1. #1
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    Unverkäuflich



    Wenn du eine Hure wärst,
    würdest du jetzt auf mir sitzen,
    mich zwischen deine Schenkel klemmen,
    vielleicht ein wenig Angst haben.

    Jede Pore deines Halses
    würde ich mit Speichel füllen
    bis meine Zunge sich
    in deinem Ohr verliert.

    Zwischen deinen Brüsten
    könnte ich weinen,
    im Takt meiner Stöße,
    schneller als dein Herz schlägt.

    Der Duft deines Haares
    sollte mir bleiben,
    und irgendwann werde ich vergessen,
    dass ich dich bezahlt habe.

    EvaAdams

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  2. #2
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    Naja,... ich finde es nich sonderlich toll. Es ist nicht schlecht, aber warum weinst du beim sex? Warum verliert sich deine Zunge in ihrem Ohr?ß Da werden mir die Zusammenhänge nicht ganz klar!!
    Auch gefallene Engel haben Flügel...

  3. #3
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    Hi Mystic Maddy,

    eigentlich weine ich nicht, sondern das lyr. ich, das die Gedanken erzählt. Ich sehe ein, wenn es dir nicht gefällt, weiß aber nicht so recht, warum dir die Zusammenhänge fehlen.

    Das lyr. ich sehnt sich nach einer best. Person, die es aber nicht haben kann, und spinnt sich den Gedanken, dass es jene Person, wenn sie eine Prostituierte wäre, haben könnte. Ich hoffe es ist dir jetzt einiges klarer.

    Grüße
    Eva
    EvaAdams

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  4. #4
    Tessa Guest
    Liebe Eva,

    eine Gänsehaut überfällt mich, stelle ich mir das Schauspiel einmal vor.
    Sehr eindrucksvoll schilderst du die Gedanken des LI, seine Wünsche und Wunschvorstellungen.
    Träume, die fernab der Realität, denn nicht jede Frau ist käuflich.
    So bleibt das Wunschbild des LI, die geliebte/verehrte Frau zu lieben, zu berühren, zu riechen, zu schmecken, eben nur ein Wunschbild.
    Allein und einsam versinkt das LI.
    Einfach genial, mein Kompliment.
    Ein erotisches Werk mit Tiefe und Inhalt.
    Unbedingt meinen Daumen hoch,
    die Wortwahl ist gelungen .
    Ganz liebe Grüße,
    Tessa

  5. #5
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    Liebe Eva,
    sicher, du beschreibst hier den Akt, aber für mich hat es weniger mit Erotik zu tun, für mich liest es sich eher nach Bitterkeit und Einsamkeit. Du hast recht wenn du jetzt sagst Erotik muß nicht immer mit Herz, Schmerz umschrieben werden (falls du weißt wie ich s meine). ist wahrscheinlich Einstellungssache, weil Erotik für mich auch mit Liebe zu tun hat. Alles andere ist halt nur Sex.
    Ich verstehe die Geschichte die du damit erzählen willst... soll keine böse Kritik von mir sein,wie gesagt ist wohl nur ansichtssache

    Liebe Grüße
    Babsi

  6. #6
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    Hallo Eva,

    ich denke, dein Gedicht passt schon in den Bereich der Erotik. Trotz der innewohnenden Tragik deiner Geschichte, ist eine (teilweise) erotische Vorstellung die Grundlage deines Werkes.

    Inahltlich eine sehr gute Idee mit passender Umsetzung. Interpretationen sind ja bereits vorweg genommen.
    Die eigentliche Tragik kommt m.E. aber erst mit den letzten Versen hervor. Denn selbst wenn die Vorstellung des LI Realität wäre, müsste das LI den Umstand der Prostitution/Bezahlung "ausklammern" (und irgendwann werde ich vergessen,
    dass ich dich bezahlt habe.
    ). Also auch der Wunschtraum hat seine Schattenseiten.

    Gute Nacht wünscht dir

    Garahn
    Blicke zurück, um zu lernen.
    Schaue nach vorn, um zu träumen.
    Halte inne, um zu leben.

