1. #1
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    Der Weiden Ruf

    Der Weiden Ruf

    Ich hänge sehr an euren fahlen Bildern,
    ihr Trauerweiden, rings um meinen See.
    so vieles hör ich wortlos in mir schildern,
    selbst mein vernarbtes, tief empfund’nes Weh.

    Schon lange komm ich her, euch zu besuchen,
    fast immer nachts, wenn Mondlicht euch erhellt,
    und fern vom Hain aus dunklen Schattenbuchen
    des Kauzes Schrei in meine Sinne fällt.

    Der Nachtwind singt als zupfe jemand Saiten
    und euer Rauschen raunt mir lockend zu:
    Komm mit uns, Freund, wir zeigen dir die Weiten
    der Wortloswelt, komm, find’ endlich deine Ruh.

    Und als ich kam, ein letztes Mal zu reisen,
    die Bahn aus Gold im gleißend hellen Licht,
    erklangen sie erneut die himmelzarten Weisen,
    von Ferne sah ich, Liebste, lächelnd dein Gesicht.
    Geändert von crux (26.10.2006 um 00:01 Uhr)

  2. #2
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    Oh ein lyrisch-zarter crux

    ...wie schön.

    Dann mach ich mich mal ans Verixxen

    Ich hänge sehr an euren fahlen Bildern,
    ihr Trauerweiden, rings um meinen See.
    so vieles hör ich wortlos in mir schildern,
    selbst mein vernarbtes, tief empfund’nes Weh.
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX

    Schon lange komm ich her, euch zu besuchen,
    fast immer nachts, wenn Mondlicht euch erhellt,
    und fern vom Hain aus dunklen Schattenbuchen
    des Kauzes Schrei in meine Sinne fällt.
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX

    Der Nachtwind blättert leise in den Saiten
    und euer Rauschen raunt mir lockend zu:
    Komm mit uns, Freund, wir zeigen dir die Weiten
    der Wortloswelt, oh komm, find’ endlich deine Ruh.
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxX ---> lass doch das oh weg, dann stimmts wieder

    Und als ich kam, ein letztes Mal zu reisen,
    die Bahn aus Gold im liebestrunk’nem Licht,
    erklangen sie erneut die himmelzarten Weisen,
    von Ferne sah ich, Liebste, lächelnd dein Gesicht.
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxX

    Ein wenig holpert, was aber der wunderschönen Sprachmelodie keinen Abbruch tut.
    Gefällt mir sehr sehr gut, lieber crux, dein Ausflug ins Nachdenkliche.

    Für mehr hab ich im Moment nicht die Zeit, aber ich komme zurück, um nochmals zu schauen.

    Lieben Gruß,
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

    ©
    auf alle meine Texte!

  3. #3
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    Ich hänge sehr an euren fahlen Bildern,
    ihr Trauerweiden, rings um meinen See.
    Plumper ist sehr wahrscheinlich kein Teil Deines Sees, aber in diesem See könnt er sich noch reinquatschen aber dann:

    so vieles hör ich wortlos in mir schildern,
    selbst mein vernarbtes, tief empfund’nes Weh.
    denke ich, wehe, wehe usw. und das kennst Du. Schon hier - Faldi bitte Dein Einsatz: ein Hauch to much.

    Könnten diese Schilderungen einfacher sein? Kein vernarbtes Weh und wortlose Schildereien. Das finde ich, tut mir leid, abgeschmackt und kitschig.
    Könnte es so formuliert sein, daß Dein Leser Plumperquatsch selber noch etwas entdeckt und es nicht nur vorgekaut bekommt. Sicherlich gut vorgekaut. Aber:

    des Kauzes Schrei in meine Sinne fällt.

    Schudddddderr.

    Ich weiß Sie werden Dir solche Kränze flechten, daß es wieder heißen wird: Höre nicht auf den häßlichen Plumperquatsch und es wird wohl zahlreiche Postings geben, die mich: plumper Quatsch zeihen. Aber:

    Der Nachtwind blättert leise in den Saiten
    Dunkelheit und:

    die Bahn aus Gold im liebestrunk’nem Licht
    Licht, so ein Licht wie Faldi es auf Tessas Buch scheinen ließ, und:

    von Ferne sah ich, Liebste, lächelnd dein Gesicht
    .

