Thema: Schneerubine

  1. #1
    Registriert seit
    Apr 2004
    Ort
    Bad Kreuznach, kleiner Ort in Rheinland-Pfalz
    Beiträge
    537

    Schneerubine

    Die letzten Blüten fallen
    im schneeverträumten Garten,
    wo stumme Schreie hallen
    und verschneit Rubine warten.

    Leeres, buntes Lachen,
    die Schaukel wippt im Wind
    nie vermisste Sachen
    verloren mit dem Kind.

    Im Schnee sind noch die Spuren
    aus längst vergangener Zeit
    umspülen sanft Torturen
    und nie vergessenes Leid.
    Geändert von fairy19 (22.10.2006 um 17:58 Uhr)
    Die neusten: Zerträumte Illusionen - Fremdes Selberfinden

    Meine persöhnlichen Lieblinge: Verlassen... - Einhorn - Muse - Rose aus Papier
    Meine ersten Haiku-Gehversuche: Kirschblüten - Blühender Jasmin
    Die ersten vertonten Gedichte: Stillstand - Auf wiedersehn, Geliebter

  2. #2
    Registriert seit
    Oct 2005
    Beiträge
    6.325
    Hallo fairy,

    Dein Text gefällt mir ausnehmend gut vom Spachklang und auch vom Inhalt.
    Du beschreibst eine Zeit, die von Tragik und Unglück geprägt ist.
    Ein Kind, das nicht mehr lebt und Spuren hinterlassen hat, greifbare und in der Seele.
    So interpretiere ich dein Gedicht.

    "Die letzten Blüten fallen
    im schneeverträumten Garten,
    wo stumme Schreie hallen
    und verschneit Rubine warten.
    xXxXxXx
    xXxXxXx
    xXxXxXx
    xXxXxXxX ---> lass das "und" weg, dann stimmts

    Leeres, buntes Lachen,
    die Schaukel wippt im Wind
    und nie vermisste Sachen
    verloren mit dem Kind.
    XxXxXx
    xXxxxX
    xXxXxXx ---> auch das "und" weg
    xXxXxX

    Im Schnee sind noch die Spuren
    aus längst vergangener Zeit
    umspülen sanft Torturen
    und nie vergessenes Leid."
    xXxXxXx
    xXxXxxX
    xXxXxXx
    xXxXxxX

    Wie du siehst, holpert es ein wenig, was aber angesichts des Themas und des trotzdem
    schönen Leseflusses kaum ins Gewicht fällt.

    Lieben Gruß,
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

    ©
    auf alle meine Texte!

  3. #3
    Registriert seit
    Apr 2004
    Ort
    Bad Kreuznach, kleiner Ort in Rheinland-Pfalz
    Beiträge
    537
    danke für die gute kritik und das metrik schema
    das zweite und liest sich wirklich besser aber bei dem ersten streike ich ein wneig da es irgendwie den satz komishc macht^^

    und denn sinn erst
    vieelciht fällt mir da ncoh was beserres ein umd ie metrik zu retten und den klang

    danke fürs lesne und kommentieren

    liebe grüße lili
    Die neusten: Zerträumte Illusionen - Fremdes Selberfinden

    Meine persöhnlichen Lieblinge: Verlassen... - Einhorn - Muse - Rose aus Papier
    Meine ersten Haiku-Gehversuche: Kirschblüten - Blühender Jasmin
    Die ersten vertonten Gedichte: Stillstand - Auf wiedersehn, Geliebter

  4. #4
    Registriert seit
    Jul 2006
    Ort
    Radolfzell am schönen Bodensee
    Beiträge
    765
    hey fairy
    also ich find dein gedivht echt toll
    ich stimme katzi in sämtlichen punkten zu
    richtig schön

    lg rose
    Zum Schwarzen Rosengarten (Werkeverzeichnis)


    frisch aus meiner Feder Seelenbrand im Stundenschlaf, Göttertanz, Seelenduett,
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben
    Hermann Hesse

    *schwarzeRose*

  5. #5
    Registriert seit
    Apr 2004
    Beiträge
    860
    Liebe fairy19!

    Die letzten Blüten fallen
    im schneeverträumten Garten,
    wo stumme Schreie hallen
    und verschneit Rubine warten.
    Jambus mit betontem Vorschlag im 4. Vers. Ein Ideechen störend, ohne wirklich auf den Inhalt bezogen werden zu können, aber nicht ganz so tragisch. Ich vermute zu wissen, was Du bei den stummen Schreien im Kopf hattest und glaube, dass es schöner gewesen wäre mit verhallten Schreien zu arbeiten, was Dir aber den Reim abspenstig gemacht hätte. Die Rubine sind mir als Wort fast zu schön für das, was sich dahinter verbirgt. Aber der Farbzusammenhang ist natürlich da.

