1. #1
    Johan Guest

    Regierungspolitik

    Durchschnittsbürger schuften Jahre;
    Dienst für Andre, nicht für sich.
    Kummer, Krankheit, sie verpuffen
    an dem Anspruch, neu in Sicht.

    „Es ist Zeit jetzt vorzusorgen“,
    sagt er milde, „wenn man weiß,
    Alter ist für Euch schon Morgen,
    und Ihr ahnt, was dann noch bleibt.“

    Leben, Freund, sag ich ihm bitter,
    ist ein riesiges Gewitter,
    das, als Traum hübsch eingebunden,
    Durchschnittsbürgern längst entschwunden,
    zur Vision wird für die Kinder,
    die, wie wir, glaubt’s mir, nicht minder
    jetzt schon wissen, was real ist
    und was Traum, den Traum gebar.

    Fahrt nur fort mit Euren Thesen,
    die doch bleiben wie gewesen –
    neu gestaltet,
    Schaum und Rauch nur,
    in dem Lauf der großen Warnuhr,
    die Euch zeigt, dass wir, wie damals,
    Euch als dunkle Lichter lesen.

  2. #2
    ria.roos Guest
    Zitat Zitat von Johan
    Durchschnittsbürger schuften Jahre;
    Dienst für Andre, nicht für sich.
    Kummer, Krankheit, sie verpuffen
    an dem Anspruch, neu in Sicht.

    „Es ist Zeit jetzt vorzusorgen“,
    sagt er milde, „wenn man weiß,
    Alter ist für Euch schon Morgen,
    und Ihr ahnt, was dann noch bleibt.“

    Leben, Freund, sag ich ihm bitter,
    ist ein riesiges Gewitter,
    das, als Traum hübsch eingebunden,
    Durchschnittsbürgern längst entschwunden,
    zur Vision wird für die Kinder,
    die, wie wir, glaubt’s mir, nicht minder
    jetzt schon wissen, was real ist
    und was Traum, den Traum gebar.

    Fahrt nur fort mit Euren Thesen,
    die doch bleiben wie gewesen –
    neu gestaltet,
    Schaum und Rauch nur,
    in dem Lauf der großen Warnuhr,
    die Euch zeigt, dass wir, wie damals,
    Euch als dunkle Lichter lesen.
    ***
    Hallo johan,

    ich hab mal bei Dir reingeschaut. Inhaltlich birgt Dein Gedicht sehr viel, was die Menschheit fürchtet, und die Jugend nicht zu verhindern weiß, denn die ist jetzt am Ball.
    Achte doch mal gezielt auf deine Reime, auf die Metrik. Anregungen findest Du auch im "Arbeitszimmer", man hilft Dir auch Deine Reime ins Reine zu bringen.
    Das ist nur ein Tip von mir, Deine Aussagen finde ich recht gut.
    Gern gelesen!
    liebe Grüße
    ria.roos

  3. #3
    Falderwald Guest
    Hallo Johan,

    zum Inhalt hat ria.roos ja schon einiges gesagt.
    Allerdings hat sie auch die Form bekrittelt.
    Das schaue ich mir jetzt einmal näher an:

    Durchschnittsbürger schuften Jahre;
    Dienst für Andre, nicht für sich.
    Kummer, Krankheit, sie verpuffen
    an dem Anspruch, neu in Sicht.

    XxXxXxXx
    XxXxXxX
    XxXxXxXx
    XxXxXxX ok


    „Es ist Zeit jetzt vorzusorgen“,
    sagt er milde, „wenn man weiß,
    Alter ist für Euch schon Morgen,
    und Ihr ahnt, was dann noch bleibt.“

    XxXxXxXx
    XxXxXxX
    XxXxXxXx
    XxXxXxX ok


    Leben, Freund, sag ich ihm bitter,
    ist ein riesiges Gewitter,
    das, als Traum hübsch eingebunden,
    Durchschnittsbürgern längst entschwunden,
    zur Vision wird für die Kinder,
    die, wie wir, glaubt’s mir, nicht minder
    jetzt schon wissen, was real ist
    und was Traum, den Traum gebar.