    Nöh.
    Das Bild häng ich mir nicht ins Wohnzimmer. To much. Ich finde weniger ist mehr. Ich sehe nur Trauerweiden rund ums Mee.. äh See.

  4. #4
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    Hallo crux,

    mich berührt dein tief melancholisch schwebendes Gedicht.

    Liebe Grüße
    windflug

  5. #5
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    Der Weiden Ruf

    Lieber crux,
    ich glaube, du wirst sagen, du hättest meinen Kommentar gar nicht anders erwartet - dieses Gedicht geht ganz tief ein. Die Bilder sind unbeschreiblich ansprechend, berührend.
    Sie sagen mir auch viel über die Denkweise des Poeten, weil ich mir einbilde, ihn ein wenig zu kennen.

    Ich hänge sehr an euren fahlen Bildern,
    ihr Trauerweiden, rings um meinen See.
    so vieles hör ich wortlos in mir schildern,
    selbst mein vernarbtes, tief empfund’nes Weh.

    Ein vertrautes Bild, vielleicht immer wieder beim Spaziergang gern beschaut. Vielleicht einst mit zwei Augenpaaren gesehen, darum kann dieses Bild, dieser Blick sprechen.

    Schon lange komm ich her, euch zu besuchen,
    fast immer nachts, wenn Mondlicht euch erhellt,
    und fern vom Hain aus dunklen Schattenbuchen
    des Kauzes Schrei in meine Sinne fällt.

    Eine Stelle, die das lyr. Ich liebt und kennt. Solche Stellen besucht man am liebsten ganz allein, um von nichts und niemand abgelenkt zu werden. Das lyr. Ich will mit den Weiden, der Stimmung allein sein.
    Des Kauzes Schrei hat tiefere Bedeutung. Es ist der Ruf/die Erinnerung an Verstorbene. (So war es in meiner Heimat)


    Der Nachtwind blättert leise in den Saiten
    und euer Rauschen raunt mir lockend zu:
    Komm mit uns, Freund, wir zeigen dir die Weiten
    der Wortloswelt, oh komm, find’ endlich deine Ruh.

    Meine Lieblingsstrophe: Der Nachtwind blättert leise in den Saiten.
    Das lyr. Ich spürt/hört den Ruf, in dem es Trost sucht. Ein lockender Ruf, denn das lyr. Ich ist mit den Weiten vertraut.
    Das ist die Stelle, wo ich glaube, die Denkweise des Poeten zu erkennen.


    Und als ich kam, ein letztes Mal zu reisen,
    die Bahn aus Gold im liebestrunk’nem Licht,
    erklangen sie erneut die himmelzarten Weisen,
    von Ferne sah ich, Liebste, lächelnd dein Gesicht.[/INDENT][/INDENT][/INDENT][/INDENT][/INDENT][/QUOTE]

    Und hier die Begegnung, die Bestätigung für den Suchenden. Die Sehnsucht wird sichtbar, zeigt sich dem lyr. Ich.
    Die Bahn aus Gold, das Licht stehen für eine Seelenreise.


    Ich lasse meine Interpretation ohne weitere Worte stehen.
    Du weißt, wie beeindruck und berührt ich bin.
    Ein Gedicht, das ich mir bewahren werde.

    Liebe Grüße
    Dana
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  6. #6
    Tessa Guest
    Lieber crux,

    Dana´s Interpretation ist fast nichts mehr hinzuzufügen,
    krempel deshalb nicht weiter und möchte mich Dana gern anschließen.

    Tief berührt, solch ein gefühlvolles Werk, in zarten Tönen und gelungenen Bildern.
    Mir ist es egal, wer da meint wir flechten Kränze.
    Wenn ich diese Zeilen lese, flechte ich gern und immer wieder.

