Thema: Zu einfach

  1. #1
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    Zu einfach

    Nachdem ich ein wenig in "Trauer und Düsteres" rumgestöbert habe (obwohl das nicht allzu einfach is... wird man schnell mal depri >.<) ging mir wieder einmal ein bestimmtes Bild nicht mehr aus dem Kopf. Um dem dann abhilfe zu schaffen habe ich diese kleine, nicht perfekte Geschichte geschrieben.
    Mich persönlich stören die vielen "Sie", leider weiß ic nicht wie ich sie ersetzen soll. Indem ich der Person einen Namen gab habe ich schon versucht einige auszubessern, daher wäre ich für Vorschläge offen. (auch andere Fehler nehme ich gerne zur kenntnis)
    Ich hoffe meine Rechtschreibfehler halten sich in Grenzen

    Zu einfach

    Sie stand nur noch da, zitternd und mit aufgerissenen Augen. Während sie mit ihrer linken Hand den offenen Mund verdeckte, hielt sie mit der rechten noch immer den kalten Stahl. Dorthin, wo er eben noch lüsternd stand und nun nur noch eine blutige Leiche den Boden beschmutzte. Erste Tränen flossen über ihre Wangen.
    Warum war es so einfach gewesen? Jemand hätte sie doch aufhalten müssen! Er hätte ihr die Waffe aus der Hand schlagen sollen. Sie, wie er es immer tat, gegen die Wand drücken und sie weiterhin ein Opfer sein lassen. Doch nichts von all dem geschah. Dieser ohrenbetäubende Lärm des einzelnen Schusses hallte noch immer in ihren Kopf. Jenny starrte die blutverschmierte Wand an. Er hatte einfach zugelassen, dass sie nun eine Mörderin war.
    Die Waffe lag schon immer in der kleinen Schublade im Tisch, aber sie hätte diese doch niemals benutzt. Ihr war bereits klar wie es ausgehen würde. Wenn Jenny ihn mit der Waffe bedroht hätte. Ja, ruhig wäre er geworden, hätte sich ihr langsam genähert. Nur um dann mit einem schnellen Ruck die Pistole weg zu schlagen und sie, wie immer, in diesem kleinen Raum zu vergewaltigen. Das hatte sie in Tränen gewußt, hatte sich damit abgefunden ihm zu gehorchen.
    Das Blatt hatte sich gewendet. Anstatt wie befürchtet darauf zu warten, aufgehalten zu werden, zog sie einfach den kleinen Hebel nach hinten und schoss. Nicht einmal einen Herzschlag zeit hatte sie um zu begreifen was geschehen war. Sein Kopf war nur noch ein Fleischiges etwas aus dem rotes Blut an die Wand spritzte.
    Sofort als Jenny wieder halbwegs klar denken konnte, sah sie sich im Gericht wieder. Verurteilt wegen Mord! Der Hammer schlug und ihr Schicksal war besiegelt, doch im selben Moment kehrte sie wieder in die Realität zurück und bemerkte das die Pistole auf den Boden gefallen war.
    Aber er hatte es doch verdient! Aber sie war doch das Opfer, oder redete sie sich das nur ein?
    Könnte man sie jemals wieder auf freien Fuß setzen ohne Angst, sie könne einem weiteren Menschen das Leben nehmen. Dies kostbare Gut mit einem Fingerzucken zerstört.
    Man durfte sie nur nicht kriegen!! Aber genau das würde geschehen, das wußte sie und konnte nichts dagegen tun. Überall im Raum waren doch ihre "Spuren" die die Polizisten auswerten könnten und sie schnappen. Würde man ihre Geschichte glauben? Warum sollte ein glücklich verheirateter Familienvater einer Jungen Frau, die nichts mit ihm gemein hatte, so etwas antun?
    Jenny's Muskeln wurden schwächer und so fiel sie schlussendlich auf die Knie. "Warum war es so einfach gewesen?"
    Den ersten Streifenwagen konnte sie schon hören, die Nachbarn, die den Schuss gehört hatten, hatten sie wahrschenilich informiert. Jetzt war es zu spät. Sie würde verhaftet und verurteilt werden, als Mörderin, denn dies war sie. Die Junge Frau konnte es nun nicht mehr verhindern, es war alles nicht mehr in ihrer Hand. Dann streiften ihre Augen wieder die Waffe, in der noch ein Schuss übrig war.

    P.S.: Grundsätzlich würde ich mich über jeden Kommentar freuen (ihr dürft mich auch beleidigen ^^, wenn ihr vorher den Text gelesen habt... und ihr die beleidigung wenigstens damit in verbindung bringt wie schlecht ich diesen text geschrieben habe usw. :P)
    Geändert von Das Daihatschi (16.11.2006 um 22:13 Uhr)
    Wie viel Blut muss vergossen werden, um die Wolken rot zu färben?

