Thema: Momente II

  1. #1
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    Momente II


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    Gebogene Halme von Gras.
    Verdichtete Körner.
    Verschossen,
    Verdrängt,
    Rangiert,
    Beengt.

    Gelöst,
    Getreten,
    Gelockert,
    Sand im Wind.
    Es kribbelt wieder,
    Noch weiter zu gehen...

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    Geändert von Jamzee (28.06.2007 um 17:47 Uhr)

  2. #2
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    N'Abend, bzw. guten Nachmittag Jamzee,

    ich versuch mal ne kleine Interpretation.

    Du beschreibst ein Gefühl, welches bedrückt. Ein Zustand, welcher einengt, Entscheidungen verfälscht und beklemmend zurücklässt.
    Doch eben dieses Gefühl wird durch irgendetwas wieder gelöst, das lyr. Subjekt wird wieder freier in seinen Gedanken, erkennt wieder einen Weg unter seinen Füßen und kann dieses nun ohne Sorge betreten.
    Die Moral des Ganzen: Jeder Zustand kann sich innerhalb kürzester Zeit vom negativen ins positve wenden, es braucht nur Momente dazu.

    Hat mir auf jedenfall gefallen, die Form unterstützt den Inhalt gut und der Lesefluss ist gegeben.

    Hoffe demnächst wieder mehr von dir zur hören.

    Gruß,
    Flo
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  3. #3
    Jona ist offline skurrile Multiplerose
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    Lieber JamZee,
    du verdichtest in deinen "Momenten" eine Entwicklung die förmlich greifbar ist. Dabei kommen dir die Alliterationen und die gewählte Form sehr entgegen, Inhalt und Aufbau gehen gleitend ineinander über. Auch hier fällt es mir schwer, eine Interpretation zu wagen. Nicht, weil mir nicht genügend Assoziationen kamen, sondern weil ich dein Gedicht so wie es ist auf mich wirken gelassen habe. Es wird für mich deutlich, dass es einiger Momente bedarf, um aus einem Zustand der monotonen Stagnation, des Nichtweiterkommens, in eine neue Bewegung zu verfallen.
    Kein Wort ist zuviel, dafür sind die gewählten sehr durchdacht und das gefällt mir ausgesprochen gut.

    Liebe Grüße,
    Jona
    Morgenspaziergang von Falcon
    Septemberabend von ferdi
    Haikus are easy
    But sometimes they don´t make sense.
    Refrigerator.

    ~neues Gedicht~: Vergebung
    ~neue Kurzgeschichte~: Maximum Size Golden Universe

  4. #4
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    Hallo Jamzee,

    deine Zeilen haben mich sofort angesprochen und ein Bild entstehen lassen, das sich nach mehrfachem Lesen noch hat weiter entwickeln lassen. Die Eindrücke, die dein Werk hinterlässt, gehören deutlich zu den starken.
    Es fühlt sich an, wie auf dem Weg zum Strand zu sein, zum Meer, und den Aufgang an einer Düne zu nehmen, wo die Gräser vom Wind gebeugt werden, der einem ins Gesicht schlägt und unzählige Sandkörner mitbringt, die auf der Haut pitzen, dass man beinahe nicht weitergehen kann. Wenn man nicht zum Strand, zum Meer wollte, also geht man doch und lässt sich pitzen. Mitsamt dem Gefühl, etwas intensiv zu spüren, am Leben zu sein.
    Den Übergang in der Gestaltung und Bildwahl von gedrängten Körnern in der Sandmasse, dem Lösen und Fliegen in weiterem Raum empfinde ich als gelungen und stimmig.

    Mit ganz wenigen Worten ganz viel erfasst und gezeigt, wirklich ein angereicherter "Moment", sehr gerne gefunden, wirken lassen und besenft .

    Lieben Gruß,
    Malle

  5. #5
    Tessa Guest
    Hallo Jamzee,

    die Bildgebung deines Gedichtes ist wirklich gelungen.
    Im ersten Moment musste ich an eine Tretmine denken,
    doch das war es dann nicht.

