1. #1
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    Schlafende Schatten

    Schlafende Schatten

    Trostlos liegen neben Ratten
    Menschen in den dunklen Ecken,
    werfen ihre grauen Schatten
    um die Kälte zu verschrecken.

    Trübe Lichter der Laternen
    liegen auf den harten Zügen,
    reiten weit zu fernen Sternen,
    einsam auf den weiten Flügen.

    Träume baumeln unter Decken
    der Gesellschaft sacht dahin,
    Menschen sollten sie erwecken,
    aus dem Schlafen ohne Sinn.
    Geändert von Onkie IIV (29.11.2006 um 12:16 Uhr)

  2. #2
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    Hey onkie,
    also...
    die erste strophe erinnert mich an obdachlose, die auf der straße dahinvegetieren, doch ich bin mir nicht sicher, ob der rest dann dazu passt.
    es geht um einsamkeit, um menschen, die von der gesellschaft benachteilig sind, deren träume niemals verwirklicht werden, die ein sinnloses leben führen, beherrscht von trübem licht, das auch schon flieht...
    ich hoffe, ich liege nicht allzu daneben!
    bisou
    dein helferchen
    Schnee glitzert nur, wenn man langsam genug geht...

  3. #3
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    Hallo mein liebes helferchen Lini
    dankeschön für deinen netten Kommentar.
    du liegst fast genau richtig genau das wollt ich dem leser mitteilen.
    schön, dass dus genau so verstanden hast
    so kann man alle Bilder/Worte deuten.
    aber dass sie ein sinnloses leben führen wollt ich jetzt nicht
    sagen, sondern eher dass sie aufstehen und ihr leben
    selbst in die hand nehmen könnten, weil sie durchaus
    etwas daraus machen könnten man sollte ihnen nur eine gewisse
    starthilfe geben.
    oder kann man das missverstehen?
    ganz liebe grüße
    Onkie IIV

  4. #4
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    hey onkie,
    hm ich denke...
    also irgendwie kommt es mir doch so vor, als wär ihr leben sinnlos, schließlich schreibst du "sollten sie erwecken", es WAR ihre aufgabe, aber sie ist nicht erfüllbar... zumindest verstehe ich das so!
    Du könntest vllt "wollen" oder "sollen" oder "werden" nehmen, dann wäre das alles etwas positiver...
    Bisou
    dein helferchen
    Schnee glitzert nur, wenn man langsam genug geht...

  5. #5
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    hey mein feenhelferchen,
    meistens ist es ja so, dass sies alleine nur selten schaffen und sich ein "neues" altes Leben aufbaun.
    ich hab "sollten" hier verwendet, weil den menschen in sovielen fällen eben nicht geholfen wird. quasi als apell. das heißt ja aber noch nich, dass ihr leben ganz sinnlos ist, nur dass sie hilfe brauchen.
    liebe grüße
    dein seelenzwilling

  6. #6
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    Hallo Onkie!

    Dieses Gedicht schafft es in den ersten Zeilen schon, den Leser einzuhuellen in die triste Atmosphaere der Welt der Obdachlosen und laesst einem bis zum Schluss nicht mehr los.
    Du hast es wieder hingekriegt, in kurzer Erzaehlung ein dickes Buendel Emotionen auszuloesen und einzufangen. Mein Lob dafuer!

    Zum Interpretieren gibts diesmal nix, hier hast Du die Federstriche klar und eindeutig gesetzt.

    Was mir nicht so gut gefaellt, ist in S1Z1 das 'muede'...ich nehme wohl zu Recht an, dass Du damit nicht koerperliche Muedigkeit ausdruecken willst, dann wuerde ich stattdessen 'trostlos' schreiben, dass sich mM nicht nur
    passend ins ganze Geschehen fuegt, sondern auch eine kleine Spielerei waer, die auch mir erst aufgefallen ist, nachdem ich es fuer mich eingelesen hatte.
    Mit 'trostlos' wuerde zusammen mit den ersten Woertern von S2 und S3 eine Einheit geschaffen, nicht nur von den Anfangsbuchstaben her, auch sinngemaess: "trostlos - truebe - Traeume"
    Was haeltst Du davon?

    Und noch eins: die 'breiten' Schatten...die vermoegen mir auch nicht recht zu behagen. Dieses Wort steht auch allein da im Gesamtbild: das assoziiere ich automatisch mit Flaechenangabe..rechnerisch und so..vllt leuchtet Dir meine Anschauung hier nicht ganz ein, kanns auch net begruenden, wieso...
    Vorschlag: 'grauen' Schatten
    Bauchgefuehl sagt mir persoenlich: ja, genau...!

