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Thema: Erzähle mir

  1. #1
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    Erzähle mir

    Erzähle mir

    Leise lege ich mich zu dir,
    schenke mir Kirschwasser ein
    und höre Geschichten
    schlagender Herzen.

    Einzelne Worte tropfen,
    streicheln,
    und
    karamellisieren die Zeit.

    „Erzähle mir“ bitte ich.

    Und du redest
    von Tagträumen,
    vergorenen Weinen
    und Lügen.

    Ich lausche
    und nutze die Worte
    als Balsam der Ruhe.

    Enden die Sätze,
    so bitte ich erneut
    „Erzähle mir“








    Inspiriert von Roderichs "Erzähle mir von Rot"

    --------------------------------
    Bin recht unsicher was das betrifft, is mir eben eingefallen und möchte gerne wissen, ob das als Vers Libré durchgeht?
    Geändert von Ensimismado (25.10.2006 um 05:58 Uhr)
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  2. #2
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    Erzähle mir

    Lieber Ensismando,
    habe dein Neues wieder mehrmals gelesen (nicht wegen der Schwierigkeitsgrade, sondern aus Gefallen) und jedes Mal anders empfunden.
    Soll ich dir mindestens zwei Versionen mitteilen?

    I. Das lyr. Ich legt sich zum lyr. Du, das bereits schläft. Das Kirschwasser als Schlaftrunk (brrr ) nutzend, horcht es auf den erzählenden Herzschlag. Ein wortloses Gespräch ein wenig gedankliches Selbstgespräch mit dem lyr. Du findet statt. Das Erzählen "lullt" in den Schlaf.

    II. Das lyr. Ich legt sich zum plappernden lyr. Du (tut mir leid, dieses Bild kam in mir auf ), ertränkt das Plappern in Kirschwasser und fordert immer wieder auf:
    "Erzähle mir", damit es selbst nicht reden muss. Dieses Erzählen wirkt wie das Kirschwasser, beruhigend und macht schläfrig.

    Die zweite Strophe ist meine Lieblingsstrophe und die "Vielfalt" des Gedichtes gefällt mir sehr
    Liebe Grüße
    Dana
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  3. #3
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    Liebste Dana,

    ich bin für Möglichkeit 3. Wobei beide Möglichkeiten die du nennst auch gegeben sind, hatte ich noch eine klein wenig andere Intention. Welche sich allerdings durchaus schon teilweise in deinen Interpretationsversuchen wiederfindet. Schön aber, dass das Gedicht scheinbar einige Möglichkeiten birgt und es dir gefallen kann.

    Gruß,
    Flo
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  4. #4
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    Ich hab Roderichs Gedicht vor einiger Zeit mal gelesen, die Grundidee mit dem "Erzähle mir" ist mir hängen geblieben. Hab jetzt eben nochmal sein Gedicht gelesen, es stimmt, klingt ziemlich ähnlich. Allerdings nicht absichtlich.

    Meine Intention war:
    Das lyr. Ich legt sich zu dem lyr. Du. Das Kirschwasser als Symbol des Genuss, etwas was man nicht gerne verschwendet. Das lyr. Ich lauscht der Stille, genießt diese. Nach einiger Zeit fallen vereinzelt Worte. Schon diese Worte reichen aus, damit die Zeit, die Umgebung karamellisiert wird. Dies als Beschreibung für ein schnelles erhitzen der Umgebung, in wohlige Wärme gehüllt durch die paar Worte bittet das lyr. Ich, dass das lyr. Du doch bitte etwas erzählen soll.
    Das lyr. Du beginnt zu erzählen, redet von Träumen, von Vergangenheit, von Lügen, alles Begriffe welche ein wenig von Unwahrheiten umgeben sind. Doch das stört das lyr. Ich nicht. Es möchte einfach nur die Stimme hören und kommt im Klange dieser Stimme zur Ruhe, findet darin Geborgenheit.

    Ich hoffe und denke das sich die Gedichte damit doch unterscheiden. Grade die Bebilderung empfinde ich als doch recht unterschiedlich. Allerdings werd ich Roderich nochmal anschreiben, damit er selber sagen kann, ob mein Gedicht zu nah an seinem ist. Ich glaube, jeder weiß, dass ich es eigentlich nicht nötig habe Gedichte zu klauen.
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  5. #5
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    Hi Flo,

    zum dritten Mal heute :- )
    Ich würde jetzt auch denken es wäre eine Mischung aus dem TOP Gedicht
    "Erzähle mir von rot" und Kerlchens "Ich ergebe mich" ....egal wie es ist ... ich finde es wirklich sehr schön!

