Thema: Herbstseele

  1. #1
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    Herbstseele

    Herbst, du Rembrandt der Natur,
    malst mit breitem Pinselstrich,
    über Wald und über Flur,
    ob Deiner Kunst, beneid ich Dich.

    Dein Schaffen, farbenprächtig ist,
    und jeder Mensch mit Freuden sieht,
    dass Du ein göttlich Maler bist,
    der übers Jahr vorüber zieht.

    Doch auch den Gegensatz fürwahr,
    trägst Du in Dir, in Deinem Wesen.
    Nun Grau der Himmel, der so klar,
    fegst fort, die Pracht, mit Sturmes Besen.

    Ob Baum, ob Haus, es ist Dir gleich,
    wogegen Deine Kräfte wüten.
    So ist die Welt, dies ist Dein Reich,
    Du bist nicht da, um uns zu hüten.

    Auf unsre Seele und Gemüt,
    senkst Nebelschleier Du herab.
    So, wie die Blume die verblüht,
    nimmst Du so viele mit ins Grab.

    Weiß nicht, ob ich Dich lieben soll,
    auch liegt kein Hass in meinem Herzen.
    Bist, wie ein Mensch, oft wundervoll,
    bringst, wie ein Mensch, oft Schmerzen.
    Geändert von Berger (29.10.2006 um 21:07 Uhr)
    Schreibe was Du fühlst,
    fühle was Du schreibst.
    Du in der Seele wühlst,
    Du im Gedächnis bleibst.



    Liebe, Verzweiflung, Hoffnung und Humor heißen meine Musen.

  2. #2
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    Herbstseele

    Lieber Berger,
    habe mich gerade vor den PC plaziert, draußen stürmt es und dein Titel fiel mir ins Auge.
    Dein Gedicht spricht sehr an, im Lesefluß in Bildern und im fast philosophischen Vergleich zum Menschen.
    Sehr viel und sehr schön in eine einzige Jahreszeit hineingelegt.
    (Ich kann mich auch nicht so recht entscheiden, ob ich den Herbst so richtig mag, bin ein Sommerkind. Einzelne Tage darin sind aber wirklich schön )

    Liebe Grüße
    Dana
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  3. #3
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    Hallo Dana,

    es freut mich das Dir dieses Herbstgedicht gefällt, auch wenn es vielleicht an einigen Stellen noch etwas hollpert, aber das wird behoben.

    lg... Berger
    Schreibe was Du fühlst,
    fühle was Du schreibst.
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  4. #4
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    Guten Morgen Berger...

    Na dann will ich mal ein wenig durchxen...

    Herbst, du Rembrandt der Natur,
    malst mit breitem Pinselstrich,
    über Wald und über Flur,
    ob Deiner Kunst, beneid ich Dich.

    XxXxXxX
    XxXxXxX
    XxXxXxX
    xXxXxXxX

    Dein Schaffen, farbenprächtig ist,
    und jeder Mensch mit Freuden sieht,
    dass Du ein, göttlich Maler bist,............kein Beistrich nach ein
    der übers Jahr vorüber zieht.........übers jahr vorüber....ein wenig eigenartige Formulierung ?

    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX

    Doch auch den Gegensatz fürwahr,
    trägst in Dir Du, in Deinem Wesen.
    Grau wird der Himmel, der so klar,........nun grau der Himmel, der so klar---> Auftakt so wie in den andern Zeilen
    fegst fort, die Pracht, mit Sturmes Besen.

    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
    XXxXxXxX
    xXxXxXxXx

    Ob Baum, ob Haus, es ist Dir gleich,
    wogegen Deine Kräfte wüten.
    So ist die Welt, dies ist Dein Reich,
    Du bist nicht da, um uns zu hüten.

    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx

    Auf unsre Seele und Gemüt,
    Nebelschleier sinkt herab...................senkst Nebelschleier du herab.----> Metrik ok
    So, wie die Blume die verblüht,
    nimmst Du so viele mit ins Grab.

    xXxXxXxX
    XxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX

    Weiß nicht, ob ich Dich lieben soll,
    auch liegt kein Hass in meinem Herzen.
    Bist, wie ein Mensch, oft wundervoll,
    bringst, wie ein Mensch, oft Schmerzen.

