1. #1
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    Stolze Fabel (gewidmet)

    Mir zu Füssen liegt der See, schlafend spiegelt er die Lichter.
    Nebelschwaden zerren Schatten - Illusionen in der Nacht?
    Drei Libellen springen leise, und sie formen Wellenschichten,
    die sich lösen, zu mir irren, um den Blick auf sich zu richten.
    Auf dem See, der Neumond wacht.
    Auf dem Monde spiegeln Augen.

    Ungewillt den Kopf zu heben,
    seh' ich sie auf Wasser schweben,
    strecke meine Hand zur Seite
    und erstarr in alten Zeiten.
    Memoiren die mich lähmen
    lassen Kindsein neu erleben.

    Glänzend Wasser bricht sich leise, weißer Mond küsst reines Wesen,
    das geschmeidig und erlesen aus der Schwärze zu mir floss.
    Neigend fällt die Mähne nieder, und die Spitzen seiner Seide
    treiben auf der Silberweide und erwecken seichte Wellen,
    die auf meinem Spann verhallen.
    Ruhiges Schnauben, lässt mich tauben.

    Ewigkeiten starre ich,
    Bäume knarren - wecken mich,
    unsanft dreh ich mich beiseite
    und Sekunden werden Zeiten.

    Neben mir nur dunkle Schwere,
    auf dem Süßmeer –
    schweigen Sterne.
    Geändert von zuckerschnäuzchen (19.01.2007 um 20:24 Uhr)
    Oh,was das Verzeichnerisches?

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  2. #2
    LeLe ist offline Die mit den Krümmeln schiesst
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    Ich finde es sehr schön .....
    nur das tauben..ist das richtig?
    ach ich hab keine ahnung

    Aber es gefällt mir gut
    schöne Bilder, die du mir da vor die Äuglein malst

    nur eine kleine sache
    bei : Neben mir erblick ich Leere,
    auf dem Süßmeer –
    schweigen Sterne.


    da würde ich vielleicht schweigende Sterne draus machen
    aber das ist ja dir überlassen

    sonst sehr schön, ein Lob und ich glaube meinen ersten Keks an dich^^
    lg LeLe
    Werkle: Gefangen Versinkende Herzen Widerstehen Die Elemente Ein kleines Winterspiel
    gebrochene Rinde / Winterkleid der Weiden Mein Spiegelbild Seelenstein
    Verlorenes bleibt stehen Resonanzmoment Notenlos
    und wie ich finde die besten: Zwillinge Des Schreiberlings Traum


    Mein neustes: Äonen und Gedanken

    ©Alle meine Gedichte bekommen von mir ein Copyright,
    also bitte erst fragen, bevor man sie kopiert.

  3. #3
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    das mit den sternen ist schon korrekt so, sie sollen das werk langsam ausklingen lassen, es soll so wirken als habe man kein fabelwesen gesehen, nur sterne die sich im wasser spiegeln

    tauben ist im sinne von ertaubung also gehörlosigkeit zu verstehen, das ist der erste sinn der schwindet, man nimmt danach nur noch visuell wahr

    schön das es dir gefällt

    *keks grabsch und dose such* ^^

    glg pringles
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  4. #4
    Rosiel ist offline Theatralisches Gebilde
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    Hallo pringles
    Auch mir hat dein Werk sehr gut gefallen, man kann sich sehr schön in die Bilder hineinträumen, wozu nicht zuletzt deine stimmigen, fließenden Sätze beitragen. Ich hab mal versucht dein Werk auch metrisch zu analysieren, gebe aber keine Garantie ob auch wirklich alles so stimmt.

    Schlafend liegt der See zu Grunde und erfüllt die Nacht mit lichtern,
    spiegelnd zerrt er mir Gesichter - nebelschwadenreich erdacht.
    Drei Libellen springen leise und sie formen Wellenschichten,
    die sich lösen und verirren um den Blick auf sich zu richten.
    Auf ihm schläft der Mond der Nacht.
    Neben ihm erscheinen Augen.
    XxXxXxXxXxXxXxXx a
    XxXxXxXxXxXxXxX b
    XxXxXxXxXxXxXxXx c
    XxXxXxXxXxXxXxXx c
    XxXxXxX b
    XxXxXxXx d

