1. #1
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    Das Feuerkind (gewidmet)

    Zahm liegst du auf den Gesteinen und durchforstest deinen Geist,
    sinnst wohl wann dich Wolken trugen und an diesen Ort verschlugen?
    Lange schon ist es vergangen, du erinnerst dich nur vage
    an dein erstes Flügelschlagen unter Vaters Argusaugen.
    Blasse Bilder spielen Streiche.

    Schwach leckst du an Salzkristallen die ihr Alter mit dir Teilen,
    die aus deinen Tränen rannen und in sich die Zeit bewahren.
    Damals glaubst du war es schön - Memoiren laufen Schleifen.
    Mutter, sie war wunderschön, ihre Nähe ließ dich reifen.
    Schwelgend rinnen Herzwunschtränen.

    Stumm sehnst du nach Sternenzeiten, streckst im Wünschen deine Schwingen.
    Doch die müden Knochen brechen, lassen dich vor Schmerz erklingen.
    Tiefer noch als Sterne fallen schlägt die Trauer dich zu Boden
    und ein letztes Feuerspeien schließt die Augen, löscht den Odem.
    Müde fallen tausend Jahre.
    Geändert von zuckerschnäuzchen (25.10.2006 um 07:13 Uhr)
    Oh,was das Verzeichnerisches?

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  2. #2
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    das ist echt klasse.

    ( kleine fehlerchen Memoiren und Streiche )

    ich bin sehr überrascht über die wortgewalt die du erzeugen kannst.
    wenn ich ehrlich bin, weiss ich noch nicht mal worum es im text geht, aber er versteht es einen in sich zu ziehen.

    die letzte strophe ist der knaller, da kann ich auch mal sagen, beneidenswert.
    eigentlich hatte ich mir nur vorgenommen wieder texte der anderen zu lesen, um meinen guten willen auch zu dokumentieren.

    ich dachte ich müsste lange suchen, was zu finden, das mich begeistert.
    aber es war bereits der erste text von dir.

    wenn das nicht was zu bedeuten hat.
    nein im ernst.

    Dieses:
    Stumm sehnst du nach Sternenzeiten, streckst im Wünschen deine Schwingen,
    doch die müden Knochen brechen, lassen dich vor Schmerz erklingen.


    ist absolutes high-level.

    gerne gelesen
    michael

  3. #3
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    oh hoppala
    so gut durchdacht und dann kommen doch fehler drin vor...
    hab mich schon gewundert weshalb mein word-programm das rot unterstrichen hatte
    ich habe beide fehler ausgebessert danke schön für die hinweise

    ich freue mich das mein text dir gefallen hat, ich denke ich habe jetzt endlich meine art zu schreiben gefunden
    in ihr kann ich alles einfließen lassen was mich leitet
    und sie ist sogar obendrein noch sehr persönlich und allumfassend aus meiner sicht

    im übrigen, ich freue mich einen gesinnungswandel zu sehen, so machts doch viel mehr spaß für alle seiten
    ich hoffe das wir alle zusammen noch lange sehr viel spaß hier haben werden
    ich danke dir
    glg pringles
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  4. #4
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    ja, ich denke auch so sollte es sein.

    trotz alle dem würde mich doch die interpretation des textes interessieren, hab jetzt schon ein paar mal gelesen, kommen aber nicht auf einen konsens, der mich wirklich befriedigt.

    mir kommt immer wieder phönix in den sinn. krieg ich auch nicht mehr aus dem kopf.
    würde so gut passen. aber dann passen wieder die memoiren nicht......puh.

    michael

  5. #5
    Rosiel ist offline Theatralisches Gebilde
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    Hallo pringels,
    bin begeistert. Die Bilder sind unheimlich intensiv und jedes Wort geht tief unter die Haut. Man fühlt, leidet und erinnert sich als wäre man selbst das angesprochene LI. Auch mir schwebte beim Lesen das Bild eines Fantasiewesens vor Augen, das eines Drachen (Lindwurms). Das ganze Gedicht erinnert ein wenig an einen Ausschnitt aus einer alten Sage. Auch mich würde eine Interpretation deinerseits interessieren, da der Inhalt für den unwissenden Leser doch sehr verschlüsselt bleibt.

    glg
    Rosiel
    Mit dem Kopf in den Wolken

    Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein.
    Faust

    ...frech grinsend in Richtung Schweiz

  6. #6
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    hallo ihr beiden

    ich wollte meine intention eigentlich ungerne preis geben da ich denke das es mein gedicht langweilig macht

    aber rosiel hat es ja schon heraus gefunden, es handelt sich um einen drachen auf einem drachenfriedhof
    mehr möchte ich aber noch nicht verraten
    ich fände es schade meine intention derart vorzulegen, dann machts anderen ja gar keinen spaß weiter zu grübeln
    danke für eure kommentare, ich freue mich das es euch so gut gefallen hat

    michael deine phönixtheorie hatte auch hand und fuss, nur glaube ich werden die nicht tausend jahre alt und die memoiren an vergangenes bleiben denen ja auch erspart, sie haben keine erinnerungen an eltern, der phönix ersteht aus den überresten seiner selbst wenn er zu asche wird, stimmt schon das dich das von deinem gedankengang wieder fortleitet

    glg pringles
    Geändert von zuckerschnäuzchen (24.10.2006 um 22:10 Uhr)
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  7. #7
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    Hi Pringles

    Da hab ich mir gedacht ich schau mich mal durch deine Texte...
    und dann finde ich diesen Tausendassa
    Auch wenn mir die langen Verse persönlich nicht so ganz zusagen,
    so kann mich dieser Text mit seiner Wortgewalt doch überzeugen!
    Die Verse wirken nicht träge sndern fließen einem förmlich zu...
    hat mich wirklich positiv überrascht bei der Verslänge
    Traurig ergreifend auf eine wunderbar schwere und doch nicht
    belastende Art und Weise.
    Wobei ich auch sagen muss dass ich nicht viel weiter komme als die
    anderen was die Interpretation angeht
    und doch hat der Text mich gefesselt!
    Der alte Drache liegt geschlagen auf dem Berg, weil er weiß, dass seine Zeit (die Zeit der Drachen) vorüber ist.
    Das Ende einer Ära - der letzte seiner Art auf dem Weg zu seiner letzten Reise.


