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Thema: verwachsen

  1. #1
    yaira Guest

    verwachsen

    verwachsen

    Staubig liegen meine Hände,
    die sanft im Anstieg
    deinen Dünen gleichen,
    fernab vom Meer.

    Und wie ein Wald, der nur aus
    krachend’ Unterholz sich windet
    entlang der saftig grünen Weide,
    verwirrt sich trockenes und graues Haar.

    Zum Flussbett wurden schon
    die tiefen Furchen,
    zur Seite jedes dunklen Augs,
    das sie als Quelle wässernd nährt.

    Ich bin verwachsen
    und werde wieder Erde,
    die ich immer war.
    Geändert von yaira (29.10.2006 um 17:21 Uhr)

  2. #2
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    Marburg
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    Hallo, Yaira

    Staubig liegen meine Hände
    die sanft im Anstieg
    deinen Dünen gleichen
    fernab vom tränkend’ Meer
    Wenn man sich das mal so vorstellt, dann ergibt das für mich ein sehr abstraktes Bild. Dabei sind Hände riesengroße, mit Staub bedeckte Hände, und ähneln der Struktur einer Düne, oder so ähnlich.
    So sah mein erstes Bild aus.
    Die Elision in V4 halte ich für unnötig, aber wer weiß, ob ich damit nicht allein steh.
    Und wie ein Wald
    der nur aus krachend’ Unterholz
    sich windet
    entlang der Weide –
    saftig grün –
    verwirrt sich trockenes
    und graues Haar
    Müsste es nicht eher "entwirrt" heißen? Klär mich auf, wenn ich falsch liege. Oder wir sehen andere Bilder darin. Mir ist die Strophe einen Vers zu lang.
    Zum Flussbett
    wurden schon
    die tiefen Furchen
    zur Seite jedes dunklen Augs
    das sie als Quelle
    wässernd nährt
    Enjambements lesen sich meistens schwer, finde ich. Auch hier, weil die Verse auch so unterschiedlich lang geraten.
    Diese Strophe empfinde ich für extrem verwirrend. Keine Interpunktion(wie nirgends), die du mir rietst in Aetas, die rate ich dir in diesem Gedicht. Wobei dein Gedicht für mich etwas sehr Langsames hat, würden Satzzeichen das Lesen nur vereinfachen. Und auch hier habe ich wieder monströse unlogische Bilder im Kopf, bin wohl anfällig für solche.
    Ich bin verwachsen
    und werde wieder Erde
    die ich immer war.
    Sehr gelungen.

    Am Lesefluss würde ich noch pfeilen, aber das ist oft die Konsequenz von Enjambements, kurzen Versen, dann wieder langen Versen ohne Metrikschema.
    Kenn ich gut.
    Ansonsten hast du schöne Bilder geschaffen, die, wenn auch, sollten sie genau so aufgenommen werden, schier abstrakt daherkommen. Doch wer sagt, dass man sie so sehen soll wie ich? Natürlich hab ich sie auch aus anderen Augen versucht zu sehen, doch mir gefallen sie aus den alten Augen besser. Die letzte Strophe lässt das Gedicht berechtigt in Nachdenkliches und Philosophisches sein.

    Ave
    Geändert von Zangan (28.10.2006 um 22:44 Uhr)
    Weisheit bedeutet, keine Angst und keine Absicht zu haben.

  3. #3
    yaira Guest
    hallo Zangan,

    erstmal danke fürs Lesen und deinen ausführlichen Kommentar.

    Wenn man sich das mal so vorstellt, dann ergibt das für mich ein sehr abstraktes Bild. Dabei sind Hände riesengroße, mit Staub bedeckte Hände, und ähneln der Struktur einer Düne, oder so ähnlich.
    So sah mein erstes Bild aus.
    Dieses Abstrakte, wie du es beschreibst, ist schon beabsichtigt. Ich würde es surreal nennen. Ich denke, dass man diese Verse sowohl recht wörtlich lesen kann, sodass - hoffe - ich ein suureales Bild im Kopf des Lesers entsteht, als auch im übertragenen Sine, wozu ich aber im Moment noch nicht mehr sagen möchte...


    Die Elision in V4 halte ich für unnötig, aber wer weiß, ob ich damit nicht allein steh.
    Ich hab auch überlegt, sie zu weg zu lassen, aber irgendwie hat es mir so besser gefallen. Ich lass mich aber gere vom Gegenteil überzeugen.

    Müsste es nicht eher "entwirrt" heißen?
    Verwirrt steht um den Vergleich mit dem Unterholz aufrecht zu erhalten.