    Unbedacht den Kopf zu heben,
    lasse ich die Sinne schweben,
    richte meine Hand bei Seiten
    streife reine Sinnlichkeiten,
    Nüsternodem lässt mich lähmen
    und den Duft nach Laub vernehmen.
    XxXxXxXx a
    XxXxXxXx a
    XxXxXxXx b
    XxXxXxXx b
    XxXxXxXx c
    XxXxXxXx c (wobei der letzte meiner Meinung nach unrein ist)

    Glänzend Wasser bricht sich leise, weißer Mond küsst reines Wesen,
    dass geschmeidig und erlesen aus der wald’nen Schwärze floss.
    Neigend fällt die Mähne nieder und die Spitzen seiner Seide
    treiben auf der Silberweide und erwecken seichte Wellen,
    die auf meinem Spann verhallen.
    Ruhiges Schnauben, lässt mich tauben.
    XxXxXxXxXxXxXxXx a
    XxXxXxXxXxXxXxX b
    XxXxXxXxXxXxXxXx c
    XxXxXxXxXxXxXxXx d
    XxXxXxXx e
    XxXxXxXx f

    Ewigkeiten starre ich,
    Kürzlichkeiten wecken mich,
    unsanft dreh ich mich bei Seiten
    und Sekunden werden Zeiten.
    XxXxXxX a
    XxXxXxX a
    XxXxXxXx b
    XxXxXxXx b

    Neben mir erblick ich Leere,
    auf dem Süßmeer –
    schweigen Sterne.
    XxXxXxXx a
    XxXx b
    XxXx c

    Kleine Kritik an der Form, du schwankst stark zwischen gereimt/ nichtgereimt und in der Metrik. Die letzten drei Verse stehen für mich ein bisschen verloren da. Vielleicht kann man da ja noch was machen.

    Ansonsten wirklich gern gelesen und kommentiert!

    Lg
    Rosiel
    Mit dem Kopf in den Wolken

    Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein.
    Faust

    ...frech grinsend in Richtung Schweiz

  5. #5
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    oh rosiel danke schön

    es freut mich das es dir gefallen hat
    der wechsel zwischen reim und gleichlaut ist gewollt, ich habe dieses gedicht nach metrischem muster gestaltet und dennoch versucht frei darzustellen, es sollte sich dem inhalt anpassen
    schade das dir das als mangel erscheint, ich empfinde das als meine beste art zu schreiben, sie macht mir sehr viel spaß, alles fließt
    für mein empfinden

    glg und danke fürs kommentieren und kritisieren
    pringles
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  6. #6
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    Hallo pringles,

    Wie versprochen zerfasere ich jetzt mal dein Werk, schnucki

    An sich liest sich der Text sehr schön und rhythmisch ist auch alles im Fluß. Nur weil sich mit vier Hebungen die achthebigkeit einiger Zeilen halbiert, zerstört es nicht gleich den Trochäus, der auch durch die Zäsuren in den achthebigen Versen, den Rhythmus beibehält. Das wird durch die Binnenreime verstärkt. Das hier keine feste Reimsruktur vorherrscht und Reime an manchen Stellen fehlen, stört mich ebensowenig, wie die beiden zweihebigen Vers am Schluß.

    Bis hierhin bist Du aus meinen Augen gerettet. Stürze ich mich mal in den inhaltlichen Wortsee:

