Thema: Zu sandig

  1. #1
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    Zu sandig

    Zu sandig

    Wenn ich Dir
    das Wasser reiche,
    Salz mit Brot
    und noch die Hand,
    sagst du doch
    du äßest auch Sand.

    Bei Wellengang
    und Abendrot,
    da baue ich
    für uns ein Boot.

    Du sitzt da
    schaust starr mir zu,
    ich werd ich
    nur Du bleibst Du.

    Am Ende strand
    ich weit von Dir,
    und keiner weiß
    wo waren wir.
    Geändert von Kerlchen40 (01.11.2006 um 10:52 Uhr)

  2. #2
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    Hi Kerlchen

    Gefällt mir echt gut dein Gedicht. (Is hier gelandet weil die Lieb/Romantik KAtegorie so überlaufen ist wa?)

    An der Liebe gestrandet
    und einsam der Gemeinsamkeit entkommen...


    Das LI ist gemeinsam mit dem LD auf einer einsamen Insel (Auch wenn die Insel hier nicht expliit erwähnt wird hab ich sie doch vor Augen-Einsame Insel=Ort der Zweisamkeit-> neue Liebe) gestrandet.
    Auf dieser Insel sind beide ganz allein und bereit alles zu teilen und eine Gemeinsame Zukunft aufzubauen (so hab ich die Verwendung von Salz und Brot verstanden)
    Warum das LD hier allerdings Sand esen will erschließt sich mir hier nicht so richtig.
    Als die Insel dann an Sicherheit einbüßt (Wellengang+Abendrot=Gefahr in der Dunkelheit) kommt der Notfalplan ins Spiel:
    Ein Boot (selbst gebaut->Nussschale?!) dass die Liebe (den Gedanken der Insel) weitertragen soll zu neuen Ufern.
    Doch in diesem Moment ist es schon zu spät für eine gemeinsame Rettung,
    das LD legt scheinbar auch keinen Wert auf Rettung (emotionsloser starrer Blick+passives sitzen,keine Hilfe).
    Die Situation stelt sich mir hier so dar das LD sich hier evtl. festgesessen hat und dadurch ungewolt die folgende Veränderung des LI herrvorruft bzw. noch beschleunigt. (Irgendwan geht die anfängliche Verliebtheit eben verloren und man muss etwas für die Beziehung tun)
    Zur letzten Strophe fehlt mir ehrlich gesagt irgendwie der Übergang (wie die Nussschale von den Wellen zerrissen wird oderso...oder eben das LI einsam aufbricht-bleibt mir hier zu unklar)
    Schließlich landet das LI an einem anderen Strand,allein,weit entfernt
    wie nach einem Rausch der viel zu Schnell vorbei war und an den sich keiner mehr erinnern kann!


    Ich weiß es ist ein bisschen wirr aber ich hoffe doch man kann es nachvollziehen, und ich habe dich richtig verstanden!
    Hat mich gefreut das zu lesen!

    lg redmoon
    Geändert von redmoon (28.10.2006 um 20:20 Uhr)
    ^ © Jahn S. (nur mit besonderer Erlaubnis von mir zu verbreiten/veröffentlichen)

    Alle meine Werke auf einen Blick ( Werkeverzeichnis dotcom Stand [08.02.09])


  3. #3
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    Hallo redmoon,

    eine Insel hatte ich eigentlich nicht vor Augen. Aber Du hattest Recht..ich wollte nciht wieder was unter der so überquellenden Rubrik ganz oben einstellen.
    Mir gings darum, dass da wohl einem nie etwas gut genug ist - selbst wenn er Wasser und Brot bekommt, will er plötzlich sogar Sand essen, obwohl der ja bekanntlicht nicht so lecker schmeckt. Soll nur als Metapher den Unsinn des ganzen darstellen.
    Sprich, da versucht ein Partner dem anderen alles möglich zu machen - doch der findet immer wieder etwas anderes was er noch fordern kann.
    Daher habe ich die passive Haltung eingebaut. Einer tut was der andere wartet ab.
    Am Ende bleibt die Frage - sind wir überhaupt vom Boden gekommen, sind wir überhaupt irgendwo zusammen gewesen?

