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Thema: Im Käfig

  1. #1
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    Im Käfig

    Sperr mich nicht ein mit deiner Liebe,
    gib meinen Sorgen ein Zuhaus,
    das bunte Sehnen wandert aus,
    wenn ich in
    deinem Käfig bliebe.

    Die Freiheit wirst du niemals halten,
    erdrückend deiner Wünsche Last,
    und was du nie bekommen hast,
    gelingt dir
    auch nie, aufzuspalten.

    Da draußen lockt das wahre Leben,
    das mir bei dir verwehret wird,
    ich bin bereit dich aufzugeben,
    auch wenn sich
    die Vernunft verirrt.
    *

    Ich muss gestehen, als ich badicos Text vom Käfig heute morgen las -
    es hat mich zu diesem Machwerk hier inspiriert
    Geändert von Chavali (20.10.2006 um 13:29 Uhr)
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


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  2. #2
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    Hallo Katzi,

    da gilt der Dank wohl badico, dass sie dich zu einem solch wundervollen Gedicht inspiriert hat.

    Wirklich sehr ansprechend gestaltet, der Inhalt wird sehr klar und präzise transportiert, die Sprache passt ausgezeichnet, formal scheint auch alles zu passen - wüsste nicht, wo ich da mit Kritik ansetzen soll. Also lasse ich es lieber und genieße stattdessen dein Gedicht noch einmal. Damit ist die Zeit wohl besser genutzt.

    Ach ja, das Enjambement von S2Z4-Z5 gefällt mir wirklich sehr gut - das ist mal ein Enjambement, wie es im Buche steht. Saubere Leistung!

    Viele Grüße

    Thomas
    "Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben fähig ist."
    Jorge Luis Borges


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  3. #3
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    Hallo Katzi...

    Na super deine Inspiration !
    Das Gedicht von badico hatte ich ja auch schon gelesen, also versteh ich sie auch. ( die Inspiration )

    Darf ich mal durchxen...

    Sperr mich nicht ein mit deiner Liebe,
    gib meinen Sorgen ein Zuhaus,
    das bunte Sehnen wandert aus,
    wenn ich in
    deinem Käfig bliebe.

    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXx
    XxXxXx

    Die Freiheit wirst du niemals halten,
    erdrückend deiner Wünsche Last,
    und was du nie bekommen hast,
    gelingt dir auch ....... hier das *auch* in die nächste Zeile, dann passt Metrik auch wieder
    nie, aufzuspalten.

    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxX
    xXxXx

    Da draußen lockt das wahre Leben,
    das mir bei dir verwehret wird,
    bin bereit dich aufzugeben,....... Metrik passt, aber mit einem *ich* davor würde es weniger holpern... hmmm
    auch wenn sich
    die Vernunft verirrt..... da fehlt nun was, damit die Metrik passt... verirrte vl ?

    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX
    XxXxXxXx
    xXx
    XxXxX

    Versuche mir das noch durch den Kopf gehen zu lassen für konstruktive Vorschläge dafür.
    Gefällt mir SEHR gut, vor allem kann ich mich so gut hineinfühlen.

    Kompliment !

    liebe Grüße

    Shadow...
    Geändert von Shadowlady (16.10.2006 um 10:33 Uhr)
    neu: Düsteres Tal
    Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt den Augen verborgen.
    ( Der kleine Prinz, Saint Exupéry )


  4. #4
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    Im Käfig

    Liebe Katzi,
    aus dir sprudeln die Werke nur so heraus und sind gefächert wie ein Stern. Ich meine themenartig. Du hast eine schöpferische Phase, nicht wahr?
    Mit diesem Gedicht berührst du bei mir einen bloß liegenden Nerv.
    Ich habe die Gedanken des lyr. Ich immer und immer wieder gelesen. Mir ist, als schwebten sie in der Luft.
    So flüssig und aussagekräftig läßt sich dein Gedicht lesen; klar in der Sprache.
    Liebe Grüße
    Dana
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  5. #5
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    Liebe Katzi,

    wohl wahr, was Dana sagt, du scheinst tasächlich auf einer ziemlich stabilen Inspirationswelle zu schwimmen, erstaunlich dein output in letzter Zeit, man kommt ja kaum mit dem Lesen nach...