    Schlafend liegt der See zu Grunde und erfüllt die Nacht mit lichtern, - Rechtschreibfehler?
    Hier habe ich allerdings gleich zu meckern. "Der See liegt zu Grunde". Was will das heißen: Der See ist ausgetrocknet? Ich bin zwar klug genug (hoffe ich), zu erfassen, was Du meinst: nämlich dass das lyr. Ich von einer Erhöhung aus auf den See blickt. Die Semantik leidet hier aber arg, als Metapher kann man das kaum gelten lassen.
    spiegelnd zerrt er mir Gesichter - nebelschwadenreich erdacht.
    Spiegelt der See nun Lichter oder wirft er sie - mystifiziert - wie in Vers 1 beschrieben? Daran, dass die Gesichter "nebelschwadenreich" erdacht sind, erkenne ich keine rechte Logik, auch wird darauf nirgends genauer eingegangen. Meinst Du vielleicht eher, dass leichter Nebel über dem See schwebt? Schon als Wort erscheint mir das "nebelschwadenreich" zu gekünstelt, aber Du strapazierst eben auch arg meine grauen Zellen.
    Auf ihm schläft der Mond der Nacht.
    Neben ihm erscheinen Augen.
    Schläft der Mond auf dem See oder auf dem Blick? Gleiches Problem in Vers 6 - Gerade durch den Paralellismus wirkt es so, als erschienen die Augen neben dem "ihm" in Vers 5: Sinnlich ist aber sicher der Mond gemeint?
    Auch störe ich mich hier an dem "Mond der Nacht". Reimzwang will ich dir eigentlich nicht vorwerfen, aber ich halte das für einen ziemlich miesen Pleonasmus. Ausser Du assozierst den Mond im Gegensatz zum Rest der Welt automatisch mit brütender Mittagshitze.
    Unbedacht den Kopf zu heben,
    lasse ich die Sinne schweben,
    richte meine Hand zur Seite
    streife reine Sinnlichkeiten,
    Nüsternodem lässt mich lähmen
    und den Duft nach Laub vernehmen.
    Irgendwie tut sich mir hier Nebelschwadenreiche auf. Inhaltlich habe ich herausklamüsert, dass das lyr. Ich sich der Natur hingibt. Mir fehlt hier aber der bildliche Zusammenhang: Ich "lasse" bspw. aktiv "die Sinne schweben", (um) passiv ("Unbedacht") "den Kopf zu heben". Das ist mehr als merkwürdig. Und was bitte ist ein "Nüsternodem"?
    Einer Fabel, wie der Titel sagt, wird diese Strophe nicht gerecht. Dafür fehlt eben der syntaktisch-semantische Zusammenhang.
    Glänzend Wasser bricht sich leise, weißer Mond küsst reines Wesen,
    dass geschmeidig und erlesen aus der wald’nen Schwärze floss.
    Neigend fällt die Mähne nieder und die Spitzen seiner Seide
    treiben auf der Silberweide und erwecken seichte Wellen,
    die auf meinem Spann verhallen.
    Ruhiges Schnauben, lässt mich tauben.
    Die gelungenste Strophe, wenn mir auch die Konstruktion "aus der wald’nen Schwärze floss" nicht zusagt. Das liegt einerseits an der konstruierten Elision und am inkongruenten Tempuswechsel. Ausserdem weiß ich mit dem Begriff "Spann" nichts anzufangen. Aber vielleicht ist das ein Archaismus, den ich nicht kenne.

    Ewigkeiten starre ich,
    Kürzlichkeiten wecken mich,
    unsanft dreh ich mich bei Seiten
    und Sekunden werden Zeiten.

    Neben mir erblick ich Leere,
    auf dem Süßmeer –
    schweigen Sterne.
    Das selbe wie weiter oben: Die Wendung "bei Seiten" kenne ich nicht. Müsste es nicht in beiden Fällen "beiseite" heißen. Den Sinn von Kürzlichkeiten kann ich auch nicht recht nachvollziehen. Das ist sehr allgemein gefasst, daher fände ich ein genaue Bezeichnung dessen, was weckt (irgendein Lockruf etc.) im Sinne einer Fabel besser. Süßmeer finde ich putzig als Beschreibung für den See, aber auch etwas kitschig - was hier aber nicht schlimm ist.

    Kurzum: Du siehst, ich habe da an einigen Stellen etwas zu meckern gefunden, so fließend die Form auch ist. Überarbeiten!

    Ob Fabel der richtige Ausdruck für den Text ist, bezweifel ich. Fabeln stellen anthropomorphisch gestaltete Tiere oder eben Fabelwesen dar und sind erzählend gestaltet, während ich bei deinem Text nur ein Fabelwesen vorfinde, dass aber sein Wesen nicht preisgibt (also auch nicht unbedingt vermenschlicht ist) und mir der Text eher wie Gedankenlyrik vorkommt. Märchen wäre als Ausdruck sicher passender.

    Es grüßt

    Kajn
    Geändert von Kajn Kokosknusper (19.10.2006 um 22:52 Uhr)
    wer deutsche versbrecher findet, darf sie behalten
    oder: warum mein rechtschreibprogramm dem genitiv sein toast iszt...

    "Ein Lyriker, der glaubt, unabhängige Kunst zu schaffen, ist ein Narr, aber ein Mensch, der nicht fähig ist, seine Erfahrungen auf ein anderes Niveau zu abstrahieren, ist kein Künstler."

