Thema: Lausbub

  1. #1
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    Lausbub

    DER LAUSBUB

    Ich trinke gerne Hopfensaft,
    und auch gepreßte Traube,
    doch Scotch ist meine wahre Kraft
    und Bourbon heißt mein Glaube.

    Ich paff‘ dazu meist Dannemann,
    um selbst mich zu vergiften,
    weil man so gut entspannen kann,
    wenn Kontinente driften.

    Ich bin ein wahres Sonnenkind,
    ein Günstling froher Stunden,
    und sause wie ein Wirbelwind
    durchs Weltall meine Runden.

    Ja, wenn die Welt verdoppelt ist,
    ja, wenn der malt so richtig singlet,
    ja, wenn der Geist entstoppelt ist
    und der Lausbub zweimal schlingelt:

    Da wander’ ich voll Glück hinan
    die via destillata,
    bis ich den Urknall hören kann,
    wach auf und - auch mein Kater.

  2. #2
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    Ja, wenn die Welt verdoppelt ist,
    der malt so richtig singlet,
    ja, wenn der Geist entstoppelt ist
    der Lausbub zweimal schlingelt...


    ...wenn die 3. Strophe so aussähe, oder so ähnlich, wie mein Vorschlag, wäre das gigantisch! Das ganze Teil ist so witzig, nein, eher hintergründig komisch, nein, noch was andres, schwer zu benennen. Eins ist sicher: Das Beste isses, was seit langer Zeit hieir stand!!! Einfach grandios, Nur der leider verhunzte dritte Vers! Schnell ändern!!!

    Grüße von Bruno

  3. #3
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    Korrektur

    sorry - natürlich der 4. Vers, nicht der 3.!!!

    Gruß von Bruno

  4. #4
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    lausbub

    danke fuer eure kritik!

    @bruno:
    natuerlich hast du vollkommen recht, diese vorletzte strophe stolpert ein bisschen und sie liesse sich auch, wie du sehr gut zeigst, leicht ins hochdeutsche glaetten. im idiom meines heimatlandes ist sie allerdings gar nicht so holprig, wie es dir vielleicht erscheinen mag.
    primaer wollte ich an dieser stelle ganz bewusst den fluss des gedichtes brechen, um einerseits den fröhlichen, aber dumpen zustand widerzuspiegeln, in den der protagonist gerade hinein"stolpert", andererseits bin ich kein freund allzu langer gemuetlicher harmonie, in der sich gern ein zustand einstellt, den man gemeinhin als schlaf bezeichnet. und der ist urfad.

    aber eines der drei "ja" will ich gerne geben!
    lg
    inuith

  5. #5
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    Hallo Inuith,

    ...der Mist beim Dichten ist, dass der Leser ja nicht wissen kann, was Du mit dem sagen willst, was Du ihm in die Hand gibst. Er ist nur auf sein Gefühl für Takt und Wortmelodie angewiesen, Deinen Text als "Lyrik" zu verstehen. Wenn er aber dann konfrontiert wird mit wechselnden Takten wird er das als falsch erkennen und nur weiterlesen, wenn er Fehler aufdecken will.

    Und das wäre zu schade, denn so, wie es jetzt ist, ist es verkehrt und nach einer Änderung nicht langweilig oder einschläfernd, sondern ziemlich gut!!!


    Grüße von Bruno

  6. #6
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    Hallo Inuith,

    Schande über mich, dass ich dieses Goldstück erst heute entdecke. Sehr amüsant geschrieben. Erfrischende Wortwahl (Via destillata) und Reime (S2 besonders).

    Aber Bruno hat Recht. Strophe 4 holpert, und das ziemlich unnötig, da man leicht zig mögliche Änderungen finden kann. Bruno hat eine vorgeschlagen.

    Aber na gut, der Wille des Künstlers ist sein Himmelreich.

    Hat Spaß gemacht.

    lg VC
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  7. #7
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    lausbub

    okeoke!
    hier die paneuropaeische version

    DER LAUSBUB

    Ich trinke gerne Hopfensaft,
    und auch gepreßte Traube,
    doch Scotch ist meine wahre Kraft
    und Bourbon heißt mein Glaube.

    Ich paff‘ dazu meist Dannemann,
    um selbst mich zu vergiften,
    weil man so gut entspannen kann,
    wenn Kontinente driften.

    Ich bin ein wahres Sonnenkind,
    ein Günstling froher Stunden
    und sause wie ein Wirbelwind
    durchs Weltall meine Runden.

    Ja, wenn die Welt verdoppelt ist,
    der malt so richtig singlet,
    sobald der Geist entstoppelt ist
    der Lausbub zweimal schlingelt:

    Da wander’ ich voll Glück hinan
    die via destillata,
    bis ich den Urknall hören kann,
    wach auf und - auch mein Kater.


    thanks @ all!

  8. #8
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    Super, super, super! VC hat Recht - ein Goldstück! Es wäre schade gewesen wenn Du es so gelassen hättest, jeder wäre über die 4. Strophe gefallen und hätte sich geärgert - Du letztdendlich auch.

    Absolut phantastisch, Du trinkfester Nordmann!!! An dem Teil wirst Du Dich in Zukunft messen lassen müssen!

    Grüße von Bruno

  9. #9
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    Hallo Inuith,
    auch von mir gibt es ein freudiges Lob. Sehr hübsches Teil.
    Vielleicht bisst du ja auch nur ein Lausbub, weil du auf dem Kater gelegen hast, oder Flohbub? Na egal.
    LG Steffen
    Bist du ernst, mit flachen Lippen,
    solltest du mal lachen, flippen.

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