  2. #2
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    Finde ich an sich eine ganz schöne Geschichte, auch wenn ich es eher als schwer und nicht als einfach bezeichnen würde, zu töten. Allerdings ist das ja auch Ansichtssache und Situationsbedingt...
    Mir gefällt das Ende sehr gut, solche offenen aber an sich doch irgendwo festgelegten Enden liebe ich.
    Naja zu deinem ewigen Sie: mir wäre es nicht so extrem aufgefallen, hättest du nichts gesagt. Aber es stimmt, es ist recht oft. Arbeite eben mit Synonymen und am besten einem Namen, das eröffnet viele Möglichkeiten: Vorname, Nachname, ganzer Name, Spitzname; oder eben Frau, Mädchen, Weib.
    Ansonsten gut, find ich. Nicht perfekt, aber gut.
    "Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein."

  3. #3
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    Hmmm, also ich finde grade dieses "einfach" unterscheidet diese Geschichte von den anderen Geschichten zu dieser Thematik.
    Auch das offene Ende fand ich gut, es provoziert zwar Vermutungen in eine bestimmte Richtung, muss aber nicht so sein.
    Mein Kritikpunkt ist der Name der Hauptperson: Also okay, das ist vielleicht nichts Wesentliches und hat vielleicht auch mit mir selbst zu tun, aber mit dem Namen Jenny verbinde ich irgendwie immer fröhliche, muntere Menschen und das passt hier ja nun nicht gerade!

    Lg,
    rose noire
    "C'est le temps que tu as perdu pour ta rose qui fait ta rose si importante."

    "Tu es responsable de ta rose..."

  4. #4
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    würde aber genau dadurch die stimmung unterstützen
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  5. #5
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    wodurch?
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  6. #6
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    *Ding Ding* Kundschaft

    also ersteinmal Danke das ihr die Geschichte Gelesen und kommentiert habt und auch Danke für das Lob der einigen wenigen Stellen die "gelungen" sind^^

    auch wenn ich es eher als schwer und nicht als einfach bezeichnen würde, zu töten. Allerdings ist das ja auch Ansichtssache und Situationsbedingt...
    Totschlag, Mord im Affekt ?
    Naja, das mit dem einfach und schwer. Es ist nicht einfach daran zu denken, das erfüllt uns mit vielen Gefühlen, und ein Leben zu nehmen... dass muss doch schwer sein, so etwas kostbares. Damit habe ich mich ja beschäftigt ^^
    Die Hauptfigur denkt auch das es schwer/zu schwer für sie ist zu töten, es ist mehr eine flucht vor den gewissensbissen es nicht wenigstens versucht zu haben, aber mit der schrecklichen erkenntnis das es Vergebens ist, alle Hoffnung verloren scheint. Diese große Überraschung, als alles plötzlich anders kommt als erwartet, das töten nicht viel mehr ist als ein leichtes Fingerzucken... das ging mir nicht mehr aus dem kopf, deswegen entstand diese Geschichte, das wollte ich dem Leser näher bringen

    Mein Kritikpunkt ist der Name der Hauptperson: Also okay, das ist vielleicht nichts Wesentliches und hat vielleicht auch mit mir selbst zu tun, aber mit dem Namen Jenny verbinde ich irgendwie immer fröhliche, muntere Menschen und das passt hier ja nun nicht gerade!
    äähhmm.. ok. Wie schon erwähnt war mir hier der Name nicht sonderlich wichtig, sondern diente mehr als Synonym von "Sie"
    Gleichzeitig habe ich allerdings (wohl instinktiv) einen Namen gewählt, dem ich die Merkmale meiner Hauptfigur zuordne. Sie ist eine fröhliche junge Frau die gerne Lacht, mit Freunden öfter mal einen Trinkt, aufgeschlossen ist.
    würde aber genau dadurch die stimmung unterstützen
    wodurch?
    Ihr Name passt wohl nicht in die "Situation", fröhliche Person in Angst, Panik, Mord, Verzweiflung... aber durch diesen Kontrast kann man vielleicht ganz gut erkennen wie schlimm das für sie ein muss ?!
    Aus dem netten Mädchen von Nebenan zu einer Mörderin. Das ist keine alltägliche Situation für Sie^^

    Auch das offene Ende fand ich gut, es provoziert zwar Vermutungen in eine bestimmte Richtung, muss aber nicht so sein.
    Mir gefällt das Ende sehr gut, solche offenen aber an sich doch irgendwo festgelegten Enden liebe ich.
    Ich Liebe diese Enden auch Deshalb hat die Geschichte auch so eins ^.^
    Außerdem fand ich, es passt dahin

    Arbeite eben mit Synonymen und am besten einem Namen, das eröffnet viele Möglichkeiten: Vorname, Nachname, ganzer Name, Spitzname; oder eben Frau, Mädchen, Weib.
    Sobald ich an meinem Rechner sitze und nicht gerade vollkommen übermüdet bin, werd ich mir das unter dem Aspekt nochmal angugn und Versuchen weitere "sie's" auszumerzen
    Und naja... wenn ich das nicht erwähnt hätte... hmm... aber was hätte es mir genutzt das nicht zu sagen wenn ich doch genau in diesem Teil meiner Geschichte schwächen sehe und hoffte das jemand genau auf dieses Problem eine passende antwort findet (danke Sisyphos ^.^).