  7. #7
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    hallo danke fürs zerpflücken

    Schlafend liegt der See zu Grunde und erfüllt die Nacht mit lichtern,
    hatte ich schon geändert auf hinraten von linespur, war ein rechtschreibfehler...nein, vielmehr ein flüchtigkeitsfehler danke
    und der see liegt zu grunde, also unterhalb der füße, dadrauf wo man meißtens steht,einfach am grund, dem war keine besonders große bedeutung beigemessen, er liegt einfach da und auf ihm glitzern kleine lichter die sich vom mondenlicht auf ihm reflektieren



    spiegelnd zerrt er mir Gesichter - nebelschwadenreich erdacht.


    im eigentlichen bricht das licht des mondes durch die schwaden und zeichnen schatten und konturen, also eine sinnestäuschung, illusion, man nimmt dinge wahr die nicht existieren, demnach nimmt man sie aber auch nicht war, da sie ja unreal sind, es sind nur schatten und licht spiele
    ich hoffe es möge dir zur erklärung gereichen


    Auf ihm schläft der Mond der Nacht.
    Neben ihm erscheinen Augen.

    der mond ruht/schläft auf dem see und neben dem bild des mondes, also auf der wasseroberfläche neben dem mond, erscheinen augen
    gleichzeitig aber auch neben dem lyr.ich da ich bewusst frei gelassen habe wo der mond erscheint

    die jeweils längere gesamte strophe spricht aus der sicht der beobachtung des lyr.ich /strophe 1 und strophe 3
    strophe 2 und 4 erzählen von erlebten momenten des lyr.ich, sie handeln von begebenheiten



    Unbedacht den Kopf zu heben,
    lasse ich die Sinne schweben,
    richte meine Hand zur Seite
    streife reine Sinnlichkeiten,
    Nüsternodem lässt mich lähmen
    und den Duft nach Laub vernehmen.

    hier wird eine begebenheit dargestellt, es umschreibt, ohne persönlichen blick auf das wesen, wie es sich anfühlt, atmet, riecht
    nüsternodem ist der atem der aus den nüstern gehaucht wird
    was hat nüstern?
    das "unbedacht" steht eher dafür das man nicht daran denkt, oder in der lage ist, den kopf zu heben
    ähnlich wie, "bin unfähig den kopf zu heben, lasse meine sinne schweben"




    Die gelungenste Strophe, wenn mir auch die Konstruktion "aus der wald’nen Schwärze floss" nicht zusagt. Das liegt einerseits an der konstruierten Elision und am inkongruenten Tempuswechsel. Ausserdem weiß ich mit dem Begriff "Spann" nichts anzufangen. Aber vielleicht ist das ein Archaismus, den ich nicht kenne.

    die elision nehme ich heraus, ich habe gemerkt das sie das bild eher stört und der metrik schadet, sie war falsch gesetzt, gedankenfehler, danke schön
    vom tempuswechsel habe ich keine ahnung, aber ich wollte schon gerne das man diese zeile schneller zu lesen gezwungen ist, es sollte in der zeile fließend gelesen werden ohne unterbrechung weil es dem wesen und seinem auftreten zugute kam

    der Spann...lyr.ich steht mit den Füßen im wasser, die wellen brechen sich an dem spann des fußes, also an der oberseite des fußes, sie verhallen dort



    Das selbe wie weiter oben: Die Wendung "bei Seiten" kenne ich nicht. Müsste es nicht in beiden Fällen "beiseite" heißen. Den Sinn von Kürzlichkeiten kann ich auch nicht recht nachvollziehen. Das ist sehr allgemein gefasst, daher fände ich ein genaue Bezeichnung dessen, was weckt (irgendein Lockruf etc.) im Sinne einer Fabel besser. Süßmeer finde ich putzig als Beschreibung für den See, aber auch etwas kitschig - was hier aber nicht schlimm ist.


    beiseiten also ok, aufgenommen und sofort geändert
    kürzlichkeiten stellen einen schreckmoment dar, der das lyr.ich aus seiner starre reißt...euligkeiten, ästlichkeiten, knarrlichkeiten? bäume knarren - wecken mich
    süßmeer ^^ danke

    zu deiner letzten anmerkung
    einhörner sind scheue und stolze tiere, die würden sich nie einem menschen zeigen, das dieser hier das spiegelbild im wasser erhaschen durfte stellte wohl eine ausnahme dar

    vielen vielen dank für deine mühe und arbeit, ich weiß es sehr zu schätzen und werde mich sofort daran machen die von dir bemängelten dinge auszubesser, aber ich freue mich unheimlich das es dir im großen und ganze zu gefallen schien
    danke, pupserle ^^
    glg pringles

    edit: habs ausgebessert
    mit den knarrenden bäumen gefällt es mir sogar noch besser, noch ein binnenreim mal eben so ^^
    Geändert von zuckerschnäuzchen (19.10.2006 um 23:55 Uhr)
    Oh,was das Verzeichnerisches?