    Persoenliches Highlight: 'Traeume baumeln...'

    Summa summarum, ein Kompliment von mir, dieses Werk konnte mich durchaus ueberzeugen!

    Liebe Gruesse
    von Lailany

  7. #7
    Tessa Guest
    Lieber Onkie,

    auch diesmal hast du wieder ein bildhaftes Gedicht geschaffen, welches mir gefällt.

    Du zeigst die Missstände an, dass Menschen in unserer so "wohlhabenden" Gesellschaft durch das soziale Netz fallen.
    Sie liegen in dunklen Ecken, wärmen sich über Heizungsschächten, betäuben sich und versuchen, den nächsten Tag zu überstehen, oder die nächste Nacht. Noch haben wir es wärmer denn je, für November.
    Doch mag man sich nicht wirklich vorstellen, wie es bei eisiger Kälte sein muss. Viell. halten sie Träume am Leben, viell.auch nicht, was wissen wir schon.

    Ich schrieb kürzlich schon einmal zu dieser Thematik, dass die Gründe dieses Lebens sehr unterschiedlich sind, die Schicksale haarsträubend und niemand das Recht hat, auf diese Menschen zu spucken.
    Selbstverständlich hetzen wir jeden Morgen an die Arbeit und fragen uns, warum es "ihnen" nicht gelingt. Doch wer sagt, dass uns nicht auch solch Schicksal treffen kann.
    Die Frage ist, ob die Starthilfe angenommen werden würde, viele haben sich mit ihrer Lage arrangiert, sich abgefunden, sich aufgegeben.

    Ein Thema, welches nicht oft genug beschrieben werden kann,
    um Leser sensibel zu machen.
    Wenn es, wie in deinem Gedicht, in dieser Form geschieht, ohne Anklage, ohne Beschimpfung, dann hast du mich wirklich überzeugt.
    Das "Müde" sehe ich als "trostlos","vergessen", oft scheinen die Obdachlosen müde und alt.
    Gelungen und sehr gern gelesen, gern gedacht, mein Lob.

    Ganz liebe Grüße,
    Tessa

  8. #8
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    Hallöchen,
    da hab ihr mir zwei schöne kritiken geschrieben.
    klasse, dass es euch beiden gefällt.

    @Lailany :
    das wortspiel ist klasse, ich werds so ändern.
    auch wenn ich das adjektiv "müde" persönlich
    treffender finde. das "tr..." überzeugt mich.
    und graue Schatten werd ich auch so übernehmen.
    ich hör mal auf dein bauchgefühl.
    vielen lieben dank für deine konstruktive kritik.

    @Tessa :
    oh da muss ich mal in deinen werken stöbern und schaun,
    ob du das auch reingestellt hast.
    deine meinung zum thema darf ich mit dir teilen
    Die Frage ist, ob die Starthilfe angenommen werden würde,
    viele haben sich mit ihrer Lage arrangiert, sich abgefunden, sich aufgegeben.
    ja die frage ist berrechtigt. leider.
    schön, dass es dir gefällt und du drüber nachdenken konntest.
    danke für dein Lob .


    auf ein baldiges,
    liebe grüße
    Onkie

  9. #9
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    huhu onkie
    auch mir gefällt dein gedicht sehr gut.
    eigentlich ist ja alles schon gesagt, aber ich muss es einfach noch mal wiederholen
    der inhalt ist klasse.
    das thema ist ein äußerst wichtiges, das aber viel zu oft totgeschwiegen wird.
    die mesiten leben ja nach dem motto, "was wir nicht sehen wollen gibt es auch nicht"
    das ist mit sicherheit nicht der richtige weg.
    diese gewisse starthilfe, die du erwähnt hast wird leider etwas zu selten gegeben.

    gern gelesen

    liebe grüße
    röselein
    Zum Schwarzen Rosengarten (Werkeverzeichnis)


    frisch aus meiner Feder Seelenbrand im Stundenschlaf, Göttertanz, Seelenduett,
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben
    Hermann Hesse

    *schwarzeRose*

  10. #10
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    hallo meine rose ,
    danke für deine lieben worte.
    freu mich, dass es dir gefällt.
    und recht hast du...
    liebe grüße
    Onkie

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