1. #1
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    Griechenland Teil IV

    Weh! Es zerbricht in viele Teile,
    was ein Phidiasenkel schuf.
    Schrecken! Grauen!
    Köpfe rollen, Arme fallen, Beine blinken,
    schimmern bleich im dunklen Gras.
    Mond, zerspringe!
    Sterne, sterbet!
    Meister, Meister,
    hab `s verschuldet, ängstige mich und weine heftig.

    Nur kurze Frist vergönne, o Meister,
    und deine Vergebung dem weinenden Schüler!
    In mühvoller Arbeit will ich
    den Fehler berichtigen,
    den ich unschuldig-schuldig gemacht.

    Das Bildnis der Göttinnen, von deiner Hand befreit
    aus Marmorfels, o Meister, so vollkommen geschaffen,
    dem Schüler zerbrach es, der unkundig, voll Eifer
    und in eilender Hast, ohne Anleitung des Lehrers,
    seinem geliebten Meister zur Ehre und freud`gen Überraschung zugleich,
    auch den staunenden Blicken kunstsinniger Menschen,
    das Bildnis der Göttinnen aufrichten wollte im Park.

    Auf mich gehört! Die nutzlosen Tränen fort!
    So klingt durch mein Schluchzen des Meisters befehlendes Wort:
    Füg sorgsam wieder zusammen, was du zerbrochen!
    So hat der Meister zu mir gesprochen.

    Im Dunkel beginne ich stolpernd die Suche mit spähenden Augen,
    ertaste mit fahrigen Händen verstreute Arme und Beine.
    Erinnerung hilft den Sockel richtig zu setzen, doch dann
    verweigern geschmeidige, herrliche Waden mir schon den Gehorsam.
    Die Schenkel, vollendet geformt, vermehren wie immer die Mühe,
    und ratlos, verzweifelnd, setz ich die begonnene Arbeit fort.

    Welcher Göttin diese Füße, diese Zehen, jene Knöchel?
    Taste weiter, suche, - finde Waden; wähl bedächtig wie am Strand
    ein Knabe Muscheln, setz sie prüfend da- und dorthin,- ach! Dreier
    Frauen Einzelteile zu bestimmen, einzufügen: Schier unmöglich!
    Dort im Grase eine schlanke, guterhalt`ne weiße Wade; welches Knie
    bindet sie an welchen Schenkel? Beine sind sehr bivalent.
    Die gewünschte Stellung einzunehmen, sträuben sich der Pallas Schenkel wohl zumeist.
    Finde feingeformte Finger, fühle, wie die flachgewölbte Mulde
    einer kühlen Hand sich der eignen fiebrig-heißen anschmiegt.
    Ein zerbrochner Unterarm
    verbirgt den Blicken einen krausbelockten Hügel; greife zu ...
    ein Bäuchlein find ich, wohlgeründet, schön geglättet, doch ein allerliebster
    Nabel,
    einem Salbennäpfchen gleicht er, zeigt, wie meisterhaft der Meißel
    außer Ellenbogen, Armen, auch dies Bäuchlein nachgestaltet.
    Zarte Knospen runder Brüstchen
    streifen meine Finger -oh!- nicht nur die Lippen schwellen mir zum Liebesspiel.
    Schultern gilt es einzusetzen, alabasterfarbne Hälse
    machen mir schon klein`re Müh. Stolze Nacken stürzten nieder,
    tragen bald die richt`gen Köpfe. Lächelnde Lippen, klassische Nasen,
    sternhelle Augen, prachtvolle Locken endlich eingefügt:
    Es ist geschafft!
    Geändert von Festival (15.10.2006 um 03:30 Uhr)

  2. #2
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    wow aua aua wow

    so langsam dämmert mir warum keiner dieses gedicht kommentieren wollte

    erster eindruck ich fühl mich erschlagen und durcheinander
    zweiter eindruck nach dem lesen schöne idee
    dritter eindruck nach dem lesen was für ein caos

    wenn du mit dem caos die zerbochene glieder dastellen wolltest hast du es geschafft aber ich glaube das war wenger dein hintergrund
    es wirkt sehr durcheinader
    die strophen haben keine einheitliche zeilengröße und auch deine strophengröße ergeben keinen sinn der diese rehctfertigen könnte
    dazu kommt diese eine strophe mit reimen einfachen fast kinderreimen die mir nciht nachvollziehbar ist
    es wirkt wie schnell drauf losgeschrieben und ohen drüber nachdenken online gestellt
    auch das sprunghafte wechseln der perspektiven verwirrt zusätzlich ohne erkennbaren grund springst du von der ich-perspektive in die erzählende
    und wieder zurück
    im ganzen gedicht baut sich nicht einmal ryhtmus auf und die metrik ist auch hinüber
    kurz gesagt:
    1.schöne idee
    2. gibt den strophen form und einheitlichkeit
    3. entweder reime oder reime nicht
    4. wenn du durch die perspektiven springst dann bitte mit grund und einleuchtend
    5. bitte gib dem stück einen lesefluss, ich weiß das die abgehackheit zum thema gehören könnte...aber auf dauer schadet sie dem besonders hier langen gedicht eher als das sie was unterstreicht
    6. überlege dir mal ob es in der richtigen kategorie ist? ich kann bei weiten hier nichts sehr romatisches oder die liebe entdecken... und das anbeten einer statur und das zusammenflicken derer reicht mir nicht für ein romantisches gedicht

    kuss und liebe grüße
    alexa
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  3. #3
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    Liebe Alexa,
    erst einmal vielen Dank für die Mühe, die Du Dir gemacht hast. Ohne mich entschuldigen zu wollen: Aber ohne die vorhergegangenen anderen Teile des Stücks "Griechenland" ist dieser IV. Teil schwer nachvollziehbar. Der IV.Teil ist ein chaotischer Traum (naja, das Chaos ist ja ganz gut rüber gekommen).
    Erst inder vierten Str. tritt ein bisschen Ordnung ein, da kommt ja auch der Chef ins Spiel. In den einzelnen Versen erkennt man bei gutem Willen so etwas wie einen Rhythmus, in der 5. Str. sind es (sag ich jetzt mal so) 6-hebige Verse. Die sechste Strophe ist ein Experiment mit dem Goldenen Schnitt. Die Strophe hat 168 Wörter. An einer bestimmten Stelle muss nach der angenommen Körpergröße der "Göttin" deren Nabel erscheinen. Tut er auch. Das die Reime in der gereimten Strophe anspruchslos/kindlich sind,na ja, sehr "erwachsen" ist der Bengel, der da heulend herumsteht und auf sein zerbrochenes Spielzeug guckt, ja nicht gerade. Ich wage ja kaum Dich zu bitten, auch noch die vorhergehénden und nachfolgenden Teile zulesen. Aber vielleicht hast Du ja gerade mal Zeit.
    Danke nochmals für Deine Arbeit!
    Liebe Grüße,
    heinzi

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