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  8. #8
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    Hallo schnucki,

    Mit Tempuswechsel meine ich den Wechsel vom Präsens, das Du sonst im Text gebrauchst, ins Präteritum "floss". Dieser Wechsel ist nicht nachzuvollziehen. Auch ist da immer noch eine unschöne Elision, auch ohne sichtbares Apostroph.

    Abgesehen von der Sache mit dem "Spann" habe ich eigentlich keine Fragen gestellt, wie man Stellen zu interpretieren hat, sondern schlicht rumgekritelt, besonders, was die Semantk betrifft .
    Was Nüstern und Odem sind, ist mir bekannt. Aber mir gefällt die Wortschöpfung nicht und das Bild ist mir zu konstruiert. Vergleichbar mit dem "zugrunde liegenden See" - das da jemand mit den Füssen im Wasser steht, erkennt man beim besten Willen nicht; höchstens kann man es aus Strophe 3 herausfiltern, wenn man weiß, was ein Spann ist. Gerade in einer Fabel habe ich zu solchen Spielchen aber keine Lust.

    Das Problem, das ich an den bemäkelten Stellen mit dem Text habe, ist eben, dass man deinen Ausdruck erst zurechtrücken muss, um eine Idee zu bekommen, was Du beschreibst. Darunter leidet nicht nur die Fabel (die es in meinen Augen aus beschriebenen Gründen nicht ist!), sondern auch das Gedicht.

    Da ich nicht alles von neuem ausklamüsern will, lies doch bitte noch einmal genauer, was ich eigentlich zu bemängeln hatte.

    Es grüßt

    Kajn
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  9. #9
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    hallo...mir ist das fast schon peinlich langsam das ich nicht schnalle was du von mir willst

    ich habe es noch einmal versucht abzuändern und versucht auf deine wünsche einzugehen, es sinnzusammenhängender zu schreiben und eine verbindung herzustellen
    magst du noch einmal drüber schauen?
    würde mich sehr freuen

    auf jedenfall vielen vielen dank für deine großartige hilfe und es tut mir leid das du soviel arbeit mit mir hast
    aber ich hoffe auch ein bißchen das es dir spaß macht
    denn das sollte denke ich ganz oben anstehen

    glg pringles

    ps: habe ich jetzt verstanden was du mir mitteilen wolltest? ich bin der meinung das ich es verstanden habe
    ich geb mir echt mühe gerade und hoffe das mein gedicht dir jetzt mehr zu geben im stande ist
    nochmals vielen dank
    Oh,was das Verzeichnerisches?

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  10. #10
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    auf dem Süßsee –
    Was ist das denn? Ein Meer aus Pringles?

  11. #11
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    Jepp, schnucki, schon besser. Und natürlich macht es mir Spaß, schließlich hatte der Text von vorneherein Potential.

    Allerdings:
    Ich kann es nicht genau beschreiben: warum, aber ich mag die erste Zeile immernoch nicht. Von dem Bild der Füsse, die im See stehen, will ich eigentlich auch gar nicht weg, genausowenig von der Melancholie eines schlafenden Sees. Doch "liegt" will mir, ich glaube des "i"-Vokals wegen, in dieser Syntax nicht gefallen. Auch das "zu Füssen" kommt mir etwas plumb daher. Ein Lösungsansatz wäre:
    "Mir zu Füssen liegt der See,
    Schlafend spiegelt er die Lichter!" oder so ähnlich. Die Frage ist, ob ich in dieser Form dein Metrum nicht zu sehr störe?
    Durch den Gedankenstrich würde ich evtll. eine Frage aus: "Illusionen in der Nacht" machen. Zumindest zwang sich mir das beim Lesen auf und erzeugte eine passende Spannung.
    Auf dem Mond da spiegeln Augen.
    - da spiegeln halte ich auch für eine Metrumlösung. Besser vielleicht: "Auf dem Monde lächeln Augen", oder so ähnlich. Lächeln ist doch etwas kitschig...

