht der neue Staat,
    Der uns, neben Recht und Freiheit,
    Auch den Glanz zu bieten hat!

    Stellts euch vor ein eurem Geiste!
    Freunde, welch ein Ringelreihen!
    Jeder ist dem anderen Bruder,
    Und so stolz, dabei zu sein!

    Alle meschen dieser Erde!
    Seelig, und im Herz vereint,
    Erfreuen sich der hellen Sonne
    Die Stehts auf jedes Fleckchen scheint!

    Ordnung, Alltag und doch Freiheit,
    Arbeit, Freude, jedermann,
    Der sich in der Landesliebe,
    Und dem Stolze sonnen kann.

    Und selbst das kleinste aller Teile
    Huldigt laut der Symmetrie!
    Trinket, Brueder! Hoch die Becher!
    Diesen Staat gibt es doch nie...

    - aus dem Munde eines betrunkenen Visionaers,
    nachts um halb drei in einer Kneipe in Berlin-Mitte
    "Die groessten Kritiker der Elche,
    waren frueher selber welche!"
    -F. W. Bernstein

  2. #2
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    Hallo QoN!

    Ja, die letzte Zeile relativiert hier das ganze GEdicht. Ein Land in dem alles eitel Sonnenschein ist, sprich ein Utopia gibt es nicht und ob es so etwas jemals geben wird, steht in den Sternen.

    Aber Dein Gedicht gibt die Freude und Hoffnung - trotz des bitteren Nachgeschmacks - gut wieder. Es liest sich sehr locker und vermag es mitzureißen.

    Gern gelesen
    gott

  3. #3
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    ja... du hast recht.. die lezte zeile relativiert...

    und das ist bewusst. ohne sie waer das gedicht ohne kontext.
    ich will ja nicht alle traeumereien zerstoeren oder sowas, sondern lediglich zum realismus aufrufen. viele politische loesungsansaetze heutzutage (vor allem in den rechts/links extremen bereich sind utopisch.
    desshalb diese eine zeile.

    vielen dank fuers lesen!

    gruss
    "Die groessten Kritiker der Elche,
    waren frueher selber welche!"
    -F. W. Bernstein

  4. #4
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    Kein schoener Land

    Hallo Qon,
    gleich nach der 1. Strophe erfasste mich "Freude schöner Götter Funke" und ich las dein Gedicht fast singend. (Habe einst ein Orchester und Chor über zwei Wochen auf Konzertreise begleiten dürfen - 9. Symphonie von Beethoven).
    Die ungebeugte Hoffnung in deinem Gedicht macht froh, trotz der Relatievierung im letzten Vers. Träumen darf man.
    Dein Gedicht gefällt mir sehr.
    Liebe Grüße
    Dana
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