    Du beschreibst in wenigen Worten, doch diese sind besonders gut gewählt.
    Ein Gefühl der Enge, bedrückend, fast erstickend.
    Als trete man auf Grashalme, der Druck lässt Körner schießen, "sperrt" die Halme in die Enge, jetzt könnte LI dort stehen bleiben, verweilen.
    Doch lässt ein anderes Gefühl, nämlich Hoffnung, Verstand, Neugier und die Lust am Leben, LI einen Schritt weiter gehen.
    Die Grashalme richten sich auf, erholen sich, wehen wieder im Wind.

    Gern gelesen,
    liebe Grüße Tessa

  6. #6
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    Hallo an Euch alle,

    vielen Dank für die netten Kommentare. Wegen Usern wie Euch kommt man doch immer wieder gern hier her, selbst wenn man eigentlich gar keine Zeit für hat. . Es freut mich dass es gefällt und dass nicht zu banal erscheint, denn dann hätte ich die Fülle eines Momentes nicht erfasst.

    @ Ensi

    Es freut mich sehr dass du immernoch so fleißig am werkeln bist (inzwischen als "Lebendes Kompliment") und dass du mein Werk wieder aus den Tiefen des Forums geholt hast. Schön dass die Form und die Ausgestaltung dir gefallen hat.
    Zu deiner Interpretation: Hier halte ich es bei diesem Gedicht in einer Mischung aus Jonas und Frau Malles Sichtweise, dazu gleich mehr.

    @ Jona

    Liebe Jona, ein Lob welches aus deiner Tastatur fließt, schmeichelt mir besonders, bin ich doch immernoch einer deiner euphorischsten Fans. Die Gegensätzlichkeit von Bewegung und Momenten des Verharrens hast du hervorgehoben, gut dass es so herübertransportiert werden konnte und schön dass dir diese Art Fokus gefällt.

    @ Frau Malle

    Danke auch für deinen Kommentar. Das Bild, welches du zeichnest, hatte ich ebenso vor Augen: Ein Strand, Dünen, Flecken von Gras, Meer, Weite. Wichtig war mir aber, wie bereits angedeutet, dieses Bild nicht in eine Schublade zu drücken, sondern ganz offen zu lassen. Die einzelnen Elemente, die im Kopf hervorgerufen werden, sollen im Wind spielen wie ihre "Primes" es tun. Dann ist das Ziel erreicht. Und wer noch nicht ein ähnliches Gefühl eines tiefen Momentes an einem einsam verwaisten Strand hatte, den berührt es mitunter nicht in dieser Art und Weise. In diesem Fall bevorzuge ich auch deinen schmackhaft-süßen Senf

    @ Tessa

    Dein Post ehrt mich in gleicher Weise, denke ich an deine Hummel so weiß ich dass du eine wahre Meisterin der Momentaufnahme bist. Das Bild der Tretmine kann ich auch durchaus nachvollziehen. Wenn man die ersten Zeilen liest, so kann die Stimmung auch genauso gut als bedrückend wahrgenommen werden, je nachdem was man erwartet zu passieren. Auch deine Assoziationen bestärken mich in meiner Hoffnung doch damit die "richtigen" (intendierten) Gedanken geweckt zu haben. Wie gesagt, dieser Moment soll vielschichtig sein. Tiefer, als sein blankes Äußeres Vermuten lässt. Intensiver, als jede Bewegung im Fluss. Es freut mich auch dass der Umschwung so wahrgenommen wurde.

    Vielen Dank für Eure Mühe - man sieht sich bestimmt mal wieder bei einem Eurer Werke. Ich freue mich schon darauf

  7. #7
    Falderwald Guest
    Hallo Jamzee,

    ich habe mir jetzt die anderen Kommentare mal nicht durchgelesen, um völlig unbeeinflußt an dein Werk heranzugehen.
    Nicht nur durch die äußere Form, komme ich mir als Leser vor, wie durch eine Sanduhr gleitend.
    Du hast quasi den "Moment" in der Mitte stark verdichtet.
    Zuerst kommt man sich "beengt" vor, durch die Aussagen, die in der ersten Strophe auf einem lasten, doch dann folgt die Befreiung (gelöst) Stückchen für Stückchen, bis man am Ende des Gedichtes eine Auflösung, nämlich den Wunsch des Lyrischen Ichs (des Erzählers des Gedichtes) erfährt.

