1. #1
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    Viele von euch

    Viele von euch

    Viele von euch
    müssen das Wasser der Vergessenheit trinken.

    Viele von euch
    werden einschlafen in der Skalverei.

    Viele von euch
    werden mit Steinen beworfen aus Ignoranz und Neid.

    Viele von euch
    werden durch diese Gnade am Schlafen gestört.

    Viele von euch werden sich geißeln
    und ihr Kreuz auf der Schädelstätte errichten.

    Viele werden sich kreuzigen.

    Viele werden auferstehen.

    Einige werden untergehen weil sie im letzten
    Augenblick dem Heimweh erliegen.

    Einige werden vom Kreuz herunterschweben
    erlöst vom Zweifel
    und sie müssen die Tage nicht mehr zählen
    denn sie leben in einem.

    HKD
    Geändert von Kopp-Delaney (25.10.2006 um 12:57 Uhr)

  2. #2
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    ich versteh nich worauf du damit hinauswillst
    Sinnlos ist ein Leben ohne Unsinn.

  3. #3
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    Hi, Elfenkind.
    Eine junge göttliche Seele - das was du als Kind noch bist - muss in eine Rolle schlüpfen, eine Maske aufsetzen und zu einem Charakter "erzogen" werden. Diese Rolle wird zur Sklaverei, weil das Bewusstein sich langsam mit ihr zu identifizieren beginnt. Man wird Lehrer, Politiker, Journalist und man schläft ein in der Routine des Alltags, der vielen zur Matrix (Film - Neo) wird.
    Falls es deine Bestimmung ist, dann tauchen "Engel" (z. B. der Erzengel Gabriel) in Form von "harten" Freuden auf, die dich beleidigen.
    Die Steine sind Weckrufe, damit man sich der Maske erinnert, die man aufgesetzt hat - eigentlich nur, um in der "Realität" zu überleben.
    Neo wird ja von seinen Freunden "entwanzt". Er wird aus seiner Alltagsidentität abgekoppelt und aus der Illusion der Matrix befreit.
    Doch manche haben diese Freunde auch in sich und müssen sich selber geißeln, das heißt, sich innerlich selbst verurteilen und steinigen. Selbsthass usw.
    Je mehr der intellektuelle Verstand zunimmt - Schädel - umso grausamer wird die innere Spannung - Zweifel - Verzweiflung (Symbol: das Kreuz). Damit trägt man sein Kreuz an jene Stätte, wo Jesus (das Ego-Bewusstsein) gekreuzigt wurde. Das ist der Ego-Tod. Die Maske muss sterben. Die falsche Rolle, mit der man sich identifiziert hat.
    Manche Gralssucher sterben, weil sie den Schmerz nicht mehr ertragen können und die Sehnsucht (nach der Erlösung) ins Vergessen hinein zu groß wird. (Stiwo: Selbsttötung aus Verzweiflung).
    Doch man kann nur am Kreuz erwachen, das heißt durch den ertragenen Zweifel. Dann begeht der Geist schließlich einen Overkill: Der Logos erlöst sich durch Mega-Erkenntnis.
    Shakespeare sagte dazu: "Welch ein Spaß, wenn der Feuerwerker durch sein eigenes Pulver in die Luft fliegt!"
    Sobald der Logos (Schädel, Kopf, Denken) erkannt hat, dass nicht er die Lösung ist, sondern nur seine Rückvereinigung mit dem Weiblichen, dem Gefühl (Natura), mit dem so sehr von ihm gefürchteten oder gar verachteten Irrationalen, dann gibt er seinen Herrscheranspruch zähneknirschend schließlich auf. Allerdings nicht zurück ans Gefühl, das wäre unbewusste Regression. Das hieße ja auch, das Kind mit dem Bade auszuschütten...
    Er gibt seine Herrschaft an das Göttliche Prinzip in sich ab, an das Selbst, wie C. G. Jung es nannte. Auf diese Weise schwebt er von seinem selbst errichteten Kreuz (Kopf) hinab aber nicht ganz auf die Erde zurück. Er darf jetzt in der Schwebe bleiben zwischen den Gegensätzen - in der "goldenen Mitte".
    Die Spaltung zwischen Kopf und Gefühl ist damit endlich aufgehoben. Natur und Geist sind vereint. Der Verstand braucht nicht mehr die Tage zu zählen (rechnen, alles pedantisch und rational bedenken), denn durch die wieder gewonnenen Gefühle der Kindheit darf man die Zeit vergessen. Man lebt im Fluss. Und dieser Fluss ist ein einziger zusammenhängender unendlicher Tag. Da der Verstand nun weiß, dass er nichts mehr unter Kontrolle hat und das Gefühl die Vernunft nicht mehr besiegen will, leben beide im Frieden miteinander. Die streitenden Kräfte liegen wie Löwe und Lamm zu Füßen des Erlösten.
    Da das Ego weiß, dass es keine Kontrolle mehr hat, lebt es in Hingabe an das höhere Selbst in sich oder "Gott" in sich. Von diesem Innersten bekommt es jeden neuen Tag geschenkt. Es nimmt was es bekommt. Was hat es also zu verlieren?
    Naja, das war jetzt so auf die Schnelle und noch ein wenig konfus, may be. Als Träumer und Chaot, der ich bin, ist das so mein Stil.
    Deine Nachfrage freut mich. So musste ich mir die Zeilen eben noch in meiner linken Hirnhälfte zur Ordnung bringen und mir die Inspiration inhaltlich bewusst machen. Analyse halt. Also danke dir!

    Alles Gute wünscht dir von Herzen HKD

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