    Das Daihatschi
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  7. #7
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    Ihr Name passt wohl nicht in die "Situation", fröhliche Person in Angst, Panik, Mord, Verzweiflung... aber durch diesen Kontrast kann man vielleicht ganz gut erkennen wie schlimm das für sie ein muss ?!
    Aus dem netten Mädchen von Nebenan zu einer Mörderin. Das ist keine alltägliche Situation für Sie^^
    Genau das meinte ich damit, wollt's jetzt nur nochmal klarstellen.
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  8. #8
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    hmmm, so habe ich das noch gar nicht gesehen....
    Wahrscheinlich habt ihr recht!
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  9. #9
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    Hallo,

    also mir hat die Geschichte auch gefallen, ganz besonders - ich muss es nochmal wiederholen - der Schluss.
    Für mich wäre der abschließende Satz so perfekt:

    "Ihre Augen streiften wieder die Waffe, in der noch ein Schuss übrig war."
    Ich würde das "dann" weglassen, aber das ist ja nur eine Kleinigkeit, insgesamt ein sehr gelungenes Ende

    Warum sollte ein glücklich verheirateter Familienvater einer jungen Frau, die nichts mit gemein hatte, so etwas antun?
    Das hört sich für mich hier zu umgangssprachlich an und es ist etwas verwirrend.
    Meinst du, dass die junge Frau nichts mit ihm gemein(sam) hat oder meinst du, dass die Frau (zu anderen Menschen) nicht gemein ist?!
    Würde "die nichts mit gemein hatte" weglassen oder es sprachlich anders und genauer ausdrücken...

    Ansonsten hab ich noch ein paar Rechtschreibfehler aufgetrieben:
    Erste Tränen flossen über ihre Wangen.
    Jenny starrte die blutverschmierte Wand an.
    in diesem kleinen Raum zu vergewaltigen.
    ihr Schicksal war besiegelt, doch im selben Moment kehrte sie wieder in die Realität zurück
    die Nachbarn, die den Schuss gehört hatten, hatten sie wahrscheinlich informiert.
    Dies kostbare Gut mit einem Fingerzucken zerstört.
    Hier würde ich eher "dieses" schreiben.
    Ich finde es unvorteilhaft, dass du die Geschichte in der Vergangenheit geschrieben hast. Für den Leser wäre es viel spannender, alles direkt "mitzuerleben", er wäre viel näher am Geschehen und könnte sich wahrscheinlich noch besser in die junge Frau hineinversetzen...

    Das sieht jetzt vllt nach viel Ktitik aus, doch insgesamt hat mir deine Geschichte gut gefallen.
    Gern gelesen und kommentiert,
    lg
    Suyari
    Geändert von Suyari (16.11.2006 um 18:37 Uhr)

    This is the day the Lord has made; let us rejoice and be glad in it.
    ~ Psalm 118:24


  10. #10
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    Hallo Sayuri
    Freut mich das dir meine Geschichte gefallen hat und deine Kritik freut mich auch ^^

    -Alle, mir aufgezeigten Rechtschreibfehler sind Korrigiert (wenn ich keinen vergessen hab)

    Meinst du, dass die junge Frau nichts mit ihm gemein(sam) hat oder meinst du, dass die Frau (zu anderen Menschen) nicht gemein ist?!
    O.O da hab ich tatsächlich ein Wort vergessen O.O
    Wie konnte das geschehen o.O... Das "ihm" is drin^^

    Und Vergangenheit... könnte sein das du recht hast. Ich hab ohnehin vor den ganzen Text zu überarbeiten, dann könnte ich mal versuchen die Zeit umzusetzen.(Vergangenheit is viel einfacher als Gegenwart wenn man schreibt, finde ich)

    Und über das Ende muss ich noch Nachdenken, mir gefallen beide Sätze^^

    So, 1. Ende neu angugn 2.Zeit überdenken 3.Keine Wörter mehr vergessen... ok

    MfG Das Daihatschi
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  11. #11
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    Hallo nochmal,

    gut, dass du die Fehler schnell berichtigt hast
    Ja, ich finde es auch einfacher, in der Vergangenheit zu schreiben...
    Oder du lässt alles in der Vergangenheit, strukturierst die Geschi dann aber anders,z.B. so, dass du in dem Moment anfängst, in dem die Frau die Waffe auf ihn richtet-vor dem Mord, denn dann ist es für den leser noch spannender als wenn er schon passiert ist- und berichtest anschließend über die Gefühle und Sorgen der Frau.
    Ist nur ein Vorschlag, es gibt da einige Möglichkeiten.
    Überarbeiten wäre hier echt sinnvoll, würde ich auf jeden Fall noch machen, denn aus der Kg kann man NOCH mehr rausholen(obwohl sie schon gelungen ist)

    Da soll mal einer sagen, du könntest keine Kritik annehmen...
    Hab auf jeden Fall sehr gern geholfen,
    liebe Grüße,
    Suyari

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