1. #1
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    Scheiss-Oktober

    In einer schon kalten Oktobernacht
    es war neun-zehn-hundert und dreissig
    hat mir der Wind einen Gruss gebracht
    von meiner Tante aus Leipzig

    sie sagte, es ginge ihr eigentlich gut,
    der Rücken ist wieder beweglich
    und in den Beinen fliesst das Blut
    das Leben soweit ganz erträglich

    Der Leser muss, während er dieses hier liest
    nun wissen dass meine Tante
    mir seit Jahren das Leben vermiest
    die depperte alte Schlampe

    Das Telefon hab ich schon abgestellt
    den Briefkasten zugemauert
    mein Bluthund im Garten beisst ehe er bellt
    doch der Arm meiner Tante reicht um die Welt
    bis er im Hier und Jetzt auf mich lauert.

    Die Dame ist 1950 gestorben
    doch jedesmal im Oktober (...)
    kommt der Wind aufs Neue, und mit ihm die Tante
    und mit ihm die ganze Scheisse aus diesen abgefuckten Dreissigern.
    Olle Kamellen.
    Scheiss drauf.

  2. #2
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    hmm...

    also...
    ich finde den gedicht von den reimen her sehr klever und es freut mich das du wenig grammatik fuer deine reime einbuesst.
    aber mal abgesehen das ich immer wieder ueber die metrik stolpere find ich das thema etwas fade....auch den tittel...
    ich meine... wir haben doch alle unseren schrulligen verwandten (insofern interessante kernthematik), aber vermiesst es uns einen die zeit wenn man hoert das sie genesen?
    und dann wird der plot gegen ende wirkt etwas konfus. man hoert von der genesung, dann stirbt sie doch aber man wird von schlechten gefuehlen heimgesucht weil sich die zwanzig jahre vergangene heilung jaehrt...
    klingt fuer mich nicht wirklich schluessig.. SORRY!!

    dennoch ganz liebe gruesse aus den usa
    "Die groessten Kritiker der Elche,
    waren frueher selber welche!"
    -F. W. Bernstein

  3. #3
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    Ich kann QoN nur zustimmen!

  4. #4
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    Hallo,

    wär Zeit für ein neues Gedicht mit dem Titel: Scheiss-November.

    Wie kann einem eine vor sechsundfünfzig Jahren gestorbene Tante das Leben vermiesen? Demnach bist Du über 60. Freches Gedicht für so ein Alter, alle Achtung!

    Reimen tut sich alles schön, nur bei der letzten Strophe kapier ich nicht, welche Ordnung da drinsteckt - oder war die Absicht, bewusst aus jedem Schema auszubrechen?

    Abgefuckte Grüße,

    Fritz

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