    XxXxXxXx
    XxXxXxXx
    XxXxXxXx
    XxXxXxXx
    XxXxXxXx
    XxXxXxXx
    XxXxXxXx
    XxXxXxX ok


    Fahrt nur fort mit Euren Thesen,
    die doch bleiben wie gewesen –
    neu gestaltet,
    Schaum und Rauch nur,
    in dem Lauf der großen Warnuhr,
    die Euch zeigt, dass wir, wie damals,
    Euch als dunkle Lichter lesen.

    XxXxXxXx
    XxXxXxXx
    XxXx
    XxXx
    XxXxXxXx
    xXxXxXxX
    XxXxXxXx ok


    Das hatte ich mir beim ersten Lesen schon gedacht, da ich keinen wirklichen Metrikfehler feststellen konnte.
    Die teilweise fehlenden oder unreinen Reime stören eigentlich auch nicht und sind m.E. durchaus zulässig.

    Zum Inhalt möchte ich nur noch beisteuern, daß es eine klare Aussage zur Regierungspolitik ist, die nach wie vor in ihren üblichen Bahnen verläuft und damit keinen Hoffnungsschimmer auf die Zukunft verspricht.
    Und ich kann alle deine Aussagen nur unterstreichen.
    Einziger Krittelpunk von mir: Wer ist in Strophe zwei "er", also der Sprecher?

    Gerne gelesen, gerne kommentiert, schönes Gedicht.


    Liebe Grüße

    Bis bald

    Falderwald

  4. #4
    Johan Guest
    Hallo Ria,
    Hallo Falderwald,

    Ich freue mich, dass Ihr mit meinen Versen einverstanden seid. Ich danke Dir, Falderwald, für deinen Metrikcheck. Das ist doch immer eine recht mühsame Angelegenheit. Mit ganz reinen Reimen tue ich mich des öfteren schwer, aber die Nuancen zum Ersatzwort sind oft zu groß, als dass sie, nach meinem Sprachgefühl, die selbe Aussage hätten. ‚Er’, in S2 – damit war einer dieser blasierten, politischen Obertrottel gemeint, der vor längerer Zeit im Fernsehen meinte, mit seinen Ideen die Rettung der Zukunft der Bevölkerung in Deutschland einläuten zu können. Ich erinnere mich nicht mehr an seinen Namen, aber sein Konterfei steht mir noch lebhaft vor Augen.
    Sicher, dass Thema ist nicht neu, schwappt schon zurück auf die Ära vor Helmut Kohl, hat sich aber seitdem mehr oder weniger regelmäßig zugespitzt. Ich selbst bin auch betroffen, wie die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung. Demonstrationen im jetzigen Ausmaß helfen nicht.
    Dass die Jugend jetzt am Ball ist – Ria, wie meinst du das? Ich sehe das so überhaupt nicht. Allein schon die Statistik der Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz ist erschreckend, wenn auch wohl in diesem Jahr ein winziges Bisschen zurückgegangen. Und was sollen die armen Mädels und Jungs tun, die eine Chance bekommen haben und anschließend arbeitslos sind? Ich möchte nicht wissen, wie viele von ihnen nach und nach reif für eine psychologische Hilfe werden. Es ist kein Spaß, das beobachten zu müssen! Und haben ihre Beschwerden irgendetwas vollkommen Durchgreifendes bei der Regierung bewirkt? Nein.

    Sorry, jetzt werde ich wieder wütend. Vielleicht gehört dieses Thema nicht in ein Gedichteforum, eher auf die politische Bühne draußen. Aber ich habe es wenigstens einmal versucht, die Problematik in den Raum zu stellen. Und ich danke Euch, dass Ihr Euch durch den Schwall der herausgeratterten Worte gelesen und mir Eure Gedanken mitgeteilt habt.

    Liebe Grüße

    Johan

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