    Hier greifst du nun das immer wieder altneue Thema dessen auf, was man zwar immer noch mit Liebe bezeichnen mag, was aber bei Licht betrachtet nichts anderes ist als verborgene Macht- und Besitzansprüche, Eifersucht und übermäßiges kontrollieren wollen in Partnerschaften, was zwangsläufig zu Spannnungen und oft genug auch zu Trennungen führt, da der höchste Aspekt und Ausdruck von Liebe, das Geschenk der gegenseitigen Freiheit ist, eine Vision, der sich die meisten heute noch nicht gewachsen zeigen, wie auch?

    Wollte ich unangemessen pingelig sein, so würde ich nach dem Verbleib des Konjunktivs in S1 fragen, da Z4 und Z5 in diesem stehen und von daher Z3 eigentlch lauten müsste: das bunte Sehnen würde auswandern, wenn..., aber dann käme die Metrik zu sehr ins Wanken. einfach: wandert' ginge aber auch zur Not.

    Die Freiheit wirst du niemals halten,
    erdrückend deiner Wünsche Last,
    und was du nie bekommen hast,
    gelingt dir auch
    nie, aufzuspalten.
    Nochmals gepingelt (nicht gepringelt wie yarasa es ausdrücken würde ): Was heißt: gelingt dir auch nicht aufzuspalten, wenn es für das LD gar nichts zum Aufspalten gibt? Unlogik oder dichterische Freiheit?
    Könnte man evtl. schreiben:
    und was du nie bekommen hast,
    veränder sichtlich
    dein Verhalten???


    Da draußen lockt das wahre Leben,
    das mir bei dir verwehret wird, (verwehret? Was mir hier vorenthalten wird)
    bin bereit dich aufzugeben,
    auch wenn sich
    die Vernunft verirrt.

    Ein sehr schöner Abschluss mit der sich evtl. verirrenden Vernunft, wie mich dein Gedicht insgesamt sehrwohl anspricht. Die paar Pingeligkeiten könnte man ja auch halbwegs ignorieren.

    Liebe Grüße
    crux

  6. #6
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    Liebe Katzi,
    mir gefällt dein Gedicht sehr, am schönsten finde ich die erste Strophe."Gib meinen Sorgen ein Zuhaus". Ein Satz der so leicht daher kommt aber so ziemlich alles transportiert, was eine Beziehung tragfähig macht.Wie ging dieser schöne Satz noch mal? In guten wie in schlechten Tagen, nur das das LD anscheinend nicht in der Lage ist die tatsächliche Ausage dieses ZUhause zu verstehen, sonst würde es das Li nicht so beschränken, sondern auf die Beziehung vertrauen.
    Liebe Katzi, das hast du gut gemacht...
    eine Babsi

  7. #7
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    Hallo Roderich,

    dein Lob macht mich jetzt aber stolz *rotwerd*
    Ich freu mich sehr, dass du den Text genossen hast - danke dir.

    Hallo Shadow,

    für die Mühe, die du dir gemacht hast vielen Dank, ich bin mir aber unsicher, ob ixsen auch für diese Versart gilt?
    Über dein Kompliment freue ich mich.

    Liebe Dana,

    ja zur Zeit habe ich einige Texte gehabt, aber so schnell wie jetzt die Ideen kamen, gehen sie vielleicht auch
    wieder vorbei...wer weiss das schon bei uns.....
    Danke auch dir für deinen Zuspruch.

    Lieber crux,

    dein Kommentar zeigt mir, dass du dich richtig gut beschäftigt hast mit meinem Text;
    deine Ideen zu Veränderungen sind auch ned übel
    Mal sehen, ob ich mit den Pingeligkeiten *zwink* etwas anfange.
    Danke dir für das Lob und deinen Kommi.