  7. #7
    Falderwald Guest
    Liebe Eva,

    ich denke, an diesem Werk werden sich die Geister scheiden. Aber warum auch nicht?
    Ein Gedicht kann ja auch kontroverse Diskussionen auslösen, vielleicht sogar beabsichtigt.
    Interessant finde ich, daß du hier aus männlicher Sicht geschrieben hast, denn ich gehe davon aus, das das Lyrische Ich ein Mann ist.
    Es gibt zwar auch die lesbische Liebe, aber aus dem Takt der Stöße lese ich dann doch eher Männliches.
    Du hast das Thema m. E. gut herübergebracht und auf den Punkt verdichtet.
    Allerdings wäre ich ohne deine Erklärungen, die ich ausnahmsweise mal vorher gelesen habe, wohl eher nicht auf deine eigentlichen Intentionen gekommen.
    Trotzdem hat die Atmosphäre in deinem Gedicht etwas Bedrückendes, Belastendes. Vielleicht liegt das aber auch an mir, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen könnte, Sex zu kaufen.
    Ich war schon oft in den sogenannten Nightclubs, aber immer nur beruflich (wenn jetzt einer laut lacht, dann bedenke er bitte, ich war jahrelang Taxiunternehmer und habe teilweise auf meine Kunden dort gewartet).
    Aber ich empfand diese "Fleischbeschau" nie als besonders lustvoll, eher im Gegenteil ziemlich schrecklich.
    Dort stehen, sitzen oder tanzen die Damen und versuchen ihren Kunden zu gefallen. Naja, ist wohl Geschmackssache...
    Diese Bilder kamen mir halt beim Lesen deines Gedichtes in den Kopf.

    Doch sollte das jetzt keine negative Kritik darstellen, sondern nur meine Empfindungen.
    Und da jede Münze zwei Seiten hat, die es zu betrachten gilt, kann ich dir trotzdem sagen, daß mir das Gedicht gut gefallen hat, obwohl es m. E. eher in Trauriges und Düsteres gehört. Aber wie gesagt, daß ist und bleibt Geschmackssache.

    Gerne gelesen und gerne meinen Senf dazugegeben...


    Liebe Grüße

    Bis bald

    Falderwald

  8. #8
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    Ein großes Hallo zusammen Tessa, badico, Garahn und Falderwald,

    als erstes meinen lieben Dank für die Auseinandersetzung mit meinem (na, nennen wir es) Werk. Ich hoffe, ihr verzeiht mir die pauschale Begrüßung, ich mache dies nur, weil ich euch allen meine Intention näher erklären will. Über jede einzelne Wortmeldung habe ich mich natürlich sehr gefreut.

    Ich werde mich bemühen, nicht zu weit auszuholen.

    Es hat mich sehr viel Mut gekostet, dies hier zu posten. Aber das Gedicht kam so zu mir und ich dachte, es wäre ehrlicher, auch Werke preiszugeben, die sicher gemischte Gefühle auslösen können.

    Zum zweiten was es schwierig, die männliche Seite zu beschreiben und ich habe mich bemüht, Adam das Ruder zu überlassen.
    Was das Gedicht beschreibt, hab ich ja schon erklärt. Die von Badico angesprochene Bitterkeit und Verzweiflung sollte natürlich gespürt werden. Es geht hier nicht nur um den eigentlichen Geschlechtsakt, sondern auch um den Wunsch, mit der geliebten Frau zusammen zu sein. Ursprünglich wollte ich es in "Liebe und Romantik" posten, aber ich bin sicher, ich hätte dort noch mehr Proteste geerntet. Jetzt kommt mir gerade der Gedanke, es hätte ev. auch in "Trauer und Düsteres" gepasst. (EDIT: jetzt hab ich gerade noch einmal gelesen, dass der liebe Falderwald auch diesen Vorschlag gemacht hat. Nun ich werde mir überlegen, es zu verschieben - danke!)

    Die Idee ist mir gekommen, weil ich einmal irgendwo las, wie sehr sich ein Mann nach einer bestimmten Frau sehnt. Die Sehnsucht ist so groß, das er sie sogar lieben würde, wenn sie eine Prostituierte wäre, denn dann hätte er wenigstens die Möglichkeit, ihr nahe zu sein.

