Thema: Eines Morgens

  1. #1
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    Eines Morgens

    Leicht frühreif so blüht der Morgentau,
    herran zum Reif, der Morgen graut.
    Erwacht nun alle, ein Augenaufschlag,
    die Nacht ergraut in Richtung Tag.

    Erwachet ihr Gräser, ihr Blumen und Weiden,
    erhöret das Läuten, welchs Engel bereiten.
    Erstrahlt vom Glanze, das sie begleitet,
    ergrünen den Tag, zum staunen verleitet.

    Erwache oh Sonne erstrecke dich,
    bring Wärme zu uns, mit deinem Licht.
    Erhelle uns alle mit deinem Schein,
    die Macht des Lebens, ein Feuerschein.

    Auch Menschen und Tiere erwachet nun,
    erfreut euch der Sonne, ihrs gleich zu tun.
    Bestärkt euch selber und haltet zusammen,
    seid ehrlich und weise, nicht unbefangen.

    Ein Morgen so schön, so stellt man sichs vor,
    wo Engelschöre erklingen dein Ohr.
    Erwach nun auch du, erwache...wach auf,
    Beginne den Tag...verstehe den Lauf...

  2. #2
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    die idee, die in deinem gedicht steckt, die grundstimmung, hat etwas sehr angenehmes, beschwingtes.
    trotzdem sehe ich für mich einige schwachstellen, gerade was dein metrisches konzept, eine durchgängige grammatik und die wortwahl betrifft.
    ich werde versuchen, einige stellen die mir schwierigkeiten bereiten hier kurz zu analysieren:

    Leicht frühreif so blüht der Morgentau,
    sorry aber bei "frühreif" denke ich eher in richtung vorpubertäres verhalten, da fällt es mir schwer nicht zu schmunzeln, wenn ich dieses wort in verbindung mir morgentau lese.

    Erwacht nun alle, ein Augenaufschlag,
    meinst du bei "erwacht" den imperativ? oder soll ich mir das als verkürzte form von "erwacht sind alle" vorstellen?

    die Nacht ergraut in Richtung Tag.
    schöne formulierung, gefällt mir

    Erwachet ihr Gräser, ihr Blumen und Weiden,
    erhöret das Läuten, welchs Engel bereiten.
    engel? eine art metapher für etwas? oder meinst du wirklich engel im sinne von diener/ boten gottes/ in der art?

    Erstrahlt vom Glanze, das sie begleitet,
    ergrünen den Tag, zum staunen verleitet.
    hier passt die anzahl der silben nicht ganz. wenn du in der ersten zeile der zweiten strophe deine silben zählst, kommst du auf 1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1, also 12.
    hier sind es nur 10, was den lesefluss meines erachtens behindert, man erwartet einfach noch zwei silben mehr finde ich...

    Auch Menschen und Tiere erwachet nun,
    erfreut euch der Sonne, ihrs gleich zu tun.
    auch hier wieder nur 10, du solltest evtl überdenken, alles anzugleichen; ich bin eigentlich keine mensch, der inhaltlich passende wörter zugunsten der puren silbenzählerei verwirft, aber ich empfand es hier als zu unharmonisch.
    die ellision mit deren hilfe du "ihr es" verkürzt hast, gefällt mir nicht so gut, da kommt der zwang heraus, unter dem sie entstanden ist.

    Ein Morgen so schön, so stellt man sichs vor,
    wo Engelschöre erklingen dein Ohr.
    Erwach nun auch du, erwache...wach auf,
    Beginne den Tag...verstehe den Lauf...
    ebenso "sichs". ist mir zu umgangssprachlich und hört sich in einem gedicht irgendwie komisch an.
    ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich bei der kommunikation über messenger o.Ä diese abart des gepünktels benutze , finde aber auch, dass dies ebenfalls etwas ist, was in lyrischen texten einfach fehl am platze wirkt.

    insgesamt erinnert mich dein gedicht leicht an rilke, doch ist es an einigen stellen doch noch verbesserungswürdig.
    gedanken- und möge man noch so überrascht und inspiriert von einem moment/ einer situation sein- klingen ohne ein (zumindest eingermaßen harmonisches) metrisches konzept oft wirr und ungeordnet, aber das kann man ja ganz leicht unter beachtung einer grundlegender regeln üben.
    liebe grüße

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