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  1. #1
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    Der Bindestrich

    Der Bindestrich

    Wie habe ich um dich gerungen,
    mich abgemüht so manche Nacht,
    von Eitelkeiten ganz durchdrungen,
    unendlich hab ich nachgedacht.

    Jetzt stehst du da, in reinster Blüte,
    und schaust mich an, ich liebe dich.
    Doch da, oh Schreck und meine Güte,
    was ist denn das, ein Bindestrich?

    Der wirft mir alles durcheinander,
    hab ich den wirklich selbst gesetzt?
    Zieh' mich zurück auf die Veranda
    und denke nach, was mach ich jetzt?

    'Ne Binde auf'm Strich? Nein, Danke,
    das wär mir doch zu ordinär.
    Was ist mit "Bindender Gedanke",
    verbindet so ein Strich nicht mehr?

    Natürlich, klar, den Doppelnamen,
    zum Beispiel: Müller-Lüdenscheid.
    Den setz ich ein in meinen Rahmen
    und dünke mich jetzt grundgescheit.
    Geändert von crux (25.10.2006 um 12:41 Uhr)

  2. #2
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    Hallo crux!

    Nicht einfach ist es zu betören,
    wenn Bindestriche dabei stören.
    Man lass' daher zu diesem Zweck
    die Zwischenstriche einfach weg.
    Lg Ingo
    Ibrahim (Ingo Baumgartner)

  3. #3
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    Wenn sich mal zwei Worte finden,
    sich zu neuem Sinn verbinden,
    zeigt die neue Paarung sich
    an durch einen Bindestrich.

    Wieviel Striche mussten weichen
    schon einem Deppenleerzeichen?

    (Ja, ich weiß! Die letzte Zeile holpert. Aber mindestens ebenso holprig finde ich Komposita, die durch ein Leerzeichen - eben gerade nicht zusammengefügt (=komponiert) werden.)

    Lieber crux,

    ich freue mich jedes mal, wenn Du ein neues Gedicht postest und bewundere Deine Reimkunst. Die technische Seite ist auch hier wieder tadellos.

    Aber der Inhalt: Ich weiß schlicht und einfach nicht, worum es geht.
    Schilderst Du die Nöte eines Minnen, der beim Buhlen um seine Herzensdame plötzlich einen Bindestrich in ihrem Namen entdeckt?
    Oder geht es um das Entsetzen des Dichters über den selbstgesetzten Strich?

    Das fragt
    Ralvieh

  4. #4
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    Der Bindestrich

    Striche, so wird oft gelehrt,
    sind im Grund sehr viel Wert.
    Nicht nur dort, wo kurzberockt
    man dich auf denselben lockt.

    Nein, auch Striche auf der Straße
    findest du in hohem Maße,
    die dieselbe mittig teilen,
    um auf Spuren zu verweilen.

    Sehr beliebt sind Striche auch
    hat man Kassen in Gebrauch,
    denn der barcode sagt der Kasse
    nicht nur Preise, auch die Masse.

    Striche man die Striche ganz,
    gäb es einen Heidentanz
    nicht allein nur unter Luden,
    in verrauchten Hinterstuben.

    Auch beim Alktest, kennt man ja,
    gäb es Kummer, denn die Schar
    derer, die ihn laufen sollen,
    könnt' sich unbehelligt trollen...

    Also lernen wir geschwind,
    dass die Striche wichtig sind
    in diversen Fachbereichen.
    Niemand sollte Striche streichen.

    Danke, lieber Ingo, für deinen äußerst verbindlichen Vierzeilenvorschlag, kommt gut.

    @ Ralvieh ( huch, welch eigenwilliger nick)

    ich freue mich jedes mal, wenn Du ein neues Gedicht postest und bewundere Deine Reimkunst. Die technische Seite ist auch hier wieder tadellos.
    Danke für das Kompliment.

    Wer jedoch das Dichten kennt,
    weiß sofort, was hier gemeint.
    Denn, was alle Dichter eint,
    ist der Anspruch als Vision
    auf die höchste Perfektion,
    seines Werkes, was bedeutet,
    das Alarm im Innern läutet,
    schleicht sich so ein Bindestrich
    ins Gedicht, na, fürchterlich...

