1. #1
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    frage zu einer kurzgeschichte

    ich hab hier ne rohfassung einer neuen kurzgeschichte...was kann ich daran noch ausarbeiten? dass da noch einiges fehlt seh ich selbst..ich komm nur irgendwie nich drauf wie ichs machen kann.

    Wieso?

    „Papa? Wieso ist der Schnee weiß?“
    „Na, weil...weil...Gott das so gewollt hat.“ Der Vater wusch weiter das Geschirr ab. Das Spülmittel roch unangenehm und penetrant nach künstlichem Zitronenduft.
    Er war keineswegs beeindruckt von dieser Frage. Das waren eben Fragen, die sechsjährige kleine Jungs gerne stellen.
    „Papa?!“ Max rutschte nervös auf seinem Stuhl hin und her. Dabei rieben die Stuhlbeine mit einem hässlichen Geräusch über die weißen Küchenfließen.
    „Was denn?“ Jetzt drehte er sich zu seinem Sohn um. Fragende Blicke von beiden Seiten. Stille. „Nun?“ Er wartete auf die nächste kindlich naive Frage.
    Max senkte die Augen. Er dachte angestrengt nach und schob dabei den Zeigefinger zwischen die Schneidezähne. Dann sah er wieder auf und fragte: „Wieso bellen Hunde und wieso miauen Katzen. Warum ist das nicht andersrum?“ Seine blauen Augen wurden immer größer. Mit der einen Hand immer noch am Mund und der anderen die Sitzfläche des Stuhles umklammernd lehnte der Kleine sich nach vorn. Er stellte die Frage streng fordernd, gierig nach einer Antwort.
    Sein Vater seufzte und sagte: „Weil Gott das so gewollt hat.“ Er drehte sich wieder zu seinem Abwasch. Inzwischen war das Wasser lauwarm und der weiße Schaum verschwunden.
    „Papa?!“ Langsam wurde es lästig.
    „Was denn?“ ertönte es gequält.
    „Wer ist Gott?“ Max’ Augen waren jetzt noch größer.
    Diese Frage brachte seinen Vater etwas aus dem Konzept. Es dauerte einige Wimpernschläge bis er sich gefasst hatte und antwortete: „Das ist der, der im Himmel sitzt. Er hat das alles hier gemacht und bestimmt, was mit uns geschieht. Weißt du, er weiß alles.“
    „Wie der Weihnachtsmann? Der weiß auch alles.“
    „So ähnlich. Der liebe Gott ist aber viel mächtiger als der Weihnachtsmann.“ Sein Vater lächelte sanft.
    „Und der weiß wirklich alles?“
    „Ja.“
    „Und was Gott will, passiert auch?“
    „Ja.“ Er ließ das Wasser heraus und stapelte dann das Geschirr geräuschvoll neben dem Spülbecken. Er hörte erneut den Stuhl auf den Fliesen kratzen. Max war aufgestanden und lehnte sich neben ihn an den Küchenschrank. Er verschränkte die kleinen Arme vor der Brust, hob wieder eine Hand und rieb sich das Kinn als hätte er einen Bart. Er hatte sich diese Geste bei seinem Vater abgeschaut.
    Dieser blickte auf den Jungen herab, verharrte einen Moment und tat es ihm gleich. Jetzt standen beide, Vater und Sohn, lässig am Küchenschrank und rieben sich das Kinn.
    Max sah hoch.
    „Du hast gesagt Gott ist lieb“, sagte er.
    „Hab ich das?“ Daran konnte sich der Mann nicht erinnern.
    „Ja. Du hast gesagt: der liebe Gott.“ Max nickte zweimal.
    Sein Vater war etwas verblüfft darüber, wie genau sich der Junge den Gesprächsverlauf eingeprägt hatte.
    „Ja, hab ich gesagt. Wieso fragst du?“
    „Ich finde nicht, dass Gott lieb ist.“ Etwas trotziges lag in seiner Stimme.
    Die Augenbrauen seines Vaters hoben sich. Sichtlich überrascht löste er seine Körperhaltung auf und ließ die Arme hängen. Er sah nach links, nach rechts, zu Max und dann zu Boden. Dann traf sein Blick wieder seinen Sohn.
    „Wieso denkst du das?“
    „Du hast doch gesagt, dass alles was Gott will auch passiert und dass er alles weiß.“ Die kleinen blauen Augen füllten sich mit glasklaren Tränen.
    Sein Vater zögerte. Natürlich hatte er das gesagt. Irgendwie hatte er aber Angst das jetzt zuzugeben. Er tat es trotzdem mit einem Nicken.
    „Dann kann er nicht lieb sein. Dann würde Gott wissen, dass ich Mama lieb habe.“
    Die erste Träne rollte zäh über das zarte Kindergesicht.
    „Ja das weiß Gott doch auch.“ Sein Vater beugte sich zu ihm herunter und legte ihm die Hand auf die Schulter.
    „Wenn er das weiß, wieso ist Mama dann weg? Wieso wollte er dann, dass Mama weggeht?“ Max’ Stimme wurde lauter.
    Ratlos sah sein Vater ihn an. Darauf wusste er keine Antwort. Und just in diesem Moment beschlich ihn wieder ein leiser Schmerz. Hilflos stand er seinem Sohn gegenüber, wusste weder zu antworten, noch zu trösten. Seine Mutter konnte man ihm nicht ersetzen. Auch kein Gott.
    Sinnlos ist ein Leben ohne Unsinn.

  2. #2
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    Sorry,kann dir glaub ich auch nicht helfen, find die GEschichte total klasse, du schreibst irgendwie so schön bildlich, was vielleicht noch helfen könnte etwas mehr auf bildliche Stilmiteln zurückugreifen? Ich meine eben, Sonnenstraheln die aus dem Fenster hereinscheinen, BEschjreibeung der Personen, soetwa ind er Art, eigentlich hast du aber schon alles absolut richig gemacht, nur eins würd mich interessieren, Jede Kurzgeschichte hat doch eigentlich was dass es zum Ausdruck bringen will, oder? Aber ist das jetz nicht der Perfekte Anfang für eine richtige Geschichte? Freu mich auf deine Antworten!

  3. #3
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    danke für diese positive kritik

    nja mehr bildlich. als ichs letzte mal bildlich versuchte...wurde mir grade das angekreidet..das war dann wieder zu doll^^

    mir is das ende nur zu abrupt...vll kann ich da noch was dran machen
    Sinnlos ist ein Leben ohne Unsinn.

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