Thema: Irrsinn

  1. #1
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    Irrsinn

    Irrsinn

    Ein Tränenmeer aus dunkler Seide
    fließend, wallend, Sein erstickend
    klebt an meiner Fensterscheibe
    erzählt vom Leben, lacht erquickend.

    Schallend steigert es ohn’ End’
    Seine schrille Stammelstimme
    bläht sich rabendüster auf
    panisch such ich meine Sinne.

    Finde sie dann nebenan
    laufe – um dem Nass zu wispern
    dass ich alles fühlen kann
    rieche noch ein kurzes Knistern.

    Verschollen scheint es heut’ zu sein
    hat mich rasch verlassen
    dieses große, schwarze Meer
    übrig nur befleckte Tassen.

    Seitdem hör ich Spargelsuppe
    rieche Spiegel, Farbe, Puppe
    sehe Anis, Kümmel, Lauch
    schmecke Rhythmen, fühle auch.

    ( Ich hatte überlegt, mein Werk in die Rubrik "Humor" zu setzen, bin allerdings der Meinung, dass es zu tiefsinnig dafür ist bzw. eigentlich viel zu traurig. Hoffe, ihr könnt etwas damit anfangen, würde mich sehr über Kommentare freuen, lg Nebel )
    ~*~ Dichten ist mit Worten zu malen ~*~

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    Alienna

  2. #2
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    Hallo Morgennebel..

    Vom ersten Augenblick an, als ich dieses Gedicht gelesen habe, habe ich die Bilder gesehen, die du aufzeigen willst..

    Ich persönlich finde es in dieser Rubrik völlig passend, denn auch wenn du von erquickendem Lachen und schlussendlich von wirklich herrlich passendem "Irrsinn" schreibst, steckt doch viel mehr dahinter...

    Es ist besonders schön, um zwischen den Zeilen zu lesen.

    Lg wunnie
    ___Nicht am Rand-nein-Mittendurch___

  3. #3
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    Hi Wunnie,

    vielen Dank für deinen raschen und so positiven Kommentar

    Schön, wenn mir das mit den Bildern gelungen ist ... war meine Hoffnung - jetzt hab ich Bestätigung

    Mit dem zwischen-den-Zeilen-lesen hast du vollkommen Recht - gerade aus diesem Grund habe ich es dann doch in diese Rubrik gepackt.

    Vielen Dank fürs Kommentieren und dass du dir Zeit genommen hast,

    LG Nebel
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    Alienna

  4. #4
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    N´abend Morgennebel,

    dein Gedicht ist sehr schön, auch mir waren die Bilder sofort vor Augen. Aber irgendwie ist es auch sehr traurig und macht nachdenklich.

    Gruß
    Stefanie

  5. #5
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    hallo irrsinniger morgenbenebel.
    erst zu deinem letzten satz: humor kann doch gar nicht "zu" tiefsinnig sein. es gibt genug oberflächlichen uatsch, und richtiger humor ist vieleicht gar nicht immer nur lustig.
    jetzt zu deinen andere sätzen:
    du hast in dem gedicht natürlich die narrenfreiheit, desalb möchte ich jetzt nur anmerken, nicht kritisieren.
    die reime behandelst du sehr grosszügig. manchmal abab, dann wieder xaya. und zum schluss aabb.
    finde ich aber nicht schlecht, da es nochmals neuen schwung gibt, wo der text auch inhaltlich nochmals neu greift.
    in v1 ist es grad schwierig, da man nicht weiss, ob seide/scheibe kein reim sein soll, oder doch. falls ja: es ist kein schöner!
    so auch in v2 das stimme/sinne.
    vom metrum her hast du meistens 4 hebungen, einmal auch mal nur 3, in v4z3.

    der text macht spass. bis auf die letzten vers kann ich mir eine geschichte denken, und dann muss ich einfach noch grosszügig den titel miteinbeziehen, dann geht auch der schuss
    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  6. #6
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    @Stefanie: Schön, wenn er dich zum Nachdenken anregt.

    @Lepo:
    oh ja, mit dem oberflächlichen Quatsch muss ich dir Recht geben - und leider wird die Rubrik "Humor" meines Erachtens nach viel zu oft missbraucht.
    Kritik ist ja durchaus angebracht - solange sie konstruktiv ist
    Mhm, also V1/V3 sollten eig keinen Reim darstellen ... und der Rest - viele unreine Reime, ich weiß, ich weiß, waren schon immer eine Schwachstelle von mir ... *pfeif* Werde es vll noch überarbeiten, sehe dann aber die Stringenz meines Textes verloren gehen ...
    Mhm, der letzte Vers gefällt dir also nicht? Gerade den fand ich so besonders wichtig Was zerstört der letzte Vers denn an deiner "Geschichte"?

    Danke für euren Kommentar, LG Nebel
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  7. #7
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    ich meinte nicht, dass sie mir nicht gefällt.
    jetzt ist mir auch noch was eingefallen:
    ich habe den text so verstanden, dass man eines schönen tages ein gewoht trauriges gefühl "vermisst", das sonst an der scheibe klebte. da dieses nun weg ist, tut sich plötzlich viel neues, (irrsinniges) auf, das könnte im letzten vers gemeint sein. sogeehen ist er natürlich wichtig.
    und? getroffen? b2-b5, versenkt
    .
    .
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  8. #8
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    Das Gedicht hat mir sehr gut gefallen! Ich finde, es macht sehr nachdenklich und ich muss sagen, das ich das total faszinierend an deinem Gedicht finde, da dies nicht jedem gelingt.
    Gruß Blue Flash

  9. #9
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    Lepo, ich muss sagen eine interessante Interpretation, durchaus gute Ansätze - aber mehr als angeschossen bzw. gestreift leider noch nicht
    Der Neubeginn einer bestimmten Ära das lyr. Ich betreffend stimmt vollkommen ... aber ich sehe das "schwarze Meer" als Symbol für einen Auslöser. Es beginnt vom Leben zu erzählen - und von da an hat man das Gefühl das lyr. Ich begreift etwas, bzw. beginnt, nachzudenken.
    Mehr sag ich jetzt aber nicht - will ja auch niemandem eine Interpretation aufzwingen

    Vielen Dank, Blue Flash.

    Schönen Abend, Nebel
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