    Ein echter Hochkaräter!

    Kannte bisher ja nur die Wohnzimmerkommentare und bin wirklich beeindruckt...
    da scheint ja doch ein echter Poet versteckt zu sein

    lg red
    Geändert von redmoon (12.01.2007 um 21:58 Uhr)
    ^ © Jahn S. (nur mit besonderer Erlaubnis von mir zu verbreiten/veröffentlichen)

    Alle meine Werke auf einen Blick ( Werkeverzeichnis dotcom Stand [08.02.09])


  8. #8
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    Hallo Feuerkind,

    mich würde interessieren, was der Grund für die Trauer ist.
    - das Sterben ansich
    - das nicht erreichte Lebensziel
    - das Sterben der Art und damit der Hoffung
    - eine offene Aufgabe

    Klar das auch vielen Soldaten auf dem Schlachtfeld beim Sterben viele Kindheitserinnerungen kamen. Ein gemütliches Heim, der Duft beim Kochen, ungestörtes Spielen ... nicht wenige riefen nach ihrer Mutter.
    Auch wenn ich nicht glaube, dass der Tod sanft ist oder eine Lösung bietet, so wäre doch für einen mytischen Drachen zumindest ein Ende der Schmerzen in Sicht. Ist es der Drache der Bild auch für den Feind Gottes ist, wartet natürlich der Feuersee.
    Ist doch schön wenn man weiß, daß nach dem Tode die Ewigkeit wartet und man in Frieden einschlafen kann.

    Ansonsten finde ich das Gedicht schon recht gut gelungen.

    Mfg Sandkorn

  9. #9
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    hallo redmoon

    danke schön für deinen kommentar und ich freue mich dich dennoch überzeugt zu haben von meinem text auch wenn er dir zu lang war
    siehst du, auch ein lustiger geselle kann durchaus sinnvoll sein und tiefsinnig auch
    danke schön
    glg pringles


    hallo sandkorn

    ich verstehe deine frage mit dem drachen und dem bild gottes nicht,
    wozu sollte er feind gottes sein? er ist doch von gott selbst erschaffen und geht den weg den alles geht, sollte es ihn denn gegeben haben (welche von den beiden meine ich jetzt? ich bin selbst durcheinander)

    der grund für die trauer ist eigentlich weniger die angst vor dem sterben, ein drache lebt mehrere tausend jahre und sammelt in dieser zeit viele erinnerungen, ein drache gilt als weise und edel und wenn er der älteste ist, gilt er als kraftvoll und herschend unter seinesgleichen, er nimmt eine leitende position ein, allerdings ist dieser drache hier alleine und auch er ist nicht vor dem gefeit was das hohe alter mit sich bringt, sein hirn ist mürbe, er erinnert sich nur vage an seine kindheit, er ruft bilder in sich hervor, ohne genau zu wissen, sind sie nun falsch oder richtig...
    er sehnt sich zurück in eine zeit als die erinnerung noch wirklichkeit war um sich zu vergewissern das sein gedächtnis ihn nicht trügt
    hier gab es keinen krieg und keine gewalt, nur einen alten vergreisten drachen dem sein letzter werdegang bevorsteht und in seinem wunsch ein letztes mal fliegen zu dürfen die flügel weitet, doch die flügel sind einfach zu alt, als das sie ihn tragen könnten, die einsicht übermannt ihn und dies ist der letzte moment des vergessens, alles verblasst und tausend jahre altes leben mitsamt der erinnerung ist müde und legt sich in einem letzten atemzug zur ruhe
    er ist der letzte seiner art und die sternenzeiten sind auch ein hinweis auf verpasste möglichkeiten in vergangener zeit,(ein aspekt deiner beobachtung) er konnte keinen erben zeugen um sein wissen weiterzugeben, eine ära langer zeiten versiegt und stirbt aus

    die von dir genannten gründe sind sehr wohl aspekte allerdings weisen sie nicht das hauptaugenmerk auf sich, es sind nebensächliche momente der trauer
    das vergessen steht im vordergrund, das eigene vergessen und vergessen werden, drachen waren weise wesen und vor dem tod hatten sie keine angst, vor dem alter erst recht nicht, nur vor dem was das alter mit sich bringt

    wenn du nichts mehr auf dieser welt hast, ein alter erreicht hast indem es dir egal ist ob du jenseits von gut und böse bist, du keine freunde in deiner nähe weißt, du keine kraft hast alleine aufzustehen, du müde bist der vielen worte und taten, was glaubst du woran du dich klammerst? genau, an das einzigste das du noch hast und sei es auch noch so blass und ungenau
    du hälst es fest und weißt, es verlässt dich nicht
    was passiert wenn es dich in einer solchen situation verlässt?
    richtig, du bekommst angst und verfällst der trauer, denn dir wird das letzte genommen das dir gehörte
    lass deine gedanken los, dann bist du frei und kannst auf reisen gehen...nicht nur vögel können fliegen, alles kann fliegen, es muss nur frei sein

    danke für deinen kommentar und dein interesse an meinem gedicht, ich freue mich das mein text dir ein bißchen zusagen konnte
    glg pringles
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