Thema: Sommersturm

  1. #1
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    Sommersturm

    Regen peitscht in wilder Wut,
    Feuer zuckt vom Firmament,
    Brodelnd schaumgepeitschte Flut,
    Die zu weißer Gischt verbrennt.

    Berghoch aufgetürmte Wogen
    Werfen sich aufs feste Land,
    Bäume hin und her gebogen
    Wie von eines Riesen Hand.

    Westwind, der die wilde Herde
    Seiner Wolkenpferde hetzt,
    Die der waldverhüllten Erde
    Gnadenlos das Kleid zerfetzt.

    Schwankend alte Eichen stöhnen,
    Wenn der Sturm zum Tanze geigt,
    In der Luft ein hohles Dröhnen,
    Noch ein Schlag – und alles schweigt.

    Luft malt sich den Regenbogen,
    Wasser, das von Blättern rinnt,
    Schon ist es vorbeigezogen -
    Und ein neuer Tag beginnt.
    Geändert von Stranger (29.10.2006 um 17:28 Uhr)

  2. #2
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    ein stimmiger text.
    ich habe mir nur grad überlegt, ob es von der kameraführung, oder dem drehbuch her (je nachdem ob du alles in einem shot haben willst, oder schneidest) ob es da dramaturgisch nicht schöner wäre, die beiden stellen mit den bäumen v2 und v4) irgendwie zusammenzufügen. so erzählst du 2 mal in etwas dasselbe, und das fand ich etwas störend.
    gefällt mir aber.
    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  3. #3
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    Hallo Stranger,

    ich fühlte mich beim Lesen deines Gedichtes wirklichkeitsnah mitten in diesem Sommersturm.

    Herrlich beschrieben, diese Atmosphäre - fast jeder von uns hat das sicher schon einmal so erlebt.
    Dir ist es gelungen, ein Naturereignis wie ein Drama zu verdichten.
    Die Bilder sprechen mich an und fast hörte ich den alten großen Baum brechen....

    Mein Kompliment!

    Mit Gruß,
    Katzi
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  4. #4
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    Hallo Stranger,
    wouw, Dein Gedicht ist sehr ausdrucksstark. Sehr gerne gelesen.
    Liebe Grüße
    Fifi

    Jeder, der Schmetterlinge im Bauch hat, hat irgendwann wohl Raupen gegessen.

  5. #5
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    @leporello

    Ist mir gar nicht aufgefallen, aber du hast schon Recht: Einmal könnte man die Bäume durch etwas anderes ersetzen, vielleicht hat ja einer eine Idee.

    @supikatzi

    Das ist das im Faden zu "Nachruf" angekündigte Gedicht mit "mehr Metaphern und Bildern".
    Es freut mich, daß die Bilder dich ansprechen.

    @Fifi

    Danke für den Kommentar, es freut mich, daß dir das Gedicht gefallen hat.

    Gruß Stranger

  6. #6
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    Ebenfalls ein großes Lob von mir... die Bildsprache ist sehr stimmig und baut eine wunderbare Athmosphäre auf. Der Sprachklang und z.T. Alliteration wirken sehr schön.
    © by KaJip

    Kommentar, Kritik und Lob sind jederzeit erwünscht und werden auch gerne vergeben (evtl. anfragen, falls ich nicht schon von selbst drauf gekommen bin ).


    -- herbstliches zwischenspiel -- unsere welt --

  7. #7
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    also auch von mir ein dickes kompliment
    deine bilder sind echt toll
    gefällt mir richtig gut
    dein gedicht hab ich wirklich gerne gelesen

    lg
    rose
    Zum Schwarzen Rosengarten (Werkeverzeichnis)


    frisch aus meiner Feder Seelenbrand im Stundenschlaf, Göttertanz, Seelenduett,
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben
    Hermann Hesse

    *schwarzeRose*

  8. #8
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    Hallo Stranger,

    vielleicht kannst du "Bäume" ruhig durch "Tannen" oder irgeneinen anderen BaumNamen ersetzen?

    Habs nochmal gern gelesen,

    Gruß
    Katzi
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  9. #9
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    @KaJip
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    Danke für den Kommentar. Athmosphäre, das ist es ja, worauf es bei solchen Gedichten ankommt. Freut mich, daß das so "rübergekommen" ist.

    @supikatzi

    Gute Idee, ich werde das zweite "Bäume" durch "Eichen" ersetzen (paßt irgendwie besser zu "stöhnen").

    @ferdi

    Schon geändert.
    Die Bäume mußten weichen,
    Dafür stehn jetzt dort Eichen. (Aua)


    Gruß Stranger

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