    In mir entsteht ein Bild, in dem ich alleine durch Wind (und Sturm) an einem Sandstrand entlang schreite.
    Der Wind biegt die (Gras)Halme und "schießt" mir die Sandkörner auf meine Haut, es sticht und piekt, ist vielleicht sogar unangenehm (ich kenne das von Fuerteventura, unendliche Sandstrände und ewiger Wind), so daß ich eigentlich gar nicht weitergehen will.
    Doch nach einer Weile gewöhnt man sich daran und kann das sogar genießen, weil dieser Moment ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit symbolisiert (So erging es mir jedenfalls auf o.a. Insel).
    Deshalb entsteht der Wunsch, diesen Spaziergang fortzusetzen, weil man sich sozusagen mitten in einem Naturereignis befindet.

    Manchmal empfinde ich auch so, wenn ich durch Nieselregen und starken Wind oder Sturm wandere. Es reizt dann geradezu, diesen Moment auszukosten und weiter zu gehen.

    Dir ist es hier gelungen, in wenigen Worten und schönen Bildern eine Momentaufnahme zu verdichten, die ich gerne gelesen und kommentiert habe...


    Liebe Grüße

    Bis bald

    Falderwald

  8. #8
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    Mensch Falderwald,

    da bin ich ja platt. Nachdem du dich schon als stiller Mitleser geoutet hattest, jetzt sogar ein Kommentar. Ich glaub das ist Premiere bei mir, oder? Freut mich auf jeden Fall dass es in dir die oben genannten Bilder hervorgerufen hat. Dir ist auch als erster diese "Sanduhr" aufgefallen. Andeuten wollte ich sie zumindest insoweit, dass man sie im Zusammenhang dann erkennen kann. Ich bin froh dass die Form auch scheinbar bei Euch angekommen ist.

    Wenn ich sehe wie viel ihr aus den wenigen Zeilen für Euch und uns alle die mit lesen herausgeholt habt, dann bin ich wirklich vollends zufrieden. Mehr konnte man sich gar nichts wünschen.

    Ich glaube ich werde iin Zukunft so lange "Momente" schreiben bis man mich zum aufhören zwingt .

    Vielen Dank an alle Kommentatoren nochmal und best Grüße. Man sieht sich sicher mal wieder im Forum.

    PS: Sorry Faldi dass ich solange nicht geantwortet habe. Wie ich sehe ist es jetzt schon einige Wochen her. Nichtdestoweniger habe ich mich aber darüber gefreut.

  9. #9
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    Hallo Jamzee,

    nun denn, dies sei mein erster Beitrag in diesem Forum. Nachdem ich mir deine anderen "Momente" durchgelesen hatte, war ich gespannt, was mich in "Momente II" erwarten würde. Beide überzeugen mich, aber sind sehr verschieden.

    Hier sind Form und Inhalt überaus schön miteinander verbunden. Das Einengen und das Lösen und Weitervoranschreiten sieht man richtig plastisch. Wenn mir eine Überlegung gestattet ist: Ich weiß, daß es natürlich Gründe der Buchtstabenanzahl hat, aber sollte nicht das Wort "gelöst" nicht erst nach "getreten" und "gelockert" kommen, rein aus dem Sinn heraus? Wahrscheinlich muß man aber erst einmal überhaupt etwas "lösen", damit das Gedicht nach der ersten Strophe wieder weiterfließen kann...Sind weitere "Momente" geplant? Ein Zyklus wäre doch klasse!

    In diesem Sinne danke für überaus schöne Moment-Gedichte!

    Daniel

  10. #10
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    Hallo Drop_of_the_Sea,

    dein erster Beitrag in dem Forum ehrt mich Herzlich Willkommen in den heiligen Hallen von Gedichte.com, eine gute Wahl . Aber zunächst zu deiner Überlegung:

    Gelöst,
    Getreten,
    Gelockert,

    Sicher hast du recht wenn du eine Aktion siehst. Erstens sollte aber das 'gelöst', wie du bereits richtig erkannt hast, die zweite Strophe bewusst einleiten. Zweitens sollte damit bewusst ein zyklischer Gegensatz hergestellt werden. Man hebt quasi den Fuss, löst einige Sandkörner, tritt wieder in den Sand und hebt den Fuss erneut, sodass sich die unter Druck befindlichen Sandkörner wieder lockern. Deswegen sind die Ausdrücke durchaus ähnlich zu verstehen, stellen aber andere Nuancen der Abfolge dar und sind nicht alleine wegen der Buchstabenanzahl so angeordnet (wer würde dies auch zugeben ). Schön dass es dir gefällt und das du dich extra deswegen angemeldet hast (die Übertreibung ist ein legitimes lyrisches Mittel).