    Ungewillt den Kopf zu heben,
    Also wenn, dann ungewollt...
    seh' ich sie auf Wasser schweben,
    "im Wasser" halte ich für besser. Nur irgendwie gefällt mir in den beiden Versen immernoch die Semantik nicht, daher stelle ich auch an dieser Stelle mal die Syntax um (auch nur ein Vorschlag!):
    "Unbewußt den Kopf erhebend,
    Seh ich sie, im Wasser schwebend" - Irgendwie drängt sich mir an der Stelle aber auch auf, zu fragen, wessen Augen: Die des Einhorns? Wenn das lyr. Ich den Kopf nun hebt, sieht er die Augen dann noch im Wasser oder nicht doch eher am Ufer?

    lassen Kindsein neu aufleben
    Einer reineren Metrik wegen schlage ich "erleben" vor.

    Ohje, jetzt hab ich wieder so viel geschwaffelt. Ich hoffe, Du nimmst mir das nicht bös und siehst es eher als Denkanstösse, um den Text zu schleifen, denn als niederschmetternde Kritik . Die soll es nämlich nicht sein. Der Text gefällt mir schließlich schon sehr.

    Es grüßt

    Kajn
    wer deutsche versbrecher findet, darf sie behalten
    oder: warum mein rechtschreibprogramm dem genitiv sein toast iszt...

    "Ein Lyriker, der glaubt, unabhängige Kunst zu schaffen, ist ein Narr, aber ein Mensch, der nicht fähig ist, seine Erfahrungen auf ein anderes Niveau zu abstrahieren, ist kein Künstler."

  12. #12
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    Jepp, schnucki, schon besser. Und natürlich macht es mir Spaß, schließlich hatte der Text von vorneherein Potential.

    so schnuckelchen ich kann ja nun nich ewig nur ja sagen und stillschweigend ändern, einiges am text muss ich verteidigen, denn es ist durchaus schlüssig es so bestehen zu lassen und ich danke dir das du in meinen zeilen potential siehst, das bedeutet mir sehr viel

    Allerdings:
    Ich kann es nicht genau beschreiben: warum, aber ich mag die erste Zeile immernoch nicht. Von dem Bild der Füsse, die im See stehen, will ich eigentlich auch gar nicht weg, genausowenig von der Melancholie eines schlafenden Sees. Doch "liegt" will mir, ich glaube des "i"-Vokals wegen, in dieser Syntax nicht gefallen. Auch das "zu Füssen" kommt mir etwas plumb daher. Ein Lösungsansatz wäre:
    "Mir zu Füssen liegt der See,
    Schlafend spiegelt er die Lichter!" oder so ähnlich. Die Frage ist, ob ich in dieser Form dein Metrum nicht zu sehr störe?
    Durch den Gedankenstrich würde ich evtll. eine Frage aus: "Illusionen in der Nacht" machen. Zumindest zwang sich mir das beim Lesen auf und erzeugte eine passende Spannung.
    - da spiegeln halte ich auch für eine Metrumlösung. Besser vielleicht: "Auf dem Monde lächeln Augen", oder so ähnlich. Lächeln ist doch etwas kitschig...


    lächeln war in diesem sinne mehr als etwas kitschig süßer
    lächelnde augen lassen in meinem kopf das bild von augen mit lippen entstehen, meiner meinung nach relativ unpraktisch...irgendwo
    die vorangegangenen tipps habe ich gerne so übernommen, danke schön sie sind schlüssig und fügen sich ins bild und ins metrum

    Also wenn, dann ungewollt...
    "im Wasser" halte ich für besser. Nur irgendwie gefällt mir in den beiden Versen immernoch die Semantik nicht, daher stelle ich auch an dieser Stelle mal die Syntax um (auch nur ein Vorschlag!):
    "Unbewußt den Kopf erhebend,
    Seh ich sie, im Wasser schwebend" - Irgendwie drängt sich mir an der Stelle aber auch auf, zu fragen, wessen Augen: Die des Einhorns? Wenn das lyr. Ich den Kopf nun hebt, sieht er die Augen dann noch im Wasser oder nicht doch eher am Ufer?


    das ungewillt würde ich gerne so stehen lassen, denn es verdeutlicht das das lyr.ich nicht willens ist den kopf zu heben, es ist nicht im stande dazu
    man könnte es in dem bezug vielleicht mit der ehrfurcht gleich setzen, ich wüsste nur nur nicht wie ich es anders ausdrücken könnte...
    im wasser finde ich unpraktisch denn sie schweben auf dem wasser, sie spiegeln sich im see, denn das wesen(einhorn) steht hinter bzw neben dem lyr.ich
    ...lyr.ich hebt den kopf nicht, lyr.ich sollte eingeschüchtert wirken und den kopf weiter auf den see gerichtet halten,zumindest war es so gedacht...wie kann ich das verdeutlichen?

