1. #1
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    Herbstgeschwuelst

    HERBSTGESCHWÜELST

    Der Bauer bringt den Herbstmist aus,
    die Bäu-erin preßt Süßmost aus,
    der Nachbarsbub, der plärrt im Garten,
    die ersten Zehen frieren beim Warten.

    Der Nebel krallt das Tal herauf
    und frißt die letzten Farben auf,
    verstoßen liegt der Badeteich,
    mit Schild am Eingang: Komme gleich.

    Ausgeträumt der Sommertraum,
    der neue Opel klebt im Baum,
    der erste Schnee liegt schon am Schwab
    und die Oma längst im Grab.

    Ich hör‘ die Nachbarin noch schimpfen,
    der neue Doktor kann nicht impfen,
    dreh‘ mich um – es dämmert schon -
    und stampfe durch das Laub davon.

    Ja (!), im Herbst ist gut sich am Laub rächen.

  2. #2
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    Hallo inuith!

    Gefaellt mir gut, ganz alltaegliche Szenen, beobachtet bei einem Spaziergang..die frierenden Zehen in den leichten Sommerschuhen...*g*..schlichte Worte, die aber ein sehr stimmungvolles Bild zeichnen.

    Gelungen auch die Uebergaenge: von den Dingen, die das lyrIch sieht und dann das Abschweifen in die Gedankenwelt...der ausgetraeumte Sommertraum...
    dass der neue Opel im Baum haengt, ist vielleicht auch der Grund, warum das lyrIch zufuss unterwegs ist...mit den leichten Sommerschuhen... ..
    und dann wieder zurueckgeholt wird in die Gegenwart..durch die ueber den Doktor schimpfende Nachbarin...

    Die Metrik ist nicht ganz sauber, man kommt jedoch ohne groessere Stolperer durch die Strophen.

    Gern gelesen und kommentiert

    Herzliche Gruesse
    von Lailany

  3. #3
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    also ich finds auch nich schlecht
    hast mich leicht zum schmunzeln gebracht mit deinem werk

    lg
    rose
    Zum Schwarzen Rosengarten (Werkeverzeichnis)


    frisch aus meiner Feder Seelenbrand im Stundenschlaf, Göttertanz, Seelenduett,
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben
    Hermann Hesse

    *schwarzeRose*

  4. #4
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    merci

    dankedankedanke untertaenigst fuer die lieben kommentare! das freut den kuenstler und ich kann meiner kleinen fangemeinde etwas verraten: ich arbeite seit ca. dreihundert jahren an einem wintergedicht, das wird der ultimative heuler! ehrlich.
    inuith

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