    Ich wünsche dir viel Spaß in diesem Forum und hoffe dass du uns auch mit Lyrik beglücken wirst.

    LG

    JamZee

    PS: Es werden sicher noch weitere 'Momente' folgen. Aber diese entstehen aus recht spontanen Gedanken um auch einen Moment einfangen zu können. Deswegen lässt sich ein Zyklus recht schwer planen. Ich liebe aber die Tiefe solcher Momente und das erhöht auch meine Hoffnung noch schöne Momente zu erleben und zu verschriftlichen. Planen kann man es jedoch nicht.

  11. #11
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    Hallo Jamzee,

    ich habe die anderen Komentare nicht gelesen. Was sehe ich da. Es sieht aus wie ein Blickfeld, was man entweder aus dieser oder jender Perspektive sehen kann. Oftmals entscheidet eben die Sichtweise, ob wir einen Moment als besonders erleben oder nicht. Wolltest Du das damit sagen?

    Momente II

    Gebogene Halme von Gras.
    Verdichtete Körner.
    Verschossen,
    Verdrängt,
    Rangiert,
    Beengt.

    Das wäre eben Sichtweise 1 ohne Weitblick. In beengter Sichtweise ohne ein gutes Gefühl. Merkwürdig erscheinen mir aber die gebogenen Halme.

    Gelöst,
    Getreten,
    Gelockert,
    Sand im Wind,
    Es kribbelt wieder.
    Noch weiter zu gehen...

    Es hat sich etwas verändert, die Welt hat ihr Gesicht verändert. Man empfindet wieder oder endlich. Lebensgefühl atmet usw.

    Wolltest Du das damit sagen?

    Gruß Kerlchen

  12. #12
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    1.736
    Hallo Burzeltagskind ,

    ich möchte mir den Einstieg etwas vereinfachen, da ich zu dem was ich damit sagen wollte, bereits zuvor Stellung bezogen habe:

    Die Gegensätzlichkeit von Bewegung und Momenten des Verharrens hast du hervorgehoben
    Überrascht hat mich nun allerdings dein Eindruck eines Blickfeldes, weil er mich überrascht. Korrigiere mich oder erkläre es mir etwas breiter, aber müsste es dann nicht eher so aussehen?

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    Du weißt sicher was ich meine. Tatsächlich wollte ich einerseits in der erste Strophe auf einen Punkt fixieren und das ganze wieder in S2 auflösen. Auch das angedeutete Bild einer Sanduhr spricht wieder Plastizität des Momentes, genauso wie seine Vergänglichkeit. Aber ich glaube ich verstehe jetzt was du mit Blickfeld meintest...Zunächst fehlt einem der Weitblick, den man dann wieder erlangt und erkennt, dass es Wert ist mitunter ein entferntes Ziel zu erreichen. Aus der Perspektive, ja durchaus. Dazu habe ich mich auch schon geäußert

    Wichtig war mir aber, wie bereits angedeutet, dieses Bild nicht in eine Schublade zu drücken, sondern ganz offen zu lassen. Die einzelnen Elemente, die im Kopf hervorgerufen werden, sollen im Wind spielen wie ihre "Primes" es tun.
    Liebe Grüße und schön, dass du das Gedicht wieder aus der Versenkung geholt hast. Ich interpretiere deinen Kommentar ganz dreist als positiv .

    JamZee

  13. #13
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    moin Jamzee,

    wer zu spät kommt, den bestraft die Vorhut...oder so...*grins*..denn dann hat man es schwer, dem Werk noch neue Aspekte abzugewinnen. Interessante Interpretationen habe ich hier gelesen. Deine Momentaufnahme lässt ja auch viele Perspektiven zu, was für ihren Autor spricht.

    Obwohl mir alles Wesentliche bereits besprochen scheint, möchte ich dennoch ein-zwei Anmerkungen dalassen.