    Eine Reise zum geliebten Ort, Erinnerungen, Liebe, Trauer, Endgültigkeit.
    Das Licht für die letzte Reise.
    LI nimmt im Inneren Abschied, lässt nun los, sieht noch einmal LD, das Gesicht.
    Oft dauert eine Trauer/Abschiedsphase sehr lange an, bis, wie in diesem Fall, LI Ruhe findet, durch das Lächeln des LD.
    Dieses Lächeln sagt, "geh nun deinen Weg" und das Licht "zeigt die Richtung".

    Ich bin beeindruckt und ein wenig sprachlos,
    crux- du weißt, was das bei mir bedeutet.
    Schleiche mich mal einfach fort und nehme deine Zeilen mit.

    Ganz liebe Grüße,
    Tessa

  7. #7
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    Der Ruf der Weiden

    @ Katzi

    Katzi hat Geschmack gefunden
    am Verixen vieler Werke,
    und ich sage unumwunden:
    das ist ihre neue Stärke...

    Danke, meine Liebe, das ging aber schnell, wie machst du das nur?

    Freue mich schon sehr auf deine Wiederkehr und harre dein im Mondenschein, um brav im Plumperquatschkitschbild zu bleiben...

    @ Plumperquatsch

    If you find it is to much,
    sehr verehrter Plumperquatsch,
    then I kindly would suggest
    write a better one and test
    what die Leser dir dann writen.

    Wollen uns erst gar nicht streiten
    über Kitsch und Übertreibung,
    I am fine with it, die Reibung
    die durch Dissonanz entsteht,
    hier verpufft sie, wenn es geht.

    Never hang up any picture
    in your flat that is a mixture
    out of Kitsch and flat design,
    cause your guests then will go Heim.

    Never mind, dear, that's just very much cruxlike...

    @ windflug

    ein schöner, ein kurzer, aber dafür umso erfreulicherer Kommentar. Danke!

    Liebe Grüße
    crux
    Geändert von crux (23.10.2006 um 22:36 Uhr)

  8. #8
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    then I kindly would suggest
    write a better one and test
    what die Leser dir dann writen
    Nöh, niemals, im Leben nie nicht:
    die Muse spendet mir kein Licht.
    Dafür hab ich ja auch den Crux:
    Reimt schnell und hell als wie ein Lux

    Es ist nur die Eitelkeit,
    die Gefallsucht, die mich kränkt,
    die uns beide so bedrängt,
    unsre Wege leider teilt.

    Doch den See von Weiden gesäumt
    hätt ich ungern ganz versäumt.
    Ich mochte das einfache Bild
    und trag es im Herzen als Schild.

  9. #9
    Falderwald Guest
    Lieber crux,

    schon mal vorweg, mir gefällt dieses Gedicht, und ich finde es in keiner Weise kitschig.
    Deine Wortwahl und die verwendeten Bilder sind in meinen Augen wunderschön und ich kann wirklich sagen, daß dieses Gedicht jetzt schon zu meinen Lieblingen aus deiner Feder gehört.
    Soviel zum Kränze flechten, denn diesen flechte ich dir gerne.
    Auch wenn wir zwei befreundet sind, würde ich dir rundheraus sagen, wenn es mir nicht gefallen würde.
    Aber genauso darf ich dir ja sagen, wenn mir ein Gedicht von dir besonders gut gefällt.
    Ich wüßte nun wirklich nichts Kreatives daran auszusetzen, selbst wenn unser Katzi ein paar Holperstellen festgestellt hat, muß ich ihr leider widersprechen, da ich diese absolut nicht finden kann.

    Der Weiden Ruf

    Ich hänge sehr an euren fahlen Bildern,
    ihr Trauerweiden, rings um meinen See.
    so vieles hör ich wortlos in mir schildern,
    selbst mein vernarbtes, tief empfund’nes Weh.

    Das LI lebt in der Nähe eines Sees und hat zu den Weiden eine ganz besondere Beziehung, die ständig die Erinnerungen in ihm wachrufen, auch die traurigen unter ihnen.

