1. #1
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    Post Und blau ward blau an Elfenbein

    Ihr Haar verwehte im tosenden Sturm,
    Ein goldener Schleier der dämmernden Nacht.
    Das lange Gewand, das alles bedeckt,
    hat niemals verraten was drunter versteckt.

    Die Zehen gruben sich tief in den Sand.
    Ein Blick, der Trost in der Ferne sich sucht.
    Das Meer, das brausende Wellen schlägt,
    in endlose Weiten die Toten noch trägt.

    Die Hüllen fielen auf weiches Weiß.
    Nicht frierend nur nackt im Sternenlicht,
    stieg ihr geschundener Körper hinein,
    mit seinen Schmerzen alleine zu sein.

    Als sie versank im schwarzen Tief,
    Ward blau zu blau an Elfenbein.
    Vergessensflucht in fremde Welt ,
    das Herz in Nacktheit bloßgestellt.
    Geändert von Nightinbird (01.11.2006 um 21:31 Uhr)
    "Mein Schwert , den Schild leg ich nun nieder .
    Den Krieg ... führ ich nie wieder !" (Der Wilde Wald - Tonke Dragd)

  2. #2
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    ich finde das gedicht sehr gut gelungen, besonders die atmosphäre spricht mich an.
    da man ja aber nicht immer nur lobeshymnen hören will, versuche ich nun auch ein paar kritikpunkte aufzuzeigen ; )
    deine interpunktion bereitet mir von zeit zu zeit einige schwierigkeiten, weil du vieles durch punkte abgrenzt, wo man meiner meinung nach mit kommata besser dran wäre (und es so etwas "zerhackt" klingt, sodass der eigentlich schöne lesefluss nicht immer durchgängig gewährleistet ist)

    ein verbesserungsvorschlag meinerseits wäre es, die zeichensetzung an manchen stellen geringfügig zu verändern zur besseren verbindung der verse, etwa so:

    Ihr Haar verwehte im tosenden Sturm,
    ein goldener Schleier der dämmernden Nacht.
    Das lange Gewand, das alles bedeckt,
    hat niemals verraten, was drunter versteckt


    diese alliteration von "und" in der letzten strophe gefällt mir nicht so gut und, obwohl dir die conclusio recht schön gelungen ist, ist mir nicht ganz klar, was du mit "Und blau ward blau an Elfenbein" meinst. vielleicht könntest du mir da noch mit einigen erklärenden worten abhilfe schaffen

  3. #3
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    Hallo Miriel ,
    schön dich zu lesen !
    Freut mich sehr wenn es dir gefällt . Ich dank dir für deinen Ratschlag . Über die Interpunktion werd ich mich also nochmal hermachen und auch deine Verbesserung berücksichtigen !
    "Und blau ward blau an Elfenbein" hat viel mit dem Inhalt des Gedichtes zu tun , wozu es mich sehr interesieren würde , was du hinein interpretierst, dann könnte ich dir sagen ob du richtig liegst .
    Denn für mich ist es immer wichtig , das der Leser auch einen Sinn im Gedicht erkennen kann .
    Ich erzähle eine Geschichte und möchte wissen ob man die zusammenhänge begreift .

    In erwartung ,
    Nightinbird
    "Mein Schwert , den Schild leg ich nun nieder .
    Den Krieg ... führ ich nie wieder !" (Der Wilde Wald - Tonke Dragd)

  4. #4
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    guten abend =)
    bis auf diesen einen vers verstehe ich dein gedicht recht gut; auch etwas, dass dir gut gelungen ist, nämlich dass man sich nicht erst durch verschlungene, oft unnötig komplizierte worte quälen muss, um den sinn zu verstehen

    eine scheinbar sehr verzweifelte (geschundene?) frau begeht selbstmord, indem sie des nachts allein (bei sternenlicht) ins meer watet.

    ich denke für großartig andere interpretationen lassen deine klaren worte auch kaum spielraum

    obwohl ich mir jetzt schon länger durch den kopf gehen lasse, was du mit "Und blau ward blau an Elfenbein" meinen könntest, will mir einfach nichts zusammenhängendes einfallen.
    sicher- ein schöner, wohlklingender vers...das zweite blau würde ich als blau im sinne der farbe des meeres deuten, aber "AN elfenbein" und das erste blau bleiben mir ein rätsel.
    tut mir leid, ich bin normalerweise nicht so phantasielos, wenn es um metaphorische deutungen geht

  5. #5
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    Guten morgen liebe Dichterwelt !

    @linespur : Schön , dass du auf meinen Linien wandelst ! Freut mich sehr wenn es dir gefällt ! Mhhmm , das mit der Metrik hat einen klitzkleinen Hacken . Ich versteh sie zwar wenn ich sie erst einmal geschrieben habe , aber selbst hab ich das noch nie getan ! Es gibt irgendwie immer einen Punkt wo ich steckenbleib . Kannst dus mir bitte nochmal erklären wie ichs machen muss ?
    Mhmmm Die letzten beiden Zeilen , schwülstig in der Tat ! Zuerst war ich ein wenig gegen den Reim , weil er so abgegriffen ist ! Ich denk nochmal drüber nach , dann finde ich vielleicht noch einen schöneren schluss !
    Zu dem "blau zu blau an Elfenbein" muss ich sagen , dass es mir während dem Schreiben kam und eher eine Zufallsprodukt war , obwohl ich mich nathürlich schon angestrengt habe mir was orginelles einfallen zu lassen !

    @ Miri

    In dem Gedicht geht es im Grunde genommen , wie du sagst , um eine geschundene , einsame, und so verzweifelte Frau , dass sie am Ende sogar gefühlslos wird und nur noch das Ende sucht . Mir war durch den Kopf gegangen , dass es sich um eine Vergewaltigung handelte , vielleicht wurde sie aber auch einfach nur geschlagen !
    Mit "blau zu blau an Elfenbein" versuche ich Sinnbildlich zuerst die blauen Flecke an ihrem Körper zu beschreiben , die im blau des Meeres verschwimmen und nur noch ihr elfenbeinfarbener Körper einen weißen schimmer hinterlässt !

    Danke fürs kommentieren , freut mich immer wenn es euch gefällt !!
    Lieber Gruß ,
    Nightinbird
    "Mein Schwert , den Schild leg ich nun nieder .
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  6. #6
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    Ach je ! Ich und meine Tippfehler !!
    Ich glaub so schlimm hat ichs mit der Metrik noch nie ! Ich dank dir sehr , dass dus mir durchgext hast . Ich werd nochmal drübergehen und es weitgehend korrigieren !!

    Hab nun einen neuen Schluss gefunden , würde mich interesieren wie du ihn findest !

    ......
    Vergessensflucht in fremde Welt,
    das Herz in Nacktheit bloßgestellt.


    'Lieber Grúß , Vogel der Nacht
    Geändert von Nightinbird (01.11.2006 um 21:32 Uhr)
    "Mein Schwert , den Schild leg ich nun nieder .
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