    Seh ich sie, im Wasser schwebend" - Irgendwie drängt sich mir an der Stelle aber auch auf, zu fragen, wessen Augen: Die des Einhorns?

    ja, es sind die augen die zuvor auf dem spiegelbild des mondes lagen, es sind nicht die augen des lyr.ich, dieser blickt nur in die, für ihn fremden augen
    wie kann ich das verdeutlichen oder hervorheben?

    Einer reineren Metrik wegen schlage ich "erleben" vor.

    gerne angenommen, hatte ich auch schon in erwägung gezogen, nur dachte ich wäre aufleben schlüssiger für den leser, des metrums wegen beuge ich mich ^^

    Ohje, jetzt hab ich wieder so viel geschwaffelt. Ich hoffe, Du nimmst mir das nicht bös und siehst es eher als Denkanstösse, um den Text zu schleifen, denn als niederschmetternde Kritik . Die soll es nämlich nicht sein. Der Text gefällt mir schließlich schon sehr.

    nein, nix niederschmetternd, ich freue mich das er dir gefällt und ich bin froh über deine hilfestellung, sie kommt mir zu gute
    danke schön fürs lesen und antworten
    mir machts viel spaß
    glg pringles

    ps: was hältst du eigentlich von der gestaltung des textes? kursiv? sollte ich einige passagen farbig blau gestalten in denen der see zum vorscheinkommt? oder ist sowas nebensächlicher spielkram? in meinen augen schon, aber ich möchte den text irgendwie auch für das auge interessanter gestalten, er ist nicht mystisch genug, sieht aus wie n schwarzer block in strophenunterteilung
    auf alle fälle werde ich es zentriert stehen lassen, es sieht aus wie ein pferdegesicht mit augenhöhlen ob das so geplant war? wer weiß...
    Geändert von zuckerschnäuzchen (24.10.2006 um 12:34 Uhr)
    Oh,was das Verzeichnerisches?

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  13. #13
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    Hallo Pringles...

    Na da musste ich doch weiter meine Nase rein stecken, als mir die Libellen ins Auge sprangen...

    Ein wunderschönes Werk, das einlädt es öfters als einmal zu lesen. Aber ein paar Kleinigkeiten
    habe ich gefunden, die du noch berichtigen solltest. Wundert mich, dass die klitzekleinen
    Fehlerchen dennoch bis jetzt noch niemandem aufgefallen sind

    *Memoaren die mich lähmen*

    Memoiren...

    *Glänzend Wasser bricht sich leise, weißer Mond küsst reines Wesen,
    dass geschmeidig und erlesen aus der Schwärze zu mir floss.*

    .....das geschmeidig und erlesen.....

    Sind aber echt nur zwei kleine Schreibfehler, die wie man gesehen hat nicht besonders
    aufgefallen sind.
    Dein Werk ist stimmig und voller wunderschöner Bilder und ich werde es mir
    sicher noch öfters durchlesen.

    liebe Grüße
    Shadow...
    neu: Düsteres Tal
    Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt den Augen verborgen.
    ( Der kleine Prinz, Saint Exupéry )


  14. #14
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    Ort
    Haus auf halbinsel,irgendwo
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    hui... danke schön und hallo shadowlady
    freut mich dich unter meinen werken zu finden
    die fehlerchen habe ich gerade beseitigt und freue mich um so mehr das dir mein gedicht gefakken hat
    danke für deine hilfe und deinen lieben und hilfreichen kommentar
    glg pringles
    Oh,was das Verzeichnerisches?

    Für angehende Dichter und Kritiker Erste Schritte von Levampyre

  15. #15
    Registriert seit
    Jan 2007
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    42

    Ho man ist das Gedicht wunderschön

    Hatte Gänzehaut beim Lesen...wunderschön!
    Vielen Dank! Mit so ein Gefühl kann ich besser schlafen.

    Grüße
    Dein Schicksal ist nicht im Rad, sondern in deinen Händen. Und deswegen, Glaube es!
    Es ist besser, ein Akrobat zu sein, als sich, wie ein Zwerg zu fühlen.

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