    Gruss Stefan

  6. #6
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    Die zweite Antwort von mir heute, die dritte bekommst nachher.

    Freut mich, dass es dir gefällt. Werd mir nachher nochmal dein "Ich ergebe mich" durchlesen, hab das nicht mehr im Kopf. Naja mal schauen was Roderich schlussendlich sagt, klauen wollte und werde ich nicht, dass gedanken anderer Gedichte miteinfließen ist denke ich allerdings Normal.

    Nun denn, zu mehr Worten reicht meine Zeit nicht mehr, der Bus kommt gleich.

    Flo
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  7. #7
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    Lieber Flo,

    der Titel erinnerte mich auch das besagte Gedicht - nun hast du Roderich ja inzwischen als Inspiration benannt
    Gut so.

    Mir gefällt es sehr gut, hatte es heute vormittag schon im Auge.

    Es beschreibt eine stille liebevolle Situation zweier Menschen, die sich nahe sind und sich vertrauen.

    Gern gelesen.
    Lieben Gruß,
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

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    auf alle meine Texte!

  8. #8
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    Hallo Ensi,

    selbstverständlich gebe ich sehr gerne mein Okay zu diesem Gedicht, was aber nicht wirklich notwendig ist, da du ohnehin ein sehr eigenständiges Werk geschaffen hast. Aber sehr nett von dir, dass du gefragt hast.

    Ich muss sagen: Ich bin etwas baff. Dass du dich von meinem Gedicht inspiriert gefühlt hast, ist, glaube ich, so ziemlich das schönste Kompliment, das man einem machen kann.

    Aber jetzt zu deinem Gedicht, denn es verdient nicht weniger Aufmerksamkeit als mein "Erzähle mir von Rot".

    Wirklich sehr schöne, sanfte Bilder, die du hier geschaffen hast und die eine sehr ruhige, behagliche Atmosphäre des Vertrauens schaffen. Zudem ist auch deine Strophengestaltung, die Art und Weise, wie du die Zeilen trennst, sehr gekonnt und unterstreicht diese Bilder noch einmal. Die Schlüsselstelle hierbei ist natürlich "Ich lausche / und nutze die Worte / als Balsam der Ruhe" - hier ist auch eine Interpretation anzusetzen, die ich mir aber jetzt spare, da ich gerade gesehen habe, dass meine Interpretation sich ohnehin mit deiner Intention deckt. Noch etwas, was für dein Gedicht spricht: Die Intention kommt meiner Ansicht nach klar rüber, aber es bleibt dennoch Raum für eigene Gedanken.

    Sprachlich finde ich lediglich die vorletzte Zeile, dieses "erbitte ich", etwas unschön. Hier wäre ein schlankeres "bitte ich" passender.

    Ein wirklich schönes, ruhiges, überzeugendes Gedicht und ich fühle mich geehrt, dass ich durch mein eigenes Gedicht ein wenig zu der Entstehung von dieser Perle beitragen konnte.

    Viele Grüße

    Thomas
    "Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben fähig ist."
    Jorge Luis Borges


    Mein Wiedereinstiegsgedicht nach all der Zeit: So ist mein Herz ein dunkler Teich

    Meine Werke und meine Empfehlungen.

    Freiwillige Selbstverpflichtung 3:1

    Und hier noch auf Wunsch von Nachteule etwas von ihm (als Dank für die Hilfe im Mod-Faden): Nachteule

  9. #9
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    Huhu Ensi,

    endlich mal ein Gedicht von dir, dass noch nicht "so viele" antworten hat, bei den anderen traut man sich ja schon fast gar nicht mehr, noch was dazu zu schreiben.

    Naja, was soll ich großartig sagen?
    Es gefällt mir unheimlich. Es strahlt die Karamellisierung förmlich aus. Du beschreibst mit wunderschönen Worten einen wohlfühlenden Moment.
    Errinert zwar stark an Roderich's Erzähle mir von rot, hat aber trotzdem einfach etwas eigenes. Ich finds sehr gelungen.

    Liebe Grüße,
    Dark Rain
    ! N E U !
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    ~ So Baby, please kill me! Oh Baby, don't kill me! ~


    Gesammelte Werke

  10. #10
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    Lieber Flo,

    wie sollte ich an diesem Werk vorrüber gehen, ohne etwas zu dazu zu schreiben, wo es doch von meinem Lieblingsgedicht dieses Forums inspiriert wurde.