    Liebe Babsi,

    es kann eine Gratwanderung sein - erkennt man die Liebe oder ist es
    Besitzanspruch, Besitzdenken?
    Crux hat das schon sehr schön abgehandelt, so bleibt mir nur noch,

    euch allen einen lieben Gruß zu senden
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


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  8. #8
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    Hallo noch einmal,

    kurz zu der Metrik: Die Umbrüche sind zwar eigenwillig, aber passen inhaltlich ganz gut. Insofern würde ich da ein Auge zudrücken, auch wenn das Schema damit auf den ersten Blick nicht einheitlich ist.

    Viele Grüße

    Thomas
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  9. #9
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    Ja ich kann deine Inspiration verstehen Da hat er dich ja zu was richtig schönem inspiriert
    Am schönsten gefällt mir dein Schluss!

    Gruss wunnie
    ___Nicht am Rand-nein-Mittendurch___

  10. #10
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    Hallo Thomas,

    danke nochmal fürs Vorbeischauen.
    Gut, dass du das auch so siehst mit der Metrik

    Hallo Wunnie,

    sie war das, eine SIE
    Freut mich,dass mein Text dir gefällt und dank dir für dein Lob.

    Lieben Gruß,
    Katzi
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  11. #11
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    Hoppla Hab diesen Namen eher männlich interpretiert..
    Na macht nichts, jetzt weiss ichs
    Und falls SIE das liest: nicht übel nehmen!

    lg wunnie
    ___Nicht am Rand-nein-Mittendurch___

  12. #12
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    Hi Katzi,

    mir gefällt dein Gedicht auch, dem Leser wird sehr eindrucksvoll verdeutlicht, was es für das lyr. Ich bedeutet (bzw wie es sich anfühlt) "im Käfig" des lyr. Du zu sein. Somit kann man die Entscheidung des lyr. Ichs, sich nicht länger einengen zu lasen, in S3 gut nachvollziehen.

    Gern gelesen,
    lg
    Suyari

    This is the day the Lord has made; let us rejoice and be glad in it.
    ~ Psalm 118:24


  13. #13
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    Hallo Suyari,

    freut mich, dass dir mein Gedicht gefallen konnte.

    Für viele Menschen ist die Freiheit am wichtigsten - zumindest die persönliche.
    Von gesellschaftswegen (!) ist man ja nie so frei, wie man es gern hätte

    Danke dir fürs Lesen und den Kommentar.

    Lieben Gruß,
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


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  14. #14
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    Hallo liebe Milchliebhaberin


    Viel Lob geflossen und ich selbst fühle mich nicht im Stande etwas dagegen auszusetzen.
    Wie sollte ich auch, den dein Gedicht bleibt zeitlos, durchdacht und bietet keinen Ansatz für Kritik, jedenfalls bei mir

    Mir hat dein Gedicht sehr gefallen, Liebe darf man nie verwechseln. Wie in vielem ist auch in der Liebe eine Balance angebracht.

    Eben ein Seilakt, meist ohne Netz


    Liebe Grüße f.D.
    Geändert von falscher Denker (19.10.2006 um 17:55 Uhr)
    In die Massen zu schreien, ist wie in der Stille zu schweigen.
    Neuste Texte:
    Hörbares-Lied: Rote Lippen

    Mein Werkeverzeichnis:
    Die Lyrikwelt des richtig Falschen

    Lesetipp:

  15. #15
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    Liebe Katzi,

    ich schließe mich der Begeisterung der Vorredner gerne an . Da ist dir echt ein tolles Stück gelungen, vor allem die erste Strophe mit dem Bild des bunten Sehnens durch die Gitterstäbe finde ich beeindruckend.
    Und inhaltlich bleibt auch nicht die Ambivalenz außen vor, wo man doch wahrscheinlich erst später erfahren wird, ob die Entscheidung "richtig" war. Wer weiß schon in solchen Phasen, ob es zu früh, zu spät oder doch der richtige Zeitpunkt gewesen ist?
    Also, Kompliment, auch für Babsis Input, dieses hier gefällt mir noch ein Stück besser als deine "Nomadin der Liebe".

    Sehr, sehr gern gelesen und besenft.

    Lieben Gruß,
    Malle

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