    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX
    xXxXxXx

    Die letzte Strophe ist überhaupt holprig, aber du hast ja selbst gesagt, dass du
    es noch überarbeitest, und ich werd mir auch noch Gedanken machen...

    Dein Gedicht gefällt mir sehr gut, auch die Farbwahl deiner Schrift, symbolisiert
    sie doch die Farben des Herbstes. Außerdem sehe ich gerade Fotos aus Kanada,
    kein Vergleich, diese Farben mit den heimischen Bäumen !

    Bin neugierig, ob du mit den Änderungen was anfangen kannst und willst.

    liebe Grüße

    Shadow...
    neu: Düsteres Tal
    Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt den Augen verborgen.
    ( Der kleine Prinz, Saint Exupéry )


  5. #5
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    Hallo Berger,

    ich stimme gern in den Gesang des Herbstes ein.
    Dein Gedicht beschreibt diese Jahreszeit und lässt auch philosophische Gedanken einfließen.
    Das gefällt mir.

    Zur Metrik und zum Lesefluss hat dir Shadow schon geschrieben,
    dem kann ich mich nur anschließen.

    Lieben Gruß,
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

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  6. #6
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    die letzte strophe ist überhaupt nicht holperig.
    es ist die letzte, da darf man verlangsamen, ausserdem sind es sehr innerliuche gedanken. es wäre schade, dieses "zurückziehen" (->herbst) durchzubrettern.
    nicht lesen, auch noch etwas fühlen dabei
    deine bilder sind wahrlich nicht alle neu, aber da ich auch grad an einem herbstgedicht sitze, weiss ich, dass man schöne sachen einfach gerne nochmals zum x-ten male so bedichtet. alle jahre wieder, und sturm und farben sind eben die zutaten dazu.
    gefällt mir sehr, dein gedicht.
    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  7. #7
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    Hallo Shadowlady,

    schön das Du Dir die Mühe gemacht hast. V2/Z3 - Beistrich akzeptiert,V2/Z4"übers Jahr" - vielleicht atiquiert, aber durchaus gebräuchlich, V3/Z3 Änderung gern angenommen, V5/Z2 Änderung ebenfalls sinnvoll, V6 - da scheiden sich die Geister und hier stimme ich leporello bei.

    lg...
    Berger
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  8. #8
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    Hi Berger,

    in S3Z2 empfehle ich: trägst Du in Dir.

    Der Lesefluss erscheint mir so besser.

    Gruß Miranda

  9. #9
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    Hi Berger...

    Freut mich, dass du mit meinen Vorschlägen was anfangen konntest. Der Vorschlag
    von Miranda, den find ich auch gut, und wegen der letzten Strophe... ich meine
    mit den anderen Änderungen nun lässt sich die auch leichter lesen. Anfangs hatte
    ich da wirklich Schwierigkeiten damit.
    Den Ausdruck habe ich nicht wirklich gekannt, deswegen auch nur um die Formulierung
    nachgefragt

    Schön dein Gedicht...

    liebe Grüße

    Shadow...
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  10. #10
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    Hallo Miranda,

    ist mir auch aufgefallen, bin aber erst jetzt zur Änderung gekommen, Danke.

    Hallo Shadolady,

    die Formulierung ist, wie schon erwähnt, antiquiert und nicht jedem geläufig, aber ich tröste mich bei dem Gedanken, das es in Österreich sicher auch viele Formulierungen und Worte gibt, die ich nicht kenne und freue mich sie in einem Gedicht mal kennen zu lernen, versuchs doch mal , auch Dialekte haben in Reimform bestimmt ihren Reiz.

    lg...
    Berger
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  11. #11
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    Hi...

    Ja es gibt da ein schönes Beispiel dafür, ist allerdings Tiroler Dialekt, den versteht
    unsereins auch nur, weil ich mal zwei Monate in Innsbruck gedient habe ...

    Ich könnt maximal versuchen ein Gedicht auf Wienerisch zu schreiben, aber ich gestehe
    ich hab Probleme damit im Dialekt zu schreiben ...

    liebe Grüße

    Shadow...
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  12. #12
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    Hi,
    sicherlich nicht einfach im Dialekt zu schreiben, da die Aussprache von der Schreibweise stark abweicht, was ich hier im Schwabenländle immer wieder erkenne.

    lg...Berger
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