    Mir ist die Stroßhe einen Vers zu lang.
    Puh, was soll ich dazu sagen. Die Strophen sind hier rein aus den Bildern entstanden, alle unterschiedlich lang...

    Enjambements lesen sich meistens schwer, finde ich. Auch hier, weil die Verse auch so unterschiedlich lang geraten.
    Ja, das ist ein Problem, das mir häufig begegnet, wenn ich frei schreibe. Wo setze ich die Zeilenumbrüche sinnvoll, wo lassen sie sich am besten lesen. Eine Änderungsmöglichkeit für diese Strophe wäre für mich:

    Zum Flussbett wurden schon
    die tiefen Furchen
    zur Seite jedes dunklen Augs
    das sie als Quelle wässernd nährt

    So würden die Verse länger und einige Enjmbements würden verschwinden. Vll wäre das eine Überlegung fürs ganze Gedicht? Was denkst du?

    Diese Strophe empfinde ich für extrem verwirrend. Keine Interpunktion(wie nirgends), die du mir rietst in Aetas, die rate ich dir in diesem Gedicht. Wobei dein Gedicht für mich etwas sehr Langsames hat, würden Satzzeichen das Lesen nur vereinfachen.
    Du hast mich erwischt *g*. Ich weiß nicht, eigentlich mag ich es ohne Satzzeichen lieber, da für mich so die Bilder leichter ineinander übergehen. Mit Satzzeichen würde diese Strophe so aussehen:

    Zum Flussbett
    wurden schon
    die tiefen Furchen,
    zur Seite jedes dunklen Augs,
    das sie als Quelle
    wässernd nährt.

    Besser?

    Und auch hier habe ich wieder monströse unlogische Bilder im Kopf, bin wohl anfällig für solche.
    Puh, das macht mir ein wenig Angst, weil es zeigt, dass meine Gedanken scheinbar nicht wirklich rüberkommen... Ich weiß nicht, was ich da im Moment machen soll. Wenn meine Bilder auch sonst niemandem (in vll. noch folgenden Kommentaren) "verständlich" sind, drösel ich das ganze gerne auf, ok?

    Sehr gelungen.
    Ich freu mich sehr, dass dir der Schluss zusagt, da dieses Gedicht von mir schon ein paar Monate alt ist und ich erst heute einen Schluss dafür gefunden habe!

    Also danke nochmal.
    Ich werde mir speziell im Bezug auf die Zeilenumbrüche nochmal Gedanken mchen, vll. kann ich durch ein paar kleine Änderungen den Lesefluss dann noch verbessern.

    Liebe Grüße
    yaira

  4. #4
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    Missverständnis

    Zitat:
    Und auch hier habe ich wieder monströse unlogische Bilder im Kopf, bin wohl anfällig für solche.
    Dies war nicht böse gemeint. Wollte im Grunde nur andeuten, was dein Gedicht in der Lage ist, in meinem Kopf zu erzeugen.
    Ich mag "deinen" Surrealismus.
    Zum Flussbett wurden schon
    die tiefen Furchen
    zur Seite jedes dunklen Augs
    das sie als Quelle wässernd nährt
    Diese Strophe finde ich an sich sehr schwer, schon fast egal, wie du es schreibst. Keine leichte Kost, finde ich. Die Bilder wollen da auch nur vage in mir aufkommen im Gegensatz zu den anderen Strophen.
    So würden die Verse länger und einige Enjmbements würden verschwinden. Vll wäre das eine Überlegung fürs ganze Gedicht? Was denkst du?
    Da bin ich zwiegespalten. Aber ich denke, es würde dem Lesefluss unheimlich gut tun. Dann könntest du dir auch Gedanken machen über eine Metrik.
    Ps. Fällt dir auf, dass ich dir dieselben Ratschläge gebe wie du mir in Aetas?
    Ich find's unheimlich komisch.

    Ave
    Weisheit bedeutet, keine Angst und keine Absicht zu haben.

  5. #5
    yaira Guest
    Dies war nicht böse gemeint. Wollte im Grunde nur andeuten, was dein Gedicht in der Lage ist, in meinem Kopf zu erzeugen.
    Ich mag "deinen" Surrealismus.
    da hab ich wohl was falsch verstanden *lach*

    Stimmt wohl, dass sich unsere Ratschläge ähneln. Ich denke, dass hat auch was mit Werksblindheit zu tun, bei Texten anderer Schreiber fallen einem Mängel eher auf als an den eigenen.