    Dein Gedicht empfinde ich, wie du es ja selbst schreibst als Inspiration und nicht als "Abkupferung". Vielmehr ist es eine Fortsetzung zu Roderichs Werk... eine Art zweiter Teil, der mich in seinen Worten berührt. Einfühlsam und liebevoll....

    hat mir mehr als sehr gut gefallen.


    liebe Grüße
    "Zeit die wir uns nehmen, ist Zeit die uns etwas gibt" (Ernst Ferstl)

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  11. #11
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    @kerlchen, nochmal kurze Rückmeldung. Dein Gedicht kannte ich doch noch, hatte das aber unter einem Synonym des Titels für mich selber abgespeichert.

    @katzi, schön, dass es dir zu gefallen vermag. Diese Situationen des Vertrauens, in denen selbst Schweigen genossen werden kann, meiner Meinung nach findet man sie einfach viel zu selten.

    @Roderich, schön von dir eine so nette Antwort zu hören. Noch schöner, dass du es als so großes Kompliment auffasst, dass mich dein Gedicht inspirierte, aber dafür ist dein Gedicht letztlich selber verantwortlich. (Ich schreib langsam genauso wirr wie du. )

    Dein Tipp bezüglich des "erbitte" wurde umgesetzt, klingt wirklich schöner, der doppelte Klang des "e" ist zu schwach, da keine Alliteration vorhanden ist.

    @Dark Rain wenn du kritisieren, nachfragen oder einfach nur loben willst, immer raus damit, egal wie viele Antworten schon da sind. Lege durchaus auf deine Meinung wert. Von daher auch dir danke für dein Lob.

    @Infinity, wir scheinen einen ähnlichen Geschmack zu haben. Dann hoffe ich einfach mal, dass dir mein Werk als Fortsetzung immer im Zusammenhang mit dem von Roderich einfällt.

    edit: Hups überschnitten, und das um die Uhrzeit...
    Guten Morgen Nina,
    freut mich, dir die Erinnerung nochmal aufgefrischt zu haben, gibt jedoch von der Intension her ein paar Unterschiede der beiden Gedichte. Sie stehen nebeneinander, bzw. eher greifen wohl ineinander über, wobei die Idee wie du selber sagst, natürlich von Roderich stammt. Danke für deine Rückmeldung.

    Vielen Dank euch allen, hat mich gefreut euch hier zu lesen,
    Flo
    Geändert von Ensimismado (25.10.2006 um 06:10 Uhr)
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  12. #12
    LeLe ist offline Die mit den Krümmeln schiesst
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    mhm...ich kenne Roderichs Gedicht auch ^^
    und ich finde das deines doch ziehmlich individuell ist

    es ist sehr schön die Bilder gefallen und deine Worte sowieso^^
    ich finde es so schön das das lyr. ich (so zu sagen) nicht von der stimme des du loskommt

    die vorstellung begeistert mich

    Keksle und ein Lob für dich
    und dann darfst du mir weiter erzählen von deinen Fantasien und Lyrischenspielerein ^^
    die Lea
    Werkle: Gefangen Versinkende Herzen Widerstehen Die Elemente Ein kleines Winterspiel
    gebrochene Rinde / Winterkleid der Weiden Mein Spiegelbild Seelenstein
    Verlorenes bleibt stehen Resonanzmoment Notenlos
    und wie ich finde die besten: Zwillinge Des Schreiberlings Traum


    Mein neustes: Äonen und Gedanken

    ©Alle meine Gedichte bekommen von mir ein Copyright,
    also bitte erst fragen, bevor man sie kopiert.

  13. #13
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    Hi Lea,

    jetzt komme ich auch dazu dir zu antworten. Schön, dass dir mein Gedicht gefällt. Ich denke fast jeder kennt Personen, denen man einfach gerne zuhört, weil alleine die Stimme einen beruhigen kann.

    Danke für dein Lob und den Keks. Ich hoffe demnächst darf ich dich mit neuen Gedichten erfreuen, mal schauen was mir so einfällt.

    Gruß,
    Flo
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  14. #14
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    Schinne(in der Altmark Sachsen-Anhalts
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    Thumbs up super

    hi ich find dein gedicht richtig super und werde bald selber einige von mir hier veröffentlichen!!!echt cool.

  15. #15
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    Hi Sternenfee,

    freut mich sehr, dass dir das Gedicht so gut gefällt. Danke für dein Lob.

    Gruß,
    Flo
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