    Und so sinnt der Herr Poet,
    wie es denn nun weitergeht.
    Soll der Bindestrich jetzt weichen
    oder bleiben als ein Zeichen:

    Seht, ich hab tief nachgedacht
    und ihn auf den Punkt gebracht,
    jenen Strich, und der ist bindend.
    Gegenstimmen sind verschwindend...

    lg crux
    Geändert von crux (31.10.2006 um 16:32 Uhr)

  5. #5
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    Der Bindestrich

    Lieber crux,
    fürwahr, du bist grundgescheit, ich weiß das .
    Bevor ich dich kannte, waren alle grundgescheiten Menschen ernst, bedächtig und wussten immer alles besser.
    Mit dir, du Grundgescheiter, kann man wunderbar lachen, ablachen und dennoch sehr gescheit reden.
    Du merkst schon, ich hänge mich sehr an "grundgescheit" auf, doch die Ursache liegt auf (wieder auf) dem Strich .
    Ich bewundere nicht nur den Humor im Gedicht, auch deine Kunst in Antworten.
    Liebe Grüße
    Dana
    Geändert von Dana (24.10.2006 um 14:19 Uhr)
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  6. #6
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    Liebe Dana,

    Lass dich knuddeln, liebe Schwester,
    was du schreibst, ist kein Geläster,
    sondern Balsam, höchst erquicklich,
    für die Seele, und recht schicklich
    gibt's dafür jetzt auf die Wangen
    ein paar Busserln, unbefangen,
    denn du weißt ja, liebe Seele,
    dass ich Küsschen mir nicht stehle.
    Doch bei dir, dem guten Geist,
    darf ich dieses, ohne dreist
    oder zudringlich zu werden.

    Ach, wie schön ist es auf Erden,
    hat man Freunde, so wie du,
    ratsch, man zieht den Vorhang zu...

    Danke, danke, liebe Dana für das überaus schöne Kompliment. Du weißt, dass ich die Brillis unter den Kommentaren sammle wie andere Erfahrungen oder Briefmarken... Dieser bekommt ganz sicher einen Ehrenplatz im Fledderband, der nur Insidern bekannt...

    Liebe Grüße
    crux

  7. #7
    Johan Guest
    Zeichensetzung, lieber Crux,
    ist das A und O, ein Muss.
    Wer, wenn du nicht, wüsst’ es besser:
    Crux, der Prom, der Reimefresser.

    Dabei zeigst du uns ganz schicklich,
    wortumspielend, zwinkertricklich
    in den wohlgesetzten Versen
    und den Worten, sie zu stärken,
    ein Gedankenbild, so reich,
    das uns röteln lässt, ganz leicht;
    so, dass Leser fällt und fliegt,
    die Grammatik wieder sieht,
    die, vereint mit wicht’gen Zahlen,
    mich doch letzlich lässt erstrahlen,
    wenn ich denke, dass ein Strich
    einend vielen Pünktchen glich.

    Könnt’ dich endlos weiter loben;
    doch mein Chef beginnt zu toben.


  8. #8
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    Hallo Johan

    Sehr erquicklich, deine Zeilen,
    hast du schön und gut gemacht.
    Dies allein dir mitzuteilen,
    wäre etwas unbedacht.

    Denn es freut den Dichter sehr,
    schreibt ein zweiter Komplimente,
    und nicht eben irgendwer,
    sondern Johan, der Solvente.

    Crux ein Prom? Na ja, ich denke,
    das ist sehr charmant, obwohl,
    bin ja offen für Geschenke
    dieser Art, statt Alkohol....

    Könnt’ dich endlos weiter loben;
    doch mein Chef beginnt zu toben.
    SCHADE!!...

  9. #9
    Johan Guest
    Crux,du kannst es doch nicht lassen,
    smile verziert mich hochzunehmen;
    und dabei in Frühstückstassen
    saure Milch hineinzuflehen.

    SCHADE!!!

  10. #10
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    crux, ich kann es nicht vermeiden,
    folgendes dir anzukreiden:
    denn der schafft/-nacht reim, vers eins
    ist sehr dreckig und nichts rein´s!
    ansonsten hatte ich pläisier
    und ich lobe dich dafür;
    auch das zitat von loriot
    ist für den kenner ein bonmot!

    ich liebe vor allem die karl-ernst von hallmackereuterstrasse aus ödipussi.
    nächstes mal können wir aus "pussi" und "papa" zitieren, da bin ich fit!!
    a liaba gruass, lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  11. #11
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    Der Bindestrich

    @ Kallo Johan,

    ich hoffe doch sehr, dass du nichts in den falschen Hals bekommen hast, bin mir zwar unsicher, aber das SCHADE mit dem embarrest smiley gibt schon zu denken. Sagst du mir bitt enoch Bescheid? Danke.


    @ liebe speedie84,


    du würdest auch noch einem Staubkorn ein Gedicht widmen können
    Gute Idee, why not:

    Sraubkornwimmern

    Ein Staubkorn, voller Ambitionen,
    sinnierte lang, es war im Lenz,
    wohl über Dinge, die sich lohnen,
    sogar die eig'ne Existenz.

    Erst gestern war es mit dem Zug
    durchs off'ne Fenster angekommen
    und landete auf einem Krug,
    der angefüllt mit Saft von Pommen.

    Da saß es nun, ganz still und taub,
    das Staubkorn war noch mal gerettet.
    Die Hausfrau kam und wischte Staub,
    hat unser Körnchen umgebettet.