    Gruß vom Kerlchen

  4. #4
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    Zu sandig

    Liebes kerlchen,
    allein beim Wort "sandig" bekomme ich ein Bild vom feinen, durch die Finger rieselnden Sand - er läßt sich nicht halten.
    Diese Stimmung erzeugt auch dein Gedicht in mir.
    Das lyr. Du nimmt nichts wahr. Die Zeichen des lyr.Ich prallen gegen eine Starre.
    Jeder bleibt, wer er ist und war - es hat nie ein Wir gegeben.
    Du schaffst es immer wieder in wenigen Zeilen ganze Lebens(Liebes)geschichten zu erzählen.
    Liebe Grüße
    Dana
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  5. #5
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    Lieber Stefan

    auch mir erschließt sich dein Gedicht gemäß Danas Ausführungen als ein Klagelied auf die unflexible starre Haltung deines LD gegenüber allen Versuchen Seitens des LI, Leben in die Beziehung zu bringen, versucht doch LI so einiges in eine offensichtlich noch recht frische Beziehung zu investieren. Obwohl es sich abmüht, an einer gemeinsamen Zukunft zu bauen, neue Vorschläge macht, wenn die alten dem Partner nicht gefallen und Langmut zeigt, muss es irgendwann resignierend festzustellen, dass LD mit nichts zufrieden ist und immer neue Ausreden oder Entschuldigungsgründe für seine starre Position und abweisende Haltung erfindet.

    Um die Sache mit dem Sandessen in S1 etwas konkreter sprich verständlicher zu machen, wär es vielleicht sinnvoll, wenn du statt "isst" "äßest" einsetzen würdest, was ja auch dem mit "Wenn" beginnenden Konditionalsatz syntaktisch entspräche.

    Am Ende strand (stand)
    ich weit von Dir,
    und keiner weiß
    wo waren wir.

    Hier kommst du leider mit den Zeiten durcheinander, indem du von "stand" = Vergangenheitsform auf "weiß" = Gegenwartsform umschaltest, zumal du wahrscheinlich in der letzten Zeile eher sagen wolltest: "wo sind wir" statt "wo waren wir", stimmt's?

    Könntest du evtl. wie folgt retten:

    Am Ende steh' ich
    weit von dir
    und geb verloren
    unser WIR.

    Die Botschaft kommt kaum verschlüsselt glatt rüber und dein stark verdichtender Stil ist wieder einmal unverkennbar.

    Liebe Grüße
    crux

  6. #6
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    Hallo Dietmar,

    Danke für Deine Vorschläge die ich diesmal nicht alle so einbauen kann. Das strand kommt von stranden. Irgendwo stranden fand ich schön und passt zu Sand. Klingt auch poetischer finde ich.
    Dein Vorschlag klingt mir "zu praktisch"
    Obwohl ich muss sagen "äßest" gefällt mir doch ganz gut!

    Ansosten hast Du die Botschaft klar rausgelesen!

    Dana

    Du schaffst es immer wieder in wenigen Zeilen ganze Lebens(Liebes)geschichten zu erzählen.

    Das freut mich doch so sehr zu hören! Danke!

    Kerlchengrüße

  7. #7
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    Hallo kerlchen32,

    auch mir gefällt dein Gedicht sehr, da hab ich rein gar nichts als zu sandig empfunden. Das einzige was mich ein wenig stutzen läßt, ist der Titel. "zu sandig" stimmt doch aus Sicht des lyr. Du nicht, es würde ja eben sogar lieber Sand essen?

    Lieben Gruß
    sora

  8. #8
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    Hallo sora,

    der Titel soll das ganze Gedicht verbinden. Sozusagen die Ausage treffen, dass alles auf Sand gebaut ist und daher auch "zu sandig" ist. Die Aussage den Sand auch noch essen zu wollen, bezog sich nur auf die fortwährende Unzurfriedenheit, des lyr. Du.

    Gruß Kerlchen32

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