    Schon lange komm ich her, euch zu besuchen,
    fast immer nachts, wenn Mondlicht euch erhellt,
    und fern vom Hain aus dunklen Schattenbuchen
    des Kauzes Schrei in meine Sinne fällt.

    Des nachts ist LI oft und schon seit langem dort unterwegs und genießt (oder nimmt wahr) die besondere Atmosphäre, wenn der Mond die Szene beleuchtet und aus dem fernen Buchenwäldchen das Käuzchen seinen Lockruf von sich gibt.
    Der in die Sinne fallende Schrei des Kauzes gefällt mir sehr gut hier. (Auch bei uns hat der Schrei des Kauzes eine besondere Bedeutung, man sagt, daß wenn man ihn hört, bald jemand versterben würde.)

    Der Nachtwind blättert leise in den Saiten
    und euer Rauschen raunt mir lockend zu:
    Komm mit uns, Freund, wir zeigen dir die Weiten
    der Wortloswelt, oh komm, find’ endlich deine Ruh.

    Anscheinend ist das LI rastlos und ständig auf der Suche nach Erinnerungen. Der Wind flüstert und lockt es, doch endlich in eine weite Welt mit zu kommen, wo die Suche ein Ende finden wird.

    Und als ich kam, ein letztes Mal zu reisen,
    die Bahn aus Gold im liebestrunk’nem Licht,
    erklangen sie erneut die himmelzarten Weisen,
    von Ferne sah ich, Liebste, lächelnd dein Gesicht.

    Hier nun kommt die Auflösung, denn als LI zum letzten Mal im Mondschein unterwegs ist, erklingen wieder die Lockrufe. Und nun wohl zum letzten Mal, denn die Suche, die Sehnsucht hat endlich ein Ende und LI ist am Ziel und sieht seine Liebste in der Ferne auf ihn warten.

    Wunderschön, ich wiederhole mich sehr gerne. Es mag ja sein, daß ich wirklich ein hoffnungsloser Romantiker bin, manche mögen mir auch Kitsch unterstellen, aber das ist mir völlig gleichgültig, weil dies die Poesie ist, die ich wirklich mag.
    Wärest du eine Frau, würde ich dir jetzt gedanklich um den Hals fallen. Da du ein Kerl bist, drücke ich dir nur schweigend die Hand.
    Es hat mich wirklich tief berührt und angesprochen.

    Gerne gelesen und gerne kommentiert...


    Liebe Grüße

    Bis bald

    Falderwald

  10. #10
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    Der Weiden Ruf

    bon dieu, mais qu'est qui se passe ici entretemps.., wow, eine ganze Armada an Gästen hat sich inzwischen unter den Weiden eingefunden, herzlich willkommen miteinand...

    @ liebe Dana,

    bedanke mich sehr für deinen ausführlichen und mich besonders erfreuenden Kommentar, gehörst du doch (mit wenig anderen) zu einer der besten Expertinnen hier im Forum, wenn es um Feinpoetik geht, mit der du wie kaum jemand sonst weißt, Gefühls- und Schicksalswelten so auszudrücken, dass kein kitschiger Eindruck, aber Begeisterung bei deinen Lesern entsteht. Und besonders freut mich, dass auch dir meine Lieblingsstrophe, die dritte, am besten gefällt, sie trägt den hohen Akzent des Ganzen, das ist wohl wahr.

    Du liegst mit deiner Interpretation völlig richtig und ich verstehe nur zu gut, warum du darüber hinaus lieber schweigen möchtest.
    Du weißt, wie beeindruck und berührt ich bin.
    Ein Gedicht, das ich mir bewahren werde.
    Ein schöneres Kompliment hättest du mir gar nicht machen können.