    Leeres, buntes Lachen,
    die Schaukel wippt im Wind
    nie vermisste Sachen
    verloren mit dem Kind.
    Der Wind/Kind - Reim ist mir als erster mit männlichen Kadenzen fast zu hart. Es ist klanglich ein heftiger Bruch. War der so beabsichtigt? Man kann das mit dem Nennen des eigentlichen Unglücks begründen, aber so richtig gefällt mir das trotzdem nicht. Mir ist es zu stark.

    Im Schnee sind noch die Spuren
    aus längst vergangener Zeit
    umspülen sanft Torturen
    und nie vergessenes Leid.
    Das ist logisch ein wenig schwierig hier. Schnee hält sich in unseren Breiten nur kurze Zeit. Spuren aus längst vergangener Zeit können sich darin also nicht allzu lange halten. Im Dauerfrost aber stellt niemand Kinderspielzeug unter freiem Himmel auf. Zumindest keine Schaukel.
    Torturen sind normalerweise einem Lebewesen zugefügte oder selbst auf sich genommene Qualen. Der bisherige "Unfallcharakter" wird auf den letzten zwei Zeilen umgekehrt in einen "Verbrechenscharakter" durch dieses eine Wort. Denn "selbst zugefügt" halte ich hier für unwahrscheinlich. Das ist kein guter Handlungsbogen. Und es stellt sich am Schluss die Frage, wer denn nie vergessen hat. Das wird gar nicht gesagt.


    Handwerklich gesehen gibt es hier nichts zu meckern bei Dir. Du hast das voll im Griff, auch wenn die Form an sich sehr klassisch gewählt ist.
    Die Stimmung ist Dir in aller Knappheit recht bedrückend gelungen.
    Lediglich mit der letzten Strophe entgleitet Dir die Plausibilität des Textes. Da könntest Du bei zukünftigen Werken verstärkt drauf achten.
    Ich persönlich fände es auch schön, wenn Du mehr ausschmücken würdest und Dir dafür längere Zeilen gönnst.

    liebe Grüße,
    Flam

  6. #6
    Registriert seit
    Apr 2004
    Ort
    Bad Kreuznach, kleiner Ort in Rheinland-Pfalz
    Beiträge
    537
    also erst mal danke fürs lesen rose und flam

    zu rose sag ich mal einfach nur danke und schön das es dir gefällt

    @flam
    ja der harte kind wind reim ist hier voll beabsichtigt da es sich um einen schweren tragischen verlust handeln soll

    zu der letzten strophe muss ich sagen das sie doch sehr logisch ist du aber dem falschen pfad gefolgt bist

    Im Schnee sind noch die Spuren
    aus längst vergangener Zeit
    umspülen sanft Torturen
    und nie vergessenes Leid.

    es soll daran das bei einem schweren verlust eines kindes viele eltern alles so lassen wie es war ganze zimmer spielsachen etc
    und auch hier habe ich daran gedacht
    wie der schnee langsam die spuren eines kindes verblassen lassen
    und doch die eltern immer noch schmerzlich an den verlust erinnern

    lohisch gell^^

    Alexa
    Die neusten: Zerträumte Illusionen - Fremdes Selberfinden

    Meine persöhnlichen Lieblinge: Verlassen... - Einhorn - Muse - Rose aus Papier
    Meine ersten Haiku-Gehversuche: Kirschblüten - Blühender Jasmin
    Die ersten vertonten Gedichte: Stillstand - Auf wiedersehn, Geliebter

  7. #7
    Registriert seit
    Apr 2004
    Beiträge
    860
    Hallo, fairy!


    Der Schneevergleich hinkt in meinen Augen immer noch. Passt einfach nicht zu "längst vergangener Zeit" worunter man im Normalfall Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte versteht.

    Daher mag ich mich dem "logisch" nicht anschließen.

    naja. Wenn man es auf Eltern bezieht, wird es zumindest nachvollziehbar. Ich für meinen Teil sah keine Veranlassung im Text das Gedicht aus Sicht der Eltern als Erlebende zu interpretieren.
    Man hätte aber in den letzten beiden Zeilen drauf kommen können.
    Das allerdings gefällt mir dann nicht. Man sollte nicht in den letzten beiden Zeilen den eigentlichen Hauptaspekt bzw. die intendierte Perspektive einführen.


    lieber Gruß,
    Flam

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden