1. #1
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    Die Diktatur des Geldes

    Alles auf unserer großen Welt
    sich um den schnöden Mammon dreht,
    ob der Aktienkurs nun fällt,
    der Ölpreis in die Höhe geht.

    Kein Mensch kann heute ohne leben.
    Wir kommen nicht am Geld vorbei.
    Die Abhängigkeit bleibt an uns kleben,
    ganz global sind wir alle dabei.

    Manch einer jede Nacht von träumt,
    das höchste Streben Geld und Gut.
    Wenn er das Leben dann versäumt,
    befällt zu spät ihn oft die Wut.

    Doch schlimm für den, der keines hat.
    Er steht am Rand und schaut nur zu.
    Kein Bett und auch nur selten satt,
    vor Hunger kommt er nicht zur Ruh.

    Ein Manager im Porsche fährt,
    sein Haus muss zwanzig Zimmer haben.
    Warum er meint, er wär viel wert,
    plausibel könnte er´s nicht sagen.

    Die Lösung leider niemand kennt,
    weil Macht die Füße vom Boden hebt.
    Erst wenn wir alle nicht mehr solvent,
    der Mensch nach neuen Ufern strebt.

  2. #2
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    Hallo!
    Ja da hast du wirklich recht mit dem was du sagst, erschreckend ist die situation, und wie herzlich egal es uns ist, was mit den unzähligen armen passiert, wir sind wirklich eine tolle gesellschaft.

    du hast alles ganz gut umgesetzt, ich würde nur versuchen, die sätze nicht allzu sehr zu verdrehen:

    Die Lösung leider niemand kennt, sowas zum beispiel, aber das ist geschmackssache

    lg c`k
    Der Boden unter meinen Füßen bewegt sich wie Treibsand;
    Aus keiner Ecke leuchtet mir mehr ein Licht.
    Ich muss den Sand der Zeit aus meinen Augen reiben.
    von Dornenrose in "Schwarzes Licht"

  3. #3
    Johan Guest
    Hallo Sonne,

    ich stimme mood.on.paper zu; deine bitteren Worte sind mehr als gerechtfertigt. Einerseits ist das große Geld in den Händen von Wenigen, andererseits gibt es viel zu viele Menschen, die gar nichts haben. (Das sind aber auch zusätzlich ein geologisches, ein strukturpolitisches und ein Arbeitsmarktproblem.)
    Deine letzte Strophe als persönliche Anmerkung gefällt mir besonders gut, denn die zweite Zeile erlebe ich, meine Umgebung beobachtend, selbst allzu oft. Wenn jemand eine hohe Position erreicht hat (mit Glück und viel Arbeit oder nur durch Glück oder Protektion) hat er die Tendenz zu vergessen, wie es bei ihm einmal ausgesehen hat, oder sogar, wie seine engsten Verwandten immer noch leben müssen. (Als Paradebeispiel schießt mir der damalige Fernsehbericht über den ehemaligen Bundeskanzler Schröder durch den Kopf, der seinem arbeitslosen Bruder einen Kurzbesuch abstattete.)

    Eine generelle Lösung scheint mir auch unwahrscheinlich. Aber ich denke, jeder Einzelne sollte helfen, das traurige Los des Anderen zu lindern, wann immer und wie immer er dazu in der Lage ist (Warum sollte es hier ein Zu-Spät geben?), und sich darauf besinnen, in wie weit Geld tatsächlich glücklich macht, d. h. wie viel man zum Überleben braucht. Ich denke, da gibt es Grenzen, die aber aus purem Idealismus auch sehr oft zu eng gesteckt werden.

    Die von dir beschriebene Situation ist ein uraltes Problem, das nach wie vor zum Himmel stinkt. Ich finde es toll, wenn es Menschen wie dich gibt, die es der trägen Gesellschaft ab und zu wieder aufs Butterbrot schmieren.

    So klar die Misere ist, so klar ist auch deine Wortwahl. Das passt. Nur der Wortfluss in deinen Versen könnte vielleicht noch etwas geschmeidiger sein. Was hältst du von diesen Vorschlägen (Etwas Anderes fällt mir auf die Schnelle auch nicht ein.):

    S1 Z3:
    Sei’s, ob der Aktienkurs nun fällt (In der Zeile scheint mir eine Silbe zu fehlen.)

    S2 Z3/4:
    Wir hängen dran und bleiben kleben;
    wo wir auch sind, wir sind dabei.

    S3 Z1/2:
    Denn jede Nacht manch einer träumt,
    das Höchste sei das Geld und Gut

    S6 Z2/3:
    weil Macht uns oft vom Boden hebt. (Ich denke, die Füße sind hier überflüssig)
    Erst wenn wir alle insolvent,
    ....

    Ich habe deine Verse gern gelesen und noch einmal wieder mit bewölkter Stirn darüber nachgedacht.

    Liebe Grüße

    Johan

  4. #4
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    Hallo mood und Johan,
    ich danke für Eure Beiträge und freu mich, dass Ihr das auch so seht. Ich habe Tag täglich berufsbedingt mit vielen Leuten unterschiedlicher gesellschaftlicher Herkunft zu tun und immer wieder fällt der krasse Unterschied furchbar auf. Gerade reiche Leute sind da echt oft "grausig".

    Für die dichterischen Hinweise auch viele Dank. Mach das noch nicht so lange und werde mich hoffentlich steigern *g.

    LG
    Sonne

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