1. #1
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    Der weiße Teppich- eine erotische Kurz(kurz)geschichte

    Hallo. Es würde mich freuen, wenn jemand diese kurze Kurzgeschichte liest und mir bei der Titelfindung hilft. Ich schwanke zwischen: Der weiße Teppich,Glas und Schneewittchen

    Der weiße Teppich

    Sie lag inmitten ihres weißen, flauschigen Teppichs. Das warme Abendlich fiel, gefiltert durch dünne Leinenvorhänge, in die Dachkammer und malte weiche Gelb- und Orangetöne, matte Schatten. Ein einzelner gelber Strahl wand sich zwischen den Vorhänden hindurch und tauchte den jugendlichen Körper in eine andächtige, heilige Ruhe.
    Gleicht würde er kommen. Er würde klingeln und wenn sie dann öffnete, ihr ein Geschenk überreichen. Blumen, vielleicht Wein. Dann würden sie gemeinsam hier auf diesem Teppich das Mousse au Chocolat essen, das sie zubereitet hatte und irgendwann würde er sich vorbeugen, inne halten und sanft mit seinen Lippen ihre berühren. Dann den Hals, das Decolté…
    Sie richtete sich auf und ging zum Spiegel. Große, dunkle Augen auf weißer Haut blickten scheu zurückt. Umrahmt von dunkelbraunen Locken. Irgendwie hübsch, dachte sie und zog sich die Lippen rot nach, fast wie Schneewittchen.
    Knirschende Schritte, Herzpochen, es klingelt. Etwas verlegen, mit den Händen in den Hosentaschen, steht er in der Tür. Die Augen stumpf und hohl. Plötzlich werden sie klar und mustern sie qualvoll und gierig. Er macht einen Schritt in die Wohnung, wirf die Tür zu und stürzt sich auf sie. Leidenschaftliche Küsse drückt er auf ihren Mund, ihren Hals und das Decolté. Die Finger suchen grob den schnellsten Weg zum warmen Körper. Der Atem keucht. Und dann - dringt er in sie ein.
    Es war schon dunkel, als er endlich ging. Sie lag inmitten ihres blauen, flauschigen Teppichs mit dem schwarzen Fleck und lauschte in die Stille. Die Augen leer, der Mund verschmiert, merkte sie nicht, wie das kalte Licht der Straßenlaterne, tausendfach im Glas des Fensters und des Spiegels gebrochen ihr Zimmer durchflutete.
    Beware of all enterprises that require new clothes.
    Henry Thoreau

  2. #2
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    Hallo little one,
    eine Kurzgeschichte ist es , aber meiner meinung nach keine erotische, der Anfang dazu war gemacht aber dann beschreibst du ja eine Vergewaltigung und dass hat meiner Meimung nach nitchts mit Erotik zu tun. Den Anfang hab ich gerne gelesen, den hast du wunderbar flüssig geschrieben. Aber ab Mittelteil flacht es erheblich ab. Der Spannungsbogen verschwindet ebenso wie deine sprachliche Gewandheit.

    Liebe Grüße
    Babsi

  3. #3
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    Hallo Babsi,
    danke für die Antwort. Sie macht mich nachdenklich. Es tut mir Leid, dass deine Erwartungen enttäuscht wurden.

    Ich sah es als erotische Kurzgeschichte, da eigentlich beide sich von diesem Abend Geschlechtsverkehr versprachen und beide sich körperlich zum anderen hingezogen fühlen. Letzendlich geht es ja um den Akt.
    Diese eigentlich günsten Voraussetzungen führen trotzdem zur "Vergewaltigung" (Ich weiß nicht ob man das so nennen kann, da zumindest der Leser zu keinem Moment von Wehr, oder Wiedersetztung ihrerseits etwas weiß), oder sagen wir Katasrophe, da sie unterschiedlich veranlagt sind/ den Moment sehen: Sie romantisch, er leidenschaftlich. So überrumpelt er sie und sie total verblüfft und gelähmt, lässt es über sich ergehen.
    Die Geschichte war als erotische Kurzgeschichte angelegt, wenn auch als schreckliche. Ich kenne keine Definition, die sagt, dass e. Kurzgeschichten immer mit glücklichen, verschwizten Menschen enden müssen? Aber vielleicht gibt es sie ja? Bitte klär mich auf.


    Zur Sprache: Leider weiß ich nicht worauf du dich genau beziehst. Vielleicht meinst du ja die Passage, in der, der Erzählerihre Gedanken widergibt. Dort ist die Sprache bewusst anders. Das Mädchen und der Erzähler sind ja nicht ein und die selbe Person. Es wäre nett wenn du genauer benennst, wo es an sprachlicher Gewandheit mangelt.

    lieben Gruß
    lO
    Beware of all enterprises that require new clothes.
    Henry Thoreau

  4. #4
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    Was mich allerdings etwas wundert, zuerst war der Teppich weiß und dann blau?
    Entweder ich habe etwas nicht ganz mit bekommen, oder du hast dich verschrieben?!
    Ich würde zwar nicht von Vergewaltigung sprechen, aber wo bleibt die Erotik? Den Anfang finde ich sehr gut beschrieben, allerdings wirkt das Ende, als hättest du keine Lust mehr gehabt weiter zu schreiben?! Am Anfang beschreibst du alles ziemlich genau und dann geht alles sehr schnell. Du musst ja keinen Porno drauß machen Aber ein bisschen mehr Beschreibung und Gefühl wäre vielleicht angbracht?!
    Liebe Grüße
    Sunny

  5. #5
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    Hallo sunny,
    danke fürs Lesen!
    Der Teppich ist in dem Moment wirklich blau . Und zwar ist es zu diesem Zeitpunkt Nacht und der Teppich blau, weil sie kein Licht an hat- der rote Fleck deswegen übrigens auch schwarz..

    Ich würde zwar nicht von Vergewaltigung sprechen, aber wo bleibt die Erotik? Den Anfang finde ich sehr gut beschrieben, allerdings wirkt das Ende, als hättest du keine Lust mehr gehabt weiter zu schreiben?! Am Anfang beschreibst du alles ziemlich genau und dann geht alles sehr schnell. Du musst ja keinen Porno drauß machen Aber ein bisschen mehr Beschreibung und Gefühl wäre vielleicht angbracht?!
    Ich habe bewusst, nicht mehr beschrieben, weil ich dadurch und durchs Präsenz mehr Tempo hineinbringen wollte. Es sollte schnell sein, als Kontrast zur Ruhe des Anfangs und des Endes. Ganz offensichtlich ist mir das so nicht gelungen

    Den Akt selbst habe ich nicht beschrieben, da dieses niemand hätte genießen oder erotisch empfinden können(außer er steht auf sowas)...
    Naja irgendwie haben du und badico Recht, sehr erotisch ist die Geschichte nicht. Muss mir über die Einordnung vielleicht noch Gedanken machen.

    lieben Gruß lO
    Geändert von Little one (17.10.2006 um 19:44 Uhr)
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    Henry Thoreau

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