    Ich erlaube mir nicht, ein Urteil über Prostitution abzugeben. Leider werden in diesem Bereich viele Frauen genötigt und abgestempelt. Aber dieses große Thema habe ich bewusst nicht angeschnitten.

    Ich danke euch allen herzlich für eure wertvollen Beiträge,
    liebste Grüße
    Eva
    EvaAdams

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  9. #9
    Registriert seit
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    Liebe Eva,

    wenn ich dich in deiner Entscheidungsfindung auch nicht mehr beeinflussen konnte und auch nicht wollte, finde ich gut,
    dass du diesen tragischen Text in die entsprechende Rubrik verschieben lässt.
    Der Grundgedanke deines Werkes ist nicht die Erotik, so sehe ich das, sondern wie schon gesagt, Einsamkeit und ja,
    fast möchte ich sagen, Verzweiflung.

    Eine kleine Ändeung würde ich vornehmen:
    In S 4 Z 3 werde=würde, dann passt es auch mit der Zeit.

    Lieben Gruß,
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

    ©
    auf alle meine Texte!

  10. #10
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    Hallo Eva,

    will doch nochmal kurz zu Wort melden.

    Habe es beim ersten Kommentar gar nicht erwähnt. Deine Erzählung aus männlicher Sicht finde ich sehr mutig und gelungen.
    Was mich allerdings irritiert, ist der ganze Speichel in den Poren
    Vermutlich ist der ein oder andere meines Geschlechtes so ein Sabberlappen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob wir diese Vorstellung aktiv/bewusst in so eine Träumerei einbauen würden...

    Ist aber meine persönliche Meinung. Ich hätte diese Formulierung nicht gewählt.
    Es passt allerdings zu der trgischen leicht anekelnden Szene der "gekauften Frau".

    Gruß

    Garahn
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  11. #11
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    Auf Wunsch der Autorin verschoben

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    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

    Eine Art Grundsatzpapier zu meinen Kritiken
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    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  12. #12
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    dein gedicht ist echt so ein "eyecatcher", dadurch dass es total außergewöhnlich ist und den leser so ins stocken geraten lässt.
    es ist dir aber auf jeden fall total gut gelungen,
    denn es hat einfach das gewisse etwas...

  13. #13
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    Hi @supikatzi, schön dass du wieder vorbeischaust. Ich hab es verschoben und denke auch, dass es in Trauer besser aufgehoben ist.

    Das "werde" ist mit Absicht, weil er es noch nicht vergessen hat - aber hofft, es zu tun.

    Hi @Garahn,

    Habe es beim ersten Kommentar gar nicht erwähnt. Deine Erzählung aus männlicher Sicht finde ich sehr mutig und gelungen.
    Was mich allerdings irritiert, ist der ganze Speichel in den Poren
    Vermutlich ist der ein oder andere meines Geschlechtes so ein Sabberlappen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob wir diese Vorstellung aktiv/bewusst in so eine Träumerei einbauen würden.


    Vielen Dank, es hat mich tatsächlich viel Mut gekostet.

    Du bringst mich zum Lächeln: Sabberlappen ... Ich hatte so ein Bild vor Augen wie mit der Zunge über den Hals fahren und dann ins Ohr *räusper*

    Ich freu mich, dass du die Erzählung gelungen findest, danke.

    Hallo @meinsüßerEngel,

    vielen Dank. Ich hab es nicht darauf angelegt, einen eyecatcher zu schreiben, aber schon mit Absicht eine etwas schräge Wortwahl ausgesucht. Schön, wenn du es als ansprechend empfindest.

    Liebe Grüße euch allen
    Eva
    EvaAdams

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  14. #14
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    Hallo Eva,

    wieder Dich mal gern gelesen. Der Gedanke ist super - verbunden mit der Umsetzung. Eine sehr passende Form dies zu beschreiben.
    Ich will gar nichts herausgreifen - es ist als Kunstwerk so gut wie es ist.


    Schwabengruß vom Stefan

  15. #15
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    Vielen Dank, kerlchen, das bedeutet mir viel, gerade bei diesem etwas .. schwierigeren Werk.

    Liebe Grüße
    Eva
    EvaAdams

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