    Da hing's am Lappen, ihm war feucht
    und ungemütlich auch im Innern.
    Das Staubkorn aber, wie mich deucht,
    fing kurz darauf an leis' zu wimmern...

    Das ginge sicher noch weit besser, wenn ich mehr Zeit hätte, aber ich wollte dich nicht enttäuschen.

    Vielen lieben Dank für deinen umfangreichen Kommentar, der dem Wesen des Bindestrichs, das ja oft verkannt wird, akribisch auf den Grund geht. Deine grammatikalischen Kenntnisse in seiner Richtung, sind aller Ehren wert, denn ich hätte die vier Bedeutungen nicht mehr gewusst, einfach zu lange her...

    Ein wenig amüsiert habe ich mich über deine Interpretationskünste schon. Muss dich da aber leider etwas enttäuschen, denn ich habe mir weiter keine Gedanken über den Umstand gemacht, warum und weshalb das kleine Teil plötzlich im ach so fabelhaft gelungenen Gedicht meines LI auftaucht.

    Wollte lediglich eine groteke Situation schaffen, in der ein etwas überkandidelter Poet sich wegen eines zufällig an beliebiger Stelle auftauchenden und ihn dann dort störenden Bindestrichs stundenlang Gedanken macht, wie er denn nun das unschuldige Ding am besten in seinen Text intergrieren könne, anstatt es entweder auszuweißeln, sofern er auf Papier schrieb oder just die Löschtaste am PC zu benutzen.

    Weil er es schließlich dazu einsetzt, um zwei verliebte Menschlein im Bund der Ehe durch Doppelnamen auch symbolisch zu verbinden, siehe Müller-Lüdenscheid, und dadurch u.U. seinem gesamten Text dieser skurrilen Idde unterwirft, sprich ihn abändern muss, steigert diese (angenommene) Farce ja noch das Groteske an der geschilderten Situation.

    Tja, und auf durcheinander fiel mir leider nur Veranda ein, ist aber noch im (halb)grünen Bereich, so hoffe ich.

    Liebe Grüße
    crux

  12. #12
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    ich find bindestriche ja super^^ ich selbst hab einen im namen *G*
    nein tolles gedicht.

    find auch den reim der veranda nich so arg schlimm...bin ich beim lesen nich hängen geblieben. dickes lob,.
    Sinnlos ist ein Leben ohne Unsinn.

  13. #13
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    Lieber crux!

    Lob in bunten Varianten
    fuer den crux, den wohlbekannten
    Reimeklopfer und auch Denker;
    diesmal machte zum Geschenk er
    uns das Dings vom Bindestrich...
    und aufs Neue frag ich mich:
    Gibt's denn etwas, was er nicht
    formen kann in ein Gedicht?

    Locker, leicht, ganz ungewollt
    spinnt er trock'nes Stroh zu Gold,
    das nicht nur zur Morgenstunde
    glaenzt in uns'rer Dichterrunde.

    Hab's goutiert und laut gelacht,
    Hut gezogen und gedacht:
    Simply AMAZING!


    Ganz liebe Gruesse
    von Lailany
    Geändert von Lailany (25.10.2006 um 13:06 Uhr)

  14. #14
    Johan Guest
    @Kallo Crux,

    zu richt'gen oder falschen Hälsen
    Gedanken dichtend abzuwälzen,
    ist fast so schwer wie Lebens Sinn.

    Besonders beim Gebrauch der Smilies,
    die kontrovers im Bild und eilig
    doch schließlich zeigen 'Da ging's hin.'

    Doch

    Bevor mich noch der Hafer sticht,
    erscheint auch hier...eine Punktlinie.

    Liebe Grüße

    Johan

  15. #15
    Tessa Guest
    Lieber crux,

    Ein Bindestrich ging jüngst auf Reisen
    und kam beim guten Crux vorbei,
    die Binde wollt ihm nur beweisen,
    dass ohne Strich sie einsam sei.

    So legten beide sich geflissen,
    ganz frech, mitten in ein Gedicht,
    sie schliefen wie auf Daunenkissen
    und schauten Crux in sein Gesicht.

    Doch dieser schickte sie nicht weiter,
    er adoptierte sie im Pack,
    zu Dritt sind sie nun viel gescheiter,
    denn unser Crux, der hat Geschmack.

    Er bindet nun gleich alle Namen,
    obwohl der Strich dagegen ist,
    selbst Blumen haben fortan Sa-men
    und Kühe produzieren Mi-st.

    Was Käng-urus im Beutel tragen,
    erzähl´n Gedichte mit dem Strich,
    da muss der Le-ser sich schon fragen,
    wer hat hier wohl den Binde-stich???


    Gern gelesen, nehme noch ein paar Punkte, Kringel und Sternchen mit,
    man weiß ja nie.
    Schön lieber crux, einfach zum Nachreimer geeignet,
    gern gemacht.
    Ganz liebe Grüße Tessa

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