    @ liebe Tessi,

    auch für deine lieben Worte und einfühlsamen Beschreibungen des Textes, so wie er zu dir rüberkam, ein herzliches Dankeschön. Du kennst dich wie Dana ja bestens aus in der Verdichtung der in meinem Werk angesprochenen Gefühle, sowie den multiplen Aspekten von Trauerarbeit, die mein LI zu verrichten sucht, dort draußen bei den symbolträchtigen Weiden.
    Ich bin beeindruckt und ein wenig sprachlos,
    crux- du weißt, was das bei mir bedeutet.
    Auch dieser Satz sagt mir weit mehr als in ihm zu lesen steht und ich hebe ihn ganz bewusst noch einmal hervor.

    @ liebe Musemaus,

    oh, wie ärgerlich, das kenne ich, ein falscher Klick..., aber du brauchst doch nur oben links auf den grünen Rückpfeil zu klicken, bis dein Editierfeld wieder auftaucht, oder ging da gar nichts mehr?

    Jedenfalls freut es mich wirklich sehr, was du mich in deinem ausführlichen Kommentar wissen lässt.
    Dieses melanchonische und zugleich nachdenklich stimmende Gedicht hat mich tief berührt.
    Wenn ich das erreichen konnte, und es scheint mir ja tatsächlich gelungen zu sein, dann hat sich jede Mühe (die ich beim Dichten aber kaum als solche empfinde) gelohnt.

    Auch deine Sicht der Dinge liegt absolut im grünen Bereich und weicht lediglich in Nuancen von meinen Intentionen ab.

    In der Tat kommt das LI immer wieder gerne (auch rein geistig) an diesen wunderbaren Ort am See, am liebsten bei Nacht, wenn es dort ganz alleine im fahlen Mondeslicht seinen traurigen und teils düsteren Gedanken nachhängen und sie evtl aufarbeiten kann.

    Dass du darüber hinaus dieses Gedcht zu deinen Lieblingswerken von mir erklärst, freut mich ganz besonders und macht mich richtig stolz. Ich danke dir sehr für diese Auszeichnung.

    Dieses also war das von mir schon länger (bei dir) angekündigte ernste Gedicht, natürlich neben "Von da an ging's vergab", das allerdings einen völlig anderen Charakter hat.

    @ Plumperquatsch, die Zweite

    Es ist nur die Eitelkeit,
    die Gefallsucht, die mich kränkt,
    die uns beide so bedrängt,
    unsre Wege leider teilt.
    Also ehrlich bist du ja, Respekt, nur kenne ich persönlich solche Gefühle wie Gefallsucht oder auch Neid überhaupt nicht, sie sind mir wirklich völlig fremd. Von daher bräuchten sich unsere Wege überhaupt nicht teilen, aber mitteilen wollte ich es dir schon...

    @ lieber Freund Faldi,

    natürlich habe ich beim Schreiben dieses Gedichtes auch an dich als dem großen Romantiker unter dem Dache diese hohen Hauses denken müssen, schließlich haben mich schon einige deiner Gedichte zu eigenen inspiriert.

    Bin postiv überrascht und auch ziemlich gerührt von deinem in jeder Hinsicht erfreulichen Kommentar. Auch deine Interpretation trifft meine Gedanken, die mich zum Schreiben diese Gedichtes heute bewegten.
    Auch wenn wir zwei befreundet sind, würde ich dir rundheraus sagen, wenn es mir nicht gefallen würde.
    Darüber haben wir uns schon des öfteren unterhalten und sind uns in dem hier geäußerten Sinne schon längst völlig einig, aber es ist nicht verkehrt, es auch Drtte ab und an wieder wissen zu lassen, denn zu schnell setzt sich da bei manchen etwas Falsches in den Köpfen fest.

    Ich danke euch allen noch einmal sehr für die mich sehr erfreulichen Worte.

    Liebe Grüße
    crux
    Geändert von crux (07.12.2006 um 19:03 Uhr)

  11. #11
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    Der Weiden Ruf

    Ich hänge sehr an euren fahlen Bildern,
    ihr Trauerweiden, rings um meinen See.
    so vieles hör ich wortlos in mir schildern,
    selbst mein vernarbtes, tief empfund’nes Weh.

