Eines meiner frühesten Werke - wobei ich noch nicht lange Gedichte schreibe



Am Grunde,
Dort lag sie,
Mit Blut am Munde,
Und sie schrie.

Das Messer,
In ihrem Leib aus Eis.
Vielleicht wär’ es besser,
Sie stürbe leis’…

Und ihr blanker Tod
Blinkt in der Sonne,
Im Schnee schimmert’s rot.
Er saugt sie auf, in Wonne.

Der Mörder steht,
Am höchsten Stein
Er weiß; sie geht,
In die Schatten ein.

Der Atem stirbt,
Die Haut verkühlt,
Das Blut verdirbt,
Da sie nie mehr fühlt.

Und sanft haucht sie
Die letzten aller Worte,
„Vergiss mich nie…“
Es öffnet sich die Pforte.

Der Sensenmann, er tritt hinaus,
Und hebt den kalten Körper an,
Selbst im Tod ein Augenschmaus,
Den man nicht schmähen kann.

Ihr Haar, es fällt wie Seide.
Als der Abstieg beginnt
Verfärbt sich das Kleide,
Wird finster und blind.

In der Heimat der Flammen
Entspringen ihr Schwingen,
Schwarze Federn, eng beisammen.
Nie mehr wird sie ringen…

Um ihr Leben,
Mit dem Sterben,
Nicht mehr geben,
Niemals erben.

Der Tod bettet sie sacht,
Auf ein Himmelbette,
Für Könige gedacht.
Und legt ihr um die Kette.

Die Kette, sie aus Eis und Stein,
Von Silber und Eisen erkürt
Wird ihr Zerbrechen sein,
Wo der Lord die Feuer schürt.

In ihrem Verderben aus Stoffen
Kann sie nicht sterben.
Kann sie nur noch hoffen,
Erlöst zu werden.

Grausam ist doch die Welt,
Unschuldig muss sie leiden,
Es gibt niemanden, der sie hält,
Nur Ketten, die schneiden.

Verzweifelt und stumm verharrt die Braut
Der Tränen in ihrem Verlies,
Die Gelenke sind schon aufgeraut,
Von den Ketten, wie es hieß.

Dornen bohren sie ins Herzen
Diese Wesen der Nacht
Versetzen ihr Schmerzen
Ihrer wird nie mehr gedacht.

„Stumm vegetierend,
Stirbt nun auch die Seele
Der Jungfer
Aus dem Rosenwald.“