    Zur Metrik muss ich jetzt auch die gleiche Antwort geben, wie du mir: Ich glaube, ich würde mir meine Bilder versauen. Allerdings bietet sich hier eine den Inhalt unterstützende Metrik auch nicht ganz so deutlich an, wie bei "Aetas", denke ich

    So, ich forme mal spaßeshalber meine Zeilen um. Vll. kannst du mir dann sagen, ob es sich so leichter liest.

    verwachsen

    Staubig liegen meine Hände
    die sanft im Anstieg
    deinen Dünen gleichen
    fernab vom tränkend’ Meer

    Und wie ein Wald der nur aus
    krachend’ Unterholz sich windet
    entlang der Weide – saftig grün –
    verwirrt sich trockenes und graues Haar

    Zum Flussbett wurden schon
    die tiefen Furchen
    zur Seite jedes dunklen Augs
    das sie als Quelle wässernd nährt

    Ich bin verwachsen
    und werde wieder Erde
    die ich immer war.

    Liebe Grüße
    yaira

  6. #6
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    Staubig liegen meine Hände
    die sanft im Anstieg
    deinen Dünen gleichen
    fernab vom tränkend’ Meer

    Und wie ein Wald der nur aus
    krachend’ Unterholz sich windet
    entlang der Weide – saftig grün –
    verwirrt sich trockenes und graues Haar

    Zum Flussbett wurden schon
    die tiefen Furchen
    zur Seite jedes dunklen Augs
    das sie als Quelle wässernd nährt

    Ich bin verwachsen
    und werde wieder Erde
    die ich immer war.
    Von meiner Seite aus ein klares "Ja"
    Zur Metrik muss ich jetzt auch die gleiche Antwort geben, wie du mir: Ich glaube, ich würde mir meine Bilder versauen. Allerdings bietet sich hier eine den Inhalt unterstützende Metrik auch nicht ganz so deutlich an, wie bei "Aetas", denke ich
    Inhaltsunterstützend muss sie ja nicht sein. Aber lassen wir die Metrik mal beiseite, denn deine überarbeitete Version finde ich gelungen. Das muss natürlich nichts heißen. Aber wenn du sie auch gelungener findest, dann ändere es.
    entlang der Weide – saftig grün –
    Nur könnte man das nicht noch in den Satz verflechten?

    Ave
    Weisheit bedeutet, keine Angst und keine Absicht zu haben.

  7. #7
    yaira Guest
    Hab's - wie du siehst - geändert. War eine gute Idee, schon alleine, weil es jetzt optisch etwas runder wirkt.

    zum "saftig grün" fällt mir im Moment keine Lösung ein, bin aber natürlich immer für gute Vorschläge offen.

  8. #8
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    zum "saftig grün" fällt mir im Moment keine Lösung ein, bin aber natürlich immer für gute Vorschläge offen.
    entlang der saftig grünen Weide?
    Oder war's anders gemeint?
    Diese winzige Verflechtung würde es weniger unbeholfen wirken lassen.
    Und ja, ich habs gesehen.
    Daumen hoch!

    Ave
    Weisheit bedeutet, keine Angst und keine Absicht zu haben.

  9. #9
    yaira Guest
    *räusper* wie kann man nur so blind sein *verschämtguck*
    Danke nochmal für die Unterstützung. Ich denke, nach sämtlichen Änderungen kann es sich einigermaßen sehen lassen...

  10. #10
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    Da fällt mir noch was auf
    verwirrt sich trockenes und graues Haar
    Was hieltest du von [..]trocknes, graues Haar?
    Diese Zeile erschien mir etwas zu lang.

    Ave
    Weisheit bedeutet, keine Angst und keine Absicht zu haben.

  11. #11
    yaira Guest
    Nee, das will nicht in mein Ohr. Ich brauch das "und" für das getragene, leichter fließende. Das Komma ist mir ein zu großer Bruch.
    Trotzdem Danke.

  12. #12
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    Blindheit kann aber auch die Augen öffnen.
    ~das lass ich mal so stehn~
    Weisheit bedeutet, keine Angst und keine Absicht zu haben.

  13. #13
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    Da bin ich nochmal, um den Faden zu "bereichern".
    Ich bin verwachsen
    und werde wieder Erde
    die ich immer war.
    Ich glaub, das mach ich zu meiner Signatur.
    Würdest du mir das erlauben?

    Ave
    Weisheit bedeutet, keine Angst und keine Absicht zu haben.

  14. #14
    yaira Guest
    Klar! Was für eine Ehre, ein Textstück von mir kommt in eine Signatur! *freu*

  15. #15
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    Aber es kann noch auf sich warten lassen.
    Wenn die Zeit dann reif ist, und ich wieder Erde werde, greif ich darauf zurück.
    Nein, nein, ich denke wirklich darüber nach.
    Nun, da ich dein copyright brechen darf.

    Ave
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