1. #1
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    Exclamation Der Choreograph

    Der Choreograph

    Ich habe Notiz genommen
    von einer Notiz,
    die ich irgendwann einmal machte.
    Ich entdeckte sie wieder,
    tief in mir;
    erweckte sie aus dem Eise
    der tiefen Höhlen ihres Winterschlafes
    und schließlich, ja, letztendlich,
    erweckte Sie Mich,
    entsand mich auf eine lange Reise durch vergangene Zeiten.

    Vertraut kam nun die Welt mir vor,
    war nicht mehr mir selbst am Nächsten
    lebte nicht mehr nur im Jetzt,
    erkannte Vergänglichkeit und Grenzen.
    Das sonst so Ferne schien mir im Folgenden nah,
    das Komplexe plötzlich schlicht und klar.

    Wunder, oder Vernunft?
    Vielleicht gelten sie beide gleich!
    Ob Schicksal, oder Zufall?
    Vielleicht fällt beides ins Kalkül.

    Ein Neuer Akt des Lebens,
    Beginn, erste Szene!
    Man selbst, geweihter Hörer, Seher -
    das Blut in des Lebens Vene.
    Wie des Herbstes lauer Wind,
    des Zirkels Strom,
    Wird durch Vernichtung
    Neues erschaffen,
    werden Jahre kommen, wo Tage sind,
    es zieht der Weg nach Rom,
    der Fluss gräbt seinen Lauf,
    es kommt der Augenblick der Zeit,
    da Alles auf's Neue entsteht,
    um schließlich erneut
    dahinzuraffen.

    Sage nie, es sei falsch,
    sich im Kreise zu drehen,
    denn der Tanz der Zeit
    ändert stets seine Schritte.
    Der Choreograph
    bedenkt, weise zu gehen
    und egal welcher Fuss,
    ob links, ob rechts,
    sein Tanz,
    er führt stets um die Mitte.

  2. #2
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    So, hier ein weiteres Produkt meiner lyrischen Inspiration -
    hoffe, dass diesmal die Ansprüche erfüllt worden sind...
    Bin auf Kritik gespannt.

    wer suchet, der findet,
    wer anklopft, dem wird aufgetan.

    euer Jan Sommerfeld

  3. #3
    Schattenblume ist offline Etwas mit den Scherenhänden
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    hallo Jan,
    die Choreographie in diesen Zeilen empfinde ich als sehr elegant und fliessend,
    in ihrer Bildbewegung und im Ausdruck, der zwar prägnant, detailiert, aber dennoch von Leichtfüssigkeit in der Sprache zeugt. philosophische Betrachtungen, die unaufdringlich und feinsinnig beschrieben sind.

    denn der Tanz der Zeit
    ändert stets seine Schritte

    ...

    er führt stehts um die Mitte

    das nimmt mich mit - meine Hochachtung für diesen Text !

    (auch wenn S1V10 mit einem Rechtschreibfehler beginnt, den du aber sicher entdecken wirst )

    mlg

    Schattenblume

    „Einmal entsandt, fliegt das Wort unwiderruflich dahin.“
    (Horaz)
    Geändert von Schattenblume (21.10.2006 um 18:23 Uhr)
    Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einen nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

  4. #4
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    Hi Schattenblume!
    Freut mich, dass dir mein Gedicht gefällt,
    dass mit den Schritten usw. find ich auch am besten
    ist meiner Meinung nach ne gute Pointe
    danke für diese höchstpositive kritik

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