    Schon lange komm ich her, euch zu besuchen,
    fast immer nachts, wenn Mondlicht euch erhellt,
    und fern vom Hain aus dunklen Schattenbuchen
    des Kauzes Schrei in meine Sinne fällt.

    Der Nachtwind blättert leise in den Saiten
    und euer Rauschen raunt mir lockend zu:
    Komm mit uns, Freund, wir zeigen dir die Weiten
    der Wortloswelt, komm, find’ endlich deine Ruh.

    Und als ich kam, ein letztes Mal zu reisen,
    die Bahn aus Gold im gleißend hellen Licht,
    erklangen sie erneut die himmelzarten Weisen,
    von Ferne sah ich, Liebste, lächelnd dein Gesicht.

    Nohm crux

    Wortstark plätschern deine Reime durch die Nacht und packen den Leser gekonnt an seiner empfindlichsten Stelle, - seinem Verstand. Einprägsam suggerierst du eine Situation, die oben zigfach gedeutet worden ist und ziehst den Leser vollends auf deine Seite. Hat man die letzte Strophe gelesen, so weiß man ein lyr. Ich in seiner Brust wohnen und vergeht in und Schwere und Sehnsucht.
    Deine Bilder sind herzlich, herrlich einfach und doch so frisch, dass der Leser überschwänglich vergehen mag ohne sich einer Abgegriffenheit zu ärgern.

    Prädikat: zarte Sprache mit beeindruckenden Bildern. Unbedingt lesenswert.

    Wermutstropfen:

    Der Nachtwind blättert leise in den Saiten
    Als Musiker und Germanist, weiß ich dies nicht zu vollziehen. Ich kann als Musiker in die Saiten greifen und mit meinen Tönen Angst und Schrecken verbreiten oder, wenn es muss, auch das Gegenteil oder ich kann als Germanist in den Seiten eines Buches Blättern und dieses Rauschen als Wind interpretieren. Aber in den Saiten blättern, muss gar schauerlich klingen, schlimmer noch als der Griff in die Saiten.

    Beste lyr. Grüße
    mechellion
    Geändert von mechellion (24.10.2006 um 23:25 Uhr)

  12. #12
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    Moin mechellion

    komme leider erst jetzt dazu, auf deine mir wichtige Kritik einzugehen und bedanke mich schon jetzt für deinen berechtigten Einwand und die ihn stützenden Argumente musikalischer Herleitung. Habe den Vers jetzt in: Der Nachtwind singt als zupfe jemand Saiten abgeändert und denke, dass er jetzt auch vor deinem "strengen" Musikerempfinden bestehen kann.

    Dein Prädikat:
    zarte Sprache mit beeindruckenden Bildern. Unbedingt lesenswert.
    hat mich sehr gefreut.

    Sicher sind keine umwerfenden Reime dabei und originelle Bilder gibt es auch nicht, aber wie du schon anführst, wirken die einzelnen Strophen dennoch auf den Leser -so scheint es- irgendwie erfrischend oder besser mitnehmend.

    Na, als Musiker und Germanist darf man sich sich ja dann in schwierigen Lagen mal vertrauensvoll an dich wenden... , nein, nein, keine Bange, it's just a joke.

    Liebe Grüße
    crux

  13. #13
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    Nohm crux

    Es freut mich, dass du mit meiner Kritik etwas anfangen konntest. Deine Korrektur verbessert das Bild, so dass keine musikalische Kakophonie mehr entstehen kann und auch euphonisch passt der neue Satz in den Zusammenhang.
    Na, als Musiker und Germanist darf man sich sich ja dann in schwierigen Lagen mal vertrauensvoll an dich wenden...
    Klingt doll, wenn man schreibt man sei Musiker und Germanist, nich? aber genauso, wie ich Musiker und Germanist bin, bin ich Dichter, Radfahrer, Deutscher, Fleischesser, Träumer und und und. Sind doch alles nur Titel.
    Aber fühl dich frei mich zu fragen. Irgendein Blödsinn wird mir schon einfallen.
    Beste lyr. grüße
    mechellion

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