    In S1 würde mir statt "rangiert", was ja eher eine ordnungsorientierte Handlung suggeriert, "derangiert" insofern besser gefallen als dieses Wort den
    Vorgang des "Getretenwerdens" und des "aus-der-momentanen-Ordnung-geworfen-seins" mehr verdeutlicht, was meinst du?

    Bei "verschossen" dachtest du sicher an: "Vom Winde verweht"?..

    In S2 irritiert mich das Komma hinter "Wind", wo ich eher einen Punkt erwartet hätte, während es nach dem Wort "wieder" umgekehrt ist, dort hätte ich eher ein Komma gesetzt, denn die Aussage: "Es kribbelt wieder, noch weiter zu gehen" sehe ich als eine Einheit an.

    In jedem Falle ist dir in wenigen Zeilen eine sehr beachtliche Konzentration des "Schrittmomentes" im Dünensand gelungen, so dass man auf weitere Momentaufnahmen aus deiner Feder gespannt sein darf.

    Liebe Grüße
    crux

  14. #14
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    Servus crux,

    Deine Momentaufnahme lässt ja auch viele Perspektiven zu, was für ihren Autor spricht.
    Du beginnst mit Ingratiation Danke.

    Obwohl mir alles Wesentliche bereits besprochen scheint, möchte ich dennoch ein-zwei Anmerkungen dalassen.
    Darauf bin ich sehr gespannt

    In S1 würde mir statt "rangiert", was ja eher eine ordnungsorientierte Handlung suggeriert, "derangiert" insofern besser gefallen als dieses Wort den
    Vorgang des "Getretenwerdens" und des "aus-der-momentanen-Ordnung-geworfen-seins" mehr verdeutlicht, was meinst du?
    Diese Anmerkung hat mich zunächst etwas verwundert, ist aber durchaus nachvollziehbar. Ich habe mich mal etwas belesen und mir von meinem rudimentären Französischkenntnissen absichern lassen, dass du wahrscheinlich näher an der ursprünglichen Wortbedeutung dich orientierst als ich. Ich habe hier rangiert Synonym mit 'verschieben' verwendet, wobei es ja aus dem französischen für 'ordnen' (klingt logisch zwecks Rangreihe) hergeleitet ist. Da du der erste Leser bist, der diesen ja dann inhaltlichen Widerspruch aufzeigt, möchte ich es zumindest bei meiner breiteren Definition bewenden lassen und es damit entschuldigen Derangiert würde meiner Ansicht nach klanglich nicht passen. Vielleicht fällt mir noch etwas Eindeutigeres ein.

    Bei "verschossen" dachtest du sicher an: "Vom Winde verweht"?
    Wenn du besagten Roman/Film meinst, da muss ich leider gestehen dies zu stolz zu meinen Bildungslücken zu zählen

    In S2 irritiert mich das Komma hinter "Wind", wo ich eher einen Punkt erwartet hätte, während es nach dem Wort "wieder" umgekehrt ist, dort hätte ich eher ein Komma gesetzt, denn die Aussage: "Es kribbelt wieder, noch weiter zu gehen" sehe ich als eine Einheit an.
    Tja, hier weiß ich auch nicht mehr 100% was ich hier dabei gedacht hatte. Leider ist dies kein gutes Zeichen, bei dem letzten Punkt den du ansprichst, war mir bewusst, dass beide Lesarten möglich sind und ich aber den Punkt setzen wollte um die zweite zu betonen. Dies halte ich aber aus jetziger Sicht nicht für zielführend. Das andere Komma steht sicher, weil ich eine Affinität zu Endkommata habe und im Zweifel immer ein Komma setze, wenn ich nicht ganz was anderes ausdrücken möchte (geht das als Marotte oder künstleriche Eigenart hier durch ).

    Aber ich ändere es sogleich um. Danke!

    In jedem Falle ist dir in wenigen Zeilen eine sehr beachtliche Konzentration des "Schrittmomentes" im Dünensand gelungen, so dass man auf weitere Momentaufnahmen aus deiner Feder gespannt sein darf.
    Danke! Du kannst mir glauben - das bin ich auch, denn es kam jetzt schon lange kein lichter Moment da mehr.

    Ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut, dein Lob, aber besonders auch über deine aufmerksamen (und neuen) Anmerkungen.

    Liebe Grüße,

    JamZee

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